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Dienstag, 21. Mai 2013

GCB88 - Der alte Himmerich


Den Himmerich als Berg zu bezeichnen ist für das Empfinden eines Süddeutschen etwas schmeichelhaft und zuviel der Ehre. Im rechtsrheinischen Siebengebirge, im Südwesten von Nordrhein-Westfalen zwischen dem Rheintal bei Bad Honnef und der A 3 gelegen, ist der Himmerich mit 366 m nicht einmal die höchste und bekannteste Erhebung.
Der Große Ölberg bringt es auf 460 m ü NN und mit der Löwenburg und dem Lohrberg gibt es noch andere höhere „Berge“, die vom Rhein - auf 75 m Meereshöhe - aufsteigen. Selbst der etwas kleinere Petersberg ist bekannter, denn dort logieren im Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland die ausländischen Staatsgäste.
Sie werden wohl wenig von der landschaftlichen Schönheit des Siebengebirges mitbekommen, das 1922 mit 4.800 ha als eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands unter Schutz gestellt wurde.

In Cacherkreisen hat der Himmerich allerdings einen guten Klang, denn nahe seinem Gipfel wurde von konradzuse am 5. Juni 2001 ein Cache ausgelegt. Er gehört zu den 12 ältesten aktiven Caches Deutschlands. Dass er in den zwölf Jahren seiner Existenz von weniger als 400 Cachern gesucht wurde, mag wohl an der etwas abseits vom heutigen Cacherstrom liegenden Dose liegen - ein Regular natürlich, so wie es damals üblich war.  

Über die Jahre hat sich – anfangs zufällig und später auch gezielt – meine Matrix „Finds by Placed Month“ allmählich gefüllt. Neben den ersten Monaten vom Mai bis September 2000, für die wohl längere Reisen notwendig wären, gähnte nur noch im Juni 2001 ein einziges weißes Loch.
Zwei im Juni 2001 ausgelegte Caches gibt es noch in Deutschland. Neben dem GCB37 Triangle im Rems-Murr-Kreis noch den  GCB88 Himmerich
Beide als Multi Regular deklariert, obwohl der eine wohl eher ein Mystery und der andere ein Tradi ist. Weil von einer Cachingtour der Rückweg über die A 3 führte, habe ich mir für Pfingstsonntag den Himmerich vorgenommen.

Nach den vorangegangenen Regentagen zeigte sich der Himmel im strahlenden Blau bei herrlichem Sonnenschein. Das hat auch viele Spaziergänger und Wanderer aus dem nahen Bad Honnef auf die vielen Wanderwege gelockt und bei regem Publikumsverkehr konnte man ungewollt an der Unterhaltung und wahren Familiendramen teilnehmen. „Du hast schon wieder getrunken“ tönte laut und vorwurfsvoll die Ehefrau zu ihrem hinterher hechelnden Ehemann. Über Erziehungsprobleme der eigenen Kinder tauschte sich ein joggendes Ehepaar aus und andere stürmten grußlos mit dem Kompass-Wanderführer oder der Topokarte in der Hand an mir vorbei. Es war einfach unterhaltsam!

Wenn man sein Cachemobil am Servatius-Wanderparkplatz von Himberg kommend abstellt, dann kann man nach wenigen Metern schon den Cache an der Servatiuskapelle suchen. Die Kapelle selbst ist relativ groß, der Cache als Nano dafür umso kleiner.
Die Florianshütte ein kleiner Regenunterstand mit Sitzbänken liegt am Weg zum Himmerich.. Wenn man den Angaben in der Cachebeschreibung nicht folgt, dann kann man den zwar steilen, aber bequemen Pfad zum Gipfel verfehlen. Dann geht es eben auf einer Trittspur über Steine und Felsen noch steiler die letzten 33 Meter nach oben. Nach ein paar Minuten Suche war die historische Dose gefunden.

Himmerich Gipfel - Photo by Leit (CC BY-SA 2.0 DE)
Am Summit – was ja beeindruckender als „Gipfel“ klingt – gibt es ein paar größere Felsen. Dort kann man in der Sonne sitzend den Blick ins Rheintal geniessen und nach dem erfolgreichen Fund die Seele durchbaumeln lassen.

Auf dem Rückweg gibt es noch die Mäcki Hütte und das interessante  Pferdegalgenkreuz, bevor man nach rund 7,5 km oder 2:30 h wieder am jetzt gefüllten Parkplatz ankommt.

Eine schöne Tour, nicht nur wegen der jetzt gefüllten 2001er Matrix.
Die fehlenden Monate Mai bis September 2000 zu füllen wird sich so schnell wohl nicht ergeben. Noch stehen mir weltweit 48 Caches zur Auswahl bereit, die meisten davon in den USA. In Europa gibt es noch vom Juni 2000 den GC43 in Irland und für Juli 2000 den GC 40 in Belgien. Das wird so schnell wohl nix, aber man könnte ja – vielleicht, wenn es reinpasst, dann eben doch, irgendwann … Schau ma mal! 


Mittwoch, 14. November 2012

Von Bodenlegern und Baumhängern


Jeder hat so seine lieben Gewohnheiten und das gilt auch für das Verstecken von Caches im Wald..
Wer damit begonnen hat, seinen Petling oder seine Filmdose – es gibt ja kaum noch anderes – an die Wurzel einer dicken Fichte zu legen und mit einem Stein abzusichern, der wird diese Methode häufig beibehalten. Mangels einer dicken Fichte wird vielleicht auf eine Buche ausgewichen und der Stein wird auch einmal durch einen Hasengrill ersetzt. Das Grundprinzip der „Bodenleger“ bleibt: Wurzel und Hasengrill oder Stein.
Zu dieser Kategorie gehören auch die „Bodenstecker“, die Petling oder Filmdose an einer markanten Wurzelstelle tief in den Boden drücken und dann ähnlich mit Stein oder Hasengrill tarnen.
Besser vorbereitet verstecken die „Baumhänger“ ihre Caches. Da wird schon daheim vorbereitend ein Drahthaken oder ein Kabelbinder um den Petling befestigt und der Cache dann – meist in Augenhöhe – am Rande des Wegs an den Ast eines gut zugänglichen Baumes gehängt.
„Astlochbestücker“ gehören zu der Spezies, die jedes Astloch magisch anzuziehen scheint. Der Mikro ist hier bestens geschützt aufgehoben, sofern das Astloch nicht gerade der Eingang zu einer dahinter liegenden Wohnhöhle eines Waldbewohners ist, der, unwirsch über die Störung, das Döschen schon bald wieder nach außen befördert.
Bei den „Astgablern“ muss man, sofern das Versteck nicht einsehbar ist, vorsichtig agieren. Bei einem blinden Zugriff auf 2,30 m Höhe kann man schon – wie vor ein paar Jahren meine Erfahrung mit Feuerameisen in Florida – sehr schmerzhafte und negative Erfahrungen machen. Da manche Astverzweigung als kleines Kuhle ausgebildet ist, sammelt sich dort Regenwasser an  man wühlt im Sommer in schlammiger Brühe oder man schaut im Winter durch blankes Eis auf das eingefrorene Döschen.
Der "Dosenklemmer" drückt den Petling zwischen zwei sich verzweigende Äste, wobei Filmdosen häufig deformiert werden und nicht mehr wasserdicht schließen. Beim „Totholzschrauber“ steckt der Petling in einer am gesplitterten Baumstamm befestigten Blechlasche und die „Baumstammverstecker“ finden meist eine passende Astverzweigung an einem gefällten Stamm. Bei der Suche nach dem Cache eines „Erdwurzlers“, wo der Cache im erdverkrusteten Wurzelbereich eines von einem Sturm umgelegten Baums versteckt ist, kann man bei der Suche mitunter schon mal eine vor sich hindösende Kröte aus ihrem Versteck verscheuchen.
Nicht naturgegebene Verstecke wie Bänke, Pavillons oder Hinweisschilder werden als Varianten zur Abwechslung auch gerne genutzt und in eine Runde eingemischt..
Aber es gilt: Jeder hat so seine lieben Gewohnheiten und wenn man bei einer Wanderrunde in einem weniger bekannten Revier die ersten Caches eines Owners gefunden hat, dann kann man in der Regel davon ausgehen, dass der Rest ähnlich versteckt ist. Ein Bodenleger wird selten zum Baumhänger mutieren, sondern im Allgemeinen seiner Versteckmethode treu bleiben. Das macht ihn und seine Caches berechenbar und man kann bei so einer Wanderung mit kurzen Suchzeiten rechnen. Das ist durchaus angenehm, wenn die Wanderung - durch ein landschaftlich attraktives Gebiet mit schönen Aussichten - Mittelpunkt steht und man bei dieser Wanderung – aufmerksam gemacht und angelockt durch die Caches – als Abwechslung auch ein paar Döschen suchen will.

Es geht aber auch anders. Mitunter findet man eine Runde, bei der jeder Cache auf eine andere, teils sehr aufwändige Art versteckt ist. Bei diesen Runden ist die Suche nach der Dose der Schwerpunkt und die Wege dazwischen, von einem Cache zum anderen, nur Beiwerk. Auch so eine Cachingtour hat seinen großen Reiz.
Vor Kurzem war ich in NRW auf Tour und die  Polly’s Runde ist ein Beispiel für eine Waldrunde der zweiten Art. Neun Verstecke und jedes originell und anders gestaltet. Da hat sich der Owner Pollylabby mit seiner ganzen Kreativität ausgetobt und es gab sogar ein Versteck, dass ich in all den Jahren in dieser Form noch nicht gesehen habe. Ein originelles Highlight ist auch der abschließende Bonuscache. Seit Veröffentlichung Ende Juli 2012 wurde der Bonus 134 Mal als gefunden geloggt. Die dabei vergebenen 103 Favoritenpunkte sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, dass nicht nur einfache Wanderrunden, sondern auch etwas kniffligere Suchrunden ihre Fans haben.



Donnerstag, 11. Oktober 2012

Challenge-Caches auf der Sophienhöhe – die etwas anderen Mysteries


Wenn in den kommenden Monaten die Tage wieder kürzer werden und das neblige, kalte und nasse Herbst- und Winterwetter das Outdoor-Vergnügen etwas einschränkt, kommt abends die Zeit der Mysteries.
Dann sitzt man an seinem PC, surft zu verschiedenen Seiten und versucht, die Rätselcaches zu lösen, um dann, an einladend schönen Tagen, die tatsächlichen Koordinaten des Finals für die Suche vor Ort parat zu haben.
Und so entwickelt man sich Schritt für Schritt zum Experten in Kryptologie, kennt den Freimaurercode, die Morsezeichen und weiß, wie man Daten aus Bildern extrahiert. Man poliert seine Kenntnisse in Mathematik oder Geographie auf, sucht Gebäude oder Denkmäler in Google Earth oder löst Puzzles oder ein Sudoku. Zufrieden ist man erst, wenn der Geochecker grünes Licht gibt und die Koordinaten bestätigt. Dann wandert der Cache vorerst in den „to-do-Ordner“, um bei passender Gelegenheit in eine Caching-Tour integriert zu werden.

Challenge-Caches sind, wie alle Caches, die nicht in die üblichen Kategorien passen, Mysteries mit dem blauen Fragezeichen. Aber, sie sind etwas andere Mysteries. Bei ihnen sind die veröffentlichten coords die tatsächlichen Koordinaten, bei denen der Cache zu finden ist. Allerdings müssen zum Finden definierte Bedingungen erfüllt sein. Diese Voraussetzungen basieren auf den bisherigen persönlichen Leistungen und Funden eines Cachers und müssen beim Loggen entsprechend nachgewiesen werden.
Die ziemlich detaillierten Regeln für Challenge-Cacher sind in den  Guidelines oder auf der deutschen Reviewer-Seite nachzulesen.

Einige dieser Challenges, die man in den USA findet, haben sich bei uns noch nicht durchgesetzt. So kenne ich keine Challenge, bei der man als Voraussetzung Caches gefunden haben muss, bei denen der Cachename mit den Buchstaben des Alphabets von A bis Z beginnt und man das ganze Alphabet gefunden haben muss. Auch Herausforderungen – wie in den USA – mit 25 gefundenen Caches die das Wort „quiet“, „water“, „ice cream“ oder „welcome“ im Cachenamen enthalten oder 50 gefundene Caches mit einem Tiernamen, gibt es bei uns – noch – nicht. Aber wie so manches droht vielleicht auch diese Cacheart den Weg über den Atlantik nach Deutschland zu finden.

(Dank Nabane's Kommentar kenne ich jetzt auch zumindest drei ABC Caches - sämtlich in Baden-Württemberg: GC328Y0 ABC Cache Challenge von ichel bei Bad Herrenalb, GC3GQ6C A(lfa) B(ravo) C(harlie) Challenge by ivantino in Freiburg im Breisgau und den archivierten GC3DZ25 Anton, Berta, Cäsar (Challenge Cache) by Heumel01 in der gleichen Gegend. 
Danke für den Hinweis.)

Challenge-Caches gibt es in allen Regionen Deutschlands, aber das Zentrum und das Highlight deutscher Challenge-Caches ist wohl auf der Sophienhöhe bei Jülich im Landkreis Düren, NRW zu finden. Die Abraumhalde aus dem Braunkohle-Tagebau, die sich etwa 200 m über der Jülicher Börde erhebt und über 13 qkm einen langgezogenen Höhenzug bildet, hat sich durch Rekultivierung in den vergangenen fast 35 Jahren zu einem von vielen Wanderwegen durchzogenen Erholungsgebiet entwickelt.

Rund 40 Challenge-Caches sind hier oben versteckt. Die Prüfung, ob man die Qualifikation für einen Cache erfüllt, kann in der Vorbereitung schon aufwändig sein. 50 oder 100 Caches in Sachsen, Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg sind ja im Profil oder mit GSAK noch schnell nachzuprüfen. Ob man allerdings je ein Event in fünf verschiedenen Ländern besucht hat, einien Earthcache in jedem deutschen Bundesland oder in zwei aufeinander folgenden Monaten der Jahre 2000 oder 2001 jeweils drei Caches gefunden hat, das erfordert schon etwas mehr Sucharbeit.
Schade, wenn man sich anschließend seine Wanderroute zusammenstellt und mangels einem fehlenden Kriterium an einer Dose vorbeilaufen muss.
Obwohl die Difficulty-Wertung der Caches meist zwischen 2,5 bis 5,0 schwankt gab es in meiner 81-er Matrix nur einen Zuwachs, weil die Terrain-Wertungen sich korrekt an den Bedingungen vor Ort orientieren.
Am Ende waren es 13,8 km an einem sonnigen kühlen Herbsttag auf der Sophienhöhe – und 433 Höhenmeter in einer sonst recht flachen Gegend.
Wem diese Herausforderungen nicht genug sind, der kann sich dann noch am Powertrail Stasiboom im Herzogtum mit seinen 142 Caches austoben. Früher hieß diese Runde übrigens „Dosenruhm im Herzogtum“. Nach einer lt. Owner „Anscheiss- und Archivierungsposse“ in der Region wurde die Runde dann von ihm umgetauft. 
Aber das ist eine andere Geschichte.  

Samstag, 15. September 2012

Geocaching ist auf den Hund gekommen !


Mancher ist erst durch seinen Hund zu Geocaching gekommen und hat jetzt bei den Spaziergängen mit seinem besten Freund durch die gleichzeitige Suche nach den versteckten Döschen mehr Spaß und Freude.  Frauchen oder Herrchen und Hund gehen häufig gemeinsam auf Cachingtour, wobei der Vierbeiner bisher immer der passive Mitläufer war. Das soll sich jetzt ändern, denn Geocaching ist auf den Hund gekommen!

Beim „Geodogging“ werden in Zukunft Mensch und Hund als echtes Team zusammenarbeiten. Der Mensch führt den Hund nahe an die Koordinaten des Verstecks heran und der treue Vierbeiner sorgt mit seinem feinen Geruchssinn für den Rest, d.h. das Aufsuchen der Dose, was er dann statt mit einem freudigen „Gefunden!“ wohl mit einem aufgeregten Bellen kund tut.
Das Eintragen ins Logbuch ist dann wieder Sache des menschlichen Partners. Ob der Hund sein eigenes Account bekommt, ist wohl eine Entscheidung, die noch überdacht werden muss, was übrigens auch für das Anmelden eines Premium-Accounts gilt.
Bei Multis muss bei Rechen- und Kombinationsaufgaben wohl auch der menschliche Partner helfend eingreifen, aber so ist es halt bei Teamarbeit, wo jeder die Aufgaben lösen sollte, die seinen Veranlagungen und Fähigkeiten am ehesten entsprechen.

Voraussetzung für den Erfolg dieser Teamarbeit ist, dass der Cache einen Geruchsstoff enthält, auf den der Hund konditioniert wird. Beim Konditionieren wird der Hund mit dem Kommando „Such Cache“ auf die Geruchsprobe konditioniert und bei Erfolg entsprechend belohnt. Schon nach einer Woche Training soll der Hund dann in der Lage sein, einen echten Cache zu finden.
Dazu muss der Cache allerdings zuerst mit dem Geruchsstoff bestückt sein, der praktischer  Weise im Geodogging-Shop erhältlich ist. „Es kann nur einen geben“ – einen Geruchsstoff, denn nur auf diesen ist der tierische Partner konditioniert und bei anderen Gerüchen würde er wohl versagen. Auch sollte man nach meiner Meinung den Geruchsstoff nicht in die Tupperdose selbst einbringen, da Gerüche aus den dichten Dosen wohl kaum nach außen verströmen. Nach ca. 3-4 Monaten riecht die Probe nicht mehr intensiv genug und muss ausgetauscht werden – aber dazu gibt es ja den Geodogging-Shop.

Wenn es sich um einen Cache handelt, der noch kein „Dogcache“ ist, dann empfiehlt Geodogging, diesen erst ohne tierische Hilfe zu suchen. Anschließend sollte die Geruchsprobe platziert werden und dann darf der Hund erneut suchen. „Der nächste Geodogger wird es Ihnen danken“.
Damit der Hund nicht seine Freude an der Suche verliert, darf nach erfolgreichem Fund die Belohnung nicht vergessen werden.

Geodogging hilft mit wertvollen Hinweisen für das Verstecken von eigenen Caches: Möglichst im Wald oder in freier Natur soll der Cache liegen und die Größe der Hunde soll beachtet werden. Einen Cache in 4 m Höhe kann der Hund nicht finden! Viele Cacher allerdings auch nicht.
Als weiteren Anreiz gibt es mit „TRAVELDOGS“ dann auch noch Trackables, die von einem Geodog gefunden werden können. Wie hier die Geruchsprobe angebracht wird, entzieht sich meiner Vorstellung.

Wer jetzt vielleicht denkt, dass dies wohl eine am 1. April zu bloggende Idee ist, der irrt! Bei  Geodogging wird ernsthaft und ausführlich beschrieben, wie das Ganze funktioniert.

Im Raum Krefeld gibt es bereits eine Handvoll spezielle „Dog-Caches“ – sogar mit einem Bonus-Cache für die Serie - und auch einige Standard-Caches sind bereits mit Geruchsstoffen ausgestattet.
Der am 26.08.2012 veröffentlichte Dog-Cache Nr. 9 wurde bereits mehrfach gefunden – mit und ohne Hund. Und der kleine und gemeine Micro "Ja wo ist er denn" kommt schon auf über 150 Funde - meist wohl ohne Hund. Der wurde allerdings vor kurzem gemuggelt. In seinem Log schreibt ein Cacher: „Glück im Unglück. Die Büx und das Logbuch lagen zwar offen herum, aber dank der guten Witterung ist alles soweit in Ordnung. Habe den Cache hoffentlich wieder korrekt platziert“. Ob Benbulbin selbst, oder ein tierischer Begleiter die gute Witterung hatten, ist aus dem Log nicht ersichtlich.

Man wird jetzt wohl des öfteren statt eines euphorischen „Gefunden!“ ein begeistertes „Wau Wau“ in Feld, Wald und Flur hören können. 

Mittwoch, 14. März 2012

Meine Ruhrpott Caching-Tour

Manche Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern sind flächenmässig größer als das gesamte Ruhrgebiet. Doch, wo in so einem Landkreis in Deutschlands Norden weniger als 275.000 Menschen leben, da drängen sich im Ruhrpott, dem größten Ballungsraum Deutschlands, über 5 Millionen Einwohner. Man muss da schon aufmerksam auf die Straßenschilder achten, denn sonst verpasst man bei der dichten Bebauung den Übergang von einer Stadt in die nächste.
Wenn man sich das Ziel gesetzt hat, Deutschland besser kennen zu lernen und in jedem Landkreis und jeder kreisfreier Stadt einen Cache zu finden, dann muss man aber sowohl nach Mecklenburg-Vorpommern als auch in den Kohlenpott und damit zwei Regionen bereisen, die gegensätzlicher wohl nicht sein können.
Dieser Tage habe ich meine 435-Challenge wieder aufgenommen und mich mit etwas zwiespältigen Gefühlen nach NRW ins Ruhrgebiet auf den Weg gemacht. Zwiespältig, weil mir freie und unverbaute Landschaften mit weitem Blick über das Land stimmungsmäßig eher liegen als verdichtete Stadtlandschaften. Auf der Dreitagestour musste ich dann meine gesunden Vorurteile revidieren.

Auf der Anfahrt habe ich mir im Oberbergischen Kreis zum Warmlaufen eine Wanderrunde um den Stausee der Lingese ausgesucht. Der kleine Stausee, vor 1900 zur Flussregulierung und Brauchwasserversorgung gebraut, ist heute mit seinen vielen Campingplätzen mehr ein Freizeitpark. Der Rundgang Linge führt meist auf Fahrradwegen auf ca. sechs Kilometer rund um den See. 22 einfache Tradis sind auf der Runde versteckt.
Selbst am frühen Morgen sind Jogger, Nordic Walker, Vogelbeobachter oder Hundeausführer unterwegs und dann lässt man die eine oder andere Dose doch lieber links liegen, um bei den vielen Muggles den Dosenstandort nicht zu gefährden. Den einfachen Multi Linger Grund kann man ohne Zusatzweg dann integrieren, wenn man die Runde von # 22 abwärts nach # 1 läuft.

Wer gerne Earthcaches sucht, der ist in Wuppertal, meiner ersten Relaisstation, gut aufgehoben. Schüler eines Gymnasiums haben einen rund 10 km langen Geologie-Lehrpfad erarbeitet und mit Schautafeln versehen, die auch von Cachern als ECs genutzt werden. Bei rund einem Dutzend dieser Caches kann man interessante devonische Verwerfungsstrukturen, den Hohenstein oder einen im Untergrund verschwindenden Bach besichtigen.
Nicht immer sind die ECs das Gelbe vom Ei und das Naturdenkmal Silberkuhle ist zum Beispiel stark vermüllt. Wenn es auf leere Actimel Fläschchen Pfand gäbe, hier könnte man sich finanziell sanieren.

Der am 2. Tag geplante Morgenspaziergang auf der Runde um Holthausen musste dann leider entfallen, weil die Runde ein paar Tage vorher archiviert wurde. „Leider scheint das hohe Cacheraufkommen die Anwohner des Dorfes zu sehr zu stören. Das ist natürlich nicht in unserem Sinne, daher archivieren wir nun die Holthausen-Runde“ schreibt der Owner am 4.3.2012. Man sollte seine PQs wirklich nur sehr zeitnah ziehen. So ging es halt ab nach Bochum an die Ruhr-Universität, wo auf dem weitläufigen Gelände auch das eine oder andere Döschen liegt.

Inmitten eines Naherholungsgebiets, in einem Wald mit alten Eichen, die ein paar Hundert Jahre auf der Borke haben, liegt die Wasserburg Schloss Lüttingshof. in Gelsenkirchen-Hassel. In dieser Ecke hat Skydancer01 eine Tradirunde mit 11 Caches ausgelegt, die auf Wanderwegen ein paar Kilometer durch den ruhigen Forst führt.
Ruhig ist es wahrscheinlich an Werktagen. Heute herrschte reger Publikumsverkehr, denn das angenehme Frühlingswetter hat viele zu einem Spaziergang herausgetrieben. Da musste ich bei der Suche schon mal meine Kamera zücken, um den Eindruck eines Fotografen zu mimen, der ausgiebig Baum- und Wurzelstrukturen auf den Chip bannt. Bei einem Cache habe ich beim Anmarsch Slow-Go eingelegt, denn da suchte schon Akku46149 nach der Dose. Man muss sich ja nicht gleich aufdrängen. Von einem erfolgreichen Fund kann man allemal profitieren und mitloggen, was dann auch passierte.
In der Kleingartenanlage, wie auch sonst in ähnlicher Umgebung, flatterten jede Menge Schalke-Fahnen. Die Fans hängen ihre Fahne nicht in den Wind, sondern stehen - auch bei Gegenwind -zu ihrem Verein und hatten nach dem heutigen Sieg über den HSV sicher ihre Freude.

Mein absolutes und sehr empfehlenswerte Highlight war die Buchenbuschrunde in Duisburg zwischen Buchholz und Wanheimerort. Die Runde mit sieben Caches, die mit „Beifang“ sich auf etwa 15 Caches bei 6,8 km in 3:20 h hochschaukelt, wird auch von Hundebesitzern geliebt und mangels dichtem Strauchwerk im Buchenwald ist man häufig weithin sichtbar. Als ich gerade ein Logbuch versteckte, wurde ich von einem im Eiltempo herandüsenden Yorkshire Terrier lauthals verbellt. Erwischt, denn das Frauchen kam gleich hinterher. Es war aber kein Muggel, sondern Peppino1. die Ownerin der Runde. Der Yorkie Peppino, dessen hübsches Gesicht man im Profilfoto sehen kann, schützt nur „seine“ Caches und verbellt die Besucher. Als wir dann gemeinsam zum nächsten Cache der Runde gingen, hat er zwar wieder angefangen kräftig zu bellen, aber den genauen Standort musste ich dann schon selbst suchen.
Abwechslungsreiche und originelle, liebevolle gestaltete Caches, wie man sie leider nicht zu häufig findet, wurden mit ziemlich genauen coords wegnah ausgelegt. Manchmal ganz schön knifflige Locations mit überraschenden Funden. Meine verfügbaren Farovitenpunkte haben auf dieser Runde etwas abgenommen. Wir haben länger geplaudert und so kam auch mein Zeitplan etwas durcheinander.

Am Düsseldorfer Messegelände hatte ich – so absurd das klingt – am Messeparkplatz Probleme für die WoMo und boot Caches einen Parkplatz zu finden. Die Reihen waren alle abgesperrt. Etwas abseits dann doch noch einen Platz gefunden und bei einem kleinen Spaziergang dann den alten WoMo 2006 Cache und ein paar andere gefunden.

Für die gesammte CiBB Runde im Bürgerbusch in Leverkusen hat es mir dann leider nicht mehr gereicht, obwohl diese Runde es verdient hätte Auf meinen 4,3 km konnte ich immerhin fünf der 10 Tradis suchen und finden. Dann musste ich abbrechen Auch diese Runde mit den interessanten Caches kann ich als Waldwanderung mit interessanten Caches nur empfehlen.

Der Ruhrpott ist anders, als ich mir das vorgestellt hatte – aber man ist ja lernfähig. Irgendwann werde ich wohl wiederkommen. Vorerst sind aber andere Regionen dran. Mit 349 Landkreisen ist bis zum Ziel 435, wo auf meiner Landkarte dann ganz Deutschland eingefärbt sein wird, doch noch ein längerer Weg. Vor allem, weil die Entfernungen zum Zielgebiet größer werden, was auch die Mineralölindustrie freut.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Immer nur Schneewittchen !

Des Deutschen liebstes Märchen scheint wohl „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zu sein. Und das gilt nicht nur für die Märchenfreunde, sondern auch für die Cacher-Community.
Es gibt kein Märchen, das häufiger als kleine Wandersuchrunde umgesetzt wurde. Bei der Namenssuche nach „Schneewittchen“ werden mindestens acht dieser Runden aufgezeigt. Ich möchte aber auch nicht ausschliessen, dass mir da vielleicht auch ein paar Mainzelmännchen reingerutscht sind.
Weil es meist kleine Runden sind, die sich mit Kindern an einem Nachmittag leicht bewältigen lassen will ich als Anregung ein paar auflisten: Es gibt sie in Baden-Württemberg (by trackbears) nördlich von Öhringen, Nordrhein-Westfalen (by antute) bei Büren in Brandenburg (by aldobe) nahe Cottbus und in Sachsen (by woschu) laufen die Zwerge durch die Laußnitzer Heide.
In Thüringen südöstlich von Jena war dj-Robson aktiv und in Bayern gibt es gleich mehrere davon: Bei Sauerlach südlich von München – die aktuell allerdings deaktiviert im Winterschlaf sind - in der Nähe von Gräfenburg (by nodie34) und von der Löwengruppe bei Lauf an der Pegnitz >. Über die Zwerge am Laacher See habe ich ja schon früher einmal gebloggt.
Das ist sicher nur eine kleine Auswahl und ein paar andere Runden habe ich bestimmt übersehen.

Aber muss es denn immer nur Schneewittchen sein?
Es gibt das Märchen über die sieben Schwaben, die sieben Raben oder auch das tapfere Schneiderlein mit „7 auf einen Streich“ würden sich anbieten. Als Tagestour könnte man die 12 Apostel auslegen und für Powercacher „Ali Baba und die 40 Räuber“.
„6 Diener“ würde ich wegen möglicher falscher Assoziationen nicht unbedingt empfehlen.
Und bei den Märchen aus 1001 Nacht hätte ich auch so meine Bedenken. So eine Runde wurde ja erst kürzlich archiviert.