Posts mit dem Label 435-Challenge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 435-Challenge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 23. Dezember 2012

Auf Dosensuche von Flensburg bis nach Basel


Der Weg von der dänisch/deutschen Grenze bei Flensburg bis zur Schweizer Grenze bei Basel ist nach Google Maps 966 km lang. Wer sie in einem Stück über die A 7 und A 5 durchfährt, braucht dazu rund 8 ½ Stunden, sofern keine Baustellen und Staus ihn aufhalten.

2012 war ich diese Strecke auf der Suche nach den Tupperdosen und Petlingen unterwegs.
Nicht dass jetzt jemand auf den Gedanken käme, dass ich in Etappen öde neben der Autobahn entlang gewandert bin. Es war eine virtuelle Wanderung, für die ich mir Anfang 2012 das Ziel gesetzt hatte, Deutschland auf diese Weise vom Norden nach Süden zu durchqueren.
Etwa 90 einzelne Wanderrunden habe ich vom Parkplatz meines Cachemobils bis zur Rückkehr an den Startpunkt getrackt, die Wegstrecke festgehalten und Runde für Runde aufaddiert. Mit der 4,6 km Runde Raupe Nimmersatt am 19. Dezember in Malsch bei Ettlingen habe ich mit 967,5 km die Schweizer Grenze überschritten.

Zwischen 2,5 km – einem kleinen Spaziergang – bis zu 24,9 km lang waren die Runden, bei denen ich 2012 zwischen Niedersachsen und Niederbayern, zwischen der Uckermark im Osten und dem Saarland in Westen zu Fuß unterwegs war. Mehr als 2,5 – 3,0 Kilometer pro Stunde habe ich selten geschafft. Das Suchen, Loggen und Wiederverstecken braucht seine Zeit und manchmal griff meine 15-Minuten-Regel. Wird der Cache in dieser Zeit nicht gefunden, dann geht es mit einem DNF weiter.
Bei 25 km an einem Tag erreiche ich dann schon meine Obergrenze als Tagesstrecke und wenn es an drei aufeinander folgenden Tagen 60 Kilometer werden, dann war erst einmal Muskel- und Gelenkpflege angesagt. Man hat so seine Grenzen, ab denen es weh tut.

Zum Ende des Jahres geht mein Dank an alle Owner dieser Wanderrunden, die mir meine Touren erst möglich gemacht haben. Über ein paar der Runden, die mir besonders gut gefallen haben, habe ich auch gebloggt, damit auch andere mit ähnlichen Caching-Vorlieben darauf aufmerksam gemacht werden.

Für 2013 ist meine virtuelle Reiseroute bereits geplant.
Von Basel geht es über Zürich, St. Gallen, Feldkirch in Vorarlberg, Innsbruck, Kufstein, Salzburg, an Linz und Wien vorbei nach Bratislava in die Slowakei. Das sind nach Google Maps wieder 933 km, die Tour für Tour virtuell erwandert werden.
Dabei geht es nicht allein um die Zahl der gefundenen Caches oder die zurückgelegten Kilometer. Entlang der virtuellen Strecke werden Besonderheiten und spezielle kulturelle oder touristische Highlights hinterher ergoogelt, der Weg wird vertrauter und so hat man, neben den realen Erlebnissen bei einer Wanderrunde ganz woanders, noch sein zusätzliches Vergnügen.

Ein ganzes Jahr für knapp 1.000 Kilometer!
Wenig im Vergleich zu einem der wohl längsten Wandercaches, die es in Europa gibt. Der Multi München – Venedig führt auf 28 Tagesetappen und einer Strecke von 560 Kilometern bei 20.000 Höhenmetern vom Marienplatz in München zum Markusplatz in Venedig. Das sind die „echten“ Wanderer, die diese Tour in einem Stück oder in mehreren Teiletappen gegangen sind. 36 Cacher haben diese Herausforderung bereits erfolgreich bestanden.
Ich bin nur einer der 637 Cachern, die ihn auf der Watchlist haben und fast schon voll Ehrfurcht die geloggten Reiseberichte lesen und die Erlebnisse beeindruckt mitverfolgen.
„Langsam Laufen. Viel Trinken. Gut Essen. Ausreichend Schlafen. Und von vorne.“ So steht es im Hint dieses Caches von  DerPate zu lesen.
Aber das gilt ja nicht nur für München-Venedig, sondern auch für alle anderen Wandertouren. Ich werde es auch beherzigen, wenn ich mich 2013 auf meine virtuelle Tour machen werde.


Allen, die meinen Blog regelmässig oder unregelmässig mitlesen, positiv oder kritisch kommentieren oder mir auch mal Korrekturen oder aufmunternde mails im Blog oder als PM senden,  wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest, ein paar ruhige und besinnliche Tage und für 2013 viele schöne Cache-Erlebnisse - wo und wie auch immer und welche Döschen sie auch immer suchen mögen.

Mittwoch, 1. August 2012

Der Albatross ist gelandet


Als Neil Armstrong am 20. Juli 1969 vermeldete „The Eagle has landed“, waren weltweit fast 600 Millionen Menschen hellauf begeistert. Voller Spannung hatten sie den Flug von Apollo 11, den ersten bemannten Flug zum Mond, mitverfolgt und erlebten nun live in schemenhaften Fernsehbildern die Landung der Mondfähre im Meer der Ruhe.

Die Meldung „Albatross ist gelandet“ interessiert die Menschheit wohl weit weniger und ob es die meisten der regelmässigen Lesern von meinen „Geschichten rund ums Geocachen“ interessiert, wage ich zu bezweifeln. Aber es sind ja meine Geschichten und für mich war die virtuelle Landung dann doch ein besonderes berichtenswertes Ereignis.

Mit dem GSAK Makro zur Fundstatistik kann man neben anderen statistischen Spielereien auch den Mittelpunkt aller gefundenen Caches ermitteln und je nach Aktivität wandert dieser Mittelpunkt mit jeder Aktualisierung der eigenen Funde in die eine oder andere Richtung.
Weil ich schon früh die Möglichkeit hatte – und nutzte – in Westen der USA und in Canada Caches zu suchen und so, abseits der ausgetretenen Touristenpfade, Orte und Gegenden kennenlernte, die man sonst wohl eher nicht besucht, lag der mit GSAK ermittelte „Centroid“ schon bald irgendwo im Nordatlantik mit der Tendenz, sich weiter von Europa fortzubewegen.
Sieben lange Jahre segelte Albatross virtuell über den Atlantik und die Flugrichtung änderte sich erst vor zwei Jahren. Damals hatte ich mir das Ziel gesetzt Deutschland besser kennen zu lernen und in allen der 425 Landkreisen ein paar Caches zu suchen und zu finden. Das Ziel ist zwar mit aktuell 394 Landkreisen noch nicht erreicht, aber der Mittelpunkt meiner Funde bewegte sich langsam aber stetig wieder auf Europa zu.

Royal Albatross - Photo by Angparker26 photobucket 
Dieses lange Segeln über dem Wasser habe ich mit dem echten Royal Albatross gemeinsam. 
Die einzige Brutkolonie dieses Vogels auf dem Festland liegt am Taiaroa Head auf der Otago Halbinsel unweit von Dunedin in Neuseeland. Wenn man nach einem kurzen Anmarsch vom Besucherzentrum  der  Royal Albatross Center aus, von der halb in die Erde eingebuddelten Aussichtsstation durch die verglasten kleinen Fenster knapp 20 Meter entfernt, einen jungen Albatross im Nest sieht, dann ist man erst einmal enttäuscht. So ein pummeliges, flauschiges Etwas soll sich einmal zu einem rund 125 cm großen und 7 kg schweren Vogel entwickeln, der mit einer Flügelspannweite von über drei Metern elegant durch die Lüfte segelt?
Aber nach ein paar Monaten ist das Küken so weit herangewachsen, dass er abhebt und dann das Nest für immer verlässt, um die nächsten 4 – 5 Jahre bis zur Geschlechtsreife nur auf dem offenen Meer zu verbringen. Da unterscheiden wir uns, denn ich war länger auf offener See und meine Geschlechtsreife liegt auch schon ein paar Jahre zurück.

Der letzte Statistiklauf hat es mit dem aktuellen Cache-Centroid nun bestätigt: Der virtuelle Albatross1901 hat Europa erreicht und ist gelandet. Gelandet auf den Inneren Hebriden, einer meist vulkanischen durch Gletscher geformten Inselgruppe an der Nordwestküste Schottlands. Tiree ist eine knapp 19 km lange und 5 km breite Insel mit 770 Einwohnern. Mit dem Loch a’ Phuill hat Tiree einen kleinen See, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. 

Photo by Andreas Treptke Creative Common Licence
Rund 50 Vogelarten wurden in der Umgebung beobachtet und der rechts abgebildete Papageientaucher, einer der dort beobachteten Vogelarten,  wird sich über den Neuzugang sicher gewundert haben. Auch wenn Tiree die meisten Sonnenstunden in Großbritannien hat und das Klima durch den Golfstrom mit 13,5 Grad Durchschnittstemperatur im Juli und August doch recht mild ist – lange werde ich mich hier wohl nicht aufhalten.

Im Süden gibt es auf Tiree sogar seit 2004, dem Jahr als mein Geocaching-Abflug begann, einen einzigen Cache.
Aktuell ist es die V2-Version, denn die erste Tupperbox wurde bei einem Sturm ins Meer gespült.
Diese geringe Cachedichte ist aber nicht der Grund für mein Abheben. Das werden dann wohl eher die Caches in Deutschland sein, die meinem Mittelpunkt weiter nach Osten verschieben. Möge der Start besser ablaufen als man ihn aus Disney`s Bernard und Bianca kennt.

Statistik kann auch Spaß machen und für manchen kann es schon - auch ohne GSAK und Centroidberechnung – ein interessantes und lehrreiches Erlebnis sein, den Weg seines Travelbugs oder seiner Geocoin auf der Reise von Cache zu Cache zu verfolgen und sich Informationen über den Aufenthaltsort zu ergoogeln.

Mittwoch, 14. März 2012

Meine Ruhrpott Caching-Tour

Manche Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern sind flächenmässig größer als das gesamte Ruhrgebiet. Doch, wo in so einem Landkreis in Deutschlands Norden weniger als 275.000 Menschen leben, da drängen sich im Ruhrpott, dem größten Ballungsraum Deutschlands, über 5 Millionen Einwohner. Man muss da schon aufmerksam auf die Straßenschilder achten, denn sonst verpasst man bei der dichten Bebauung den Übergang von einer Stadt in die nächste.
Wenn man sich das Ziel gesetzt hat, Deutschland besser kennen zu lernen und in jedem Landkreis und jeder kreisfreier Stadt einen Cache zu finden, dann muss man aber sowohl nach Mecklenburg-Vorpommern als auch in den Kohlenpott und damit zwei Regionen bereisen, die gegensätzlicher wohl nicht sein können.
Dieser Tage habe ich meine 435-Challenge wieder aufgenommen und mich mit etwas zwiespältigen Gefühlen nach NRW ins Ruhrgebiet auf den Weg gemacht. Zwiespältig, weil mir freie und unverbaute Landschaften mit weitem Blick über das Land stimmungsmäßig eher liegen als verdichtete Stadtlandschaften. Auf der Dreitagestour musste ich dann meine gesunden Vorurteile revidieren.

Auf der Anfahrt habe ich mir im Oberbergischen Kreis zum Warmlaufen eine Wanderrunde um den Stausee der Lingese ausgesucht. Der kleine Stausee, vor 1900 zur Flussregulierung und Brauchwasserversorgung gebraut, ist heute mit seinen vielen Campingplätzen mehr ein Freizeitpark. Der Rundgang Linge führt meist auf Fahrradwegen auf ca. sechs Kilometer rund um den See. 22 einfache Tradis sind auf der Runde versteckt.
Selbst am frühen Morgen sind Jogger, Nordic Walker, Vogelbeobachter oder Hundeausführer unterwegs und dann lässt man die eine oder andere Dose doch lieber links liegen, um bei den vielen Muggles den Dosenstandort nicht zu gefährden. Den einfachen Multi Linger Grund kann man ohne Zusatzweg dann integrieren, wenn man die Runde von # 22 abwärts nach # 1 läuft.

Wer gerne Earthcaches sucht, der ist in Wuppertal, meiner ersten Relaisstation, gut aufgehoben. Schüler eines Gymnasiums haben einen rund 10 km langen Geologie-Lehrpfad erarbeitet und mit Schautafeln versehen, die auch von Cachern als ECs genutzt werden. Bei rund einem Dutzend dieser Caches kann man interessante devonische Verwerfungsstrukturen, den Hohenstein oder einen im Untergrund verschwindenden Bach besichtigen.
Nicht immer sind die ECs das Gelbe vom Ei und das Naturdenkmal Silberkuhle ist zum Beispiel stark vermüllt. Wenn es auf leere Actimel Fläschchen Pfand gäbe, hier könnte man sich finanziell sanieren.

Der am 2. Tag geplante Morgenspaziergang auf der Runde um Holthausen musste dann leider entfallen, weil die Runde ein paar Tage vorher archiviert wurde. „Leider scheint das hohe Cacheraufkommen die Anwohner des Dorfes zu sehr zu stören. Das ist natürlich nicht in unserem Sinne, daher archivieren wir nun die Holthausen-Runde“ schreibt der Owner am 4.3.2012. Man sollte seine PQs wirklich nur sehr zeitnah ziehen. So ging es halt ab nach Bochum an die Ruhr-Universität, wo auf dem weitläufigen Gelände auch das eine oder andere Döschen liegt.

Inmitten eines Naherholungsgebiets, in einem Wald mit alten Eichen, die ein paar Hundert Jahre auf der Borke haben, liegt die Wasserburg Schloss Lüttingshof. in Gelsenkirchen-Hassel. In dieser Ecke hat Skydancer01 eine Tradirunde mit 11 Caches ausgelegt, die auf Wanderwegen ein paar Kilometer durch den ruhigen Forst führt.
Ruhig ist es wahrscheinlich an Werktagen. Heute herrschte reger Publikumsverkehr, denn das angenehme Frühlingswetter hat viele zu einem Spaziergang herausgetrieben. Da musste ich bei der Suche schon mal meine Kamera zücken, um den Eindruck eines Fotografen zu mimen, der ausgiebig Baum- und Wurzelstrukturen auf den Chip bannt. Bei einem Cache habe ich beim Anmarsch Slow-Go eingelegt, denn da suchte schon Akku46149 nach der Dose. Man muss sich ja nicht gleich aufdrängen. Von einem erfolgreichen Fund kann man allemal profitieren und mitloggen, was dann auch passierte.
In der Kleingartenanlage, wie auch sonst in ähnlicher Umgebung, flatterten jede Menge Schalke-Fahnen. Die Fans hängen ihre Fahne nicht in den Wind, sondern stehen - auch bei Gegenwind -zu ihrem Verein und hatten nach dem heutigen Sieg über den HSV sicher ihre Freude.

Mein absolutes und sehr empfehlenswerte Highlight war die Buchenbuschrunde in Duisburg zwischen Buchholz und Wanheimerort. Die Runde mit sieben Caches, die mit „Beifang“ sich auf etwa 15 Caches bei 6,8 km in 3:20 h hochschaukelt, wird auch von Hundebesitzern geliebt und mangels dichtem Strauchwerk im Buchenwald ist man häufig weithin sichtbar. Als ich gerade ein Logbuch versteckte, wurde ich von einem im Eiltempo herandüsenden Yorkshire Terrier lauthals verbellt. Erwischt, denn das Frauchen kam gleich hinterher. Es war aber kein Muggel, sondern Peppino1. die Ownerin der Runde. Der Yorkie Peppino, dessen hübsches Gesicht man im Profilfoto sehen kann, schützt nur „seine“ Caches und verbellt die Besucher. Als wir dann gemeinsam zum nächsten Cache der Runde gingen, hat er zwar wieder angefangen kräftig zu bellen, aber den genauen Standort musste ich dann schon selbst suchen.
Abwechslungsreiche und originelle, liebevolle gestaltete Caches, wie man sie leider nicht zu häufig findet, wurden mit ziemlich genauen coords wegnah ausgelegt. Manchmal ganz schön knifflige Locations mit überraschenden Funden. Meine verfügbaren Farovitenpunkte haben auf dieser Runde etwas abgenommen. Wir haben länger geplaudert und so kam auch mein Zeitplan etwas durcheinander.

Am Düsseldorfer Messegelände hatte ich – so absurd das klingt – am Messeparkplatz Probleme für die WoMo und boot Caches einen Parkplatz zu finden. Die Reihen waren alle abgesperrt. Etwas abseits dann doch noch einen Platz gefunden und bei einem kleinen Spaziergang dann den alten WoMo 2006 Cache und ein paar andere gefunden.

Für die gesammte CiBB Runde im Bürgerbusch in Leverkusen hat es mir dann leider nicht mehr gereicht, obwohl diese Runde es verdient hätte Auf meinen 4,3 km konnte ich immerhin fünf der 10 Tradis suchen und finden. Dann musste ich abbrechen Auch diese Runde mit den interessanten Caches kann ich als Waldwanderung mit interessanten Caches nur empfehlen.

Der Ruhrpott ist anders, als ich mir das vorgestellt hatte – aber man ist ja lernfähig. Irgendwann werde ich wohl wiederkommen. Vorerst sind aber andere Regionen dran. Mit 349 Landkreisen ist bis zum Ziel 435, wo auf meiner Landkarte dann ganz Deutschland eingefärbt sein wird, doch noch ein längerer Weg. Vor allem, weil die Entfernungen zum Zielgebiet größer werden, was auch die Mineralölindustrie freut.

Freitag, 4. November 2011

Goldener Herbst im Wartburgkreis

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich Cäsar gefühlt hat, wenn er, mit sich selbst zufrieden, die Karte des von ihm eroberten Galliens betrachtet und in der Bretagne den weißen Flecken entdeckt hat, wo das „Dorf der Verrückten“ mit Asterix und Obelix und den unbesiegten Galliern lag.
Jetzt bin ich nicht Cäsar und es gilt auch nichts zu erobern, aber irgendwie gestört hat mich der weiße Fleck auf meiner Deutschlandkarte, wo die Landkreise sich bei meiner privaten Challenge allmählich zu einem bunten Muster zusammenfügen. In der Mitte Deutschlands, im grünen Herzen, da gab es mit Eisenach und dem Wartburgkreis dieses weiße Gebilde, das es zwar nicht zu erobern, aber zu beseitigen, d.h. mit einer möglichst tiefbraunen Farbe zu füllen galt.
Die Wetterfrösche haben für die ersten Novembertage unübliche Wärme und Sonnenschein vorausgesagt – wie die sich wieder mal irren können – und so machte ich mich mit meinem Roadbook auf den Weg um die Landkreise # 333 und # 334 zu erkunden.
Die Gegend scheint ja ein Eldorado für die Liebhaber von Earthcaches zu sein. In einem Umkreis von 25 Kilometern um die Wartburg kann man fast 50 (in Worten: fünfzig) davon finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Dichte in einer anderen Gegend übertroffen wird. Aber Masse geht hier vor Klasse und einige von den 16 von mir gesuchten würde ich in die Kategorie „Leitplanken-Earthcache“ einordnen. Da hat sich der Weg nicht gelohnt – aber das weiß man bei ECs meist erst hinterher.
Es ist schon enttäuschend, wenn man nach fast 2 km Anmarsch nichts außer einem einfachen Schild – mit sechs Zeilen Text - vor einem verwachsenen und nicht zugänglichen Steinbruch sieht, auf dem die Antworten zu den Fragen stehen. Oder man steht vor einem umzäunten Gelände bei dem nur ein Infoschild auf die geologische Besonderheit hinweist, ohne dass man durch das dichte Gestrüpp irgendetwas sehen kann. Das sind dann eher „Statistik-ECs“. Bei einem konnte ich – ohne einen nahe gelegenen Parkplatz – nur auf der Straße anhalten und für die spätere Beantwortung der Fragen bei herunter gekurbelten Fenster meines Cachemobils das Schild fotographieren. Mehr war auch nicht nötig.
Da war manches nicht so befriedigend, aber ich hab sie halt auch mitgenommen. Es gibt aber auch einige durchaus sehenswerte Earthcaches, bei denen man den gewünschten Lerneffekt hat. Der Aufschluss am Bahnhof Förtha mit dem bedeutendsten Aufschluss in West-Thüringen ist so einer, der wieder versöhnt.

Ein paar schöne Wanderrunden gibt es auch. Bei Bad Liebenstein kann ich den Panoramaweg – wo war das Panorama ? – rund um den Aschenberg empfehlen. Team JoRa & Team Alfred haben einen etwa 5 km langen Rundweg mit originellen und abwechslungsreichen 10 Tradis ausgelegt, für den ich rund 2 ½ Stunden unterwegs war. Der Bonuscache ist zeitintensiv, denn man muss quer durch Wald um ein ausgefallenes Versteck zu finden.
Als Abschluss des Folgetages war der Rundwanderweg Oberellen von Mediamarkt auf dem Programm. Der bot meist auf Feldwegen und am Waldrand auf 6 Kilometer (2 ½ Stunden) gleich 19 Döschen. Diese Dichte mag wohl der Grund sein, warum der am 11. Oktober ausgelegte Trail schon über 50 Mal abgegangen wurde und der Owner bereits einen neuen Satz Logbücher auslegen musste.
Während es in Oberellen kalt und windig war, herrschte am 3. Tag ein goldener Herbst mit klarem blauen Himmel und wärmenden Sonnenschein. Das ideale Wanderwetter für den Clausberg-Rundwanderweg von fam-kob. 19 Tradis und ein Bonus auf einer 10,9 km Runde bei 413 Höhenmetern. Mit kleineren Pausen war ich knapp 5 Stunden unterwegs. Das Interessante an dieser Runde ist die Möglichkeit, dass man – je nach Lust, Laune und Wetter – die Runde als Teilrunde abkürzen kann ohne größere Umwege zu gehen. Der Wald ist allerdings voll von Forstwegen und Pfaden und da kann man schon mal vom rechten Weg abkommen, um sich dann querwaldein wieder auf den richtigen Pfad zurück zu arbeiten.
Besonders beeindruckt hat mich ein Mordslärm, den ich zuerst nicht zuordnen konnte. Die Rotte Wildschweine, die ich vorher aufgeschreckt habe, die klang anders als sie das Weite suchte. Es waren Wildgänse, die unter großem Lärm anscheinend für den Flug in den Süden trainierten und in drei kleiförmigen Formationen über mir hinwegzogen. Mindestens 100 Vögel waren das im Formationsflug – einfach schön ... und der Fotoapparat im Auto. :-(

Auch wenn der Landkreis sich schon dunkelbraun eingefärbt hat – nach Funden, nicht Blätter – werde ich im nächsten Jahr wohl wieder in die Gegend kommen. Der Thüringer Wald kann begeisteern und es gibt ja noch ein paar andere Wandertouren. Notfalls kann man ja auch nach Nordhessen ausweichen, wo südlich von Eschwege auch einige interessante Runden warten. Am Reichensächser-GC-Wanderweg habe ich ja meinen Schweiß schon Anfang September vergossen.

Freitag, 9. September 2011

Macht Meck-Pomm meine 435-Challenge kaputt ?

Seit 1994 hat Mecklenburg-Vorpommern zwölf Landkreise und sechs kreisfreie Städte. Das hat sich mit dem am 28. Juli 2010 verkündeten Kreisstrukturgesetz geändert. Zwar klagten einige der bisherigen Landkreise und zwei kreisfreie Städte gegen diese Kreisgebietsreform, aber deren Klage wurde am 18. August 2011 abgewiesen.
Ab dem 4. September 2011 gibt es mit den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Rostock, Vorpommern-Rügen, Nordwestmecklenburg, Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim nur noch sechs Großkreise und mit Rostock und Schwerin zwei kreisfreie Städte.
Aus den bisherigen 18 administrativen „Einheiten“ sind jetzt 8 geworden und die Gesamtzahl der Landkreise und der kreisfreien Städte in Deutschland hat sich von 435 auf 425 reduziert.

Was mache ich jetzt mit meiner persönlichen 435-Challenge, die jetzt auf eine 425-Challenge geschrumpft ist?
Für mich ändert sich nichts. Ich toure ja nicht im Eiltempo durch das Land um einen Landkreis nach dem anderen schnell abzuhaken. Ich will Deutschland mit seinen unterschiedlichen Gegenden in aller Ruhe kennenlernen. Das Projekt ist auch längerfristig angelegt.

Von blazek gibt es seit Ende August das Projekt 435: Deutschland-Landkreise-Challenge. Einige haben es auf der Watchlist, geloggt hat es noch keiner. Das wird nach meiner Einschätzung auch noch einige Zeit dauern und obwohl ich anscheinend gut im Rennen liege bezweifle ich, bei meinem Tempo hier einen FTF zu landen. Als Sahnehäubchen nach Abschluss meines Projekts werde ich aber - etwa in 2013 - dann blazek's Challenge-Cache suchen. Das ist ja immerhin ein 5/5 den ich ohne zu klettern sonst wohl nie loggen kann.

Und auch wenn mir 10 Landkreise verloren gegangen sind: Es bleibt bei der 435-Challenge und den im nächsten Jahr geplanten Besuchen in den alten Landkreisen von Mecklenburg-Vorpommern, auch wenn die Zuordnung einer Gemeinde über das County-Makro in GSAK bald nicht mehr so einfach sein wird.

Grafisch könnte mir Astartus, der „Godfather der Landkreispolygonisierung“ mit einer Anpassung seiner Deutschlandkarte einen Strich durch die Rechnung machen. Ihm sind viele der Karten – auch die Landkreiskarte Deutschlands – zu verdanken, durch die man in Verbindung mit GSAK die eigenen Cacheerfolge graphisch dokumentieren kann. Wenn er Mecklenburg-Vorpommern an die neue politische Struktur anpasst, dann sind es auf der Landkreiskarte nur noch 425.
London Rain, auch ein Cacher vom alten Schlag, der schnell auch einfache, im grünen Forum vielleicht zum x-ten Mal gestellte Fragen zu GSAK hilfreich und geduldig beantwortet, hat am 05.09.11 schon darauf hingewiesen, dass als Folge der Reform die Anpassung der Landkreispolygone wohl die nächste interessante Anpassung sein wird.
Astartus ist sicher schon elektrisiert und sitzt in den Startlöchern.

Freitag, 10. Juni 2011

Was tun, wenn die Gelenke schmerzen ?

Vor ein paar Wochen fing er an: Der stechende Schmerz in fast allen meinen Gelenken.
Bei den Kniegelenken konnte ich das ja noch nachvollziehen. Die Zeiten, wo ich mal so flott 30 Kilometer an einem Tag gewandert bin, die scheinen ja doch vorbei zu sein. Heute muss ich mich schon vorher pflegen und Kniegelenk und Beinmuskeln einbalsamieren, um eine längere Wanderung schadlos zu überstehen. Da wird auch schon mal prophylaktisch unterwegs ein Beutelchen Magnesiumpellets eingeschüttet, damit der Mineralhaushalt bei hohen Temperaturen und großem Flüssigkeitsverlust auch stimmig bleibt.
Nach der Tour dann eine heiße Dusche oder sich lange in der Badewanne aalen. Dass man dann früher oder später einen dunklen Schmutzring vom Staub der Straße um seinen Hals hat, what shall’s.!
Dann kommt die Pferdesalbe, mit der man früher lahmen Ackergäulen auf die Sprünge geholfen hat. Schon der erfrischende Geruch allein verspricht Wohlbefinden und Erleichterung. Da wird die Muskulatur gekühlt und entspannt und die durchblutungsfördernde Massage sorgt für eine Erholung von Körper und Geist.
Das ist aber keine neue Erkenntnis. Schon seit Jahrzehnten ist das – wie die alte Wandreklame aus einem Dorf in den tiefsten Wäldern von Washington beweist - selbst in den USA bekannt.
Aber die Schmerzen in den Schultergelenken?
Woher kommen denn die und sollte man jetzt heiß oder kühlend dagegen ankämpfen?
Reibt man sie mit Voltaren Schmerzgel, mit Finalgon, mit CH-alpha Gelenkgel oder mit was auch immer ein, um den stechenden Schmerz bei manchen Bewegungen zu lindern. Man macht sich schon seine Gedanken, wenn man den Arm nicht mehr in allen Richtungen und Winkeln schmerzfrei und ohne Probleme anheben kann.
Am Armzug bei Klettercaches kann es kaum liegen, denn die mache ich höchst selten. Aber ich habe trotzdem meine Cachetouren in Verdacht! Wenn man längere Strecken ohne das übliche Mitpendeln der Arme zurücklegt, könnte dann durch die fehlende schwingende Bewegung vielleicht im Schultergelenk etwas „einrosten“? Durch die typische Cacherhaltung mit dem Ellbogen an der Hüfte und das GPS mit waagrechtem Unterarm ausgestreckt ist die Bewegungsmöglichkeit des Arms ja auch echt begrenzt. Jetzt wechsle ich häufiger die Tragehand oder stecke das GPS auch schon mal in die Brusttasche meiner Jacke. Das wird natürlich im Sommer nur mit T-Shirt dann problematisch werden.
Seit auch im Handgelenk Schmerzen auftraten wurde ich nervös. Nach eingehender Untersuchung durch meinen Hausarzt mit allen wichtigen Blutwerten, Ultraschall und Belastungs-EKG meinte er, dass die Blutwerte völlig in Ordnung seien. Etwas Gelenkverschleiß – altersbedingt – aber ich hätte kein Rheuma und der normale Harnstoffwert im Blut lässt auch eine Gicht als mögliche Ursache ausschließen. Auch mein PSA-Wert ist ganz passabel, aber ein unangemessener Wert würde wohl kaum Auswirkungen auf die Gelenke haben.
Ich war todunglücklich, träumte schon von Schulterspiegelung, Stosswellentheraphie und Needling. Mein seelisches Gleichgewicht war dahin und ich sah wegen körperlicher Mängel schon meine 435-Challenge gefährdet.
Dann hatte meine Frau die rettende Idee: Ich sollte doch vielleicht einfach meinen Bürostuhl am PC etwas höher stellen und nicht aus tiefster Tiefe bloggen. Und siehe da, ein paar Zentimeter mehr verschaffen nicht nur eine bessere Übersicht, sondern verändern auch den Anstellwinkel des Unterarms und der Schlaghand für die Tastatur.
Seitdem bin ich wieder auf dem Weg der Besserung, meine 435-Challenge scheint gesichert und niemand braucht auf Blogbeiträge, die die Welt nicht braucht, in Zukunft zu verzichten.