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Donnerstag, 14. März 2013

Ältester deutscher Cache archiviert


Nichts währt ewig und auch Caches sind nicht für die Ewigkeit gemacht.
Wenn man die Statistiken so anschaut, dann wurden von den bisher ausgelegten Caches bis heute mehr als ein Drittel davon wieder archiviert.
Kultige Caches sind dabei keine Ausnahme. Mit dem von mountainbike betreuten APE-Cache „Tunnel of Light“ wurde am 13. Juni 2011 der letzte seiner Art in Nordamerika – mit eigenem Icon - nach fast 10 Jahren ins Archiv geschickt.

Nun hat es auch GC77 First Germany getroffen, den ältesten Cache Deutschlands, der im Jahre 2000 veröffentlicht wurde, damals als Geocaching begann. 4.315 Mal wurde der Cache in den vergangenen 12 Jahren gefunden. Zuletzt nicht immer das Original, denn mitunter wurde auch eine mitgebrachte Ersatzdose geloggt, wenn die Dose wieder einmal abhanden gekommen war. Mehrmals wurde der Cache gemuggelt und über Wochen war GC77 temporarily  disabled. Anfang März war es BlackyV, der diesen Cache schon vor Jahren adoptiert hatte und ihn am Leben hielt, dann doch zu viel und trotz einer Anzahl von Bewerbern für eine Adoption schickte er ihn ins Archiv. Damit ist dieser historische Cache seit 13. März 2013 nur noch Vergangenheit.

Aus dem Jahr 2000 gibt es in Deutschland keinen aktiven Cache mehr.  In acht Bundesländern sind aus dem Jahr 2001 noch 48 Caches  zu finden. Mit 280 weiteren Caches aus dem Jahr 2002 war Mitte September 2002 jedes Bundesland dosenmässig erschlossen. Den Abschluss machte am 08.11.2002 Bremen mit GC3D3E HB-1.


328 deutsche Caches sind seit zehn Jahre und mehr verfügbar und damit die Oldies in den deutschen Landen. Es sind 160 Tradis, 117 Multis, 32 Mysteries und mit 19 Virtuellen Caches, die heute nicht mehr veröffentlicht werden, die Mehrzahl der in Deutschland noch existierenden Caches dieses Typs.

Wahrscheinlich gab es noch mehr Caches aus der Frühzeit der Dosensuche. Die jedoch sind schon lange archiviert und damit für alle Zeiten verschwunden.

Anfang Januar hat Waggi seinen  Brandenstein Cache vom November 2001  „auf Anfrage des RP Darmstadt … ins Nirvana befördert“. In all den Jahren wurde er weniger als 200 Mal als gefunden geloggt. Was für ein Nutzen für den Naturschutz, wenn er jetzt endlich beseitigt ist.
 Die Archivierung droht auch ein paar anderen der alten historischen Caches, denn aktuell sind fünf von ihnen vorerst stillgelegt.

Alle diese alten Caches sind Teil der Geschichte von Geocaching in Deutschland und es wäre schade, wenn auch nur ein Einziger davon vom Owner oder Reviewer ins Archiv geschickt werden würde. 
Was für die 328 Caches aus den Jahren 2001 bis 2002 gilt, das trifft in besonderem Maße auf die ältesten aktiven Caches in den einzelnen Bundesländern zu. Sie sind das Erbe der ersten Cachergeneration und jede Archivierung würde ein Stück Vergangenheit auslöschen.



Montag, 5. November 2012

Gegen die Richtlinien und ohne Reviewer


Er stand in seiner Küche und begutachtete den schwarzen 20 Liter Plastikeimer, in den er schon einiges verstaut hatte: Eine CD mit einer Topo Karte der USA, Videos, ein paar Bücher, eine Dose Bohnen, vier Dollar-Banknoten und eine Steinschleuder. Bevor er mit dem schwarzen Deckel den Eimer wasserdicht verschloss, legte er noch eine Plastikhülle mit einem Zettel als Logbuch hinein und betrachtete dann zufrieden sein Werk, bevor er Eimer und eine Schaufel in sein Auto packt und sich auf den Weg machte.
Allmählich wurde die Besiedlung dünner und nur noch vereinzelte kleinere Farmen und Häuser verloren sich rechts und links vom Weg. Auch an einigen Christbaum-Plantagen fuhr er vorbei, bis er in die South Fellows Road und auf die Straße durch den Wald der Port Blakely Tree Farm einbog. Hier windet sich die Straße durch einige Kurven. An einer Ausweichstelle parkte er sein Fahrzeug. Mit der Schaufel hob er am Waldrand ein tieferes Loch aus, versenkte den Plastikeimer bei exakt N 45.17.460 W 122.24.800 und fuhr zufrieden nach Hause.

So, oder ähnlich hat Dave Ulmer am 3. Mai 2000 den ersten Cache vorbereitet, in einem Waldstück in Oregon ausgelegt und damit „Geocaching“ in die Welt gesetzt.
Noch am gleichen Tag veröffentlichte er in einer Navigations-Newsgroup eine e-mail mit den Koordinaten. „Well, I did it, created the first stash hunt. Lots of goodies for the finders. Look for a black plastic bucket buried most of the way in the ground.”
 “Gunna see if we can get thousands of these all over the country…”
Inzwischen sind es fast zwei Millionen Caches und über fünf Millionen Geocacher, die regelmäßig auf Schatzsuche gehen. Begonnen hat es an diesem 3. Mai 2000 mit dem Cache von Dave Ulmer in einem Wald in Oregon.

Wenn es damals schon Richtlinien und Reviewer gegeben hätte, wir würden vielleicht noch heute gelangweit Daumen drehen oder uns die Zeit auf andere Art vertreiben. Heute wäre Dave Ulmer’s Cache, mit dem alles begann, wohl nicht mehr veröffentlicht worden, denn mit seinem Cache hat er gleich gegen mehrere Regeln verstoßen.
 Dave hatte keine Genehmigung des Eigentümers, um auf dessen Gelände einen Cache zu plazieren. Die Genehmigung des Geländeeigentümers ist heute eine wesentliche Voraussetzung, wahrscheinlich aber auch eine, gegen die am häufigsten verstoßen wird.
Zwar schließt die auf der Homepage der Port Blakely Tree Farm veröffentlichten Regeln für das Betreten des Privatwaldes das Ausheben von Löchern nicht aus – vielleicht weil niemand an so eine Möglichkeit gedacht hatte, aber im Sinne des Eigentümers war das, bei der Empfindlichkeit der Amerikaner mit „Private Property“, sicher nicht.
„Geocaches dürfen niemals vergraben werden“ ist eine andere fundamentale Richtlinie, gegen die Dave Ulmer verstoßen hat und gerade diese Vorschrift scheint ja für manchen Reviewer heute eine der wichtigsten Vorschriften zu sein.
Auch Banknoten oder Lebensmittel in einen Cache zu deponieren ist, wenn auch nach meinem Wissen nicht explizit verboten, doch eher grenzwertig.

Was für ein Glück für alle heutigen Geocacher, dass es damals noch keine Richtlinien und Vorschriften gab und an Reviewer, die solche Regeln zur Platzierung von Caches streng überwachen, auch noch nicht gedacht wurde.
Beides brauchte man auch nicht, denn die paar Geocacher richteten bei der Suche nach den wenigen Caches kaum Schaden an. Das ändert sich aber, wenn Tausende auf der Suche nach immer mehr Caches durch die Gegend trampeln.

Dave Ulmer 
Ein paar Jahre später schrieb Dave Ulmer über den GC 92 Un-Original Stash, der nach dem Verlust des Cache # 1 im Oktober 2000 ein paar Meter weiter im Wald ausgelegt wurde: „Die Lichtung ist jetzt durchzogen mit Trampelpfaden, die aus allen Richtungen auf den Baumstamm zuführen. Farn ist vollständig niedergetrampelt. In einem Umkreis von 10 m um den Baumstamm ist nur noch Matsch. Die Initialen vieler Geocacher sind in den Baumstamm geritzt …. OK, OK. Ich gebe auf. Jegliche Weiterentwicklung des Sports Geocaching sollte sofort aufhören.“

Dave Ulmer war in mancher Beziehung ein Visionär und mit seiner Prognose, dass Geocaching Gefahr läuft, mehr und mehr in einen von Konkurrenzdenken dominierten Wettbewerb auszuarten, der immer kommerzieller wird und keine Rücksichten auf Natur und Ökologie nimmt, hat er nicht ganz unrecht behalten.
Je mehr Geocacher auf der Suche nach wild ausgelegten Dosen durch die Landschaft streifen und je mehr solche Dosen ausgelegt werden, umso größer das Risiko einer Beeinträchtigung der Umwelt und desto größer auch das Risiko, als Geocacher pauschal einen schlechten Ruf zu bekommen.

Und deswegen brauchen wir heute auch Richtlinien und Regeln - und auch Reviewer, die über deren Einhaltung wachen.

Freitag, 8. Juni 2012

Webcam-Caches: „With a little help from your friends!"


Wer kennt ihn nicht, den alten von John Lennon und Paul McCartney geschriebenen Song „With a little help from my friends!“? Er ist einer der wenigen Beatles-Songs, bei dem der Schlagzeuger Ringo Starr den Gesangspart übernahm. Da seine stimmlichen Fähigkeiten aber etwas beschränkt waren, kam es ihm sehr entgegen, dass das ganze Lied nur auf fünf nebeneinander liegenden Tönen basiert.

Auch bei den Webcam-Caches ist man bei den fünf Stufen eines Webcam-Caches auf die Hilfe von Freunden angewiesen:

Man sucht gezielt oder findet zufällig einen Webcam-Cache bei Geocaching.com.
Leicht wird man sie nicht mehr finden, denn seit Herbst 2005 werden keine neuen mehr freigeschaltet und trotz Bestandsschutz  („grandfather rights“) der bestehenden wird die Anzahl durch Abschaltungen von webcams immer geringer. Im 500 km Umkreis um meine Home-Koordinaten existieren gerade noch 35 aktive Webcam-Caches und wenn man um Kassel einen 1000 km Radius zieht, dann werden inkl. der Nachbarländer 171 aktive Webcams aufgezeigt. Als virtuelle Caches sind auch sie eine aussterbende Art.
Die URL-Adresse der Webcam muss herausgefunden werden.
Oft steht sie in der Cachebeschreibung oder kann als Link angeklickt werden. Mitunter erwartet der Owner aber auch, dass man sich an die Webcam-Adresse herangoogelt. Meist kein großes Problem, denn die meisten Webcams sind auf den homepages der betroffenen Städte oder Firmen gelistet.
Zur Adresse vor Ort gehen und sich fotografieren lassen
Mit den coords aus der Beschreibung und einem hilfreichen Foto mit aussagefähigen Objekten wie Brunnen, Bäume, Fassaden etc. zur Orientierung im Umfeld, steht man dann irgendwann vor Ort und sucht krampfhaft das kleine Objektiv, das sich irgendwo am Fenster oder an einer Fassade versteckt. Und dann lächelt man hoffnungsfroh in die weit entfernte Linse ohne zu wissen, ob die webcam online oder evtl. abgeschaltet ist. Ob das Bild kontinuierlich erneuert wird oder vielleicht nur alle 15 oder 30 Minuten eine Aufnahme ins Internet gestellt wird, darüber hat man sich ja vorher informiert. Da kann das Lächeln schon über Minuten einfrieren. Macht aber keinen Unterschied, denn auf dem Bild ist man so klein, dass es mitunter überhaupt schwierig ist eine Person zu identifizieren, geschweige denn ein Lächeln.
Ist die Webcam abgeschaltet, dann akzeptiert mancher Owner schon mal ein selbst geschossenes Foto – obwohl dies nicht der Idee eines Webcam-Caches entspricht.
„With a little help from my friends“ kommt jetzt als entscheidender Faktor ins Spiel.
Man braucht einen Freund zu Hause, den man anrufen kann und der das aktuelle Foto mit dem abgebildeten Finder abspeichert. Die Kommunikation über das Handy kann dann schon sehr originell verlaufen: „Wo bist Du?“, „Ich kann Dich nicht sehen“, „Mach noch drei Schritte nach links“ oder ähnliches wird geklärt und abgesprochen. Zur Erleichterung, aber auch zur Belustigung unbeteiligter Passanten verlangt mancher Owner, dass – bei strahlendem Sonnenschein – ein Regenschirm aufgespannt oder irgendein Schild hochgehalten wird. Das kann manchmal fast peinlich werden, aber da muss man durch, wenn man das Webcam-Icon in seinem Profil führen will.
Mit den Smartphones wurde es einfacher. Da kann man auch selbst schnell mal ins Internet und das Foto speichern. Ist auch angenehmer für den helfenden Freund, der, aus Übersee angerufen, schon mal lange nach Mitternacht – weil man die Zeitdifferenz falsch eingeschätzt hat  – aus dem Bett geklingelt wird.
Eine Hilfe, wenn man niemanden erreichen kann,  ist auch der  webfrosch.
Der speichert Bilder von webcams ab und hält sie 24 Stunden auf dem Server zum Download bereit. Innerhalb dieser Zeit hat man sicher Internetzugang und kann sich das Bild herunterladen. Nur, eine aktuelle Kontrolle bei der Aufnahme hat man so halt nicht.
Daheim wird dann geloggt
Wieder daheim oder noch von unterwegs im Internet angekommen, wird der „Fund“ mit allen anderen Finds geloggt und das Foto hochgeladen.

„With a little help from my friends“ wurde im März 1967, vor über 45 Jahren, in den Abbey Road Studios in London aufgenommen. Auf dem Weg dorthin quert man einen Zebrastreifen, so wie auf dem berühmten Foto seinerzeit im Gänsemarsch auch die Beatles. Und dieser Zebrastreifen ist wohl einer der berühmtesten Webcam-Caches „London – Beatles Abbey Road“ Veröffentlicht im Juli 2002 gibt es bisher fast 900 Besuche mit Fotos.
Einer der ältesten aktiven Webcam-Caches liegt in Boulder, Colorado. Die Pearl Street Webcam ist seit April 2002 bisher an die 350 mal von Cachern besucht und geloggt worden. Und über die Beschreibung des Caches kommt man auch auf die Spur des ältesten Webcam-Caches. Die Idee, einen Virtuellen Cache mit einem Webcamfoto zu verknüpfen und so eine neue Kategorie zu schaffen, kam ausnahmsweise kein Amerikaner. 
mrudy, ein sporadischer Genusscacher, der seit Juli 2001 gerade mal 232 Funden geloggt hat, hat mit der Frankfurt Webcam Virtual Cache am 16. Februar 2002 diese neue Kategorie erfunden. Aber schon damals gab es Verständnisprobleme: Ein Finder hat ein normales Foto mit seiner Kamera hochgeladen – Sinn nicht verstanden. Ein anderer beschwert sich über die 60 Minuten, bevor ein neues Bild gemacht wird. Zumindest einer der fünf Cacher, die diesen Webcam-Cache geloggt haben hat alles richtig gemacht. Nach nicht einmal drei Monaten und 5 Funden ist die webcam verschwunden und der Cache – auch ohne entsprechende Note – archiviert worden.
Aber so erging es ja auch der weltweit ersten Webcam, die bekannter Weise im Uni-Intranet die Kaffeemaschine im Trojan Room des alten Computerlabors in der Universität Cambridge zeigte. Mit der 1991 entwickelten Idee sollten unnötige Wege durch die langen Flure zur vielleicht leeren Kaffeemaschine vermieden werden. 1993 wurde die Webcam mit dem Internet verbunden und damit weltweit bekannt. Im August 2001 wurde der Betrieb eingestellt und die letzte Kaffeemaschine – ein deutsches Krups Modell – über ebay zu 3.350 Pfund von Spiegel online ersteigert, wenn man Wikipedia Glauben schenken kann.
Vielleicht schafft der letzte vor einem Webcam-Cache aufgespannte Regenschirm auch ähnliche Höhenflüge. Für die Erhaltung der Geocaching-Geschichte sollte man vielleicht beizeiten Groundspeak informieren. 

Dienstag, 8. Mai 2012

Ab ins Archiv – Das Ende von so vielen Caches


In meiner GSAK Datenbank „FINDS“ häufen sich die roten Felder mit den durchgestrichenen Cachenummern. Bei der letzten Aktualisierung waren es 2.925 Caches, die heute nicht mehr existent sind und ins Archiv gewandert sind und bei der nächsten Aktualisierung werden es wieder mehr sein.
Fast ein Drittel aller von mir gefundenen Caches gibt es heute nicht mehr. Das könnte einen traurig stimmen, aber Caches scheinen halt auch nicht für die Ewigkeit bestimmt - wie so manches im Leben.

Wenn Caches zu Events, Mega-Events oder CITOs ein paar Wochen nach dem Termin ins Archiv wandern ist das eine natürliche Entwicklung. Selbst dann, wenn teilweise nach Jahren immer noch Trackables und Coins eingeloggt sind.
Dass die virtuellen und die „reverse“ Caches gestorben sind ist eine politische Entscheidung, die von Groundspeak vor ein paar Jahren getroffen wurde. Nach und nach werden auch die letzten noch existierenden virtuellen den Weg in die Versenkung antreten, um dann vielleicht in ähnlicher Form bei Waymarking wieder zum Leben zu erwachen.
Vielen der archivierten Caches weint man keine Träne nach. Man kann sich kaum noch an diesen Cache erinnern, der vielleicht irgendwo lieblos in die Gegend geworfen oder an eine Leitplanke geheftet wurde. Aber es sind nicht nur diese Caches, die keiner vermisst, die verschwunden sind.
Auch ein Dutzend der von mir gefundenen Earthcaches sind heute archiviert. Der Hessenkreis war eine der ersten Rundwanderungen mit einer Reihe von Einzelcaches, die es in Deutschland gab. Ihn, wie auch einige andere meiner frühen Wanderrunden wie die Pfälzer Steinkreuze, die badische Steinkreuzvariante oder die Kirchbergrunde, gibt es heute auch nicht mehr.
Selbst Kultcaches wie der letzte APE-Cache in USA „Tunnel of Light“ oder „Das Geisterdorf“ (GCG8RT), ein Lost Place in der Maginot-Linie, und viele andere teilweise außergewöhnliche Caches,  blieben von der Archivierung nicht verschont.
Schwerpunkt der Archivierungen sind die Micros in den USA, aber auch bei uns oder selbst im Vatikan heißt es „Exitus“ für viele Caches. Der jüngste von mir gefundene und schon archivierte stammt aus dem Februar 2012 und wurde gerade mal drei Monate alt.
In vielen Fällen haben die Owner sich einem anderen Hobby zugewandt und das Cachen, manchmal nach kurzer euphorischer Phase, aufgegeben. Andere hatten Ärger mit den Grundstückeigentümern, mit Jägern, Förstern oder Anwohnern oder mitunter auch Probleme in der Community und archivierten verärgert ihre Caches. Andere wiederum hatten anscheinend einfach keine Lust mehr, ihre Caches zu pflegen, was bei oft Hunderten von Caches, die von einem Owner ausgelegt wurden, vielleicht auch nachvollziehbar ist.
Es gibt aber auch Caches, die, zur Schonung des Umfelds nach einer gewissen Lebenszeit zur Regeneration der Natur vom Owner deaktiviert wurden.
Alles Gründe, die man als Cachesuchender so akzeptieren muss. Schließlich verdanken wir den Auslegern – zumindest für eine begrenzte Zeit – die Möglichkeit neue Caches zu finden.
Sie sind halt wirklich nicht für die Ewigkeit gemacht und wenn ich mir meine eigenen Caches anschaue, dann erreicht meine Archivierungsquote auch einen ganz beträchtlichen Anteil und für jede Deaktivierung gibt es dabei gute Gründe.

Dienstag, 17. April 2012

Bonjour la France

Wenn es um Geocaching geht, dann ist unser westlicher Nachbar etwas spät aufgewacht.
Auch wenn archivierte Caches die Zahlen etwas verändern mögen, so geben die alten noch aktiven Caches doch ein deutliches Bild: In Frankreich sind von den vor 2002 ausgelegten Caches gerade mal 15 aktiv, während es bei uns in Deutschland immerhin noch 51 Caches sind. Per Ende 2002 hat sich der deutsche Vorsprung mit 343 Caches gegenüber 74 in Frankreich noch weiter ausgebaut.
Der älteste noch aktive Cache in Frankreich „La Vigie“ von Friso stammt vom 22. April 2001 und liegt in Provence-Alpes-Cote d’Azur zwischen Antibes und Fréjus. 100 Logs in fast 11 Jahren sind nicht sehr überzeugend.
Der erste noch aktive Cache im Elsass „Zinswiller North-Loop" von db8qm wurde am 16. November 2002 aktiviert. Obwohl er 30 km nordöstlich von Hagenau verkehrstechnisch günstiger liegt, wurde auch dieser Cache nur 96 mal gefunden.

Ist Geocaching in Frankreich kein Thema?
Die Schatzsuche, bei der für Groundspeak nach den USA Deutschland der wichtigste Markt mit den meisten Caches ist, wird in Frankreich etwas anders betrieben. In einer nach kostenloser Anmeldung zugänglichen Datenbank sind „Cistes“ gelistet, die den Sucher zu ähnlich versteckten und bestückten Tupperdosen und sonstigen Verstecken wie bei Geocaching führen. Allerdings gibt es keine coords sondern Weg- und Suchbeschreibungen ähnlich wie bei einer traditionellen Letterbox. Weltweit gibt es bei Cistes über 92.000 versteckte Dosen, davon allein 83.390 in Frankreich. Mit 149 Cistes in Deutschland nibbeln wir gegenüber Frankreich schon gewaltig ab. Kein Grund also, die Nase stolz hoch in den Wind zu halten.

sTeamTraen hat sich ab Anfang 2004 um das traditionelle Geocachen in Frankreich verdient gemacht und ist als Reviewer noch immer extrem aktiv. Er hat mit AlsaCache2005 am 15. Mai 2005 auch das 1. Event in Frankreich organisiert und uns mit einer Challenge mit Caches verstreut über das Elsass damals diese Region näher gebracht. Cacher aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland haben sich zum Schluss in Nicks Garten und in der Garage zum Abschluss getroffen. Auch die Lost Places, die Bunkeranlagen der Maginot-Linie hatten damals großen Zulauf.
Inzwischen ist Frankreich nicht mehr Geocaching Diaspora. Im wilden Süden unserer Republik hat man es einfach, kurz mal für eine Wanderung über die Grenze ins Elsass zu fahren. In Gambsheim kann man beim „L’aventure du Ried“ von cricri67 auf einer knapp 10 km langen Wanderrunde, teilweise entlang der Ill, durch das Ried 15 Caches finden. Gleich in der Nachbarschaft in ähnlicher Umgebung laden TimRox und Lingo zu ihrer 8 km langen mit 25 Caches bestückten Runde Les Hérons ein. Beide sind auch mit dem Fahrrad zu bewältigen und können kombiniert werden.
Die geotrouveurs haben südöstlich von Strasbourg auch in direkter Nachbarschaft Entre Dorlisheim et Rosenwiller (10 km – 32 Caches) und Autour du Katzenberg (8 km – 21 Caches) ausgelegt. Auch hier kann man die beiden Waldrunden für eine rund 20 km lange Wandertour kombinieren.
Neben diesen vier etwas größeren Runden gibt es in diesem Teil Frankreichs noch eine Reihe interessanter kleinerer Spaziergänge mit nett ausgelegten Caches.

Und am Ende des Tages kann man sich für die erfolgreiche Dosensuche vor der Rückfahrt noch mit echten elsässischen Flammkuchen belohen. Ich werde wohl in diesem Jahr bei der Durchfahrt durch die ehemaligen Grenzkontrollanlagen wohl öfter erwartungsfroh „Bonjour la France“ murmeln.
Wer noch nie im Elsass war muss sich nicht schämen. Die vielen Misteln auf den Bäumen lassen vermuten, dass auch Miraculix den Weg in diese Region noch nicht gefunden hat.

Montag, 13. Februar 2012

Wird der älteste Cache archiviert ?

Was hat The Kansas Stasher wohl motiviert, in dieser einsamen Gegend am 11. Mai 2000 mit Mingo den – nach Owner Info - weltweit 7. Cache und heute ältesten noch aktiven Cache auszulegen?

Es ist ein langer Weg von Denver in Colorado nach Kansas City am östlichen Rand des Staates Kansas. Fast 1.000 km fährt man auf der Interstate 70 nach Osten auf einer Straße, bei der man mit am Limit gesetztem Tempomat und zur Unterhaltung eingelegtem Hörbuch möglichst schnell Strecke macht. Es ist eine langweilige Strecke, denn wenig lenkt das Auge ab von der eintönigen Prärielandschaft und dem Doppelband der breiten Interstate. Zwischen Colby und Oakley nach etwa 400 km Fahrt kann man wenigstens eine Windfarm in der Ferne sehen, deren drehende Rotoren eine für das Auge willkommene Abwechslung darstellen.
Ausgerechnet in so einer Gegend, wo man das Gaspedal eher etwas tiefer drückt, um schneller voran zu kommen, hat er den Cache versteckt. Immerhin haben bisher fast 2.100 Cacher in dieser Einöde einen Stopp eingelegt, um den heute ältesten aktiven Cache GC30 zu suchen. Die 457 Favoritenpunkte gelten dabei wohl eher seiner historischen Bedeutung und weniger der Dose selbst oder der Schönheit der umgebenden Landschaft. Jetzt droht Mingo die Archivierung und nach der letzten Reviewer-Note zu urteilen, tickt bereits die ablaufende Uhr.

An einer Abfahrt von der I-70, die zu den wenigen Häusern von Mingo führt, hat The Kansas Stasher an einer Zaunecke vor einem Holzpfosten ein Loch gegraben, darin ein Rohr eingebuddelt und mit einer Abdeckhaube versehen, die ca. 10 cm aus dem Boden herausragte. Im Rohr selbst steckte dann der Cachebehälter mit Logbuch als abgedichtetes PVC Rohr mit dünnerem Querschnitt. Solche Verstecke kann man ja mitunter auch bei uns finden.

Über 10 Jahre hat der Cache so gut geschützt die Jahreszeiten überstanden und auch eine sporadische Überflutung hat ihm nicht geschadet. Dann loggte Leaky Spoon am 26. Juni 2011 eine traurige Geschichte: Der Cache war verschwunden und im Loch tummelten sich nur noch Käfer und Insekten. Sie fuhren weiter nach Colby und nach erfolglosem Versuch, mit dem Owner Kontakt aufzunehmen, handelten sie. Sie beschafften eine geräumige Plastikdose, Logbuch und kleinere Sachen zum Tauschen und machten sich mit einem Pflasterstein zum Beschweren der Box auf den Rückweg. Groß war aber dann die Überraschung vor Ort. Das Loch war inzwischen mit Erde vollständig aufgefüllt worden. Etwas die Erde aufgekratzt und so plazierten sie den neuen Behälter, der in der Folgezeit auch mehrfach gefunden wurde.
Aber auch die Plastikbox verschwand und heute scheint die Location zubetoniert mit einem Eisenstab und einem blauen Fähnchen „Do not disturb“.
Fundlogs für den später von anderen Cachern an den Zaun gehängten Ersatz-Micro wurden vom Reviewer gelöscht, denn „Mingo is not Mingo unless it is a regular-sized container“. Auch die vielen Notes im Cachelisting wurden von ihm gelöscht und seitdem findet die rege Diskussion im GC Forum statt.

Ist Mingo überhaupt noch der Originalcache und als ursprünglicher GC30 gerechtfertigt?
Einer der Diskussionsteilnehmer meint, dass ein Cache durch folgende Kriterien definiert ist: die Location, den Cachebehälter, Difficulty und Terrain. Wenn sich mehrere dieser Kriterien ändern, dann sollte man den Cache neu anmelden und den alten archivieren. Ich würde als 5. Kriterium noch das Listing hinzufügen.

Die coords von Mingo - aktuell „temp. disabled“ - haben sich bisher nicht verändert. An der Stelle wird man wohl keine Dose mehr plazieren können und man muss wohl einen nahe gelegenen neuen Platz finden.
Der Cachebehälter hat sich vom PVC-Rohr über eine Plastikbox zu einer Bisontube entwickelt. Das hat mit dem ursprünglichen Cache auch kaum mehr etwas zu tun.
Auch das Listing muss angepasst werden. Solange der Owner Änderungen ohne Eingriff eines Reviewers selbst vornehmen kann, wäre das IMHO immer noch der alte Cache. Doch dazu gibt es im GC Forum auch die unterschiedlichsten Meinungen.

Jetzt ist der Owner gefordert. Sollte er nicht aktiv werden, wird der älteste noch findbare Cache wohl endgültig archiviert werden. Historisch sicher schade, aber als drive-by Cache wohl kein besonders großer Verlust.
The Kansas Stasher hat ja mit seinem GC31 Arikaree in der Nähe der Grenze von Kansas zu Nebraska auch schon bewiesen, dass er es besser kann. Gleich neben seinem Cache - # 7 der noch aktiven, ausgelegt am 30.05.2000 – gibt es auch seit Juni 2011den Earthcache Arikaree Breaks
Ein durchaus interessante Gegend.

Wenn Mingo archiviert wird, dann wird GC12 5/12/2000
in Oregon zum ältesten aktiven Cache. Der scheint nun abgelegen in einem Wald eine wirkliche Herausforderung und kein drive-by zu sein. Walkabout 44 beschreibt in seinem Log vom 07.11.2011 sehr plastisch seine vier Anläufe bis zum „Got it!“.

Schade, dass ich den GC12 damals bei meiner Oregon-Tour übersehen habe. Knapp 10 Kilometer bin ich daran vorbei gefahren. Aber, noch existieren ja sieben aktive Caches aus dem Mai 2000, dem Monat in dem Geocaching das Laufen lernte: Fünf in USA und je einer in Australien und Neuseeland. Obwohl, am GC46 dem Geocache by Kevin Anderson bin ich in Neuseeland auf dem Weg von Wellington nach Norden auch schon ziemlich nahe vorbei gefahren. Da werde ich in Zukunft wohl mein Roadbook besser ausarbeiten müssen.

Montag, 30. Januar 2012

Er ist Deutschlands erster Geocacher

Als Dave Ulmer am 3. Mai 2000 den ersten Cache versteckte und die coords in einer Newsgroup veröffentlichte, da hat Geocaching das Licht der Welt erblickt.
Die Geschichte um die Geburtsstunde unseres Hobbys kann man auf vielen websites und in vielen Blogs nachlesen und jeder, der sich etwas mit der Geschichte von Geocaching vertraut gemacht hat, kennt die Story um den schwarzen verbuddelten Plastikeimer, den Inhalt und die ersten found-logs schon innerhalb weniger Tage.
Noch im Mai gab es dann die ersten Caches in Australien, Chile oder Neuseeland. Im Juni folgten dann Belgien, Großbritannien, Irland und Schweden. Nur Deutschland war noch einige Monate „Terra incognita“ oder Geocaching-Diaspora.
Wie hat Geocaching in Deutschland eigentlich begonnen und wer war Deutschlands erster Geocacher?
Es wäre doch schade, wenn bei der kaum 12 Jahre alten Geschichte des Geocachens die deutschen Wurzeln im historischen Dunkel verschwinden würden.
Gab es in old Germany eine ähnlich kreative und charismatische Persönlichkeit wie Dave Ulmer? Einen, der wie Dave auch die Nachteile des Geocachens, die mögliche Belastung der natürlichen Umwelt durch ein Massencachen, das Zertrampeln der Natur durch „Cachertrails“ früh erkannte und davor warnte?
Was gibt es über die deutschen Ursprünge zu lesen?
Ich begebe mich auf Spurensuche und durchforste Internet, websites, blogs und höre podcasts. Das Ergebnis ist leider etwas ernüchternd.
Wenn man deutsche Geocacher, die im Ausland ihren ersten Fund machten, ausschliesst, dann hat Geocaching in Deutschland mit dem ersten ausgelegten Cache GC77 First Germany begonnen. Versteckt wurde er am 2. Oktober 2000 von Ferenc, der damit der erste deutsche Geocacher zu sein scheint.
Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis man sich bei GC77 durch die rund 3.000 Logs durchgescrollt hat. Den 1. Fund loggte me am 19.10.2000. Es war auch der bisher einzige Fund von „me“, so wie es auch für chintanpatel mit dem STF am 2.12.2000 der bisher einzige Fund blieb. Auch vier weitere Funde im 1. Halbjahr 2001 von Vinnie- nici- & Linus, Raz, Giorgio und Horst stammen von Cachern, die über wenige Funde nicht hinausgekommen sind. Stolz schrieb Giorgio am 19.05.2001 in seinem Log: „This seems to be he most frequented cache in Germany. Trip from Berlin to Southern Germany did 2 caches on that day”. Ist halt alles relativ!
Wenn schon die ersten Finder keine bekannten Cachegrößen oder zumindest beständige Cacher waren, so sollte man doch erwarten und hoffen, dass zumindest Ferenc Franke, Mitglied seit 27.09.2000, sich zu einem Dosensucher mit stattlicher Fundzahl und zu einer in Cacherkreisen bekannten und geachteten Größe – ähnlich wie Dave Ulmer - entwickelt hat. Weit gefehlt!
Nach dem Verstecken von GC77 war für ihn erst einmal Ruhepause und eigene Funde – aktuell 82 – werden erst nach weiteren neun Jahren, ab 2009, dokumentiert. Wie ist so etwas möglich?
In einem hörenswerten Podcast von moenk aus dem April 2009 mit einem Gespräch mit ferenc erfährt man Hintergründe.
Von einem Arbeitskollegen hat er nach Aufhebung der künstlichen Verfälschung der coords von einem neuen Spiel „Geocaching“ in USA erfahren und als GPSr-Besitzer einen 1. Cache versteckt, der von Jeremy Irish auch schnell freigeschaltet wurde. Dann hat er sich allerdings nicht mehr damit beschäftigt und die Sache aus dem Auge verloren.
Ein Jahr und weniger als 10 finds des GC77 später erschien am 22.10.2001 in der BZ wohl einer der ersten Artikel in Deutschland über die Satelliten-Schnitzeljäger, die auf einem der Fotos ferenc, energiegeladen durch das Unterholz über Baumstämme springend, zeigt. Da war er aber schon ein Jahr nicht mehr aktiv.
Dass es den ersten deutschen Cache überhaupt noch gibt ist BlackyV
zu verdanken. Er hat den ältesten deutschen Cache 2005 adoptiert und so verhindert, dass er für immer im Sandboden Brandenburgs versinkt.
Im Podcast Interview von April 2009 zeigte sich ferenc überrascht, dass es heute Micros gibt und auch über Nanos und Geocoins und anderes mehr wurde er in diesem Gespräch erst einmal aufgeklärt. An wenig kann er sich im Detail erinnern. Wie sollte er auch, wo doch neun Jahre Geocaching in Deutschland spurlos an ihm vorbei gezogen sind. Erst seit 2009 ist er wieder ab und zu auf Dosensuche.
So haben wir eben keinen Dave Ulmer, aber einen sympathischen Gelegenheitscacher, mit dem das Geocachen im Oktober 2000 in Deutschland seinen Anfang nahm.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Ist "Cacherstats" gestorben ?

In der Vergangenheit wurde das Ranking von Geocachern mit mehr als 200 gefundenen Caches bei cacherstats jeweils am Dienstag und am Freitag auf den aktuellen Stand gebracht. Seit dem 12. September 2011 wurde die Statistik nun nicht mehr aktualisiert.
Hat der Owner die Lust verloren oder ist der Zugriff auf die Groundspeak Datenbank nicht mehr möglich und wir haben eine ähnliche Entwicklung wie bei Buxley’s Waypoint Liste ?
Damals, vor etwa 10 Jahren hatte Ed Hall mit „Buxley’s Geocaching Waypoint“ ein Projekt gestartet, das in der Frühzeit des Geocaching absolut neu war und eine Lücke geschlossen hat. Er entwickelte Schritt für Schritt Landkarten der US-Staaten und einer Reihe von Staaten auf allen Kontinenten, in denen die Position der Caches eingetragen war und bei denen durch Anklicken die Beschreibung aufpoppte.
Nichts Besonderes werden manche denken, denn diesen - heute selbstverständlichen Service - findet man jetzt auch auf den Karten von geocaching.com, geocaching.de und anderen Plattformen. Damals war das absolut neu, erleichterte die Suche nach Caches in der Umgebung und man konnte verfolgen, wie sich das Umfeld langsam mit Caches füllte.
Dann kam es ab 2003 zu Diskussionen und unerfreulichen Auseinandersetzungen mit Groundspeak über den Zugriff und die Nutzung der Cache-Datenbank. Eine Einigung wurde nicht erzielt, der Zugang zur Datenbank von Groundspeak für Buxley's Liste gesperrt und Anfang 2006 hat Ed alle bei GC gelisteten Caches aus seinen Karten entfernt. Seither dümpelt die Seite mit den Caches anderer Plattformen so dahin. Hat nun Cacherstats ein ähnliches Schicksal ereilt?

Ich habe immer wieder gerne mal in diesem Ranking gestöbert und der Statistikbalken mit meiner Position in Deutschland und weltweit war bis vor kurzem auch in mein Profil eingebaut.
Auch die Entwicklung von Geocaching konnte man aus dieser Ranking-Liste schön ablesen.
Ende 2007 hatte die # 1 weltweit 25.582 Caches gefunden und mit 2.336 gefundenen Dosen war man unter den Top 1000 Findern. Gerade mal 30.125 Cacher waren weltweit mit mehr als 200 Funden gelistet.
Drei Jahre später – Ende 2010 – waren es 109.592 Cacher und mit den Caches, die 2007 für eine Top 1000 Platzierung reichten, kam man gerade noch unter die Top 5000. Die letzte Aufstellung vom 12.09.2011 führt 142.249 Cacher – allerdings mit einigen Zahlenlücken.
Speziell in der deutschen Liste gibt es einige „Besonderheiten“, die man bei anderen Ländern und US-Staaten nicht finden kann. Etwa 10 % der „Top 100“ – wenn es nach der Anzahl der gefundenen Caches geht – haben sich anonymisiert. Sie tauchen nicht mit ihrem Cacher-Nickname auf, sondern sind nur als „Anonymous“ oder als leeres Feld mit Position und Anzahl der gefundenen Dosen enthalten. Die Streichung war nach Hinweis an den Owner der website jederzeit möglich. Deutschlands Top-Scorer ist überhaupt nicht enthalten. Warum sie sich auf diese Weise aus der Öffentlichkeit verabschiedet haben werden sie selbst am Besten wissen. Ich möchte die damaligen Diskussionen nicht nochmals aufgreifen und auffrischen.
Es wäre schade, wenn cacherstats als nicht mehr aktuell in der Versenkung verschwinden würde. Vielleicht hat es aber auch sein Gutes, wenn - mangels Vergleich - die in meinen Augen oft verbissene Jagd nach möglichst vielen Funden und einer „guten“ Ranking-Position ein Ende hat.
Schau ma mal!

Sonntag, 14. August 2011

Der Zweite ist immer der Loser

42 Jahre ist es jetzt schon her, seit Apollo 11 zum Mond aufgebrochen ist. 600 Millionen Menschen haben damals die verschwommenen Schwarz-Weiß-Bilder im Fernsehen verfolgt, als der erste Mensch am 21. Juli 1969 gegen 3 Uhr früh den Mond betreten hat. Fast jeder weiß, dass der erste Fußabdruck auf dem Erdtrabanten von Neil Armstrong stammt.
Wer aber war bei dieser Mission der zweite Mensch auf dem Mond und wie hieß der 3. Astronaut, der während der ganzen Mission mit dem Apollo-Mutterschiff nur den Mond umkreisen durfte? Die beiden haben sich nur bei wenigen ins Gedächtnis eingeprägt. Buzz Aldrin, der 20 Minuten später die Mondfähre verließ, war als Zweiter damit schon der erste Looser. Und Michael Collins, der auf dem Mutterschiff verblieb, den kennt ja wirklich kaum noch jemand. Oh doch, höre ich jemand einwenden, das ist doch der von Genesis. Naja, nicht ganz korrekt, der heißt Phil!
Dass Lance, ein anderer Armstrong, ein paar Mal die Tour de France gewonnen hat ist auch allgemein bekannt. Wer aber als Zweiter der Gesamtwertung in Paris angekommen ist, das wissen nur wenige, am ehesten wahrscheinlich noch Dr. Fuentes.
Dass Dave Ulmer am 3. Mai 2000, nur einen Tag nach Aufhebung der künstlichen Verfälschung der GPS Genauigkeit, ein paar Meilen von Portland einen schwarzen Plastikeimer mit CDs, einer Videokassette, Geldscheinen, einem Buch, einer Steinschleuder und einer Konservenbüche mit Bohnen verbuddelte und die genauen Koordinaten in einer Newsgroup veröffentlichte und er damit den 1. Cache ausgelegt hat, kann man unter ernsthaften Cachern als bekannt voraussetzen.
Für mich ist diese Story immer der Einstieg, wenn ich jemanden „Geocaching“ erklären soll.
Aber schon bei der Frage nach dem 2. Cache würde ich ins Schleudern kommen. Mike Teague hat zwar eine kleine Datenbank mit den ersten Caches in verschiedenen US Bundesstaaten angelegt, die dann im September 2000 von Jeremy Irish übernommen und mit der Web-Adresse geocaching.com weiter ausgebaut wurde. Aber die ersten etwa 150 Caches wurden recht willkürlich übernommen und haben keine nach Datum aufsteigend sortierten GC Nummer. Aus ihnen kann man nicht auf die zeitliche Reihenfolge der ausgelegten Caches schließen.
Wer also legte den 2. Cache aus? Auf jeden Fall war er ein Looser, so wie die vergessenen 2. Sieger der Tour de France oder Buzz Aldrin und Michael Collins. Vom Owner des 2. Caches spricht keiner, wenn es um die Geschichte von Geocaching geht.

Es könnte Mike Teague selbst gewesen sein. „Mike’s First“ und „Secret Lava Bed“ wurden nach seiner eigenen Datenbank wahrscheinlich am 7. Mai 2000 ausgelegt. Dave Ulmer schreibt am 10. Mai eine Story über seine Suche nach # 2 und # 3 im Gebiet vom Mount St. Helen, die auch bei den Aufzeichnungen von Mike Teague zu finden ist.
Aber waren das wirklich die beiden nächsten Caches und stimmt das Datum 07.05.2000 aus Mike Teague’s Datenbank?
Bei der Spurensuche stößt man auf einen Cache „First Divide“ in der Nähe von Salem, OR vom 8.5.2000 oder einen namenlosen Cache, der von James Coburn am 9.5.2000 in der Nähe von Los Angeles platziert wurde. Bis auf die Datenbank von Mike Teague sind die Quellen spärlich und nach dem Cache # 1 scheinen die nächsten Dosen in Vergessenheit geraten zu sein. Keiner der vorgenannten Caches existiert heute noch.
Auch der erste außerhalb der USA am 26. Mai 2000 von Kevin Anderson in der Nähe von Rotorua, Neuseeland versteckte Cache ist nicht mehr existent. Dafür lebt der von Paul Edwards am 18.05.2000 in Australien platzierte Cache zumindest als virtueller Cache „GC3E Lane Cove“ weiter, aber es ist halt nicht das Original.

Den ältesten noch an der Original-Location erhaltenen Cache kann man heute nach über 11 Jahren noch in Kansas finden. Aber das ist eine andere Story.