Heute morgen nach dem Frühstück habe ich die mail von gestern Nacht über einen neuen Cache in meiner homezone entdeckt. Wie so häufig, wenn man dann das Listing runterscrollt, grinsen mich dann schon ein paar Smilies an. Noch in der Nacht hat ein FTF-Jäger zugeschlagen.
Wenn die Meldung über einer neuen Cache per mail herauskommt, dann holen sie zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne Zögern sofort ihr GPS und die anderen Utensilien aus dem Regal. Egal, ob die Meldung am frühen Abend, gegen Mitternacht oder noch später einläuft - die Jagd geht los. Sie scheinen, wie man von manchem Börsenmakler behauptet, mit dem Handy am Ohr zu schlafen, um ja keine Info zu verpassen.
Es gibt sie in jeder Gegend, die bekannten "FTF-Jäger", die weder Tages- bzw. Nachzeit, noch Regen, Sturm oder Schnee vom Versuch abhalten kann, sich als Erster in das Logbuch von einem neuen Cache einzutragen. Groß ist die auch aus den Logs heraus zu lesende Freude, wenn es geklappt hat, groß aber auch der Schmerz, wenn ihm ein anderer zuvorgekommen ist.
Ganz clevere versuchen sich auch einen zeitlichen Vorsprung zu verschaffen, indem sie die neuen Caches bei den oft parallell veröffentlichten Caches auf einer anderen Plattform wie z.B. Opencaching beobachten. Da es hier keine Reviewer gibt, die den Cache erst freischalten müssen, kann man die Koordinaten und sonstige Informationen hier meist schneller sehen und dann mit zeitlichem Vorsprung abdüsen.
Ich kenne einige dieser FTF-jäger und sie zählen fast immer zu den netten Caching-Buddies, mit denen man auch gerne auf eine gemeinsame Caching-Tour gehen würde. Nur bei der Jagd nach jungfräulichen Logbüchern möchte ich sie nicht unbedingt begleiten.
Von dieser FTF-Sucht bin ich nicht befallen, obwohl auch ich ab und zu - wenn es gerade zeitlich passt - einen FTF versuche. Allein schon, um den üblichen Verdächtigen freundschaftlich zu zeigen, dass es auch noch anders Sucher und Finder gibt. Es sind aber nicht viele FTF-Logs und ich führe auch keine Statistik darüber.
Ein FTF wird mir aber in Erinnerung bleiben.
Der Cache Llifen am herrlich gelegenen Lago Ranco im südlichen Chile wurde am 3. Februar 2005 ausgelegt und nach einigen DNFs im Februar 2007 im Mai 2007 ersetzt. Am 3. Juni 2007, nach sage und schreibe 852 Tagen, konnte ich bei meiner Tour um den See bei diesem Cache einen FTF loggen.
Ein FTF nach so langer Zeit ist wohl kaum zu toppen ... und so entschied ich mich damals, aus der Jagd nach FTFs auszusteigen und mich aus dem Kreis der FTF-Jäger zu verabschieden. ;-)
