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Sonntag, 9. Dezember 2012

Themen-Mysteries für dunkle Winterabende


Wenn das trostlose Grau des Himmels sich kaum von der Farbe des morgendlichen Nebels unterscheidet und die Sonne an den kurzen Tagen gänzlich verborgen bleibt, wenn die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt gefallen sind und der fest gefrorene Schnee als eisiger Panzer über den Wegen und Wiesen liegt und wenn einem bei einem kaltem durchdringenden Nieselregen die Lust vergeht, den Fuß vor die Tür zu setzen, dann beginnt die winterliche Mystery-Zeit.

Nicht die Suche nach den Mystery-Caches, sondern die Suche nach den Lösungen der Rätsel und die Suche nach den richtigen Antworten zu den Fragen für die Ermittlung der finalen Koordinaten. Wenn der Geochecker dann die Lösung als richtig bestätigt, dann ist das wie ein kleiner Sonnenstrahl an so einem trostlosen Wintertag. Irgendwann im Frühjahr wird man sich dann auch real auf den Weg machen, um den Cache vor Ort zu finden.

Man kann die Tour vor Ort aber auch sein lassen. Allein die Suche nach der Lösung und die Bestätigung, sie gefunden zu haben, ist unterhaltsam und bei kniffligen Aufgaben eine Streicheleinheit für das eigene Ego.

Man löst Sudokus und Puzzles, decodiert Texte nach den verschiedensten Verschlüsselungssystemen, hat sich ein Basiswissen zu Morsezeichen, Braille-Schrift und Freimaurerzeichen angeeignet, kennt inzwischen auch die Farbwerte der Widerstände und vieles andere mehr, um diese Rätsel-Mysteries lösen zu können.

Aber es gibt auch andere Mystery-Caches. 
Das sind die Runden, bei denen man auf der Suche nach der Lösung einiges zu einem bestimmten Thema lernen kann. Diese „educational mysteries“ oder „Themen-Mysteries“ sind meine eigentlichen Favoriten.

Revax2401 hat mit seiner Mystery Runde zur Isar am Isar-Radweg bei Plattling in Niederbayern so eine Themen-Mystery-Tour ausgelegt. 25 Lösungen zu Fragen rund im die Isar gilt es zu finden. Vom Verlauf des Flusses, über die Flößerei und Holzdrift, Flora und Fauna, die Quelle und die Inseln, die Farbe des Flusses, Kraftwerke, Hochwasser oder Nebenflüsse reicht das thematische Spektrum.
Man fühlt sich schon als kleiner Isar-Spezialist, wenn man sich durch die verschiedenen Informationsquellen – ähnlich wie die Biber bei den Baumstämmen am Flussufer- durchgebissen hat und die Lösungen ergoogelt sind. Auf jeden Fall hat man einiges zur grünen Isar dazu gelernt. 


Mystery-Caches als Heimatkunde – nicht der schlechteste Ansatz.

Bei einem Besuch in Niederbayern habe ich mich Mitte Oktober auf die reale Tour gemacht, um diesen Teil des Isar-Radwegs abzuradeln. An einem grauen, kalten und windigen Herbsttag mit einem kurz darauf einsetzenden durchdringenden Landregen ging es bei Isar 01 Die Isar am frühen Vormittag los. Bei # 7 war dann die Luft raus. Nicht bei mir, sondern beim Reifen meines Hinterrads. Die günstig gelegene Brücke bei Oberpöring wurde zum Wendepunkt und auf dem Rückweg wurde das Rad geschoben – nicht ohne die auf dieser Seite des Flussufers  platzierten Dosen zu suchen und zu finden.
Am 6. Dezember war der Rest der Runde auf dem Programm. Dieses Mal ohne Fahrrad und als Winterwanderung auf der Dammkrone. Von Ettling aus wurden es rund 3 ¼ Stunden bis ich die letzten beiden, bei meiner Wegführung ungünstig gelegenen, Dosen gefunden hatte.
 Die – meist – Petlinge mit D/T Werten um jeweils 1,5 – 2,0 sind gepflegt und ziemlich gleichartig so ausgelegt, dass man sie auch im Winter finden kann – so man denn die Tour im Winter machen will.
Die Abstände von bis zu 700 m zwischen den Caches lassen einem auch bei einer Fußwanderung im Winter nicht einfrieren. Die Runde macht zwei Mal Spaß: Einmal beim Lösen daheim am PC und dann als Radwanderung vor Ort.

Jetzt, wo die Isar abgeschlossen ist, wälze ich Literatur und ergoogle Fakten über die geheimnisumwitterten Kelten, Schuld daran ist ein zwischen Abendsberg und Vohburg in Bayern in den Dürnbacher Walt gestanztes „K“ aus 31 Fragezeichen. Foschal hat hier seine anspruchsvolle Kelten-Runde ausgelegt. Quer durch die keltische Kultur, ihre kriegerischen Auseinandersetzungen über Viereckschanzen bis hin zu Asterix reichen die zu lösenden Aufgaben. 13 Aufgaben sind bisher gelöst, aber der Winter ist ja lang.

Schnell dagegen ging es bei den Lösungen für die Deutschlandreise von rageracer, die als großes Fragezeichen mit 16 Caches und einem Bonus bei Dörpen in Niedersachsen die Landschaft ziert. Auch wenn die Fragen recht einfach zu beantworten sind, auch hier habe ich etwas dazu gelernt.

Jetzt hoffe ich nur, dass in einer Zeit, wo Runden relativ kurzlebig sind und bald vom Owner archiviert werden, diese und andere Themen-Mystery-Runden, die ich noch zu finden hoffe, noch einige Monate erhalten bleiben, bis sich im Laufe des nächsten Jahres die Gelegenheit für einen Besuch in der Gegend ergibt. 
Und falls nicht, so war zumindest die Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema interessant und lehrreich und die Suche nach den richtigen Lösungen hat Spaß gemacht.

Montag, 14. Mai 2012

Die „Milestone Challenge“ – die fehlt uns noch in Deutschland


Zahlenmäßig fallen bei den rund einer Viertel Million Caches in Deutschland die „Mystery Challenge“ Caches kaum auf. Kaum 0,5 % aller Mysteries und nur etwa jeder Tausendste Cache in Deutschland ist so ein Challenge-Cache, bei dem man als „Suchberechtigung“ bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss.
Und bei den Kriterien, die zur Suche berechtigen, sind der Phantasie und dem Einfallsreichtum der Cacheowner keine Grenzen gesetzt.
Neben den geographischen Challenges mit nachgewiesenen Funden in allen Land- und Stadtkreisen eines Bundeslandes existieren eine Reihe von 366er Matrix Challenges (Ein Fund an jedem Kalendertag) oder in der Extremversion Funde an 366 Tage in ununterbrochener Reihenfolge. Es gibt als Beispiele die „X“ Owner, Tradis, Earthcache, Regular, Staaten, Funde pro Jahr, Long Distance Challenges, wobei das „X“ für 10, 100 oder mehr stehen kann. Selbst für Caches mit dem Attribut „restrooms nearby“ gibt es eine Challenge. Ob das in Notfällen eine praktische Hilfe darstellen kann, wage ich zu bezweifeln. Das ist dann wohl eher doch ein Griff ins Klo.
Da gibt es regelrechte Spezialisten, die in ihrer Homezone ganze Serien von diesen Dosen ausgelegt haben. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen ist durch die Herausforderungsgruppe rund um den  Bermudapunkt ein Bermuda-Dreieck von fast zwei Dutzend dieser Mystery-Challenges entstanden.

Eine Challenge habe ich in Deutschland allerdings bisher vergeblich gesucht: die „Milestone Challenge“.
Wenn ein Geocacher eine besondere Zahl von Funden erreicht, dann wird in den USA für ihn häufig zum Fund # 1.000 oder ein Vielfaches davon ein Cache ausgelegt, um an das denkwürdige Ereignis zu erinnern. Die Varianten reichen da - mit vielen Zwischenschritten - bis zum Cache für Fund # 25.000 und wahrscheinlich noch darüber hinaus. In Deutschland scheinen wir da sozialer eingestellt und organisieren für einen befreundeten Cacher dann eher ein Event.
Bei der „Milestone Challenge“ gelten nur Funde von solchen Caches, die für solche speziellen Ereignisse ausgelegt wurden. Von einem Startkapital von 200.000 Meilen wird dann nach unten gezählt. Ein 5.000 Jubiläums-Cache reduziert das „Kapital“ auf 195.000 und so geht es weiter nach unten, bis nach Überschreitung der Null-Linie die Logberechtigung für den Milestone-Challenge-Cache erreicht ist. Allein im Nordosten von Illinois können lt. Cachebeschreibung aktuell etwa 400.000 Meilen runter gezählt werden.
Michigan Chris allein, der seit Juni 2004 rund 29.500 Caches gefunden hat, macht dabei schon die halbe Miete aus. An die 100.000 Meilen kann man subtrahieren, wenn man alle für ihn ausgelegten Milestone Caches besucht hat. Allerdings, auch die US Cacher sind ein soziales Volk, denn 20.000 Meilen stammen dabei von einem – jetzt archivierten – Event zu seinem Fund # 20.000.

Da ist mir die deutsche Variante mit einem Event-Cache zum einem Jubiläum eines alten Cacherfreundes, mit einem Händedruck und einem Schulterklopfen, dann doch lieber.
„Die „Milestone Challenge“ – die fehlt uns noch in Deutschland“ oder sollte ich besser schreiben „Die Milestone Challenge – die fehlt uns gerade noch in Deutschland“?
Die Motivation zur Dosensuche ist so vielfältig wie die Art der Caches und jeder soll nach seinem Geschmack das suchen, was ihm Freude macht. Wem so eine Challenge nicht gefällt, der kann sie ja einfach links liegen lassen.
Da viele dieser Challenges mit  D 5,0 bewertet sind und ich bei der Dosensuche nicht zu der mit Ausrüstung kletternden Cacher-Spezies gehöre, werde ich mit solchen hoch bewerteten Funden dann meine 81er Matrix auffüllen, um damit dann auch dieses Challenge irgendwann einmal zu erfüllen. 

Sonntag, 8. Mai 2011

Ich mag keine Mysteries! (GC1PXJP)

Stundenlang habe ich mir über Bandicoot den Kopf zerbrochen. Nicht über den Beuteldachs aus der „Crash Bandicoot“ Serie für Spielkonsolen, sondern über den Cacher mit diesem Nickname.
Seine Mysteries waren für mich so knifflig, dass ich auch nach Stunden des Suchens und Herumprobierens oft keine Lösung, ja nicht einmal einen Lösungsansatz hatte. Bei jedem Cache war eine neue Idee umgesetzt worden und in den Jahren 2007 bis Mitte Juni 2009 waren diese Ideen alle ziemlich neu. Heute sind sie oftmals kopiert und das macht die Lösung dann leichter.
Aber damals konnte man beim Versuch aus einem simplen Musikstück oder zwei nichtssagenden Bildern die Koordinaten herauszufiltern schon verzweifeln.
Und dann kam noch „Die Beuteldachs-Verteidigung“ (D 5,0) fast direkt vor meiner Haustür, mit der ich anfangs auch nichts anzufangen wusste.
Das war der Zeitpunkt, an dem ich an eine harte Revanche dachte, an dem sich der Beuteldachs selbst seine Zähne ausbeißen sollte. Und so wurde in nächtelanger Arbeit mein Mystery Ich mag keine Mysteries als Antwort auf die Beuteldachs-Verteidigung entwickelt. Beim mehrmaligen Probelösen fand ich immer wieder einen neuen Fehler, der dann mühsam beseitigt werden musste sollte der Cache lösbar sein. Aber dann war es endlich soweit und am 12. April 2009 wurde mein Mystery veröffentlicht und ich war sicher, dass es Wochen und Monate dauern würde, bis dieses „Meisterwerk“, auf das ich so stolz war, geknackt werden könnte. Und dann dauerte es gerade mal 10 Tage bis Berkedieb sich auf die längere Anreise machte, um den FTF zu loggen und als Erstfinder die unregistrierte Coin zu grabschen. Ich kam zufällig vorbei und so entstand das Foto im Listing.
Bandicoot hat dann nochmals 10 Tage gebraucht, bis er am 01. Mai 2009 als Zweiter den Cache fand. Nicht den kleinsten Hint habe ich zur Lösung des Mysteries versprochen und dabei ist es - obwohl ich fast weich geworden wäre - geblieben. Manche sind auf der Suche nach möglichen Versteckobjekten einfach durch den Wald gewandert und dabei ist einer sogar fündig geworden. Unter Freunden sprechen sich aber kleine Hinweise nach dem Motto „give and take“ doch herum und das mag für den einen oder anderen der bis heute 49 Cacher, die einen find loggten, hilfreich gewesen sein.
Eine etwas mysteriöse e-mail aus Bayern hat mich ein paar Wochen nach Veröffentlichung erst verwirrt und dann geschockt. Da frägt mich eine Cacherin freundlich, ob ich, wenn ich schon keine Mysteries mag, mich wenigstens an Gedichten begeistern könne.
Und dann bin ich auf so ein harmloses Cachergedicht von Biggi_H gestossen. Man kann es kaum glauben: Biggi_H und ich sind völlig unabhängig voneinander auf die gleiche ausgefallene Idee für einen Mystery gekommen. Ihrer wurde nur drei Monate früher veröffentlicht und ich muss zugeben, er liest sich auch schöner. Versteht sich, dass ich den Cache bei der ersten sich ergebenden Gelegenheit in der Nähe vom Flughafen Nürnberg auch besucht habe.
Ende April, vor wenigen Tagen, hat sich Bandicoot aus der Cacher-Community verabschiedet. Wegen Umzug und anderen beruflichen Herausforderungen hat er sein Hobby aufgegeben und alle seine Caches archiviert. Sie wären auch nicht mehr lösbar, denn die dazu notwendigen Bilder sind beim Serverumzug unter die Räder gekommen.
So ernst muss man den Titel „Ich mag keine Mysteries“ auch nicht nehmen. Ab und zu löse ich sie gerne, vor allem, wenn ein geochecker eine gewisse Sicherheit zu den Finalkoordinaten verspricht. Wie sonst sollte einer, der nicht gerne auf Bäume steigt und in Höhlen und Abwasserkanälen herumkriecht, sein 81er Tableau irgendwann einmal voll bekommen.
Einen 5,0/4,0 Mystery habe ich dabei - langfristig - schon im Radar:
2017 – Ölavs Apokalyptische Odyssee bei Bietigheim – ein PM Only Cache mit 424 finds und 174 Favoritenpunkten. Das wäre, wie schon die GC Nummer GC1PEAK sagt, auch für mich die Spitze … und bis 2017 wird es dann wohl auch nicht dauern.