Montag, 20. Februar 2012

Das Ulmer Frauen-Event

Am Rosenmontag, kurz nach dem morgendlichen Frühstückskaffee, las ich im Blog von Spike05de seinen Beitrag zum Event GC3CFFP Holde Weiblichkeit in Ulm.
Das „Treffen Holder Weiblichkeit“ findet am Weltfrauentag, dem 8. März 2012, statt und beginnt lt. Spike05de für weibliche Cacher um 18:30 Uhr. Männer dürfen dann zwei Stunden später zur Frauenrunde dazu stoßen.
Die Ulmer Cachergemeinde war ja schon immer kreativ, wenn es um besondere Caches oder außergewöhnliche Events ging. Das Ulmer Fort mit dem umfangreichen Beiprogramm war im Juni 2010 eines der interessantesten Mega-Events, bei dem ich dabei sein durfte. Beim Folge-Event musste ich passen, denn da war ich schon auf dem Trip nach USA. Aber ein GeoWoodstock hat ja auch seinen Reiz.
Die Organisatoren waren damals Die Ulmer,
Das Event „Holde Weiblichkeit“ wird lt Spike05de von Ulmer Geocacherinnen organisiert, wobei im Listing allerdings nur eine singuläre Sockenpuppe namens Sandfrau genannt wird.
Im Listing selbst steht auch nichts von den weiblich und männlich gesplitteten Anfangszeiten. Da muss man sich schon zu den Hinweisen im Ulmer Forum durcharbeiten.
Bei 60 Teilnehmern wird das Event gedeckelt. Mehr Platz ist in der „Krone“ anscheinend nicht vorhanden. Wenn jetzt diese Zahl bereits von weiblichen Cacherinnen mit Beginn um 18:30 h erreicht wird, haben dann zwei Stunden später männliche Cacher überhaupt noch Zutritt? Muss die holde Ulmer Weiblichkeit dann die Schäbische Hochzeitssuppe zu EUR 4,20 alleine auslöffeln oder ohne männliche Begleitung die Alb-Linsen mit Saitenwürstle und gerauchtem Bauch zu EUR 9,20 verzehren.
Die Ulmer Event-Idee, die einer Challenge nahekommt – ist es eine Herausforderung weiblich zu sein? - hat auch mich kreativ werden lassen. Um die hohen Event-Teilnehmer-Zahlen in geordnete Bahnen zu lenken, könnte man ja in Zukunft noch andere Kriterien einführen, deren Erfüllung Voraussetzung für eine Teilnahme ist.
Ein „2000 Plus Event“, bei dem nur zugelassen ist, wer mindestens 2.000 Funde nachweisen kann. Da wäre dann das „Oregon-Event“ für alle Cacher, die mit einem Garmin Oregon auf Tour gehen. Ein „iPhone-Event“, bei dem sich mancher verächtlich abwenden würde oder ein „T5-Event“ für Baumkraxler. Das wäre gerechtfertigt, wenn es auf mindestens 10 m Höhe in einem Baum stattfindet. Getränke könnten bei so einem Baum-Event von Hilfstruppen am Boden in das regelmässig herunter gelassene Körbchen gelegt werden, wobei als Anreiz für die bodenständige Unterstützung ein Eintrag ins Logbuch Anreiz sein könnte.
Wenn man in kleiner Runde zusammenkommen will, dann sei ein „1000 Mystery-Event katholischer GSAK-Nutzer“ empfohlen. Was mir jetzt so spontan eingefallen ist kann sicher noch ausgebaut werden. Die Community ist ja sehr kreativ – nicht nur die Ulmer Geocacherinnen.

Montag, 13. Februar 2012

Wird der älteste Cache archiviert ?

Was hat The Kansas Stasher wohl motiviert, in dieser einsamen Gegend am 11. Mai 2000 mit Mingo den – nach Owner Info - weltweit 7. Cache und heute ältesten noch aktiven Cache auszulegen?

Es ist ein langer Weg von Denver in Colorado nach Kansas City am östlichen Rand des Staates Kansas. Fast 1.000 km fährt man auf der Interstate 70 nach Osten auf einer Straße, bei der man mit am Limit gesetztem Tempomat und zur Unterhaltung eingelegtem Hörbuch möglichst schnell Strecke macht. Es ist eine langweilige Strecke, denn wenig lenkt das Auge ab von der eintönigen Prärielandschaft und dem Doppelband der breiten Interstate. Zwischen Colby und Oakley nach etwa 400 km Fahrt kann man wenigstens eine Windfarm in der Ferne sehen, deren drehende Rotoren eine für das Auge willkommene Abwechslung darstellen.
Ausgerechnet in so einer Gegend, wo man das Gaspedal eher etwas tiefer drückt, um schneller voran zu kommen, hat er den Cache versteckt. Immerhin haben bisher fast 2.100 Cacher in dieser Einöde einen Stopp eingelegt, um den heute ältesten aktiven Cache GC30 zu suchen. Die 457 Favoritenpunkte gelten dabei wohl eher seiner historischen Bedeutung und weniger der Dose selbst oder der Schönheit der umgebenden Landschaft. Jetzt droht Mingo die Archivierung und nach der letzten Reviewer-Note zu urteilen, tickt bereits die ablaufende Uhr.

An einer Abfahrt von der I-70, die zu den wenigen Häusern von Mingo führt, hat The Kansas Stasher an einer Zaunecke vor einem Holzpfosten ein Loch gegraben, darin ein Rohr eingebuddelt und mit einer Abdeckhaube versehen, die ca. 10 cm aus dem Boden herausragte. Im Rohr selbst steckte dann der Cachebehälter mit Logbuch als abgedichtetes PVC Rohr mit dünnerem Querschnitt. Solche Verstecke kann man ja mitunter auch bei uns finden.

Über 10 Jahre hat der Cache so gut geschützt die Jahreszeiten überstanden und auch eine sporadische Überflutung hat ihm nicht geschadet. Dann loggte Leaky Spoon am 26. Juni 2011 eine traurige Geschichte: Der Cache war verschwunden und im Loch tummelten sich nur noch Käfer und Insekten. Sie fuhren weiter nach Colby und nach erfolglosem Versuch, mit dem Owner Kontakt aufzunehmen, handelten sie. Sie beschafften eine geräumige Plastikdose, Logbuch und kleinere Sachen zum Tauschen und machten sich mit einem Pflasterstein zum Beschweren der Box auf den Rückweg. Groß war aber dann die Überraschung vor Ort. Das Loch war inzwischen mit Erde vollständig aufgefüllt worden. Etwas die Erde aufgekratzt und so plazierten sie den neuen Behälter, der in der Folgezeit auch mehrfach gefunden wurde.
Aber auch die Plastikbox verschwand und heute scheint die Location zubetoniert mit einem Eisenstab und einem blauen Fähnchen „Do not disturb“.
Fundlogs für den später von anderen Cachern an den Zaun gehängten Ersatz-Micro wurden vom Reviewer gelöscht, denn „Mingo is not Mingo unless it is a regular-sized container“. Auch die vielen Notes im Cachelisting wurden von ihm gelöscht und seitdem findet die rege Diskussion im GC Forum statt.

Ist Mingo überhaupt noch der Originalcache und als ursprünglicher GC30 gerechtfertigt?
Einer der Diskussionsteilnehmer meint, dass ein Cache durch folgende Kriterien definiert ist: die Location, den Cachebehälter, Difficulty und Terrain. Wenn sich mehrere dieser Kriterien ändern, dann sollte man den Cache neu anmelden und den alten archivieren. Ich würde als 5. Kriterium noch das Listing hinzufügen.

Die coords von Mingo - aktuell „temp. disabled“ - haben sich bisher nicht verändert. An der Stelle wird man wohl keine Dose mehr plazieren können und man muss wohl einen nahe gelegenen neuen Platz finden.
Der Cachebehälter hat sich vom PVC-Rohr über eine Plastikbox zu einer Bisontube entwickelt. Das hat mit dem ursprünglichen Cache auch kaum mehr etwas zu tun.
Auch das Listing muss angepasst werden. Solange der Owner Änderungen ohne Eingriff eines Reviewers selbst vornehmen kann, wäre das IMHO immer noch der alte Cache. Doch dazu gibt es im GC Forum auch die unterschiedlichsten Meinungen.

Jetzt ist der Owner gefordert. Sollte er nicht aktiv werden, wird der älteste noch findbare Cache wohl endgültig archiviert werden. Historisch sicher schade, aber als drive-by Cache wohl kein besonders großer Verlust.
The Kansas Stasher hat ja mit seinem GC31 Arikaree in der Nähe der Grenze von Kansas zu Nebraska auch schon bewiesen, dass er es besser kann. Gleich neben seinem Cache - # 7 der noch aktiven, ausgelegt am 30.05.2000 – gibt es auch seit Juni 2011den Earthcache Arikaree Breaks
Ein durchaus interessante Gegend.

Wenn Mingo archiviert wird, dann wird GC12 5/12/2000
in Oregon zum ältesten aktiven Cache. Der scheint nun abgelegen in einem Wald eine wirkliche Herausforderung und kein drive-by zu sein. Walkabout 44 beschreibt in seinem Log vom 07.11.2011 sehr plastisch seine vier Anläufe bis zum „Got it!“.

Schade, dass ich den GC12 damals bei meiner Oregon-Tour übersehen habe. Knapp 10 Kilometer bin ich daran vorbei gefahren. Aber, noch existieren ja sieben aktive Caches aus dem Mai 2000, dem Monat in dem Geocaching das Laufen lernte: Fünf in USA und je einer in Australien und Neuseeland. Obwohl, am GC46 dem Geocache by Kevin Anderson bin ich in Neuseeland auf dem Weg von Wellington nach Norden auch schon ziemlich nahe vorbei gefahren. Da werde ich in Zukunft wohl mein Roadbook besser ausarbeiten müssen.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Der Tag der 725 Events

Es sind meist die Samstage, an denen Geocacher bevorzugt ein Event organisieren. Verständlich, denn da kann man vorher eine kleine oder größere Cachingtour machen, um sich dann in gemütlicher Runde abends unter Freunden von den Anstrengungen des Tages zu erholen, die noch ganz frischen Erlebnisse austauschen und den Tag damit ausklingen zu lassen.

Der Tag mit den wohl weltweit meisten Events wird in einigen Wochen allerdings auf einen Mittwoch fallen. Von den Prince Edward Island im Westen Kanadas bis nach Quatar, von Südafrika bis Schweden oder Neuseeland werden am Mittwoch, den 29. Februar 2012 an die 725 Events stattfinden. Allein in Deutschland werden es 144 Treffen sein.

In der bisherigen Geocaching-Geschichte ist es erst der dritte Schalttag. Nach einer Groundspeak Information haben am 29.02.2008 36.696 Cacher oder Teams einen Fund geloggt. Diese Zahl soll 2012 verdoppelt werden und als besonderen Anreiz gibt es auch ein spezielles Schaltjahr-Souvenir, wie auch immer das aussehen wird.
So ein Souvenir gab es ja auch schon für alle, die am 10.10.2010 einen Fund geloggt haben. Damals waren es 78.313 Cacher oder Teams. Allerdings war der Stichtag ein Sonntag und nicht die Wochenmitte.
Fast jeder 20. Geocacher, der bei Groundspeak ein Account unterhält, müsste an diesem Tag einen Fund loggen. Das ist schon eine Herausforderung, aber die Chancen diese Zahl zu erreichen, stehen nicht schlecht. Wenn man bei den Events im Durchschnitt 50 Teilnehmer unterstellt, kann man bereits über 36.000 Logs und damit fast die Anzahl von 2008 erwarten.

Viele Matrix-Cacher, denen der 29.02. in ihrer Fundstatistik noch fehlt, werden an diesem Tag unterwegs sein, um den noch fehlenden Tag in der 366-Tage-Matrix mit einem Fund oder einer Eventteilnahme zu füllen.
Ich habe mich für das von ichel organisierte annus bissextur – Project 366: Das Event entschieden. Nicht wegen des großen Schlemmer-Buffets und dem „All You Can Eat“ Angebot im China-Restaurant. Entscheidend war der Mystery Cache Challenge: Project 366 gleich um die Ecke, der als Challenge-Cache nur geloggt werden darf, wenn die 366er-Matrix gefüllt ist und an jedem Kalendertag des Jahres mindestens ein Cache gefunden wurde. Dieser Cache wird noch, bevor es zum Event geht, gesucht und wahrscheinlich im Rudel-Caching auch gefunden.

Nur ein kleiner Wermutstropfen fällt in das Herz des Statistikcachers: Mit der D/T-Wertung von 5,0/3,0 kann ich für meine 81-er Matrix wenig anfangen. Diese Kombination ist schon besetzt. Da wäre mir 5,0/1,5 schon viel lieber gewesen.

Samstag, 4. Februar 2012

Früh übt sich ...

... was ein echter Cacher werden will

Zwischen dem Fenster von meinem Home-Office und dem Schulkomplex gegenüber liegt ein kleiner Park. Kaum mehr als 10 größere Bäume und an die 20 Büsche wachsen in der, auf zwei Seiten von flachen Schulgebäuden eingerahmten, schmutzig graugrün eingefärbten bewachsenen Grünfläche, die trotz asphaltierter Wege rund herum von vielen abkürzenden Trails durchzogen ist. Es gibt nicht nur die Cachertrails zu Baumstümpfen und anderen Versteckobjekten, es gibt auch dort die Trails, wo die Wegführung nicht optimal an die Bedürfnisse angepasst ist.
In den Unterrichtspausen herrscht auf dem, mit Verbundsteinen gepflasterten, angrenzenden kleinen Schulhof reges und lautes Treiben, das aber weder mich, noch mangels anderer direkter Nachbarn, jemand anderen stört. Am wenigsten wohl die Bewohner des angrenzenden Friedhofs.
Sie sind mir gleich aufgefallen, die kleinen Gruppen 10 bis 12 jähriger Schüler, als sie mit einer bekannten Handhaltung durch den „Park“ streunten und Bäume und Büsche inspizierten. Tatsächlich, einer in der Gruppe hatte in der Hand des abgewinkelten rechten Arms ein GPSr und sie schienen etwas zu suchen.
Es war interessant, den unterschiedlichen Teams der Geocaching-AG der Realschule „bei der Arbeit“ zuzusehen. Schon hier, beim ersten Reinschnuppern, konnte man das ganze Spektrum der Cacher-Typologie beobachten.
Da gab es den Feinmotoriker, der langsam und bedächtig zum identifizierten Busch ging und vorsichtig und sorgfältig die Ästchen beiseite schob, um die Filmdose zu entdecken. Im Gegensatz dazu der robuste Grobmotoriker, der nach erster erfolgloser Suche den Busch kräftig mit seinen Füßen traktierte. Aus dem könnte einmal ein Baumwurzelzerfleischer und Moospolsterentferner werden. Es gab die Mitläufer, die dem führenden GPS-Träger brav hinterher trotteten, wie den Entdecker, der seine Schritte beschleunigte, je näher man ans Ziel kam, um ja der Erste zu sein, der das Döschen entdecken würde. Es gab welche, die ohne größere Suchaktion unschlüssig von Busch zu Busch irrten und wieder andere, die trotz einem eindeutigen Signal, erst einmal ganz andere Objekte untersuchten. Andere, als GPSr-Träger privilegiert, dirigierten souverän und überlegen die anderen Teammitglieder an die Stelle, wo sie nach Anweisungen dann suchen sollten. Alle Typen, wie im richtigen Cacherleben, waren vertreten. Auch jene, die sich ohne größere Begeisterung zu zeigen, aus welchen Gründen auch immer, in der GCAG angemeldet hatten und anscheinend ziemlich spaßfrei eben nur dabei waren. Einmal kam sogar die Lehrerin und prüfte, wohl nach einigen DNFs, nach, ob das Döschen noch vorhanden sei. Owner Maintenance bei diesem privaten Cache.
Weil sich das alles direkt vor meinem Fenster im 1. Stock abspielte, hatte ich eine ideale Beobachterposition und wartete bald gespannt auf die üblichen Cachingzeiten. Dann schlug ich an einem frühen Abend selbst zu und suchte – ohne GPS – den Busch ab und fand die Filmdose mit professioneller Logrolle und der Reihe von Einträgen.
Eine kleine unaktivierte Geocoin in einer Plastikfolie passte gerade noch in das Döschen. „Grüße von Albatross1901 und die Coin gehört dem nächsten Finder“ hatte ich auf einen kleinen Zettel vermerkt.
Am nächsten Tag saß ich gespannt und voller Vorfreude auf das, was jetzt geschehen würde, wie ein Spanner, wieder am Fenster. Und da kam auch schon die erste Gruppe, loggte den Fund, schaute sich die Coin an … und steckte sie wieder in die Filmdose. Aber irgendwann hat dann doch einer die Coin mitgenommen und das bunte Cachertreiben hörte mit dem Ende der Aktivitätswoche und der AG auch auf.
Überrascht war ich dann bei meinem eigenen offiziellen Cache, etwa 200 m von der Schule entfernt, einige Tage später einen found-log zu lesen: Cache mit 12 eifrigen Schülern gefunden (alle keine Muggel mehr). War sehr interessant zuzuschauen, wie diese „äußerst unauffällig“ suchten. PS: Danke schön für die kleine Überraschung und den Coin für die Schüler in einem unserer internen Verstecke. Für den Augenblick waren wir sehr verwundert. ;-)
Über ihr eigenes Geocaching-Account hat mir die Lehrerin geloggt und dann noch Grüße von der ganzen AG bestellt.
Ich muss jetzt wohl wieder ein Jahr warten, bis sich wieder Ähnliches vor meinem „Fenster zum Hof“, pardon "Fenster zum Park" abspielt. So dramatisch wie bei Hitchcock ging es ja auch wiederum nicht zu und auch optisch unterscheide ich mich ja auch geringfügig von James Stewart. Das meint jedenfalls meine Grace Kelly.

Montag, 30. Januar 2012

Er ist Deutschlands erster Geocacher

Als Dave Ulmer am 3. Mai 2000 den ersten Cache versteckte und die coords in einer Newsgroup veröffentlichte, da hat Geocaching das Licht der Welt erblickt.
Die Geschichte um die Geburtsstunde unseres Hobbys kann man auf vielen websites und in vielen Blogs nachlesen und jeder, der sich etwas mit der Geschichte von Geocaching vertraut gemacht hat, kennt die Story um den schwarzen verbuddelten Plastikeimer, den Inhalt und die ersten found-logs schon innerhalb weniger Tage.
Noch im Mai gab es dann die ersten Caches in Australien, Chile oder Neuseeland. Im Juni folgten dann Belgien, Großbritannien, Irland und Schweden. Nur Deutschland war noch einige Monate „Terra incognita“ oder Geocaching-Diaspora.
Wie hat Geocaching in Deutschland eigentlich begonnen und wer war Deutschlands erster Geocacher?
Es wäre doch schade, wenn bei der kaum 12 Jahre alten Geschichte des Geocachens die deutschen Wurzeln im historischen Dunkel verschwinden würden.
Gab es in old Germany eine ähnlich kreative und charismatische Persönlichkeit wie Dave Ulmer? Einen, der wie Dave auch die Nachteile des Geocachens, die mögliche Belastung der natürlichen Umwelt durch ein Massencachen, das Zertrampeln der Natur durch „Cachertrails“ früh erkannte und davor warnte?
Was gibt es über die deutschen Ursprünge zu lesen?
Ich begebe mich auf Spurensuche und durchforste Internet, websites, blogs und höre podcasts. Das Ergebnis ist leider etwas ernüchternd.
Wenn man deutsche Geocacher, die im Ausland ihren ersten Fund machten, ausschliesst, dann hat Geocaching in Deutschland mit dem ersten ausgelegten Cache GC77 First Germany begonnen. Versteckt wurde er am 2. Oktober 2000 von Ferenc, der damit der erste deutsche Geocacher zu sein scheint.
Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis man sich bei GC77 durch die rund 3.000 Logs durchgescrollt hat. Den 1. Fund loggte me am 19.10.2000. Es war auch der bisher einzige Fund von „me“, so wie es auch für chintanpatel mit dem STF am 2.12.2000 der bisher einzige Fund blieb. Auch vier weitere Funde im 1. Halbjahr 2001 von Vinnie- nici- & Linus, Raz, Giorgio und Horst stammen von Cachern, die über wenige Funde nicht hinausgekommen sind. Stolz schrieb Giorgio am 19.05.2001 in seinem Log: „This seems to be he most frequented cache in Germany. Trip from Berlin to Southern Germany did 2 caches on that day”. Ist halt alles relativ!
Wenn schon die ersten Finder keine bekannten Cachegrößen oder zumindest beständige Cacher waren, so sollte man doch erwarten und hoffen, dass zumindest Ferenc Franke, Mitglied seit 27.09.2000, sich zu einem Dosensucher mit stattlicher Fundzahl und zu einer in Cacherkreisen bekannten und geachteten Größe – ähnlich wie Dave Ulmer - entwickelt hat. Weit gefehlt!
Nach dem Verstecken von GC77 war für ihn erst einmal Ruhepause und eigene Funde – aktuell 82 – werden erst nach weiteren neun Jahren, ab 2009, dokumentiert. Wie ist so etwas möglich?
In einem hörenswerten Podcast von moenk aus dem April 2009 mit einem Gespräch mit ferenc erfährt man Hintergründe.
Von einem Arbeitskollegen hat er nach Aufhebung der künstlichen Verfälschung der coords von einem neuen Spiel „Geocaching“ in USA erfahren und als GPSr-Besitzer einen 1. Cache versteckt, der von Jeremy Irish auch schnell freigeschaltet wurde. Dann hat er sich allerdings nicht mehr damit beschäftigt und die Sache aus dem Auge verloren.
Ein Jahr und weniger als 10 finds des GC77 später erschien am 22.10.2001 in der BZ wohl einer der ersten Artikel in Deutschland über die Satelliten-Schnitzeljäger, die auf einem der Fotos ferenc, energiegeladen durch das Unterholz über Baumstämme springend, zeigt. Da war er aber schon ein Jahr nicht mehr aktiv.
Dass es den ersten deutschen Cache überhaupt noch gibt ist BlackyV
zu verdanken. Er hat den ältesten deutschen Cache 2005 adoptiert und so verhindert, dass er für immer im Sandboden Brandenburgs versinkt.
Im Podcast Interview von April 2009 zeigte sich ferenc überrascht, dass es heute Micros gibt und auch über Nanos und Geocoins und anderes mehr wurde er in diesem Gespräch erst einmal aufgeklärt. An wenig kann er sich im Detail erinnern. Wie sollte er auch, wo doch neun Jahre Geocaching in Deutschland spurlos an ihm vorbei gezogen sind. Erst seit 2009 ist er wieder ab und zu auf Dosensuche.
So haben wir eben keinen Dave Ulmer, aber einen sympathischen Gelegenheitscacher, mit dem das Geocachen im Oktober 2000 in Deutschland seinen Anfang nahm.

Freitag, 20. Januar 2012

Da wird Ansgar zu spät kommen !

„Ansgar Aufbruch“ heißt der Travelbug, auf den auf der Homepage des Deutschen Katholikentags hingewiesen wird. Ist schon interessant, dass es Geocaching und ein TB auf diese Seite geschafft haben.
Der Deutsche Katholikentag hat sich seit dem 1. Katholikentag 1848 in Mainz zu einer wahren Großveranstaltung entwickelt. Organisiert vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist er eine Art Kongress mit öffentlichen Events, Ausstellungsständen und Begegnungaktionen – ein katholisches Mega-Event mit zuletzt 60.000 Teilnehmern.
Der 98. Katholikentag findet vom 16. bis 20. Mai 2012 in Mannheim statt und steht unter dem Leitwort „Einen neuen Aufbruch wagen“.
So ein Großereignis scheint auch katholische Geocacher zu beflügeln. Seit Ende Oktober 2011 ist der TB „Ansgar Aufbruch“ vom Cache „Feldbahn“ von Mannheim aus unterwegs. Er soll die Städte der vergangenen zehn Katholikentage besuchen, um dann pünktlich am 16. Mai 2012 wieder in Mannheim einzutreffen. Owner ist die Socketpuppe Katholikentag mit einem einzigen Fund und einem Travelbug.
Es gehört schon viel Gottvertrauen dazu, einen einzigen TB auf die Reise quer durch die deutschen Lande zu schicken und zu hoffen, dass der TB schon nach sieben Monaten wieder in Mannheim ankommt. Bisher wurden nur München und Berlin besucht und das war es dann auch schon.
Für eine solche Aktion müsste man wohl ein Dutzend Ansgars früher aufbrechen lassen, um auf das verlinkte Event hinzuweisen und die Chancen zu erhöhen, dass zumindest einer der TBs rechtzeitig in Mannheim auftaucht.
Sankt Ansgar, der Erzbischof von Hamburg-Bremen, der in der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts als „Apostel des Nordens“ missionarisch zur Ausbreitung des Christentums in Skandinavien beitrug war ein vielgereister Mann. Im Gegensatz zum TB Ansgar Aufbruch ist er allerdings nie in der Türkei gewesen.

Auch wenn der TB es nicht schafft bis Mitte Mai rechtzeitig in Mannheim anzukommen, ich werde für diese Tage den Raum Mannheim für mögliche Cachingtouren wohl besser meiden. Für alle Cacher, die neben dem Mega-Event auch zwischendurch zum Cachen aufbrechen wollen, gibt es im Mannheimer Raum aber eine Reihe von schönen und interessanten Dosen zu finden.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Getestet: Unterhosen für Geocacher

Wer fast jede Minute seiner Freizeit bei der Schatzsuche im Freien verbringt, der weiß die Vorteile moderner Funktionswäsche zu schätzen. Sie ist topmodisch, hat die perfekte Passform für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und unterstützt durch das geringe Gewicht beste Cacheergebnisse. Hochfunktionell wird sie nach dem Manufakturprinzip aus edelsten Materialien hergestellt. Die atmungsaktiven schnell trocknenden Fasern sorgen für einen effektiven Feuchtigkeitstransfer von der Haut weg und schützen so vor einem unangenehmen Tragegefühl im Schritt. Weil die Feuchtigkeit nach außen transportiert wird schützen sie vor Unterkühlung aber auch vor übermäßigem Schwitzen. Beschichtet mit Silberionen wird Schweißgeruch und Bakterienwachstum im Keim erstickt.
Die geraute Innenseite und die Flachnähte – reduziert durch eine 3-D Konstruktionstechnologie - ergeben ein angenehmes Gefühl auf der Haut. Die Griffleiste – auch als Sonderfertigung für Linkshänder – und der breite Gummibund sorgen für zusätzlichen Komfort. Diese hochfunktionelle Funktionswäsche von ….


Halt!
Jetzt müssten so beiläufig Hersteller, Bezugsquellen und Richtpreise folgen und dann wäre die Schleichwerbung perfekt.
Im Pressekodex hat sich die deutsche Presse zur Trennung von Werbung und redaktionellen Beiträgen verpflichtet. Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken müssen so beschaffen sein, dass ihr werbender Charakter von den Angesprochenen als solcher erkennt werden kann. So steht es auch in § 4 des Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.
Aber nicht nur in den Printmedien wird häufig dagegen verstoßen. Bei vielen kleineren und speziellen Fachzeitschriften wird die Veröffentlichung eines redaktionellen Beitrags über ein Produkt von der Schaltung einer Anzeige durch den Herstellers abhängig gemacht.
Es funktioniert aber auch anders herum: Da wird ein Produkt für den Endverbraucher einem Journalisten zum Testen – natürlich ohne Rückgabepflicht – zur Verfügung gestellt und das Ergebnis ist mitunter ein ganz neutral gehaltener positiver Testbericht für einen neuen DVD-Player, ein Smartphone, einen Laptop oder was auch immer.
Was im Großen bei bundesweiten Medien funktioniert, das klappt auch bei Bloggern eine Nummer kleiner. Da wird eine neue Funzel, ein GPSr-Modell, ein Buch oder ein Rucksack zum Testen zur Verfügung gestellt und schon kann sich der Hersteller ein paar Tage später über einen positiven „Testbericht“ freuen. „Coinware“ oder andere kleine Gefälligkeiten mögen einen unbekannten Online-Shop bekannt machen und durch einen begeisternden Blogbeitrag zu einer preiswerten Werbung helfen. Ein solcher Beitrag ist ja auch glaubwürdiger als direkte Online-Werbung.
„Cui bono“ - „Wem nützt es“. Diese Frage ist nicht erst seit Cicero aktuell. Man sollte schon kritisch mehrere Quellen studieren und Fachleute und Freunde befragen, bevor man sich zum Kauf eines bestimmten Produkts entscheidet.
Ich möchte dabei aber auch nicht ausschließen, dass die meisten Empfehlungen nicht auf Basis von Sachzuwendungen, sondern tatsächlich aus ehrlicher Überzeugung und einer positiver Erfahrung abgegeben werden. Aber weiß man es?
Ich habe nicht die Absicht mich in die Reihe der Tester einzureihen und da ich immer noch erfolglos auf mein Unterhosen-Care-Paket warte, bleibt der Hersteller der Funktionsunterwäsche ungenannt. So wird es wohl ein ewiges Geheimnis bleiben, wie es unter meiner wasserdichten und robusten, für jedes Wetter geeigneten aus Texapore Taslan hergestellten und durch elastische Einsätze und Belüftungs-Reißverschlüsse geradezu optimalen Trecking- und Wanderhose mit großer Bewegungsfreiheit und höchstem Klimakomfort von Jack Wolfskin aussieht.