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Freitag, 12. Dezember 2014

GC 40 - Europas ältester aktiver Cache

Da liegt er also!
Kaum 10 Meter von der wenig befahrenen Landstraße N 835 entfernt, unter Holzscheiten und Wurzelresten in einem Buchenwald der belgischen Ardennen. Das ist also, der  GC 40 Geocache, der älteste aktive Cache in Europa, versteckt am 7. Juli 2000 und seitdem ununterbrochen aktiv.

3.568 Mal wurde er bisher gefunden, 1.440 Bilder wurden hochgeladen und 1.305 Favoritenpunkte verteilt. Ich gehöre seit einigen Tagen auch zu allen drei Kategorien.

Der Behälter, bunt bemalt mit dem Logo, der GC-Nummer, Auslegedatum und dem Ownernamen Speerpunt schmücken die relativ neue Munitionskiste. Das ist sicher nicht der Originalbehälter aus dem Jahr 2000.

Speerpunkt der Adoptivvater von GC40
Foto aus seiner Fotogallerie
Dem sympathisch aussehenden belgischen Cacher Speerpunt ist es durch seine Adoption des Caches zu verdanken, dass dieser historische Cache erhalten blieb.

Als vom Geocoin-Event in Köln aus ganze Charterbusse voll mit Geocachern sich zu einer 5-Länder-Tour auf den Weg machten und dabei auch den GC40 besuchten, da stand Speerpunt bereits erwartungsfroh am Versteck zur Begrüßung der einfallenden Hundertschaften. Speerpunt, der Wald und der Cache haben den Ansturm überlebt und außer einem kleinen Pfad sieht man heute nur noch wenig Spuren.

Auf meiner Ardennen-Tour war ich von meiner Relais-Station in Libramont die knapp 40 Kilometer über die N89 und N95 nach Gedinne gefahren und dann auf die Straße durch den Wald abgebogen. Kaum Verkehr und kein Mensch weit und breit an diesem nasskalten nebligen Wintertag.

Am Konfluenzpunkt, dort wo sich exakt die virtuellen Linien von N 50 und E 005 schneiden, habe ich ihn gefunden. Viele Möglichkeiten gab es ja nicht und auch ohne die Fotos stolzer Finder in der Fotogallerie ist er nicht zu übersehen. Die 12 DNFs für den D/T 1,0/1,0 Cache müssen wohl aus der Anfangszeit des Geocachens stammen. Nachgeprüft habe ich das nicht, denn durch alle Logs durchscrollen, das war mir dann doch zu zeitaufwändig und zu mühsam.

Vor Ort war es ein ähnlich erhebendes Gefühl an diesem Uraltcache zu stehen, wie damals beim "Tunnel of Light" , dem letzten – seit 2011 archivierten - APE-Cache am Snoqualmie Pass in Washington. Auch bei der am Versteck des allerersten Caches angebrachten  Original Stash Tribute Plaque in Oregon stand ich ähnlich beeindruckt und sogar etwas ergriffen vor diesem ganz speziellen Cache. 

Wie hat sich doch in weniger als 15 Jahren die Stash-Hunt entwickelt. Nicht immer zum Besten, aber wie er seinen Sport oder sein Hobby ausübt, das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden und seine eigenen Ziele definieren.

Der GC40 habe ich als letztes Highlight dieses Jahres geplant und in eine Tour in die Ardennen eingebunden.

Auf der Anreise am Vortrag fand ich bei der Vorbereitung eine Wanderrunde von etwa 7,5 km bei Leglise im Bois des Pendus. Etwas Auslauf nach der längeren Autofahrt tut immer gut.

Nach dem GC40 am frühen Vormittag war ich auf dem Rückweg entlang des Le ruisseau de Pont le prêtre unterwegs. Eine schöne abwechslungsreiche Wegführung auf Forststraßen und Waldwegen und entlang des Baches, so richtig typisch, so wie ich mir die Ardennen vorgestellt habe. Das Wetter spielte mit und es war zwar kalt, aber trocken. 8, 3 km bei 247 Höhenmetern waren in knapp drei Stunden gemütlich zu bewältigem.

Weniger gemütlich ging es dann bei der Wanderrunde  Sanglochongs am späteren Nachmittag zu. Eine Wanderung von 7,1 km durch Wald und Flur, etwas weniger beeindruckend als die 1. Tour. Auf halber Strecke fing es kräftig zu regnen an und als ich nach 2:20 h wieder an meinem Cachemobil ankam, war ich ziemlich nass und durchgefroren.

Der einsetzende Schnee ist bis zum nächsten Vormittag geschmolzen und so konnte ich auf der Rückfahrt in Luxemburg bei manchmal sogar herausblitzender Sonne durch das Naturreservat Haard bei Dudelange wandern.  Hier haben Daddi&Bien ihre Haard Runde ausgelegt. Auf der 9 km langen Runde liegen nahe dem Weg leicht versteckte 21 Caches. Radfahrer werden sich über den 1. Teil der Runde freuen und beim 2. Teil eine Überraschung erleben. Da geht es auf schmalen Pfaden und über Treppen dem Final entgegen. Beeindruckend zu sehen, wie sich die Natur im Laufe der Jahre das ehemalige Eisenerzabbaugebiet zurückerobert.


Eine schöne Jahresabschlussfahrt war meine Tour nach Belgien und Luxemburg und zu einer anderen Jahreszeit und ohne Temperaturen um den Gefrierpunkt, bei nassem und kalten Wetter müssen die Wanderungen noch schöner sein. 
Die Gegend hat viel Schönes zu bieten und in 2015 …. Schau ma mal!

Sonntag, 26. Oktober 2014

10 Years after

Der 24. Oktober 2004 war ein sonniger kühler Herbsttag, als ich mich,  bewaffnet mit einem Screenshot von einem Kartenauszug von MagicMaps Baden-Württemberg, erwartungsvoll auf den Weg machte. Ein paar Tage zuvor bin ich beim Googeln zu Navigationsfragen zufällig auf  „Geocaching“ gestossen und hatte mich bei dem Thema festgebissen.
Jetzt war ich neugierig auf  der Suche von meinem allerersten Geocache.
Eine große Auswahl hatte ich ja nicht, denn in der Nähe waren gerade mal zwei Caches angezeigt worden und auf den nächsten 15 Kilometer Luftlinie war tote Hose und nichts zu finden.  Ich war schon ziemlich aufgeregt, als ich mit der Karte in der Hand im Wald den Hang hochkletterte und mein markiertes Zielgebiet absuchte. Nichts war zu finden und schon wollte ich enttäuscht abdrehen, als ich den ausgebleichten Schädel eines Tieres an einem Busch sah und bei näherer Untersuchung dann auch die etwas versteckt liegende Dose.
Logfoto Sumpfschnorchler 

Der Schädel liegt immer noch dort. Über die Jahre hat er durch die Witterung ziemlich gelitten, ist vermodert und teilweise zerfallen. Ähnlich wie die Dose und das zerfledderte Logbuch vom Cache GCGBK0 Mosbach Nr. 2, wenn man den Logs der letzten Finder Glauben schenken kann. Aber er existiert seit Ende September 2003 immer noch, 11 Jahre nach dem Auslegen und 10 Jahre nach meinem Fund.
Das ist bemerkenswert, denn von den 15.667 Caches, die ich in den letzten 10 Jahren gesucht und gefunden habe sind bereits 6.407 schon wieder archiviert. Das sind immerhin fast 41 %. Manche Caches werden heute anscheinend nur noch für einen begrenzten Zeitraum ausgelegt.

Viel hat sich geändert in den vergangenen 10 Jahren. Man muss die Veränderungen hinnehmen, ohne über die „guten alten Zeiten“ zu lamentieren und bei seiner Auswahl der zu suchenden Dosen oder Runden eben die wählen, die am ehestens den eigenen Vorstellungen entsprechen.

In den Anfangsjahren gab es nur „Regular“ zu finden. Filmdosen oder Petlinge wurden noch nicht ausgelegt und schon gar nicht im Wald. Heute muss man froh sein, bei all den Micros auch einmal einen Cache zu finden, wo man einen TB oder eine Coin wieder ablegen kann.

Geocaching war eine geheimnisvolle Beschäftigung, bei der man extrem darauf achtete, von niemanden gesehen oder als Geocacher wahrgenommen zu werden. Die Gefahr war allerdings gering, denn in der Öffentlichkeit war dieses Hobby noch völlig unbekannt. Man lernte im Laufe der Zeit die Cacher der näheren Umgebung bei Events mit 10 – 15 Teilnehmern kennen und verfolgte ihre Logs, tauschte Logbücher auch bei fremden Caches aus und reparierte auch beschädigte Caches fremder Owner.  

Dann wurde mehr und mehr - auch mit Unterstützung mancher Cacher - in den Medien über Geocaching berichtet und aus der kleinen verschworenen Truppe wurde eine kopfmäßig immer stärkere Bewegung und später eine Trendsportart. Eine Kommerzialisierung griff um sich und wo man früher liebevoll Cachebehälter und Logbücher selbst gebastelt hatte, da entstanden online Shops, wo man fertig konfektionierte Logbücher und durchaus originelle Cachebehältnisse kaufen konnte. Es gab bald „Lehrbücher“ zu Geocaching und die amüsant zu lesenden Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers wurden zu einem Bestseller.

Auch die Locations wurden uninteressanter. Wo es früher das Bestreben war, dem Anderen einen interessanten Ort zu zeigen, da wurden die Döschen mehr und mehr lieblos in der Gegend verstreut.

Die größte Veränderung brachten aber die Geocaching Apps für Smartphones. Musste man bis dahin ein nicht gerade billiges GPSr erwerben, um auf die Suche nach der Tupperdose zu gehen, so war man jetzt mit ein paar Euro dabei und konnte mal ausprobieren.
Das mobilisierte Freizeitsucher, die mitunter ohne Respekt vor Naturschutzgebieten und der Natur durch die Wälder hasteten um herauszufinden, welchen Kick man bekommt, wenn man einen Cache findet. Die Beschwerden über volle Logstreifen und die Forderung, dass der Cacheowner sie schleunigst ersetzen soll, sind noch amüsant; die zerfledderten Moospolster an allen Baumstümpfen in großem Umkreis weniger.
Viele von ihnen haben es bald wieder aufgegeben und das ist auch gut so. Aber auch viele von den „Alten“ haben sich einem anderen Hobby zugewandt und die vermisst man.

Nach 10 Jahren bin ich immer noch dabei und verbinde Wandern mit Cachen, wobei ich das eine wohl kaum ohne das andere tun würde. Ich bin aber selektiver geworden und mich muß schon die Gegend überzeugen und die Runde reizen. Ein Blick auf das Ownerprofil und die bisherigen Logs, möglichst von Cachern, deren Art zu cachen ich schätze, folgt  und wenn ich dann überzeugt bin, dann wird das „Roadbook“ erstellt, bevor es irgendwann dann raus geht.

Auch, wenn sich Manches geändert hat – man findet sie noch, die schönen Runden, die einem dann im Gedächtnis haften bleiben, so wie meine Jubiläumsrunde mit meinem Cachingbuddy geomarcus. Mit ihm bin ich am 24.10.2014 – 10 years after – die16 km lange Operation Secret im Elsass abgewandert und wir haben bei unserer 5-stündigen Tour mehr Döschen gefunden als in den ersten sechs Monaten meiner Karriere als Geocacher. 
Die Zeiten ändern sich halt!

Montag, 14. Juli 2014

Danke Jungs !

Es war ein packendes Finale. 120 Minuten Spannung pur, mitfiebern und mitzittern. Und selbst als Mario Götze in der 113. Minute nach Flanke von André Schürrle für ein sehenswertes Tor und in ganz Deutschland für einen Jubelschrei sorgte, war es noch nicht ausgestanden, denn in den letzten Minuten konnte ja noch viel passieren.
Jetzt sind wir Weltmeister!

So wie die Namen Toni Turek, Max Morlock, Fritz und Ottmar Walter, Helmut Rahn und all die anderen aus der 1954er Mannschaft unvergessen sind und von jedem Fußballfan fast lückenlos aufgezählt werden können, so wird es auch den Spielern aus dem Team der Weltmeisterschaftsmannschaft 2014 ergehen.

Dafür werden sicher auch die fußballbegeisterten Cacher sorgen, die für ihre Helden von Rio schon bald kleine Runden mit einem Cache pro Spieler auslegen werden. Der Bonus sollte dann aber dem Bundestrainer gewidmet sein, denn er war es, der aus Spitzenkönnern ein Team geformt hat.

Eine Weltmeister-Runde gibt es ja schon seit Anfang Juni 2014 noch vor Beginn der Weltmeisterschaft im südlichen Hessen. Die  Fussball-Weltmeisterschaft 2014 besteht aus 12 Tradis und ist den Spielern der Finales gewidmet. Welch ein Zufall: Lediglich Sami Khedira war beim Endspiel Zuschauer, alle anderen sind korrekt aufgeführt. Da war der Owner Hexe5380 wohl sehr weitsichtig.


Diese Woche werde ich die 4,5 km lange Feldweg-Runde in der Nähe von Griesheim besuchen, um so für spannende Wochen und den 4. Titel quasi meinen Dank abstatten. Meine in den letzten Wochen gesammelten 50 REWE Spielerkärtchen aus Plastik – schlicht oder glitzernd – werden, sofern es der Platz in der Dose erlaubt, dabei ein neues Zuhause finden.


In der nächsten Zeit werden wohl einige „Helden von Rio“ oder „Weltmeister 2014“ Serien in Deutschland entstehen. Runden wie „Schnewittchen und die sieben Zwerge“, „Memories“ oder andere Themenrunden haben ausgedient. Jetzt gibt es Aktuelleres und wenn man nicht den ganzen Kader einschl. Trainer und Betreuer berücksichtigt, dann werden das auch keine Powertrails, sondern nette kleine Wanderungen.

Montag, 22. April 2013

Der Jubiläumscache


Es ist eine Ecke, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und wohin sich, wie schon BikeNomad vor fünf Jahren schrieb, nur Waldarbeiter und GeoCacher verirren. 
Die letzten 70 Meter waren wir Schritt für Schritt den steilen verwachsenen Hang hochgeklettert, uns an den Stämmen der dünnen Bäume und an Wurzeln festhaltend, damit wir nicht wieder hangabwärts rutschen. Immer wieder ein paar Schritte zurück und einen besseren Durchgang durch das Gestrüpp und über den steinigen Untergrund suchend. Beim Verschnaufen haben wir immer wieder den Pointer und die verbleibende Entfernung kontrolliert.
Die letzten Schritte bis zu einem Waldweg. Es musste also auch anders und leichter gehen. Dann hatten wir uns bis auf zehn Meter an den Nullpunkt herangearbeitet. Hier zwischen den Felsen musste er sein und nach ein längerer Suche war es dann Mike, der ein „Gefunden“ rief.
Wir waren am Ziel.


Es gibt viele Möglichkeiten ein Jubiläum zu feiern. mike_hd, mit dem ich schon oft und gerne gemeinsam auf Tour ging und der am 21.04.2013 sein 10-jähriges Cacherjubiläum feierte, hatte sich vorgenommen, zu seinem Jubiläum einen Cache zu finden, der an diesem Tag vor exakt 10 Jahren veröffentlicht worden ist. Mit dem Dobelview im nördlichen Schwarzwald wurde er fündig und ich war froh, dass wir an diesem trüben und kalten Tag nicht in den Harz, den Taunus, die Rhön oder sonst wohin mit einer Anfahrtszeit von mehreren Stunden fahren mussten, sondern nur der doch nähere Schwarzwald das Ziel war. Und ich war auch froh, dass er es war, der die Dose schließlich entdeckte. Es war ja sein Jubiläum und ich war nur der Begleiter.

Am 21.04.2003 wurde der Dobelview von Asa veröffentlicht. Damals vor 10 Jahren mag der Name noch zutreffend gewesen sein. Die zwei Meter hohen Weihnachtsbäume haben sich seither ganz schön entwickelt und sind heute ein junger Wald, durch den man Dobel kaum noch erahnen kann, schon gar nicht an diesem diesigen Tag. Ein Regular, selbstverständliche Cachegröße für die Frühzeit, als man an Filmdosen und Petlinge noch nicht dachte und die Cachebeschreibung - wie damals meist üblich - noch in Englisch.

Dass dieser so abseits gelegene Cache noch aktiv existiert, muss man dem Owner Asa, seit Juni 2002 cachend unterwegs, hoch anrechnen. Er scheint einer zu sein, der seine Caches, darunter viele Multis, pflegt, denn von den knapp 50 oft vor vielen Jahren von ihm versteckten Dosen sind nur wenige archiviert.

Stilgerecht gesucht mit einem alten
alten Garmin GPS 12 XL
Für die ersten Sucher muss es schon bitter gewesen sein, nach dem etwa zehn Kilometer langen Anmarsch ab der Eyachmühle und den vielen Höhenmetern, einen DNF loggen zu müssen. Die Koordinaten waren rund 40 m im off und der Cache nicht zu finden. Nach Berichtigung war dann alice am 8. Mai 2003 der 1. Finder und auch Hornet919 mit seinem Suchhund Linux war eine Woche nach seinem DNF beim 2. Versuch erfolgreich. 110 Cacher haben in den zehn Jahren den Cache als gefunden geloggt. Das sind nicht viele. Es ist halt auch ein Cache, den man sich mühsam erwandern muss und der im Winter bei Schnee nur schwer machbar ist. Der letzte Log vor unserem Eintrag ist über sieben Monate alt und stammt vom Anfang September 2012.

An der Eyachmühle, einem netten Ausflugslokal, kann man sein Cachemobil abstellen, um sich durch das hintere Eyachtal auf den Weg zu machen. Ein schönes naturbelassenes Tal mit Wiesen, Wasserläufen und Wäldern, bei dem man rechts und links der Eyach ein Dutzend Caches suchen und finden kann. Auf der rechten Seite führt eine etwas breitere Forstraße bis zum Eyachursprung, dem Zusammfluss des Brotenaubaches mit seinem Quellgebiet in einem Hochmoor aus der letzten Eiszeit und dem Dürreichbach. Auf der linken Seite kann man dann auf schmalen dem Bachlauf folgenden Pfaden auf dem weichen von Baumwurzeln durchzogenen Waldboden entlang der Eyach wieder zurückwandern.



Wenn man seine Wanderung auf dieser Seite beginnt, dann kann man auch einen Bonuscache mitmachen, der uns durch die gewählte Wegführung vorenthalten blieb. Zurücklaufen wollten wir nicht mehr, denn mit den heutigen 20,2 km und 482 Höhenmeter hatten wir genug. Nach einer Kaffeepause in der Eyachmühle reichte es gerade noch für die # 1 des 10 Years Caching CelebrationTrail von gm, der als 5 km Wanderung mit 10 Caches ebenfalls an der Eyachmühle beginnt. Der wurde in nur drei Jahren schon 350 Mal als gefunden geloggt.
Ist halt ein kürzerer Trail aber durchaus ein guter Grund, wieder einmal in diese Gegend zu kommen.

Donnerstag, 18. April 2013

Miles and More … and more and more!


Wohl jeder, der gerne wandert und dabei auf Dosensuche geht, hat einige Ideen oder fertig ausgearbeitete Runden in Reserve, die ihm durch die Beschreibung oder die Logs anderer Cacher  ansprechen, die auf der Karte interessant ausschauen, von Cachern mit ähnlichen Interessen, die man so als Benchmark hat,  schon abgewandert worden sind oder ihm empfohlen wurden.

Irgendwann in den nächsten Wochen und Monaten, wenn es gerade rein passt, ist dann die eine oder andere Tour ohne größere Vorbereitung – da ja im Vorfeld bereits erledigt – kurzfristig angesagt. Manchmal muss man seine Pläne aber auch umstellen und schnell reagieren, denn wenn die geplante Tour gefällt und der Owner eine Archivierung in den nächsten drei Wochen ankündigt, dann muss man handeln und sie mit Präferenz vorziehen, bevor sie in der Versenkung verschwindet.

Schon vor Monaten habe ich die Miles and More Waldwanderrunde bei Radolfszell am Bodensee entdeckt und sie mir für diesen Sommer auch eingeplant. Damals hatte sie 42 Caches mit einem Bonus nach jeweils sechs Dosen und einem „Superbonus“ auf einer Länge von 18 Kilometer.
Als ich mir die Runde vor ein paar Tagen nochmals anschaute, war durch Ergänzungen Ende März 2013 daraus eine Runde von 54 Caches mit 9 Bonuscaches und einem Superbonus geworden. Plötzlich waren es lt. Listing 22,5 km bei rund 700 Höhenmetern.
Bei etwa 20 Kilometern und kräftigen Anstiegen beginnt es bei mir langsam weh zu tun. Da verhärtet die Muskulatur im Oberschenkel, die Kniegelenke fangen an zu schmerzen und man wird sich bewusst, wo die Adduktoren sitzen, wenn sie sich schmerzhaft melden.  
Jetzt hieß es Pläne umzuwerfen und schnell zu reagieren, bevor der Owner vielleicht noch auf die Idee kommt, ein paar zusätzliche Ergänzungen und noch ein paar Kilometer und Höhenmeter mehr einzubauen.

Verstecken muss man sich für das Auslegen und den gebotenen Service bei dieser Runde nicht. Einheimische Cacher werden wohl wissen, wer sich hinter der Sockenpuppe „Miles Moore“ versteckt, der nur für diese Runde als Owner zeichnet. Bei gpsies kann man sich die Route mit Karte und Höhenprofil aufs GPS laden. Das ist zwar weniger interessant, da ja die Caches sowieso den Weg vorgeben. Wichtig für die eingestreuten Bonuscaches ist jedoch der Ausdruck der Tabelle, ohne die man auf die Boni verzichten muss. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der kann sich auch eine pdf Datei mit Spoilerbildern herunterladen. Ein ziemlich professionelles Listing und ein besonderer Service.

Für einen frühen Start meiner Tagestour habe ich mir eine Relaisstation in Moos-Iznang ausgesucht, von der aus es nur ein paar Kilometer Anfahrt bis zum Startpunkt am Waldparkplatz waren. Das war wohl eine suboptimale Wahl, denn entsprechend den Gepflogenheiten der sonstigen Gäste gab es Frühstück erst ab 8 Uhr und nach Auffrischen der Getränkevorräte – auch die Lidls und Rewes öffnen erst um 8 Uhr – begann meine Tour um 9:30 h - 2 Stunden später als geplant.

Knapp 600 Cacher haben die am 22. April 2012 ausgelegte Runde im 1. Jahr in Angriff genommen und sich wahrscheinlich, so wie ich, über die Wegführung zu Beginn gefreut. Auf weichen federnden Waldpfaden ging es die ersten Kilometer kontinuierlich langsam bergab. Der Bodensee durch die Bäume zur linken und bei den hochsommerlichen Temperaturen recht angenehme 300 Höhenmeter im Wald die ersten drei Stunden nach unten bis zum Cache # 18. Das Einsammeln der Bonuscaches war so eine zeitliche Richtschnur: 6 Caches und der Bonus = 1 Stunde. So war der Zeitplan.

Dann zog es sich allmählich in die Länge und alles war runter ging musste ja auch wieder hoch gelaufen werden. Meine Stundenplanung lief aus dem Ruder und beim letzten eingebauten Schlenker (ab # 46) war dann auch die Schmerzschwelle erreicht. Wie auch von anderen Cachern schon in ihren Logs beschrieben summierten sich die Kilometer durch die Suche und die Bonus-Caches auf eine etwas längere Strecke als die 22,5 km wie im Listing erwähnt. Mein GPS zeigte am Ziel 27,2 km und 970 Höhenmeter an.

Durch die 30 Minuten Pause nach # 23 und die einladende Bank an der Extrameile für eine kurze Rast war ich über elf Stunden unterwegs. Den letzten Bonuscache loggte ich in Dunkelheit um 20:40 h und war echt froh, als ich wenige Minuten später mein Cachemobil dunkel auf dem Parkplatz schimmern sah.

Auf den Superbonus habe ich dann allerdings verzichtet. Bin ja kein Superman – auch wenn man am Ende des Tages dann doch recht zufrieden mit seiner Tagesleistung ist. Aber die stolz geschwellte Brust, die sieht ja im Dunkeln keiner. 

Mittwoch, 16. Januar 2013

Cachen im Winter Wonderland


 Cachingtouren im Januar haben einen besonderen Reiz.

Ich denke dabei aber nicht an ein paar Caches, die man in der Stadt auf geräumten und gestreuten Wegen sucht oder bei einer vorher geplanten Tour mit dem Cachemobil abfährt, um an der Location gerade mal auszusteigen und die letzen 50 m zum Final zu gehen, schnell zu loggen, um dann wieder im warmen Auto zum nächsten Cache weiterzufahren.

Cachingtouren im Januar sind für mich Winterwanderungen auf verschneiten Feld- und Waldwegen, mitunter bei klirrender Kälte, wo man nach 10 – 15 Kilometer oder 4 – 6 Stunden dann auch froh ist, sich bei der Heimfahrt im Auto aufwärmen zu können. Wenn einem das Gesicht bei den Minusgraden langsam erstarrt, die Finger – zur Bedienung des GPS meist ohne Handschuhe - klamm und gefühllos werden und erst später wieder mit einigen Bizzeln wieder richtig auftauen. Wenn man die Cap gegen eine warme Wollmütze tauscht und man vom Kapuzenpulli die Kapuze richtig hochzieht, wenn der von den Bäumen geblasene und in der Sonne flirrende Schnee in den Nacken fällt -  dann ist das Cachen im Winter Wonderland.

Im Januar 2012 waren es die Runden von „Geocaching Forever“, wo selbst Temperaturen bis zu minus 18 Grad Celsius viele Cacher – so auch mich - nicht vom Abwandern einzelner Buchstaben abhalten konnten. Aber auch nach der Zwangsarchivierung dieser Runden gibt es für den, der an solchen Touren seine Freude hat, andere Runden zum Wintercachen.

 „Warte mal“ von den 4 Schwoba ist so eine. In der Nähe von Schlat bei Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg haben sie im Oktober 2011 eine Tradirunde ausgelegt, die bei inzwischen 500 Logs immerhin 126 Favoritenpunkte bei # 01 aufweist. Eine Tradirunde mit 43 Petlingen, die hauptsächlich vom Frühjahr bis zum Herbst in Angriff genommen wird.
Rund um Schlat, auf den Wasserberg und ums Fuchseck führt die rund 18 km lange Runde. Die im Listing genannten 15 bis 16 km sind, wie die erwähnten "unbedeutenden Anstiege" etwas untertrieben. Schon meine Teiltour endete bei 14 km und 686 Höhenmetern. Aber mit den traumhaft schönen Aussichten haben die vier Schwaben recht.

Knackig kalt war es, als ich mich am Morgen auf den Weg machte. Im Wald noch einigermaßen geschützt, sank die gefühlte Temperatur durch den eisigen Wind im freien Gelände von den minus vier Grad um ein paar weitere gefühlte Grad ab und es wurde bissig kalt. Die an einigen Stellen verschlammten Wege mit tiefen Spuren waren in den letzten Tagen zugefroren und damit schön wanderbar. Mit drei bis fünf Zentimeter Schnee war es kein Problem, die richtigen Pfade und Weg zu finden.
Der vom Wetterbericht angekündigte leichte Schneefall blieb aus. Stattdessen präsentierte sich die Schwäbische Alb über weite Strecken im strahlenden Sonnenschein.


Die Tage im Januar sind noch recht kurz und gegen 17 Uhr setzt schon die Dämmerung ein. Bei meiner Startzeit und dem Wandertempo hätte ich die Runde wohl erst gegen 19 Uhr bei völliger Dunkelheit abgeschlossen. Das sollte man den Tieren, aber auch den Ownern, die bei Dämmerung und nachts um Rücksicht und Cacheabstinenz bitten, nicht antun.
Ich habe meine Tour rechtzeitig abgebrochen und so bleibt für einen sommerlichen Ausflug noch ein Anreiz, für den Rest und ein paar weitere Caches zur Schwäbischen Alb aufzubrechen.


Sonntag, 23. Dezember 2012

Auf Dosensuche von Flensburg bis nach Basel


Der Weg von der dänisch/deutschen Grenze bei Flensburg bis zur Schweizer Grenze bei Basel ist nach Google Maps 966 km lang. Wer sie in einem Stück über die A 7 und A 5 durchfährt, braucht dazu rund 8 ½ Stunden, sofern keine Baustellen und Staus ihn aufhalten.

2012 war ich diese Strecke auf der Suche nach den Tupperdosen und Petlingen unterwegs.
Nicht dass jetzt jemand auf den Gedanken käme, dass ich in Etappen öde neben der Autobahn entlang gewandert bin. Es war eine virtuelle Wanderung, für die ich mir Anfang 2012 das Ziel gesetzt hatte, Deutschland auf diese Weise vom Norden nach Süden zu durchqueren.
Etwa 90 einzelne Wanderrunden habe ich vom Parkplatz meines Cachemobils bis zur Rückkehr an den Startpunkt getrackt, die Wegstrecke festgehalten und Runde für Runde aufaddiert. Mit der 4,6 km Runde Raupe Nimmersatt am 19. Dezember in Malsch bei Ettlingen habe ich mit 967,5 km die Schweizer Grenze überschritten.

Zwischen 2,5 km – einem kleinen Spaziergang – bis zu 24,9 km lang waren die Runden, bei denen ich 2012 zwischen Niedersachsen und Niederbayern, zwischen der Uckermark im Osten und dem Saarland in Westen zu Fuß unterwegs war. Mehr als 2,5 – 3,0 Kilometer pro Stunde habe ich selten geschafft. Das Suchen, Loggen und Wiederverstecken braucht seine Zeit und manchmal griff meine 15-Minuten-Regel. Wird der Cache in dieser Zeit nicht gefunden, dann geht es mit einem DNF weiter.
Bei 25 km an einem Tag erreiche ich dann schon meine Obergrenze als Tagesstrecke und wenn es an drei aufeinander folgenden Tagen 60 Kilometer werden, dann war erst einmal Muskel- und Gelenkpflege angesagt. Man hat so seine Grenzen, ab denen es weh tut.

Zum Ende des Jahres geht mein Dank an alle Owner dieser Wanderrunden, die mir meine Touren erst möglich gemacht haben. Über ein paar der Runden, die mir besonders gut gefallen haben, habe ich auch gebloggt, damit auch andere mit ähnlichen Caching-Vorlieben darauf aufmerksam gemacht werden.

Für 2013 ist meine virtuelle Reiseroute bereits geplant.
Von Basel geht es über Zürich, St. Gallen, Feldkirch in Vorarlberg, Innsbruck, Kufstein, Salzburg, an Linz und Wien vorbei nach Bratislava in die Slowakei. Das sind nach Google Maps wieder 933 km, die Tour für Tour virtuell erwandert werden.
Dabei geht es nicht allein um die Zahl der gefundenen Caches oder die zurückgelegten Kilometer. Entlang der virtuellen Strecke werden Besonderheiten und spezielle kulturelle oder touristische Highlights hinterher ergoogelt, der Weg wird vertrauter und so hat man, neben den realen Erlebnissen bei einer Wanderrunde ganz woanders, noch sein zusätzliches Vergnügen.

Ein ganzes Jahr für knapp 1.000 Kilometer!
Wenig im Vergleich zu einem der wohl längsten Wandercaches, die es in Europa gibt. Der Multi München – Venedig führt auf 28 Tagesetappen und einer Strecke von 560 Kilometern bei 20.000 Höhenmetern vom Marienplatz in München zum Markusplatz in Venedig. Das sind die „echten“ Wanderer, die diese Tour in einem Stück oder in mehreren Teiletappen gegangen sind. 36 Cacher haben diese Herausforderung bereits erfolgreich bestanden.
Ich bin nur einer der 637 Cachern, die ihn auf der Watchlist haben und fast schon voll Ehrfurcht die geloggten Reiseberichte lesen und die Erlebnisse beeindruckt mitverfolgen.
„Langsam Laufen. Viel Trinken. Gut Essen. Ausreichend Schlafen. Und von vorne.“ So steht es im Hint dieses Caches von  DerPate zu lesen.
Aber das gilt ja nicht nur für München-Venedig, sondern auch für alle anderen Wandertouren. Ich werde es auch beherzigen, wenn ich mich 2013 auf meine virtuelle Tour machen werde.


Allen, die meinen Blog regelmässig oder unregelmässig mitlesen, positiv oder kritisch kommentieren oder mir auch mal Korrekturen oder aufmunternde mails im Blog oder als PM senden,  wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest, ein paar ruhige und besinnliche Tage und für 2013 viele schöne Cache-Erlebnisse - wo und wie auch immer und welche Döschen sie auch immer suchen mögen.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Themen-Mysteries für dunkle Winterabende


Wenn das trostlose Grau des Himmels sich kaum von der Farbe des morgendlichen Nebels unterscheidet und die Sonne an den kurzen Tagen gänzlich verborgen bleibt, wenn die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt gefallen sind und der fest gefrorene Schnee als eisiger Panzer über den Wegen und Wiesen liegt und wenn einem bei einem kaltem durchdringenden Nieselregen die Lust vergeht, den Fuß vor die Tür zu setzen, dann beginnt die winterliche Mystery-Zeit.

Nicht die Suche nach den Mystery-Caches, sondern die Suche nach den Lösungen der Rätsel und die Suche nach den richtigen Antworten zu den Fragen für die Ermittlung der finalen Koordinaten. Wenn der Geochecker dann die Lösung als richtig bestätigt, dann ist das wie ein kleiner Sonnenstrahl an so einem trostlosen Wintertag. Irgendwann im Frühjahr wird man sich dann auch real auf den Weg machen, um den Cache vor Ort zu finden.

Man kann die Tour vor Ort aber auch sein lassen. Allein die Suche nach der Lösung und die Bestätigung, sie gefunden zu haben, ist unterhaltsam und bei kniffligen Aufgaben eine Streicheleinheit für das eigene Ego.

Man löst Sudokus und Puzzles, decodiert Texte nach den verschiedensten Verschlüsselungssystemen, hat sich ein Basiswissen zu Morsezeichen, Braille-Schrift und Freimaurerzeichen angeeignet, kennt inzwischen auch die Farbwerte der Widerstände und vieles andere mehr, um diese Rätsel-Mysteries lösen zu können.

Aber es gibt auch andere Mystery-Caches. 
Das sind die Runden, bei denen man auf der Suche nach der Lösung einiges zu einem bestimmten Thema lernen kann. Diese „educational mysteries“ oder „Themen-Mysteries“ sind meine eigentlichen Favoriten.

Revax2401 hat mit seiner Mystery Runde zur Isar am Isar-Radweg bei Plattling in Niederbayern so eine Themen-Mystery-Tour ausgelegt. 25 Lösungen zu Fragen rund im die Isar gilt es zu finden. Vom Verlauf des Flusses, über die Flößerei und Holzdrift, Flora und Fauna, die Quelle und die Inseln, die Farbe des Flusses, Kraftwerke, Hochwasser oder Nebenflüsse reicht das thematische Spektrum.
Man fühlt sich schon als kleiner Isar-Spezialist, wenn man sich durch die verschiedenen Informationsquellen – ähnlich wie die Biber bei den Baumstämmen am Flussufer- durchgebissen hat und die Lösungen ergoogelt sind. Auf jeden Fall hat man einiges zur grünen Isar dazu gelernt. 


Mystery-Caches als Heimatkunde – nicht der schlechteste Ansatz.

Bei einem Besuch in Niederbayern habe ich mich Mitte Oktober auf die reale Tour gemacht, um diesen Teil des Isar-Radwegs abzuradeln. An einem grauen, kalten und windigen Herbsttag mit einem kurz darauf einsetzenden durchdringenden Landregen ging es bei Isar 01 Die Isar am frühen Vormittag los. Bei # 7 war dann die Luft raus. Nicht bei mir, sondern beim Reifen meines Hinterrads. Die günstig gelegene Brücke bei Oberpöring wurde zum Wendepunkt und auf dem Rückweg wurde das Rad geschoben – nicht ohne die auf dieser Seite des Flussufers  platzierten Dosen zu suchen und zu finden.
Am 6. Dezember war der Rest der Runde auf dem Programm. Dieses Mal ohne Fahrrad und als Winterwanderung auf der Dammkrone. Von Ettling aus wurden es rund 3 ¼ Stunden bis ich die letzten beiden, bei meiner Wegführung ungünstig gelegenen, Dosen gefunden hatte.
 Die – meist – Petlinge mit D/T Werten um jeweils 1,5 – 2,0 sind gepflegt und ziemlich gleichartig so ausgelegt, dass man sie auch im Winter finden kann – so man denn die Tour im Winter machen will.
Die Abstände von bis zu 700 m zwischen den Caches lassen einem auch bei einer Fußwanderung im Winter nicht einfrieren. Die Runde macht zwei Mal Spaß: Einmal beim Lösen daheim am PC und dann als Radwanderung vor Ort.

Jetzt, wo die Isar abgeschlossen ist, wälze ich Literatur und ergoogle Fakten über die geheimnisumwitterten Kelten, Schuld daran ist ein zwischen Abendsberg und Vohburg in Bayern in den Dürnbacher Walt gestanztes „K“ aus 31 Fragezeichen. Foschal hat hier seine anspruchsvolle Kelten-Runde ausgelegt. Quer durch die keltische Kultur, ihre kriegerischen Auseinandersetzungen über Viereckschanzen bis hin zu Asterix reichen die zu lösenden Aufgaben. 13 Aufgaben sind bisher gelöst, aber der Winter ist ja lang.

Schnell dagegen ging es bei den Lösungen für die Deutschlandreise von rageracer, die als großes Fragezeichen mit 16 Caches und einem Bonus bei Dörpen in Niedersachsen die Landschaft ziert. Auch wenn die Fragen recht einfach zu beantworten sind, auch hier habe ich etwas dazu gelernt.

Jetzt hoffe ich nur, dass in einer Zeit, wo Runden relativ kurzlebig sind und bald vom Owner archiviert werden, diese und andere Themen-Mystery-Runden, die ich noch zu finden hoffe, noch einige Monate erhalten bleiben, bis sich im Laufe des nächsten Jahres die Gelegenheit für einen Besuch in der Gegend ergibt. 
Und falls nicht, so war zumindest die Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema interessant und lehrreich und die Suche nach den richtigen Lösungen hat Spaß gemacht.

Montag, 6. August 2012

Der Husky Power Trail bei Nonnweiler


Wer behauptet, dass der Husky Power Trail  zu den schönsten Wanderrunden im Saarland gehört, der hat nicht ganz recht, denn die Hälfte der 42 Caches liegt im benachbarten Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz und nur die anderen 21 im Landkreis St. Wendel im Saarland.
Weil ich aber weiß, dass die Pfälzer und Saarländer ja mitunter so ihre Problemchen miteinander haben, definiere ich durch den im Saarland liegenden Bonuscache und den saarländischen Wohnsitz von Team Husky, als Owner der Runde, als einen sehr empfehlenswerten saarländischen Powertrail.

Von Nonnweiler aus, der nördlichsten Gemeinde des Saarlands etwa 30 km südöstlich von Trier, ist der Weg zum Nonnweiler Stausee und der  Primstalsperre ausgeschildert. Den Weg sollte man besser nicht nehmen, denn dann landet man ein paar Hundert Meter unterhalb des Stausees an einer Schranke und einem Parkplatz, erhöht seine Wanderkilometer und kann nach der Staumauer erst bei # 5 starten. Der in der Cachebeschreibung angegebene Parkplatz bei Otzenhausen liegt zum Start bei # 1 und wahrscheinlich auch für den Bonus günstiger.

Zur Primstalsperre und den Staudamm kann man sich beim Tradi Primstalsperre – Der Damm von Douk-Douk mit seiner ausführlichen Cachebeschreibung informieren.

 Ich habe leider vergessen mir den Mystery Per Fahrrad durch die Galaxis von cycleali vorher anzuschauen. Der Planetenwanderweg begleitet nämlich maßstabsgetreu 1:1-Milliarde die gesamte Runde und die Informationstafeln erschlagen einem fast mit Detailinformationen zu den Planeten des Sonnensystems. Als diese Wanderung durch unser Sonnensystem 1996 von einer Arbeitsgruppe des Gymnasiums Birkenfeld (Nahe) angelegt wurde, da war Pluto noch ein Planet und auch wenn er diesen Status inzwischen verloren hat, die Informationstafel muss ja deswegen nicht entfernt werden.

Der See selbst mit einem Wasservolumen von 20 Millionen Kubikmeter Wasser und einer Oberfläche von einem Quadratkilometer ist durch den 1982 abgeschlossenen Bau der Staumauer entstanden und wird durch die Prims und den Allbach gespeist. Baden oder Wassersport ist verboten, da das Wasser auch als Trinkwasserreservoir dient. Zumindest an einer Stelle gibt es ein kleines Rinnsal in den See, an dem man sich erfrischen kann.

Rund um den See führt meist auf geschotterten Wegen ein 12 km langer Wanderweg mit einer Vielzahl von Bänken an Aussichtsstellen und einigen pavillonartigen offenen Hütten,. Auch an einem Werktag trifft man häufig auf Wanderer oder Radfahrer. An Wochenenden ist hier sicher reger Publikumsverkehr.

So wie sich die Huskys Balou und Yara der Cacheowner relaxt präsentieren, kann sich auch der Cachesucher bequem an vielen Stellen erholen und die Gegend geniesen. Die gepflegten Caches, bei denen durch die bisher rund 550 Funde wohl schon einige Male die Logstreifen auszutauschen waren, lassen aber regelmässige Seerundgänge des Owners mit oder ohne die Huskys vermuten.
Rund um den See und meist nahe am Weg liegen die 42 Dosen. Der Abstand von Dose zu Dose ist auch bei diesem Powertrail gering, so dass man als Radfahrer nicht viel schneller vorankommt als ein Wanderer.


Bei dem Umfeld wäre es ja auch schade, schnell und nur auf die Dosensuche fokussiert durch die Landschaft zu hasten. Ohne nahen Autoverkehr herrscht eine beeindruckende Ruhe frei von fast jeglichem Zivilisationslärm. Weil keine Pestizide ausgebracht werden und gegen Ende der Runde ein Teil des Sees sogar eingezäunt ist, hat sich die Natur ohne menschliche Eingriffe wunderbar entwickelt. Eine solche Blumenvielfalt sieht man sonst selten.

Mit meinen Gastcachern habe ich einen herrlichen Sommertag erwischt mit angenehmen Temperaturen und bis auf einige Kondensstreifen ein strahlend blauer Himmel. Durch intensive Nutzung der angebotenen Ruhebänke wurde es auch ein ganzer Wandertag. Ein Tag, der sich gelohnt hat und mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen am Kiosk der Staumauer belohnt wurde.


Nur für den Bonus hat es nicht mehr gereicht, obwohl die gefundenen coords mit GeoHedgehog und DcCow, die ich nach der Runde traf, abgeglichen wurden. Fast sollte man wiederkommen, denn mit dem Hunnenring gibt es ja in der Nähe auch noch einen beeindruckenden keltischen Ringwall, der 2009 von Team Poseidon als Earthcache veröffentlicht wurde. Eigentlich ist es ja ein kulturhistorischer Cache und kein echter EC. Aber als EC braucht man keine Dose zu suchen und wer will schon all die Steine auf der Suche nach einen kleinen Petling umdrehen. 


Dienstag, 24. Juli 2012

Fahrrad oder Wanderschuhe ?


Es gibt viele Möglichkeiten auf Tour zu gehen und seine Cacherunde zu drehen.

Die einfachste - und eine, bei der sich mancher Geocaching-Purist  voll Abscheu schüttelt - ist wohl die Drive-In-Runde mit dem Cachemobil. Man muss nicht in die USA reisen, um solche Powertrails zu finden. Auch in old Germany gibt es mittlerweile mehrere Strecken, bei denen auf wenig befahrenen Nebenstraßen 100 und mehr Dosen im 200-Meter-Abstand ausgelegt wurden.
Mit verteilten Aufgaben – Fahrer, Navigator, Logger - im Team gesucht, flutscht die Find-Statistik dann so richtig. Wer sich nicht mit dem Gedanken an seine rapid steigende Fundzahl und an seine, manche andere Cacher dann beeindruckende Statistik motiviert, der wird wohl bald die Lust verlieren … oder vielleicht auch nicht.
Geocaching kann man auf vielfältige Weise betreiben und wem diese Art Spaß macht – why not?

Ich war bisher meist wandernd unterwegs. Es gibt viele schöne Rundwege von 5 – 20 km in allen Regionen Deutschlands, die bedost sind und bei denen der Owner, auch wegen der überschaubaren Zahl von Caches, die Zeit hatte nette Ideen umzusetzen hat und seine Runde regelmäßig zu pflegen und zu warten.  

Streckenwanderungen mit abweichenden Start- und Zielpunkt waren wegen der Streckenlänge in der Vergangenheit für mich mitunter ein Problem. Irgendwo um die 20 km Wanderstrecke hört für mich der Wanderspaß auf und mit dem bei einer Strecke statt Rundweg dann notwendigen suchfreien Rückweg läppern sich die Kilometer auf schmerzende Entfernungen.

Seit einigen Wochen gehört ein Klapprad im Cachemobil zu meiner Ausrüstung. Mit 21-Zoll-Rädern und drei Gängen nicht gerade geeignet für größere Touren, denn bei einer Radumdrehung macht man ja rund 1/3 Drittel weniger Strecke als bei einem 28-Zoll Rad und auch die Abstufung der Gänge ist gewöhnungsbedürftig. Für meine Zwecke – bis 40 km Tagesentfernung ist es aber ideal.
Inzwischen habe ich mich auch an die mitleidigen Blicke älterer Damen gewöhnt, wenn sie auf einem Radwanderweg mit ihren Tourenrädern an mir vorbeipreschen, während ich mühsam eine kleine Steigung in Angriff nehme.
Was habe ich jetzt Respekt vor den Mountain-Bikern, die Touren, bei denen ich schon beim Wandern bergan ins Schwitzen gekommen bin, mit ihrem Bikes und einem müden Lächeln  bewältigen.

Meine erste Fahrrad Erfahrung in Brandenburg war etwas ernüchternd. Der Anfang war ja vielversprechend, denn eine Cachergruppe vor mir hatte ich bald eingeholt. Das waren aber Newbies mit Fahrrädern und die suchten bei jedem Cache doch etwas länger als ich. Auf dem Weg konnte ich aber mithalten. Als wir uns trennten begannen die Probleme. Dann kamen diese Sandwege, bei denen sich das Hinterrad wegdreht und bei denen man einen enormen Kraftaufwand braucht um überhaupt voran zu kommen. Ich habe es geschafft! Meist neben dem Fahrrad herlaufend und es schiebend.

Im hügellosen  Cloppenburg in Niedersachsen mit seinen asphaltierten Fahrradwegen war es dann einfacher. Da rollte es so richtig. Da geht man mit Radfahrern auch freundlicher um als anderswo und nimmt Rücksicht und ausreichend Seitenabstand. Und auch die Entfernungen zwischen den einzelnen Caches sind fahrradfreundlich und ich musste nicht, kaum aufgesessen, nach kurzer Strecke schon wieder absteigen.

Der Dortmund-Ems-Kanal war dann eine harte Powerrunde, ähnlich einer Drive-In Runde mit dem Auto. Da übte ich das Auf- und Absteigen unter erschwerten Bedingungen, denn auch der Himmel hat - vor allem auf der 9 km Rückfahrt - seine Schleusen geöffnet und ich wurde nass bis auf die Haut. Regenjacke allein bringt es eben auch nicht.

Vor ein paar Tagen war ich auf einer 38 km Tour auf dem  Jagsttalradweg in der Homezone. Es hat zwar auch etwas geregnet und ich hatte auf dem Rückweg starken Gegenwind. Jede Menge Fahrrad fahrende Gruppen waren unterwegs, auch ältere Damen auf ihren Tourenrädern und …  einige mitleidige Blicke … (siehe oben).

Man beansprucht andere Muskelgruppen beim Radfahren als beim Wandern und statt der Waden oder Kniegelenke nach einer längeren Wanderung tag mir erst einmal der Hintern weh. Bin halt kein Tour-de-France Profi, die sich dieser Tage durch die letzten Berge quälten. Dafür bin ich aber sauber und mein Doping sind die Döschen, die ich am Weg finde.




Dienstag, 17. Juli 2012

Zettelwirtschaft


Große Mühe hat er sich ja gegeben bei seinem Powertrail in vier Rundkursen über insgesamt knapp 30 Kilometer auf Wirtschafts- und Wanderwegen durch die Rhön. Über 100 Dosen hat er dabei ausgelegt und meist mit jeweils 4 Streifen des Mini-Logbuchs bestückt.
Man wundert sich, dass man im Zeitalter der digitalen Fotographie überhaupt noch so viele schwarze Filmdöschen mit grauem Deckel auftreiben kann. Anscheinend sind sie ihm bei der Vorbereitung dann ausgegangen, denn gegen Ende überwiegen Petlinge oder enghalsige Kaugummi- oder ähnliche Döschen.
Man kann die Runde von einem zentralen Punkt aus, wie die Blätter eines Kleeblatts, mit dem Rad abfahren und manche sogar als drive-in mit dem Auto machen. Die schönste Variante ist aber immer noch das Abwandern an zwei Tagen und als Relaisstation bietet sich das zentral gelegene Landhotel förmlich an.

Seit Anfang November 2011 haben über 500 Cacher des Angebot von LI*MO angenommen und die Runden „Oh ein Cache“ in der Nähe von Kalmbach in Nordhessen absolviert.

Beim Auslegen der Dosen und dem Versteck unter Laub und Moos im Wurzelbereich waren die gerollten Logstreifen noch blank und sauber. Das hat sich allerdings bei rund 50 – 60 Logs pro Monat schnell geändert. Mit Fingern, die durch die Suche im Moos schon schmutzig waren, wurde das Döschen geöffnet und der Logstreifen – besonders bei den enghalsigen Kaugummidöschen – mühsam herausgezogen. Das hat erdig braune Spuren hinterlassen und im Laufe der Logs wurden die Streifen schmutzig-braun, zerknittert und durch die Witterung und nasse Finger auch schon mal feucht.
Irgendwann war die Kapazität der Streifen nach rund 250 Logs erschöpft und so häuften sich die Zettel in den Döschen. Vom Abriss einer ausgedruckten Cachebeschreibung, Notizzetteln bis zum Kaugummipapier oder Stanniolpapier aus der Zigarettenschachtel – alles war vertreten. In Reihenfolge zu loggen war nicht mehr möglich und so verewigte man sich als Finder dort, wo gerade mal noch Platz war. Der Platz in mancher Dose wurde durch die Hilfslogzettel immer enger und die Dosen dreckiger. Da mag sich mancher sogar geekelt haben.

Ein Mal scheinen die Logstreifen schon ersetzt worden zu sein und manche Döschen waren für die Verhältnisse noch ganz in Ordnung. Bei besonders krassen Fällen habe ich am1. Tag meiner Tour noch Logstreifen ergänzt. Das scheint zwar nicht mehr den aktuellen Gepflogenheit zu entsprechen, aber aus alter Gewohnheit habe ich halt immer noch einige Logstreifen dabei, wenn ich auf Tour gehe. An die 8 – 10 Logstreifen habe ich ergänzt, dann war meine Reserve aufgebraucht.

Inzwischen scheint der Owner eine Wartungsrunde gedreht zu haben, denn in dem einen oder anderen Log steht etwas von neuem Logbuch zu lesen.
Ist schon eine Aufgabe, wenn man auf einer Strecke von rund 30 km über 100 Logstreifenrollen ersetzen muss. Da kann es dann auch schon vorkommen, dass man vergisst, eine kleine Dankesmail für einen zusätzlich eingelegten Logstreifen  zu schreiben. 
Ist aber vielleicht auch nicht mehr die aktuelle Gepflogenheit in Cacherkreisen.
Dafür habe ich mich aber über eine nette Mail eines anderen Owners gefreut, des sich herzlich für den zusätzlichen Logstreifen in seinem Cache bedankt hat, weil ihm das eine längere Anfahrt erspart hat. Vielleicht ist Höflichkeit und ein kleiner Dank - für eine eigentliche Selbstverständlichkeit - doch nicht so unüblich geworden.

Dienstag, 17. April 2012

Bonjour la France

Wenn es um Geocaching geht, dann ist unser westlicher Nachbar etwas spät aufgewacht.
Auch wenn archivierte Caches die Zahlen etwas verändern mögen, so geben die alten noch aktiven Caches doch ein deutliches Bild: In Frankreich sind von den vor 2002 ausgelegten Caches gerade mal 15 aktiv, während es bei uns in Deutschland immerhin noch 51 Caches sind. Per Ende 2002 hat sich der deutsche Vorsprung mit 343 Caches gegenüber 74 in Frankreich noch weiter ausgebaut.
Der älteste noch aktive Cache in Frankreich „La Vigie“ von Friso stammt vom 22. April 2001 und liegt in Provence-Alpes-Cote d’Azur zwischen Antibes und Fréjus. 100 Logs in fast 11 Jahren sind nicht sehr überzeugend.
Der erste noch aktive Cache im Elsass „Zinswiller North-Loop" von db8qm wurde am 16. November 2002 aktiviert. Obwohl er 30 km nordöstlich von Hagenau verkehrstechnisch günstiger liegt, wurde auch dieser Cache nur 96 mal gefunden.

Ist Geocaching in Frankreich kein Thema?
Die Schatzsuche, bei der für Groundspeak nach den USA Deutschland der wichtigste Markt mit den meisten Caches ist, wird in Frankreich etwas anders betrieben. In einer nach kostenloser Anmeldung zugänglichen Datenbank sind „Cistes“ gelistet, die den Sucher zu ähnlich versteckten und bestückten Tupperdosen und sonstigen Verstecken wie bei Geocaching führen. Allerdings gibt es keine coords sondern Weg- und Suchbeschreibungen ähnlich wie bei einer traditionellen Letterbox. Weltweit gibt es bei Cistes über 92.000 versteckte Dosen, davon allein 83.390 in Frankreich. Mit 149 Cistes in Deutschland nibbeln wir gegenüber Frankreich schon gewaltig ab. Kein Grund also, die Nase stolz hoch in den Wind zu halten.

sTeamTraen hat sich ab Anfang 2004 um das traditionelle Geocachen in Frankreich verdient gemacht und ist als Reviewer noch immer extrem aktiv. Er hat mit AlsaCache2005 am 15. Mai 2005 auch das 1. Event in Frankreich organisiert und uns mit einer Challenge mit Caches verstreut über das Elsass damals diese Region näher gebracht. Cacher aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland haben sich zum Schluss in Nicks Garten und in der Garage zum Abschluss getroffen. Auch die Lost Places, die Bunkeranlagen der Maginot-Linie hatten damals großen Zulauf.
Inzwischen ist Frankreich nicht mehr Geocaching Diaspora. Im wilden Süden unserer Republik hat man es einfach, kurz mal für eine Wanderung über die Grenze ins Elsass zu fahren. In Gambsheim kann man beim „L’aventure du Ried“ von cricri67 auf einer knapp 10 km langen Wanderrunde, teilweise entlang der Ill, durch das Ried 15 Caches finden. Gleich in der Nachbarschaft in ähnlicher Umgebung laden TimRox und Lingo zu ihrer 8 km langen mit 25 Caches bestückten Runde Les Hérons ein. Beide sind auch mit dem Fahrrad zu bewältigen und können kombiniert werden.
Die geotrouveurs haben südöstlich von Strasbourg auch in direkter Nachbarschaft Entre Dorlisheim et Rosenwiller (10 km – 32 Caches) und Autour du Katzenberg (8 km – 21 Caches) ausgelegt. Auch hier kann man die beiden Waldrunden für eine rund 20 km lange Wandertour kombinieren.
Neben diesen vier etwas größeren Runden gibt es in diesem Teil Frankreichs noch eine Reihe interessanter kleinerer Spaziergänge mit nett ausgelegten Caches.

Und am Ende des Tages kann man sich für die erfolgreiche Dosensuche vor der Rückfahrt noch mit echten elsässischen Flammkuchen belohen. Ich werde wohl in diesem Jahr bei der Durchfahrt durch die ehemaligen Grenzkontrollanlagen wohl öfter erwartungsfroh „Bonjour la France“ murmeln.
Wer noch nie im Elsass war muss sich nicht schämen. Die vielen Misteln auf den Bäumen lassen vermuten, dass auch Miraculix den Weg in diese Region noch nicht gefunden hat.

Montag, 26. März 2012

3, 2, 1, meins … und nun ?

Beim Internetstöbern bin ich auf die kleinere Auktionsplattform gestoßen, bei der hauptsächlich Urlaubs- und Freizeitangebote zu ersteigern sind. Bei dieser Auktion tickt die Restzeit im Sekundentakt herunter und im gleichen Zeittakt werden die Gebote aktualisiert. Da muss man schon aufpassen, dass einem nicht der Spieltrieb packt und man aus Jux und Tollerei einfach mitsteigert.
Nicht immer ist der Top Deal so Top, wie es scheint. Ein Aufenthalt in Garmisch war nicht nur einmal über eine Hotelplattform wie hrs oder booking günstiger zu buchen als der hoch geschaukelte Auktionsendpreis.
Als dann aber das Gebot für einen Aufenthalt in einem 4-Sterne-Hotel in der Nähe von Augsburg mit zwei Übernachtungen für zwei Personen incl. Frühstück, Saunaunutzung etc. noch eine Minute vor Ablauf bei EUR 53.- stand, da konnte ich nicht widerstehen und habe das erste Mal geklickt, um dann bei EUR 71.- den Zuschlag erhalten. Jetzt war es meins … aber was jetzt tun?

Die letzten Wochen habe ich mich bei der Tourenplanung auf den nördlichen Teil Deutschlands konzentriert, dorthin, wo meine noch nicht besuchten deutschen Landkreise liegen. Der Süden war dabei etwas aus dem Fokus geraten. Jetzt galt es zur gesteigerten Relaisstation eine geeignete Tour zu finden.
Und siehe da, westlich vom heute nur noch mit wenigen Einzelcaches vorhandenen Lechfeld, nur wenige Kilometer von meiner Relaisstation entfernt, fand ich auf der Karte den Bandwurm des
Radel Power Trails im Augsburger Naturpark Westliche Wälder
Mit rund 1.200 qkm ist dieser, von den 104 Naturparks in Deutschland, schon einer der größeren. Fast die Hälfte der Fläche ist bewaldet und mit seinen über 1.000 km markierten Wanderwegen ein dünn besiedeltes, einladendes Wandergebiet - ganz zu schweigen von der RPT-Runde mit 80 km Länge, ca. 2.000 Höhenmetern und den ca. 265 Caches auf dem Weg.
Zwar empfehlen die Owner die Strecke mit Trecking- oder Mountain-bike anzugehen, aber wo man mit dem Fahrrad hinkommt, da schafft man es zu Fuß allemal. Es soll ja Cacher gegeben haben, die die gesamte Runde in einem einzigen Tag abradelten. Viel gesehen haben sie dabei sicher nicht – außer den Dosen, die von der Größe zwischen Filmdöschen und Petling alle paar Hundert Meter an typischen Waldverstecken verborgen liegen. Die coords springen und ohne die Spoilerbilder ist man häufig ziemlich hilflos. Es gibt halt zu viele Baumwurzeln. Die meisten Spoilerfotos kann man aber gesammelt als pdf-file von der Profilseite von Cache&Bike herunterladen, wobei einige Fotos auch nicht mehr aktuell sind.
Seit Januar 2011 existiert der RPTrail und weil man die Strecke nicht mit dem Auto abfahren kann, sondern sie erradeln oder erwandern muss, gibt es bisher nur rund 100 Logs pro Cache – wahrlich keine überlaufene Runde.
Jeweils von Siegertshofen aus habe ich mir zwei Rundwege und eine Streckenwanderung mit einer Länge zwischen 12 und 16 km aus dem Trail herausgefiltert.
Bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad und strahlendem Sonnenschein wurde es eine Wanderung in den Frühling! Und es roch auch nach Frühling, wenn man sich den Geruch der frisch gepfuhlten Felder wegdenkt. Ich sah die ersten Hummeln und sogar einen Zitronenfalter. Bis auf ein paar Einheimische beim Schlagholz machen – müssen die immer unbedingt nahe den Verstecken aktiv sein – und zwei Cacherteams per Rad war es menschenleer und eine Wanderung, bei der man die Seele durchbaumeln lassen konnte.

Powertrails – auch per Rad oder zu Fuß – polarisieren. Es ist nicht jedermanns Sache, alle paar Hundert Meter zu stoppen, um den nächsten Cache zu suchen. Zwar sind sie nicht alle gleichartig versteckt und ein paar Multis oder kleine Baumklettereien gehören auch zur Runde, aber es ist halt immer eine Unterbrechung, kaum dass man richtig in Schwung gekommen ist. Mir haben diese kleinen Unterbrechungen nicht geschadet. Im Gegenteil, am 3. Tag, mit schon etwas müden Knochen, war ich durchaus für die kleinen Pausen dankbar.
Wem das aber nicht gefällt, der könnte ja zum Beispiel auf der Runde nur jeden zweiten oder dritten Cache suchen oder sich nur auf die anspruchsvolleren konzentrieren. Dann wird auch der Power-Tour-Verachter an der Wanderung im Naturpark seine Freude haben.

Mittwoch, 14. März 2012

Meine Ruhrpott Caching-Tour

Manche Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern sind flächenmässig größer als das gesamte Ruhrgebiet. Doch, wo in so einem Landkreis in Deutschlands Norden weniger als 275.000 Menschen leben, da drängen sich im Ruhrpott, dem größten Ballungsraum Deutschlands, über 5 Millionen Einwohner. Man muss da schon aufmerksam auf die Straßenschilder achten, denn sonst verpasst man bei der dichten Bebauung den Übergang von einer Stadt in die nächste.
Wenn man sich das Ziel gesetzt hat, Deutschland besser kennen zu lernen und in jedem Landkreis und jeder kreisfreier Stadt einen Cache zu finden, dann muss man aber sowohl nach Mecklenburg-Vorpommern als auch in den Kohlenpott und damit zwei Regionen bereisen, die gegensätzlicher wohl nicht sein können.
Dieser Tage habe ich meine 435-Challenge wieder aufgenommen und mich mit etwas zwiespältigen Gefühlen nach NRW ins Ruhrgebiet auf den Weg gemacht. Zwiespältig, weil mir freie und unverbaute Landschaften mit weitem Blick über das Land stimmungsmäßig eher liegen als verdichtete Stadtlandschaften. Auf der Dreitagestour musste ich dann meine gesunden Vorurteile revidieren.

Auf der Anfahrt habe ich mir im Oberbergischen Kreis zum Warmlaufen eine Wanderrunde um den Stausee der Lingese ausgesucht. Der kleine Stausee, vor 1900 zur Flussregulierung und Brauchwasserversorgung gebraut, ist heute mit seinen vielen Campingplätzen mehr ein Freizeitpark. Der Rundgang Linge führt meist auf Fahrradwegen auf ca. sechs Kilometer rund um den See. 22 einfache Tradis sind auf der Runde versteckt.
Selbst am frühen Morgen sind Jogger, Nordic Walker, Vogelbeobachter oder Hundeausführer unterwegs und dann lässt man die eine oder andere Dose doch lieber links liegen, um bei den vielen Muggles den Dosenstandort nicht zu gefährden. Den einfachen Multi Linger Grund kann man ohne Zusatzweg dann integrieren, wenn man die Runde von # 22 abwärts nach # 1 läuft.

Wer gerne Earthcaches sucht, der ist in Wuppertal, meiner ersten Relaisstation, gut aufgehoben. Schüler eines Gymnasiums haben einen rund 10 km langen Geologie-Lehrpfad erarbeitet und mit Schautafeln versehen, die auch von Cachern als ECs genutzt werden. Bei rund einem Dutzend dieser Caches kann man interessante devonische Verwerfungsstrukturen, den Hohenstein oder einen im Untergrund verschwindenden Bach besichtigen.
Nicht immer sind die ECs das Gelbe vom Ei und das Naturdenkmal Silberkuhle ist zum Beispiel stark vermüllt. Wenn es auf leere Actimel Fläschchen Pfand gäbe, hier könnte man sich finanziell sanieren.

Der am 2. Tag geplante Morgenspaziergang auf der Runde um Holthausen musste dann leider entfallen, weil die Runde ein paar Tage vorher archiviert wurde. „Leider scheint das hohe Cacheraufkommen die Anwohner des Dorfes zu sehr zu stören. Das ist natürlich nicht in unserem Sinne, daher archivieren wir nun die Holthausen-Runde“ schreibt der Owner am 4.3.2012. Man sollte seine PQs wirklich nur sehr zeitnah ziehen. So ging es halt ab nach Bochum an die Ruhr-Universität, wo auf dem weitläufigen Gelände auch das eine oder andere Döschen liegt.

Inmitten eines Naherholungsgebiets, in einem Wald mit alten Eichen, die ein paar Hundert Jahre auf der Borke haben, liegt die Wasserburg Schloss Lüttingshof. in Gelsenkirchen-Hassel. In dieser Ecke hat Skydancer01 eine Tradirunde mit 11 Caches ausgelegt, die auf Wanderwegen ein paar Kilometer durch den ruhigen Forst führt.
Ruhig ist es wahrscheinlich an Werktagen. Heute herrschte reger Publikumsverkehr, denn das angenehme Frühlingswetter hat viele zu einem Spaziergang herausgetrieben. Da musste ich bei der Suche schon mal meine Kamera zücken, um den Eindruck eines Fotografen zu mimen, der ausgiebig Baum- und Wurzelstrukturen auf den Chip bannt. Bei einem Cache habe ich beim Anmarsch Slow-Go eingelegt, denn da suchte schon Akku46149 nach der Dose. Man muss sich ja nicht gleich aufdrängen. Von einem erfolgreichen Fund kann man allemal profitieren und mitloggen, was dann auch passierte.
In der Kleingartenanlage, wie auch sonst in ähnlicher Umgebung, flatterten jede Menge Schalke-Fahnen. Die Fans hängen ihre Fahne nicht in den Wind, sondern stehen - auch bei Gegenwind -zu ihrem Verein und hatten nach dem heutigen Sieg über den HSV sicher ihre Freude.

Mein absolutes und sehr empfehlenswerte Highlight war die Buchenbuschrunde in Duisburg zwischen Buchholz und Wanheimerort. Die Runde mit sieben Caches, die mit „Beifang“ sich auf etwa 15 Caches bei 6,8 km in 3:20 h hochschaukelt, wird auch von Hundebesitzern geliebt und mangels dichtem Strauchwerk im Buchenwald ist man häufig weithin sichtbar. Als ich gerade ein Logbuch versteckte, wurde ich von einem im Eiltempo herandüsenden Yorkshire Terrier lauthals verbellt. Erwischt, denn das Frauchen kam gleich hinterher. Es war aber kein Muggel, sondern Peppino1. die Ownerin der Runde. Der Yorkie Peppino, dessen hübsches Gesicht man im Profilfoto sehen kann, schützt nur „seine“ Caches und verbellt die Besucher. Als wir dann gemeinsam zum nächsten Cache der Runde gingen, hat er zwar wieder angefangen kräftig zu bellen, aber den genauen Standort musste ich dann schon selbst suchen.
Abwechslungsreiche und originelle, liebevolle gestaltete Caches, wie man sie leider nicht zu häufig findet, wurden mit ziemlich genauen coords wegnah ausgelegt. Manchmal ganz schön knifflige Locations mit überraschenden Funden. Meine verfügbaren Farovitenpunkte haben auf dieser Runde etwas abgenommen. Wir haben länger geplaudert und so kam auch mein Zeitplan etwas durcheinander.

Am Düsseldorfer Messegelände hatte ich – so absurd das klingt – am Messeparkplatz Probleme für die WoMo und boot Caches einen Parkplatz zu finden. Die Reihen waren alle abgesperrt. Etwas abseits dann doch noch einen Platz gefunden und bei einem kleinen Spaziergang dann den alten WoMo 2006 Cache und ein paar andere gefunden.

Für die gesammte CiBB Runde im Bürgerbusch in Leverkusen hat es mir dann leider nicht mehr gereicht, obwohl diese Runde es verdient hätte Auf meinen 4,3 km konnte ich immerhin fünf der 10 Tradis suchen und finden. Dann musste ich abbrechen Auch diese Runde mit den interessanten Caches kann ich als Waldwanderung mit interessanten Caches nur empfehlen.

Der Ruhrpott ist anders, als ich mir das vorgestellt hatte – aber man ist ja lernfähig. Irgendwann werde ich wohl wiederkommen. Vorerst sind aber andere Regionen dran. Mit 349 Landkreisen ist bis zum Ziel 435, wo auf meiner Landkarte dann ganz Deutschland eingefärbt sein wird, doch noch ein längerer Weg. Vor allem, weil die Entfernungen zum Zielgebiet größer werden, was auch die Mineralölindustrie freut.

Freitag, 2. März 2012

Geocaching Forever

Viel schon wurde geschrieben über „Geocaching Forever“ im Landkreis Calw, das als Landmark die Cachekarte des nördlichen Schwarzwald dominiert. Ein kleinerer Smiley oder die vielen Wanderrunden um Bad Wildbad, Schönberg oder im Nagoldtal verblassen gegen das groß in die Landschaft gesetzte Mystery-Bekenntnis des Teams GC-Forever.

Schnell gab es negative Kommentare und die Rede war von einem Powertrail für Statistikcacher, Filmdosendurchfall, der erheblichen Belastung durch die Dosenkonzentration für Tier und Natur und anderes mehr. Ich habe den Eindruck, dass keiner, der Geocaching Forever so kritisch bewertet hat, auch nur einen der 19 Buchstabenrunden abgewandert ist, vielleicht sogar keinen der Buchstaben im Listing gelesen hat.

p*a*s, Mi2NaLe, MIAU_90 und p*n*s, erfahrene Geocacher seit 2008/2009 mit zusammen rund 22.300 Funden, haben sich im Sommer 2011 als Team GC-Forever zusammengefunden, um den Schriftzug nachzubilden. Am Ende sind 19 Runden mit 286 Caches bei einer Gesamtlänge von ca. 130 km entstanden, für die Listings erstellt, Logbücher geklebt, Petlinge vorbereitet und die Befestigungen „naturfreundlich“ montiert werden mussten.

Man soll das Team an den eigenen Vorgaben messen:

Wir wollen ein unübersehbares Bild auf der GC-Karte
Das ist ihnen zweifellos gelungen

Wir wollen keine Powertrails
Power braucht man schon, denn bei jeweils 5 – 10 Kilometer Wanderung pro Buchstabenrunde kann das bei Kombination mehrerer Runden an einem Cachetag ganz schön in die Knochen gehen. Wer schnelle Statistikpunkte will, dem sei ein Abfahren des Blaumilchkanals, der Säubrennerrunde oder ähnlicher Powertrails mit dem Cachemobil empfohlen. Hier wäre er am falschen Platz.
Nicht bei allen ist diese Message angekommen, denn es soll vereinzelte Cacher gegeben haben, die, um schneller Punkte willen, einzelne Runden trotz Verboten mit dem Auto abgefahren sind. Solche schwarzen Schafe, die vorprogrammierten Ärger mit Waldbesitzern, Förstern oder Jäger schaffen, gibt es leider auch in Cacherkreisen. Es soll ja auch Jäger geben, die angetrunken mit ihrem Jeep über Waldwege brettern, wobei niemand auf die Idee käme durch ein solches Verhalten Einzelner, die gesamte Jägerschaft pauschal in einen Topf zu werfen.

Wir wollen Wanderungen in toller Natur
Der Nordschwarzwald ist ein herrliches Wandergebiet dessen Besuch sich zu jeder Jahreszeit lohnt. Hier haben vier Cacher mit ihrer Idee ein bisher weniger bedostes Wandergebiet erschlossen.

Wir wollen Cacheverstecke, die auch bei viel Ansturm die Natur nicht schädigen
Alle Caches sind direkt an Wanderwegen oder nur wenige Meter entfernt im Wald platziert und alle sind nach einem bestimmten Schema ausgelegt. Die Caches sind an Baumstümpfen, Baumruinen, Schildern stabil befestigt oder hängen in nahe am Weg liegenden Bäumen. Zwar sind die coords mitunter etwas off, aber dank der Hints sind alle ohne große Umfeldsuche leicht zu finden. Lediglich die Baumhänger sind mitunter etwas schwieriger. Wer eine Tanne von einer Fichte unterscheiden kann und wer eine Buche von einem Nadelbaum unterscheiden kann hat entscheidende Vorteile.
Der Weg ist das Ziel und entsprechend einfach sind die Caches auch versteckt. Die genauen final coords können heute von der homepage heruntergeladen werden. Dadurch entfallen Rechen- und Übertragungsfehler und die Suche in falschen Ecken. Ich habe die coords noch an zwei Abenden mühsam errechnet.

Wir wollen Spaß für sehr viele Cacher
Seit Veröffentlichung der Runden am 24.12.2011 haben etwa 250 Cacher – einzeln oder als Team – einen oder mehrere der Buchstaben besucht und knapp unter 40 die komplette Runde bisher abgeschlossen. Sie kommen nicht nur aus der näheren Umgebung. Logs gibt es von Cachern aus vielen Teilen Deutschlands, aus Frankreich oder der Schweiz, die das Wochenende oder ein paar Tage Urlaub zur Dosensuche investieren. Nebenbei wirkt sich das auch positiv auf den Fremdenverkehr aus. Eine Gaststätte mit Hotel hat auf ihre Homepage seit kurzem sogar die coords in cacherfreundlicher Dezimalform aufgenommen.
Wie Geocaching Forever von manchen Cachern, die die Runden effektiv abgeschritten haben, bewertet wird, kann man auf der Homepage Geocaching Forever bei „Best of Logs“ nachlesen.
Ein Log von mir ist – mir völlig unverständlich - dabei allerdings nicht vertreten, so daß ich wohl oder übel gezwungen bin, ein paar wesentliche Informationen hier nachzuholen:
Meine Geocaching-Forever-Tour begann am 11. Januar 2012 mit einer ersten Runde von 18,4 km. Als ich am 29.02.2012 um 13:15 h mit E1.20 den letzten Fund loggte, sind daraus acht Runden mit 129,3 km Gesamtstrecke geworden. 48 Stunden war ich bei Temperaturen von minus 14 Grad bis plus 5 Grad bei der letzten Runde auf matschigem Grund, auf weichen Waldböden oder im knöcheltiefen Schnee unterwegs. Ich bin über Wegstrecken balanciert um nicht in die großen Wasserlachen und überschwemmten Wege zu stolpern, die durch Holzrückarbeiten in vormals sicher gut gehbare Nebenwege gefräst wurden und ich bin über Eisplatten geschlittert. Es war anstrengend und nach manchen Runden taten mir abends die Muskeln und Gelenke arg weh. Aber es hat Spaß gemacht!
Eigentlich schade, dass dies jetzt zu Ende gegangen ist. Naja, nicht ganz, denn zum Event werde ich nochmals in diese Ecke des Schwarzwalds fahren. Ich will mir ja meine Coin schon persönlich abholen und werde dabei sicher auch einige Cacher wieder treffen, denen ich bei meinen Runden begegnet bin.
Ich habe es vielleicht noch nicht erwähnt: Mich hat Geocaching-Forever begeistert.

Freitag, 4. November 2011

Goldener Herbst im Wartburgkreis

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich Cäsar gefühlt hat, wenn er, mit sich selbst zufrieden, die Karte des von ihm eroberten Galliens betrachtet und in der Bretagne den weißen Flecken entdeckt hat, wo das „Dorf der Verrückten“ mit Asterix und Obelix und den unbesiegten Galliern lag.
Jetzt bin ich nicht Cäsar und es gilt auch nichts zu erobern, aber irgendwie gestört hat mich der weiße Fleck auf meiner Deutschlandkarte, wo die Landkreise sich bei meiner privaten Challenge allmählich zu einem bunten Muster zusammenfügen. In der Mitte Deutschlands, im grünen Herzen, da gab es mit Eisenach und dem Wartburgkreis dieses weiße Gebilde, das es zwar nicht zu erobern, aber zu beseitigen, d.h. mit einer möglichst tiefbraunen Farbe zu füllen galt.
Die Wetterfrösche haben für die ersten Novembertage unübliche Wärme und Sonnenschein vorausgesagt – wie die sich wieder mal irren können – und so machte ich mich mit meinem Roadbook auf den Weg um die Landkreise # 333 und # 334 zu erkunden.
Die Gegend scheint ja ein Eldorado für die Liebhaber von Earthcaches zu sein. In einem Umkreis von 25 Kilometern um die Wartburg kann man fast 50 (in Worten: fünfzig) davon finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Dichte in einer anderen Gegend übertroffen wird. Aber Masse geht hier vor Klasse und einige von den 16 von mir gesuchten würde ich in die Kategorie „Leitplanken-Earthcache“ einordnen. Da hat sich der Weg nicht gelohnt – aber das weiß man bei ECs meist erst hinterher.
Es ist schon enttäuschend, wenn man nach fast 2 km Anmarsch nichts außer einem einfachen Schild – mit sechs Zeilen Text - vor einem verwachsenen und nicht zugänglichen Steinbruch sieht, auf dem die Antworten zu den Fragen stehen. Oder man steht vor einem umzäunten Gelände bei dem nur ein Infoschild auf die geologische Besonderheit hinweist, ohne dass man durch das dichte Gestrüpp irgendetwas sehen kann. Das sind dann eher „Statistik-ECs“. Bei einem konnte ich – ohne einen nahe gelegenen Parkplatz – nur auf der Straße anhalten und für die spätere Beantwortung der Fragen bei herunter gekurbelten Fenster meines Cachemobils das Schild fotographieren. Mehr war auch nicht nötig.
Da war manches nicht so befriedigend, aber ich hab sie halt auch mitgenommen. Es gibt aber auch einige durchaus sehenswerte Earthcaches, bei denen man den gewünschten Lerneffekt hat. Der Aufschluss am Bahnhof Förtha mit dem bedeutendsten Aufschluss in West-Thüringen ist so einer, der wieder versöhnt.

Ein paar schöne Wanderrunden gibt es auch. Bei Bad Liebenstein kann ich den Panoramaweg – wo war das Panorama ? – rund um den Aschenberg empfehlen. Team JoRa & Team Alfred haben einen etwa 5 km langen Rundweg mit originellen und abwechslungsreichen 10 Tradis ausgelegt, für den ich rund 2 ½ Stunden unterwegs war. Der Bonuscache ist zeitintensiv, denn man muss quer durch Wald um ein ausgefallenes Versteck zu finden.
Als Abschluss des Folgetages war der Rundwanderweg Oberellen von Mediamarkt auf dem Programm. Der bot meist auf Feldwegen und am Waldrand auf 6 Kilometer (2 ½ Stunden) gleich 19 Döschen. Diese Dichte mag wohl der Grund sein, warum der am 11. Oktober ausgelegte Trail schon über 50 Mal abgegangen wurde und der Owner bereits einen neuen Satz Logbücher auslegen musste.
Während es in Oberellen kalt und windig war, herrschte am 3. Tag ein goldener Herbst mit klarem blauen Himmel und wärmenden Sonnenschein. Das ideale Wanderwetter für den Clausberg-Rundwanderweg von fam-kob. 19 Tradis und ein Bonus auf einer 10,9 km Runde bei 413 Höhenmetern. Mit kleineren Pausen war ich knapp 5 Stunden unterwegs. Das Interessante an dieser Runde ist die Möglichkeit, dass man – je nach Lust, Laune und Wetter – die Runde als Teilrunde abkürzen kann ohne größere Umwege zu gehen. Der Wald ist allerdings voll von Forstwegen und Pfaden und da kann man schon mal vom rechten Weg abkommen, um sich dann querwaldein wieder auf den richtigen Pfad zurück zu arbeiten.
Besonders beeindruckt hat mich ein Mordslärm, den ich zuerst nicht zuordnen konnte. Die Rotte Wildschweine, die ich vorher aufgeschreckt habe, die klang anders als sie das Weite suchte. Es waren Wildgänse, die unter großem Lärm anscheinend für den Flug in den Süden trainierten und in drei kleiförmigen Formationen über mir hinwegzogen. Mindestens 100 Vögel waren das im Formationsflug – einfach schön ... und der Fotoapparat im Auto. :-(

Auch wenn der Landkreis sich schon dunkelbraun eingefärbt hat – nach Funden, nicht Blätter – werde ich im nächsten Jahr wohl wieder in die Gegend kommen. Der Thüringer Wald kann begeisteern und es gibt ja noch ein paar andere Wandertouren. Notfalls kann man ja auch nach Nordhessen ausweichen, wo südlich von Eschwege auch einige interessante Runden warten. Am Reichensächser-GC-Wanderweg habe ich ja meinen Schweiß schon Anfang September vergossen.