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Sonntag, 4. September 2011

Die Coin, die nie verreisen kann.

Sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Warren, einer Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern in Pennsylvania, USA wirklich nicht und so waren die wenigen Motels für die Zeit des GeoWoodstock IX schnell ausgebucht. Im Frühstücksraum des Motels oder den Restaurants in der Stadt konnte man immer wieder auf Geocacher treffen und bei einen kleinen Small Talk freundschaftlich plaudern.
Am letzten Tag, als haliju und ich gerade an der heißen braun eingefärbten Flüssigkeit nippten, die man in USA „Coffee“ nennt, trafen wir ShurShot, einen Cacher aus dem Schuylkill County, PA. Wie 29 % der Bewohner des County, in dem Anthrazitkohle abgebaut wird, hatte auch er deutsche Vorfahren. Im Kloster Sinsheim gäbe es Dokumente, die seine Wurzeln bis ins Mittelalter belegen würden. Da wurde ich dann hellhörig, denn Sinsheim gehört mit 20 km Entfernung noch zu meiner Homezone. Als ich Jerry davon erzählte, war er wie elektrisiert, rannte zu seinem Cachemobil und kam mit einer interessanten Geocoin zurück. Die sollte ich als Souvenir mitnehmen und mit dem Kloster Sinsheim im Hintergrund fotografieren.
Vor ein paar Tagen wollte ich mein Versprechen einlösen. Weil es an der Benediktitiner-Abtei sogar einen Cache „Stift Sunnisheim“ gibt, sollte die Coin von diesem Cache aus die Rückreise zu ShurShot antreten. Daraus wird aber leider nichts!

Beim Aktivieren der Coin bekam ich nur die Mitteilung, dass die Coin mit dieser Trackingnummer schon von jemand anderem mit einer anderen e-mail Adresse aktiviert worden ist. Tippfehler? Bei diesen Minibuchstaben und –zahlen kann man auch mal was Falsches ablesen und bei schwacher Prägung „B“, „3“ und „8“ auch mal verwechseln. Lupe raus und mögliche Varianten überprüft. Kein Fehler!
Dann suchte ich mit meiner Trackingnummer und siehe da, da gab es tatsächlich eine Fort Gordon Army Geocoin die seit November 2010 mit meiner Trackingnummer unterwegs ist. Rusty vom Geocoinclub hat mir dann auf Nachfrage einen kurzen Zweizeiler geschrieben: "Unfortunately there is nothing we are able to do at this point several years after the coins were made. That was a personal geocoin made for a cacher in Pennsylvania and it appears that there was an engraving error on that coin and two coins were engraved with the same number. Thank you,”

Das hilft mir nun wirklich nicht weiter, denn die in meinen Augen so tolle Idee ist jetzt mit der schon liebevoll gestalteten zweisprachigen Coinbeschreibung reif für den Papierkorb. Auf den Weg schicken kann ich sie nicht, denn Team FMA als Owner der anderen Coin mit der gleichen Nummer würde sich schon wundern, wenn jetzt plötzlich Logs aus Deutschland auftauchen. Und auch weil das Team FMA Kampfsporttrainer in Michigan ist, lasse ich die Coin lieber in der Sammlung Immerhin habe ich – auch wenn ich nicht offiziell Owner bin – eine wirklich besondere Coin mit einer etwas gespaltenen Persönlichkeit, die nie auf Reise gehen kann, aber die es so kaum ein zweites Mal gibt.

Mittwoch, 10. August 2011

Lost in Tasmania

Weil heute Abend Deutschland und Brasilien ein Freundschaftsspiel austragen ist mir meine Worldchampionship 2006 Geocoin in Erinnerung gekommen.

Es war vielleicht ein schlechtes Vorzeichen als ich meine Coin vor Reiseantritt an das andere Ende der Welt in meinem adoptierten Cache Express in die Hölle platzierte, damit die zurückgelegten Kilometer von daheim aus gezählt werden.
Denn nach einer größeren Rundtour durch Neuseeland und Australien ist sie kurz vor Weihnachten 2007 in einer Höhle südlich von Davenport im Norden von Tasmanien verschwunden und ward nie mehr gesehen.
Dabei hatte ich mir dir Reiseroute dieser Coin ganz anders vorgestellt. Sie sollte an das Sommermärchen 2006 erinnern und durch alle Länder reisen, die sich noch nie für eine Fußballweltmeisterschaft qualifizieren.
Auf die Reise geschickt habe ich sie von einer historischen Stätte 18.000 km von daheim und damit nahe meinem bisher südlichsten und östlichsten Cache, die ich bisher gefunden hatte.
Im Kerikeri Basin liegt der Kororipo Cache und in seiner Nachbarschaft zwei der ältesten Gebäude Neuseelands. Das 1822 errichtete hölzerne Kemp-Haus war der Wohnsitz eines Missionars, bevor es von der Familie Kemp übernommen und bis 1974 bewohnt wurde. Das älteste Steinhaus daneben war von 1832 – 1836 das Lagerhaus der Missionsstation. Knapp 200 m entfernt ein kleines Freilichtmuseum mit dem Kororipo Po, einer ehemaligen Befestigungsanlage der Maori, die untereinander auch nicht immer freundlichen Umgang pflegten.

Hier ging die Coin auf die Reise. Nach rund 2.200 km durch Neuseeland war sie plötzlich in Australien. Etwas verwirrend, denn Australien hat ja 2006 an der WM teilgenommen und ich erinnere mich noch an das freundschaftliche Aufeinandertreffen mit Japan auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Mit dem australischen Cacher homedq ging es auf Rundfahrt durch Down-Under. Zuerst etwas über 5.000 km auf der Straße (!) von Sidney nach Perth im Westen und plötzlich war sie nach weiteren 2.650 km in Darwin im Norden des 5. Kontinents. Zurück nach Victoria – wieder 3.090 km – ging es ab nach Tasmanien, wo sich die Spur im Magic Cave # 9 dann verlor.
Gestartet in Express in die Hölle - der nur noch hier lebende Tasmanische Teufel wird wohl nicht zugeschlagen haben.

Wie ist es anderen Worldchampionship Coins ergangen?
578 sind mit ihrem ursprünglichen Namen „Worldschampionship“ aktiviert. 36 von ihnen haben es auf ihrer Reise von Cache zu Cache auf über 20.000 km geschafft. Mit den 33.359 km ist meine Coin in den Top 10 gelandet.
Spitzenreiter mit außergewöhnlichen 51.987 km ist die Coin von JoergTh, der sich als VfL Bochum Anhänger outet. Seine coin soll durch alle Teilnehmerstaaten der WM 2006 reisen. In acht Ländern – u.a. Südkorea und USA – war sie schon, aber da ist noch einiges offen.
Im Gegensatz zu meiner Coin, die in den Tiefen einer tasmanischen Höhle verloren ging, ist sie noch aktiv unterwegs und vielleicht schafft sie es ja noch – dann aber mit mindestens 100.000 km auf der Rille.


Mittwoch, 20. Juli 2011

Es geht ein Proxy auf Reisen

Jeder der sich mit Geocoins beschäftigt kennt den Konflikt:
Da hat man über einen Coinhersteller oder Coinhändler eine besonders ansprechende Coin erworben, hat eine unaktivierte eingetauscht oder eine geschenkt bekommen … und was nun?
Soll man sie wie einen Travelbug auf Reisen schicken mit dem leider sehr realen Risiko, dass sie nach ein paar Stationen verschwunden ist und nie mehr auftaucht oder soll man sie in der privaten Sammlung verstecken, um das dicke und schwere Album ab und zu auf ein Event mitzunehmen, um dort seine Schätze zu zeigen?
Manche Geocoins sind wie Anker, die einem an bestimmte Situationen, Ereignisse und Erlebnisse erinnern und sie wieder lebendig werden lassen. Coins von den besuchten Mega-Events oder Coins von Ländern, in denen man gecacht habe, werden wohl eher in einer privaten Sammlung bleiben und nicht auf den Weg geschickt.
Ein anderes Beispiel einer für mich besonderen Coin ist die „Georgia 2006 Peach Geocoin“. Von diesem seltenen Stück wurden Ende 2005 nur 300 geprägt und nach dem Windhundprinzip abgegeben. Genau um 18:00 h MEZ war weltweit die Bestellseite geöffnet. Ich hatte mich vorbereitet und saß gespannt am PC. Um 18:02 h ging meine Bestellung raus und ich hatte Glück, denn drei Minuten später waren die Coins ausverkauft. Soll man so eine Coin auf Reisen schicken?
Um sich vor dem Verlust von solchen „Wertstücken“ zu schützen und sie dennoch auf die Reise zu schicken findet man einige Varianten.
In manchem Cache – meist bei einem Bonuscache einer Serie – findet man im Logbuch auch schon mal die Trackingnummer einer Coin. Zwar hat man sie selbst nie gesehen oder in Händen gehalten, aber man kann sie als gefunden loggen und so seinem Profil bei den Trackables ein weiteres Icon spendieren.
Bei einer Fotokopie oder einem Foto der Coin auf Papier kann man das gute Stück wenigstens sehen, solange das Papier nicht feucht, schmutzig und vergammelt ist. Es gibt auch Owner, die Vorder- und Rückseite farbig kopieren und das ganze dann laminieren.
Mitunter ist das laminierte Blatt ergänzt um Beschreibung und Ziel der Coin evtl. auch mit einer Hintergrundstory. Da gibt sich mancher Owner ziemliche Mühe.
All das sind Versuche die Coin auf Reisen zu bringen und sie trotzdem nicht zu verlieren.
Eine neue Variante Diebstahl oder Verlust vorzubeugen sind die Proxys.
Damit meine ich nicht die als Vermittler aktiven Kommunikationsschnittstellen in einem Netzwerk oder an die indirekten Anzeiger, wie z.B. die Breite der Baumringe als indirekte Klimaanzeiger bzw. Klimaproxys.
Die Geocoin-Proxies sind echte Stellvertreter von Geocoins, die mitunter auch wie die Coin selbst gestaltet sind und die eine identische Trackingnummer wie die Originalcoin haben. Beim GeoWoodstock IX in Warren gab es zu jeder Eventcoin von GXPPROXY die in diesem Bereich aktiv sind einen solchen Stellvertreter. Optisch voll identisch und austauschbar sind Proxy und Coin - wie man sieht - zwar nicht, aber man hat ein Exemplar, das man auf Reisen schicken kann, während das andere in der eigenen Sammlung ruht.
Und so wird sich mein GW IX Proxy in Kürze auf die Tour durch Deutschland machen, Voraussetzung ist natürlich, dass ich bei all den Petlingen, Filmdosen und Nanos auch mal einen Regular finde, der überhaupt ausreichend Platz für eine Coin bietet.

Sonntag, 3. Juli 2011

Ein Mega-Event ohne eigene Geocoin?

Ist ein Mega-Event ohne eigene Geocoin wie eine Kuh ohne Fahrrad?

Es hat sich bei den Organisatoren von Mega-Events eingebürgert, dass passend zum Event eine eigene Geocoin geschaffen wird. Meist ist sie schon in der Plastiktüte für die Teilnehmer gemeinsam mit entsprechendem T-Shirt und sonstigen Gimmicks, die man als Gegenwert für seine Teilnahmegebühr bei der Registrierung bekommt, enthalten.
Für die veranstaltende Gruppe ist die Coin ein Finanzierungsfaktor, denn mit dem Überschuss aus Herstellungskosten und Verkaufspreis kann man Finanzierungslücken schließen und das finanzielle Risiko des oft umfangreichen Beiprogramms abpuffern.
Für die Teilnehmer scheint das Gemeinschaftserlebnis eines Events mit meist 1000 und mehr Cachern – für manche auch das Mega-Icon – das wichtigere Argument, bei so einer Veranstaltung teilzunehmen. Wegen der Coin macht sich wohl niemand auf den Weg zu einem der immer häufiger stattfindenden Mega-Events.
Trotzdem gehört die Event-Coin einfach dazu und ist eine schöne Erinnerung an nette Kontakte und Erlebnisse, an freundschaftliche Gespräche und unvergessliche Stunden und Tage beim Event oder der Pre- und After-Tour auf Anreise oder Heimfahrt. Im Gegensatz zu anderen gekauften „Standardcoins“ ist sie mit vielen eigenen Erlebnissen verknüpft und so ein Anker, der Erinnerungen wach werden lässt.
Die Gruppe der Organisatioren geben sich dabei mit einfachen runden Coins nicht zufrieden. Der Kreativität sind dabei wenig Grenzen gesetzt. Beim Geowoodstock VII in Bell Buckle, Tennesse war es ein 77 mm lange und 24 mm hohe "Coin", die den Umrissen von Tennessee nachempfunden war. Nur der kleine Berggipfel als Hinweis auf die Appalachian fällt etwas aus dem Rahmen. Und so wie der Staat selbst – was wir aus einem bekannten Song ja wissen – ist die Rückseite in einem intensiven Grün.
Für das GeoWoodstock VIII in Carnation, Washington in der Nähe von Seattle haben die Macher versucht, einen Totempfahl mit den traditionellen Motiven der im dortigen Gebiet ansässigen First Nations als Coin zu gestalten. Dies ging bis in die Farbwahl für diese Coin.
Erfreulicher Weise hat man sich bei der Größe der Coin aber nicht an den Proportionen der bis zu 30 m hohen Totempfähle gehalten. Das hätte dann schon zu Problemen bei der Aufbewahrung geführt.


Beim GeoWoodstock IX in Warren, Pennsylvania, das am 2. Juli 2011 stattfand, ist man wieder zur Form einer traditionellen runden Coin zurückgekehrt. Eine Neuerung gab es auch: Die T-Shirt, meist in etwas gewöhnungsbedürftigen Farben, die am Rücken mit den Namen und Logos aller Sponsoren geschückt sind - man kommt sich vor wie eine Litfass-Säule - sind jetzt auch mit einer Trackingnummer versehen und bei Geocaching.com als Travelbug logbar.

Nur die wenigsten dieser Coins werden jemals auf Reisen geschickt. Die meisten bleiben - aktiviert oder nicht aktiviert - als für den Besitzer wertvolle Erinnerungsstücke in der eigenen Sammlung, die man nicht nur an trüben Novembertagen herausholt, um sich mit den damit verbundenen Erinnerungen sein Gemüt zu erwärmen.

Mittwoch, 27. April 2011

Special Post: Jetzt wird es kommerziell !

Manchmal gibt es Ereignisse, die den normalen Rahmen sprengen und eingefahrene Abläufe verändern. Da gibt es dann die „Specials“ in den diversen TV Kanälen, die den normalen Programmablauf über den Haufen werfen und brandaktuell über Vulkanausbrüche in Island, Tsunamis und Reaktorkatastrophen in Japan, Bomben in Libyen oder ähnliche meist traurige Ereignisse berichten.
Auch für meinen Blog existiert ein Programmablauf und mehr als zwei Posts pro Woche habe ich weder mir noch sonst jemanden, der hier mitliest, zugemutet. Heute aber gab es ein Ereignis, das ein „Special“ erfordert und den üblichen Rhythmus durchbricht. Nicht vergleichbar mit den TV-Specials, aber vielleicht auch traurig für die Geocacher-Community.

Jetzt wird es noch kommerzieller!
Vor einer Stunde habe ich schnell und termingerecht ein Paket von meinem Online-Shop mit den bestellten Nano-Logstreifen und ein paar weiteren Utensilien erhalten. Namen nenne ich keinen, denn ich bin und bleibe werbefrei! ;-)
Und sehr zu meiner Freude fand ich auch eine David Garrett Geocoin als kostenlose Beigabe.
Auf der Facebook Seite dieses Teufelsgeigers kann man sich sachkundig machen. Da wird mir und 302.500 facebook Freunden erklärt, was Geocaching ist und was der David Garrett Trackable bedeutet. 1.500 solcher Coins wurden geprägt und wenn man sich registriert, kann man, wenn man Glück hat, als 1. Preis eines Wettbewerbs einen Computer Lautsprecher im Wert von USD 79,95 gewinnen.
Im Prinzip eine Promotion für seine Konzerte in den USA. Daher werde ich neue Lautsprecher oder Headphones wohl auch in Zukunft selbst kaufen müssen, denn die Teilnahme ist nach den Bedingungen auf US Residents über 18 Jahre begrenzt. Zumindest ein Kriterium erfülle ich nicht. Man muss aber auch noch zustimmen in Zukunft Werbung in seiner mailbox zu aktzeptieren.
Immerhin kann ich ja die Coin mit eigenem Icon für mich aktivieren und auf Reisen schicken ohne mich über die häufigen Verluste von Geocoins grämen zu müssen. Also: Tracking Nummer und Activation Code eingegeben aber …. „Already owned by someone else“. Ist da irgendein Fehler passiert? Nochmals das ganze wiederholt und wieder die gleiche Meldung. Da hat die Coin doch tatsächlich schon einen Besitzer: David Garrett.
Ich hoffe, der freut sich jetzt über viele „Discovered“ Logs von den Lesern meines Blogs.
Aber das alles ist ja nicht so neu: Da gab es die Garmin Coin oder die Jeeps in diversen Farben, die ja auch Promotion sind. Allerdings haben diese zumindest noch eine Beziehung zum möglichen Bedarf eines Geocachers, was ich bei David Garrett, den ich als Musiker sehr schätze, nicht sehen kann.
Vielleicht gibt es in Zukunft bald andere Aktionen dieser Art, die wirklich nützlich sind. Ideen gäbe es hier sicher viele. Ich könnte mir eine McDonald Coin vorstellen, bei deren Präsentation man einen extra Big Mac bekommt oder eine Freikarte – vermeide hier eine andere Definition - wenn man die Coin in einen speziellen Schlitz beim Sanifair-Automaten in einer Autobahnraststätte steckt.
Was mag uns die Ideenschmiede mancher PR-Agentur in Zukunft noch bringen?

Mittwoch, 30. März 2011

"Lone Wolf": Er läuft und läuft und läuft

Canis lupus, der Wolf hat ja nicht gerade den besten Ruf und aus Horrorgeschichten und Märchen ist er uns nur als blutrünstige Bestie bekannt. In Deutschland wurde er gejagt und getötet und 1846 wurde der letzte seiner Art in Bayern erschossen. Naja, die haben ja auch Bruno auf dem Gewissen.
Dabei ist der Wolf ein inteliggentes und scheues Lebewesen, das in kleinen Rudeln mit einem ausgeprägten Sozialverhalten lebt. 2003 ist er dann zum "Tier des Jahres" gewählt worden. Und eigentlich ist er ja ein recht hübscher Kerl.
Das kann man jetzt von meinem Lone Wolf wohl kaum behaupten. Trotzdem ist er mir so richtig ans Herz gewachsen, denn Lone Wolf ist mein allererster Travelbug, den ich als Geocaching-Newbie von Heidelberg aus auf die Reise schickte.
Er sollte auf der Suche nach Artgenossen durch möglichst viele Länder streifen, um dann nach Besuchen in mindestens 10 Ländern zum "Grauen Wolf", dem Führer seines Rudels, zurückzukehren.
Es wurde eine Reise mit Hindernissen!
In England bekam er ein neues Halsband, weil sonst die Kennmarke abgefallen wäre, und obwohl er anschliessend in Amsterdam war, ist dieser Besuch nie richtig dokumentiert worden. Da wurde er ohne das Einloggen abzuwarten einfach gegrabbed und so fehlen halt die Niederlande. Ein paar Tage sollte man schon abwarten, wenn ein TB noch nicht im Cache eigeloggt ist.
Dann ging es gleich 6.227 km weiter nach Wisconsin und Texas. Ob es da jemals Wölfe gegeben hat? Über Louisiana, Mississippi, Maryland besuchte Lone Wolf auch New York und Utah. Nach Rückkehr und einem Kurzurlaub in Tromsö, Norwegen ging es nach Tschechien und in die Slowakei, nach Paris und - jetzt doch dokumentiert - in die Niederlande. Inzwischen streift er durch die belgischen Wälder.
Seit er seine Reise im Janur 2004 begann hat er fast 29.000 km zurückgelegt. 174 Geocacher haben ihn gesehen oder auf seinem Weg weitergeholfen.
Das ist schon toll und zeigt, dass das System funktioniert. Darüber freut sich nicht nur der Owner, sondern sicher auch die 7 Cacher, die ihn auf der Watchlist haben.

Dass es auch anders gehen kann zeigt meine Gauss Geocoin. Die sollte in Deutschland bis nach Braunschweig und Göttingen reisen und ging - ohne einen einzigen Kilometer - gemeinsam mit dem Cache verloren. Zumindest konnte ich sie noch auf dem jetzt wegen Überfüllung oder von Groundspeaks Gnaden archivierten Austrian TB Graveyard nahe dem Mittelpunkt Österreichs zu Grabe tragen und sie virtuell mit einer Träne im Knopfloch in den Toplitzsee werfen.
Da soll ja noch mehr wertvolles Zeugs drin liegen.