Eine Auszeichnung oder Ehrung erhält eine Person, Gruppe oder Organisation für herausragende Leistungen in einem bestimmten Bereich. Solche Ehrungen können von Personen oder Institutionen erfolgen und sie finden meist im Rahmen einer Feier statt.
Wenn man diese Definition zu Grunde legt, dann erfüllt keine "Ehrentafel" und kein "Field of Fame" diese Kriterien. Hier werden nicht Geocacher für besondere Leistungen von anderen geehrt. Jeder einzelne Cacher verewigt sich ja selbst mit einer Dose im Ehrenfeld und das nicht unbedingt bei einer beeindruckenden Feier.
Aber der Begriff "Ehrentafel" hat sich nun mal eingebürgert und je größer die Zahl der Geehrten, desto häufiger wird eine solche Ehrentafel auch besucht. Wo sonst kann man in so kurzer Zeit so viele Dosen finden.
Als ich im November 2009 die Ehrentafel Rhein-Mosel (Beispielcache) zum ersten Mal besuchte, da waren es über 50 gefundene Dosen an einem langen Wandertag kreuz und quer durch den Wald. 10 - 15 Caches blieben damals zum Teil etwas abseits der Route unbesucht. In der zwischenzeit haben sich auf Deutschlands wohl bedeutendstem Field of Fame über 150 Cacher verewigt. Vom einfachen 1,0/1,5 Tradi bis zum T 5,0 Klettercache oder sogar einem Earthcache, von der Filmdose oder Petling bis zum liebevoll gestalteten Regular, alles ist vertreten.
Schwierig wird es, wenn man die Ehrentafel mit Freunden besucht, die vorher selbst schon in diesem FoF, in diesem Fall "Forest of Fame" eine Runde gedreht haben. Dann muss man erst eine Tour mit möglichst wenigen Überschneidungen von bereits gefundenen Caches suchen. So blieb Team haliju> und mir nur der Weg an der nördlichen Peripherie als größter gemeinsamer Nenner für unsere Tour übrig. Ein Cachemobil strategisch am Ende geparkt und mit dem anderen zum Anfang der Runde - auf der A 61 Seite - fahren, um ein paar Höhenmeter zu sparen - und das war auch gut so.
Nach 12,1 km und 450 Höhenmetern haben wir nach 5 1/2 Stunden unsere Runde bei prachtvollem vorfrühlingswetter dann abgeschlossen. Trotz der 31 Caches und weiteren 13 auf einen anschließenden kleinen alleinigen Extratour vor Rückfahrt bleiben immer noch genügend Caches für eine weitere Tageswanderung übrig.
Die Ehrentafel Rhein-Mosel ist die grösste aber nicht die einzige Ehrentafel im Süden Deutschlands. Bei Neumarkt in der Oberpfalz kann man die dortige Ehrentafel (Beispiel) mit zur Zeit rund 50 Caches in einem Waldstück erwandern.
Bei Karlstadt im Landkreis Main-Spessart in Bayern gibt es eine Ehrentafel (Beispiel) mit rund 30 - 40 aktiven Caches. Die meisten sind auf Wald- und Feldwegen Fahrrad und Autofahrerfreundlich ausgelegt und - wer das mag - als drive-by erreichbar. Ich bin das Ehrenfeld mit strategischem Umparken lieber abgelaufen.
Eine Ehrentafel (Beispiel) mit 20 - 20 Caches entsteht in einem Wald nordwestlich von Wiesbaden und im Neckar-Odenwald-Kreis im nördlichen Baden-Württemberg mit ca. 25 Caches habe auch ich mich mit meinem Cache vereweigt.
Bei mancher Ehrentafel gab es durch den häufigen manchmal auch nächtlichen Besuch Ärger mit den lokalen Jägern, was ja auch irgendwie nachzuvollziehen ist. Seit von den Cacheownern darum gebeten wird keine nächtliche Dosensuche mehr durchzuführen, um die Belastung für Wild und Natur geringer zu halten und um das Verhältnis zu den Grünröcken nicht weiter zu belasten und dieser Bitte auch entsprochen wird, hat sich die Situation entspannt. Diesen Wunsch und der Bitte der Owner zum Erhalt der Ehrentafel einzuhalten, das ist nun wirklich eine Frage der Ehre.
Es gibt Puristen, die nichts von diesen Ehrentafeln halten und sie als reines Doseneinsammeln beurteilen. Dem muss ich widersprechen: Man kann sicher auf Powertrails oder auch sonst eine größere Anzahl von Caches an einem Tag finden. Hier muss man aber einige Stunden und je nach geplanter Route 10 - 15 Kilometer durch die Wälder wandern.
Ich mache das gerne und wem das nicht gefällt, der bleibt halt weg und sucht sich andere interessante Caches und andere Herausforderungen.
