Posts mit dem Label Logs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Logs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 15. April 2013

Wann ist ein Fund ein Fund?


Seit 1984 nuschelt Herbert Grönemeyer höchst erfolgreich die rhetorische Frage „Wann ist ein Mann ein Mann“, ohne in einem der erfolgreichsten Songs seiner Sängerkarriere eigentlich eine Antwort darauf zu geben. Das muss er ja auch nicht, denn was – zumindest biologisch – einen Mann ausmacht, das gehört ja dann wohl doch zum Allgemeinwissen.

Die Frage „Wann ist ein Fund ein Fund“ ist da eher umstritten und in Cacherkreisen  scheint es dazu durchaus unterschiedliche Meinungen zu geben.  Quick and dirty:  Ein Cache darf als gefunden geloggt werden, wenn der Cachername ins Logbuch des Caches eingetragen ist.

So einfach ist es aber nicht immer. Bei den ausgelaufenden Virtual Caches gab es nie ein Logbuch. Hier mussten Fragen beantwortet werden und nach einer e-mail an den Owner mit den Antworten wurde der „Fund“ geloggt.
Die meisten Antworten konnte man sich - mitunter mühsam - ergoogeln, aber was macht man nicht alles für einen Länderpunkt in der Antarktis, in Kenia, in einer Reihe von anderen Ländern oder in diversen US-Staaten. Amerikanische Cacher haben sich dann über diese Logunsitte - speziell von deutschen Cachern – aufgeregt, denn auch bei einem Virtual Cache sollte ein Besuch an der Location Voraussetzung für einen Fundlog sein.
Nachdem Groundspeak ex cathedra verkündete: „Ohne Cachebehälter und Logbuch kein Cache“ wanderten die Virtuals in die Versenkung und es gibt nur noch wenige, die nach einem Besuch vor Ort logbar sind.

Auch bei Earthcaches fehlt das Logbuch und selbst der Fotonachweis, dass man an der geologischen Besonderheit war, ist nur noch freiwillig. Man muss nach Beantwortung der Fragen auch nicht mehr auf die Logfreigabe durch den Owner warten, die mitunter wirklich lange auf sich warten ließ, sondern darf nach den Richtlinien sofort loggen.

Zumindest bei den wenigen noch existierenden Webcam-Caches ist ein Fotonachweis gefordert. Häufig kann man darauf zwar den Cacher nur als kleinen Punkt sehen und schon gar nicht identifizieren. Aber zumindest der Nachweis, vor Ort gewesen zu sein, ist erbracht.

Für alle anderen Cache-Arten gilt der Name im Logbuch oder auf dem Logstreifen als Fundnachweise. Oder … vielleicht doch nicht?

„Aus zeitlichen Gründen musste ich die Runde leider abbrechen. Aber da ich alle anderen Caches der Runde gefunden habe, hätte ich auch diesen gefunden und erlaube mir daher den Cache als gefunden zu loggen.“

Dieser Online-Log ist nicht Satire, sondern den habe ich in dieser Form vor kurzem echt gefunden. Nur die Quelle bzw. den Cache habe ich mir nicht notiert. Vielleicht stößt jemand auf diesen originellen Log und gibt mir Bescheid. Schon lustig, was es so alles gibt.

Etwas grenzwertig sind auch die Fotologs. Bei stark vermuggelten Locations hat der Owner mitunter das Loggen per Foto und ohne Eintrag in den Logstreifen im Listing genehmigt. Das dient letztlich dem Schutz der Dose und dagegen ist auch nichts einzuwenden.
Es hat sich aber auch eingebürgert, dass man bei einer abhanden gekommenen Dose den Ort des Verstecks fotografiert und den Cache als gefunden loggt. Das ist nur dann etwas peinlich, wenn der Cache tatsächlich noch vorhanden ist und nur nicht gefunden wurde.
Caches mit mehreren DNFs suche ich generell nicht oder logge eben ein „Nicht gefunden“. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er sich in so einem Fall verhält.

Nicht immer steht der eigene Name im Logbuch. Wenn man mit mehreren anderen Dosensuchern unterwegs ist, dann ist auch ein Teamlog korrekt. Im Laufe der Jahre bin ich schon mit den unterschiedlichsten, meist geographischen Teamnamen, in diversen Logbüchern vertreten. Es macht ja auch keinen Sinn, vor der Dose stehend abzuwarten, bis man bei fünf oder mehr Cachern endlich mit dem Eintragen am Zug ist. Im Online-Log wird dann jedoch auf den Team-Eintrag verwiesen, damit sich der Owner nicht über den Log wundert. Ich glaube allerdings, dass die Zeiten, in denen vom Owner die Einträge im Logbuch mit den Online-Logs verglichen werden, wohl auch der Vergangenheit angehören.

Eine besondere Art des Loggens habe ich erst vor ein paar Tagen praktiziert. Mühsam hatte ich eine Buche an einem Bach erklommen. Den Kugelschreiber habe ich mir hinters Ohr geklemmt, um oben am Baum nicht groß in meinen Taschen wühlen zu müssen. Endlich an der Dose angekommen, mich an Ästen und am Stamm mit den Beinen und einem Arm sichernd, ging die freie Hand zum Stift. Nur -  der war beim Aufstieg wohl unbemerkt leider in den Bach gefallen. Ersatzstifte lagen im Rucksack und der im Cachemobil, das ein paar Hundert Meter entfernt parkte.
So zündete ich mir in luftiger Höhe eine Zigarette an und brannte ein kleines Loch in den Logstreifen des Petlings als meinen Fundnachweis. In der Zwischenzeit steht neben dem Loch auch mein Name, den ein anderes Team, das ich auf dem Rückweg traf, netter Weise eingetragen hat.

In den nächsten Tagen werden wohl zwei Fundeinträge von mir gelöscht werden. Auf einer kleinen Wanderrunde mit netten und originellen Verstecken fand ich auch zwei Vogelhäuschen mit verschlossenem Einflugloch, einem kleinen an eine Ecke geschriebenen GC und nach dem Öffnen zwar keine Dose, aber einen Logstreifen mit mehreren Einträgen. Da habe ich mich dann auch eingetragen.
Gestern schrieb mir der Owner eine e-mail, dass ich meinen Fund auf einen DNF ändern sollte, da dieser Logstreifen nicht das richtige Versteck wäre, was durch die D-Wertung von 3,0 ja ersichtlich sein sollte. Die Klappe aufzumachen genüge nicht, da steckt noch mehr dahinter wurde ich belehrt.
Es gibt immer wieder Überraschungen und seit ich auf Dosensuche gehe ist das das erste Mal, dass ich mit so einer Reaktion konfrontiert bin. Er mag ja recht haben mit seinem besonderen Versteck und so habe ich ihm angeboten, meinen Fund-Log einfach zu löschen.
Ich werde meinen Log selbst nicht ändern und ihm auch den Favoritenpunkt für die nette Runde nicht entziehen – aber ich bin um eine Erfahrung reicher, dass Name, Datum und Uhrzeit auf einem Logstreifen halt als „Fund“ manchmal doch nicht ausreichen.

Sonntag, 19. August 2012

„Beifang“ ist kein gutes Wort


Wer eine größere Runde für eine Cachingtour vorbereitet, der lädt bei einem Powertrail meist nicht nur die Koordinaten der zur jeweiligen Runde gehörenden Caches auf sein GPS herunter. Über die große Karte in der Cachebeschreibung, über Google Maps oder als PQ mit definiertem Umkreis, Rechteck oder entlang einer Route wird geprüft, ob andere Caches nahe der geplanten Route ausgelegt wurden, die man dann in seine geplante Runde integrieren kann.

Gerade bei Wanderrunden gibt es oft eine Reihe von interessanten zusätzlichen Verstecken zu finden, da zeitlich früher gelegte ältere Caches auf dem Weg liegen und wegen der Abstandsregel dem Ausleger einer Runde manche geplante und vorgesehene Position blockieren.

In manchen Beschreibungen habe ich schon gelesen, dass man bei der Runde auf solchen „Beifang“ achten soll und manche Cacher – so auch ich – verwenden dieses Wort dann auch unreflektiert in ihren Logs. „Gefunden x Caches der Runde und y Caches als Beifang“. Das klingt ja ziemlich cool, wird aber den Ownern dieser „Beifangcaches“ kaum gerecht.

Die haben sich die Mühe gemacht, eine interessante Location zu finden, häufig eine nette und originelle Dose oder ein sonstiges Versteck gebastelt und dann einen Cache ausgelegt, der oft origineller und „werthaltiger“ ist, als die später von einem oder mehreren anderen Cachern platzierten Petlinge oder Filmdosen.

Nach Veröffentlich folgt meist ein Ansturm auf die Powerrunde und damit auch auf den früher ausgelegten Einzelcache. Dass der Owner jetzt häufiger das Logbuch wechseln muss und der Weg zum gut versteckten Cache durch den schnell entstandenen Cachertrail auch ohne GPS bald deutlich erkennbar wird mag er ja noch verschmerzen. Den Cache aber in den Logs als „Beifang“ zur xy-Runde bezeichnet zu finden, das würde mir als Owner weh tun. Besonders dann, wenn der Log für diesen Cache nur aus dem x-ten Copy & Paste Log der Runde besteht, mit der dieser Cache ja nun wirklich nichts zu tun hat.

„Beifang“ mag für manchen ein cooles Wort sein. Nur geht es komplett an der Sache vorbei, wenn man damit einen im Rahmen einer anderen Runde gesuchten Cache meint.

In der Fischerei, woher dieses Wort ja stammt,  wird als Beifang der Teil der Fische und anderer Meerestiere bezeichnet, die beim Fischen mit Massenfanggeräten nicht das Fangziel sind, sondern ungewollt im Netz hängen bleiben und meist als Abfall tot oder sterbend wieder zurück ins Meer geworfen werden. Manchmal gehören sogar Meeresschildkröten, Seevögel und sogar Delfine zu diesem Beifang.

Diese außerhalb der Runde existierenden und gefundenen Caches sind aber durchaus ein „Fangziel“, ungewollt werden sie ja nicht gefunden und als Abfall würde sie wohl auch niemand bezeichnen.

Nicht nur mit der Bezeichnung liegt man völlig daneben.  Es ist auch ein Gebot der Höflichkeit diesen Cache-Ownern gegenüber, die falsche Bezeichnung „Beifang“ zu vermeiden und seinem Cache durch einen vernünftigen individuellen Log gerecht zu werden.
Ich jedenfalls gelobe Besserung und habe das „Beifang“ aus meinem Wortschatz gestrichen.