Freitag, 16. Mai 2014

GC50000 - Dann bin ich mal weg !

Wie schreibt der Owner Trebbi voller Stolz im Listing zu seiner  Letterbox mit der Nummer GC50000:
„Am Montag, den 10. März 2014 um 09:37:50 (+/- 20 sec) war es soweit...
Das erste Listing, dessen GC-Nummer mit 5 beginnt, wurde erstellt: GC50000 !
Es ist der 4206485. auf Geocaching erstellte Cache.
In Deutschland gibt es Momentan knapp 320.000 Caches.
Viele waren auf der Jagd nach dieser runden Zahl, jetzt liegt er hier im schönen Schwarzwald.“

Ab dem 14. Mai 2014, nach knapp acht Wochen müsste es eigentlich heißen: „… lag er im schönen Schwarzwald“.
Aber das wäre auch nicht korrekt, denn die Riesenbox mit dem Logbuch und dem Stempel liegt wahrscheinlich immer noch bei N48.02.000 E007.51.715 – nur als gefunden kann sie nicht mehr geloggt werden, denn Seattle hat den Cache zwangsarchiviert.

Am 19. März wurde der Cache bei einem kleinen Mini-Event von fünf Schwarzwaldcachern mit dem Owner als Gast erstmals gefunden. Für diesen Rudel FTF gab es sogar ein gesticktes Badge „GC50000 gefunden am ersten Tag“. In den nächsten Tagen herrschte reger Cacherverkehr an diesem von der Box und vor allem von der GC-Nummer her außergewöhnlichen Cache.

Logfoto von Sternschnuppe69 am GC50000
Sternschnuppe69 war sogar aus der Schweiz angereist, um an diesem Cache ihren Fund # 8.000 zu loggen. Die Anreise hätte sie sich sparen können.
Denn wenn Du nicht zum Cache kommst, so kommt der Cache halt zu Dir!
Am 7. Mai hat der Owner den Cache vorläufig stillgelegt, weil „die Box für ein paar Tage nicht Ort“ ist. „Zum Ende des Wochenendes (Sonntag) dürfte sie wieder an Ort und Stelle sein!“.

Wer das familiäre MEGA-Event in Frauenfeld in der Schweiz besucht hat, der wusste, an welchem Ort sich der Cache befand. Und so wurden stilgerecht, wie es sich für eine Letterbox gehört, Stempel ins Logbuch gedrückt und Fingerkuppen in Stempelkissen für den Abdruck befeuchtet. Der Andrang war groß - Meeting Friends war ja auch das Motto, doch nur die schnellen  Cacher konnten diesen Cache auch loggen.

Am 11. Mai, als das Event noch ausklang, hat ein Reviewer das Cachelisting mit einer Note gelockt:
„Caches haben fixe Koordinaten. Sich bewegende Caches (sogenannte "Moving Caches"), sind laut den Guidelines nicht zulässig. Bis zur Klärung des Problems wird dieses Cachelisting gelockt.“

Nach dem Event war das Riesending bald wieder an seinem ursprünglichen Platz und wurde auch wieder gefunden. Der kleine Ausflug in die Schweiz für GC50000 war damit zu Ende – aber nicht ohne Folgen.

Das Imperium schlägt zurück und wenn Seattle einmal wachgerüttelt wird, dann kann Böses drohen. 
Und so wurde der Cache am 14. Mai vom Headquarter zwangsarchiviert. 
Mancher Mystery ist zwar leichter zu lösen als die deutsche Google Übersetzung zu verstehen, aber soviel ist klar geworden:
Ein Cache hat fixe veröffentlichte Koordinaten, von denen man einen Cache laut Guidelines nicht fortbewegen darf. „Moving Caches“ sind seit etwa 2003 nicht mehr zulässig und durch den Ausflug in die Schweiz hat der Owner gegen diese Richtlinien verstoßen.

Weitere Logeinträge bei dieser besonderen GC-Nummer sind nicht mehr möglich.

So gehöre ich halt nicht zu den 300 Findern, sondern zu den vielen anderen, die in Frauenfeld einen Finger wohl umsonst im Stempelkissen befeuchtet und ins Logbuch gedrückt haben.

Sonntag, 4. Mai 2014

"I am the King of Powertrails"

„I am the King of the World“ schmetterte Leonardo Di Caprio als Jack Dawson mit weit ausgebreiteten Armen am Bug  “Titanic” gegen den Wind, nachdem er beim Kartenspiel ein 3. Klasse Ticket für die Fahrt auf dem Luxusliner gewonnen hatte.
Damit begann für ihn und alle anderen Passagiere die erste und letzte Fahrt der Titanic. Jeder, der diesen epischen Film gesehen hat, wird diese Szene in Erinnerung bleiben.

„I am the King of Powertrails“ könnte dagegen izaakwilson 
Profilfoto izaakwilson
stolz ausrufen. Der Geocacher aus Nessington, UK, ist seit Februar 2010 aktiv und hat in vier Jahren knapp 3.000 Caches gefunden. Das wäre ja nichts Außergwöhnliches, denn mancher Dosensucher kommt in einem einzigen Jahr auf so eine Zahl von Funden.
Was Izaak zu einem besonderen Geocacher macht, ist seine Sucht Powertrails auszulegen. Mit aktuell 2.539 ausgelegten Caches ist es wahrscheinlich die # 1 in Europa. Die einen suchen Caches, die anderen legen Caches und er hat sich eindeutig für das Verstecken von Filmdöschen entschieden. Easy finds, intended to lead you on a pleasant walk around the countryside“. So beschreibt es seine “xxx and back” Trails in seinem Profil.

In seiner Homezone in der Nähe von Petersborough, einer Stadt mit rund 185.000 Einwohnern in Cambridgeshire im Osten Englands, den East Midlands, ist er unermüdlich aktiv.


Immer sind es Rundwege von 5 bis 10 km Länge auf „public footpaths, Bridleways and Quiet country roads. All of the caches are hidden to be found, none are on Private property”.
Was auf dem Kartenausschnitt wie ein Burda Schnittmuster aussieht, das sind seine Powertrails. Die ersten wurden rund 2 Jahre nach dem Beginn seiner Cacherkarriere im Mai 2012 versteckt. Seitdem geht es Monat für Monat weiter. In diesem Jahr waren es bereits 600 neue Caches, davon 130 allein im April. Auf einem Gebiet von rund 20 x 20 km ist nur noch wenig Platz für Caches anderer Cacher geblieben.

Vor so vielen auf engstem Raum ausgelegten Caches könnten z.B. die Owner des Mansfäller Treckejunge in Deutschland nur noch vor Neid erblassen. Izaakwilson, der „Fulltime Cache Setter“ schafft, was die Anzahl der Dosen betrifft locker das 10-fache an ausgelegten Dosen. Doch während bei uns meist ein Run auf diese Trails einsetzt und seit Dezember 2011 fast 1.400 Cacher aus allen deutschen Landen nach Sachsen-Anhalt zu den Treckejungen gereist sind um ihre Fundzahl zu pushen, scheint das in England wohl etwas anders zu sein: Eine im Juli 2012 ausgelegte Runde wurde bis heute gerade mal 137 Mal geloggt und bei einer anderen neuen Runde gab es in einem Monat nur 11 Funde.

Etwas enttäuschend für einen Geocacher, der sich solche Mühe macht. Für ein Erfolgserlebnis sollte er vielleicht als Gastausleger nach Deutschland eingeladen werden.

Aber die magere Fundzahl seiner Caches könnte sich ja bald ändern:  Die ersten deutschen Powercacher haben sich schon auf den Weg nach Petersborough gemacht und das sicher nicht, um die beeindruckende gotische Fassade der Kathedrale zu bewundern.


Die Homezone unseres „King of Powertrails“ und seiner Trails liegt ja auch nur knapp 100 km oder eine Stunde Fahrt vom Flughafen Stansted bei London nach Norden. Stansted ist ja auch der Stützpunkt von Ryan Air. Vielleicht bekomme ich jetzt wegen dieser Promotion ein Freiticket und muss es anders als Jack Dawson nicht beim Kartenspiel gewinnen.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Über Geocacher, Owner und Jäger

Hallo Albatross!!
Wer, wie Du so viele Caches hat, sollte auch auf die im Listing stehenden Warnungen achten. Mit deinem Log hast du unserm Hobby einen super Bärendienst geleistet.
Auch Dir ein herzliches Danke für diesen Bärendienst!!!

Diese e-mail, die vor ein paar Tagen in meiner mailbox eingetrudelt ist, hat mich doch etwas verwirrt. Will mir da jemand einen Bären aufbinden, d.h. mit heimlicher Freude so überzeugend etwas Unwahres erzählen, dass ich es am Ende dann glaube?
Einen Bärendienst kann ich ja kaum geleistet haben, denn das bedeutet ja, Gutes tun zu wollen und genau das Gegenteil zu erreichen - also mehr schaden als nutzen.
Und auf der kleinen 4,3 km langen Wanderrunde des Owners habe ich nichts Gutes getan außer die nett versteckten 12 Caches gesucht.
Erst einmal beim Owner nachgefragt und die Antwort des Owners auf meine Mail war dann schon weniger emotional und freundlicher.

Der für den Staatswald zuständige Förster/Jäger, der sich schon 2010 bei GC.com angemeldet hatte, war beim Mitlesen auf meinen Log gestoßen und hat ihn mit einer Note kommentiert.

@albatros: erfolgreiche Jäger haben die Eigenschaft unsichtbar zu sein … im Gegensatz zu Cachern die sich nicht an Vereinbarungen halten. Damit schadest Du dem Owner und Deiner Community.

Vereinbarungen?  Ich fand sie im Listing

Bitte diese Serie NICHT als Nachtcache machen, und vermeidet es auch in der Morgen- und Abenddämmerung diese Runde anzugehen, da die  Jagderlaubnisscheininhaber die Jagd (Wildschweine) auch Nachts ausüben!
 Bitte verhaltet euch so ruhig wie möglich im Wald und beachtet, dass sehr oft bis ca. 10 Uhr Jagd ist. Geht bitte erst ab 11 Uhr auf die Runde.

Uups!
Ich hatte damals vor Ort nur etwas von ca. 10 Uhr in Erinnerung gehabt, die 11 Uhr Vorgabe wohl überlesen oder vergessen und in meinem ausführlichen Log unter anderem geschrieben:

Die richtige Runde für einen ersten Stopp, auch wenn sie zeitlich noch in die Jäger-Schutzzeit gefallen ist. Ich habe allerdings weder Schüsse gehört, noch irgendeinen Grünrock und auch sonst nur zwei Hundeausführer gesehen.

Mea culpa und Asche auf mein Haupt! Das war nach all den Jahren, in denen ich auf Döschensuche gehe, die erste – und noch dazu berechtigte Rüge, die ich eingefangen habe.

Mit Förstern und Jägern habe ich bisher noch keine schlechte Erfahrungen gemacht – zu viele habe ich auf meinen Wanderungen aber auch noch nicht getroffen. Ein Förster hat mich auf einer Tour einmal eine halbe Stunde über Borkenkäfer aufgeklärt, einen Baumstamm abgerindet und mir ihre Gänge unter der Rinde gezeigt und erläutert. In Hessen habe ich länger mit einem freundlichen Jagdpächter geplaudert, der mir ohne Groll einen nahe gelegenen T5er gezeigt hat und einmal haben mich Jäger bei einer Kontrollrunde mit dem Jeep aus dem Wald geholt, weil dort in Kürze eine Treibjagd starten würde und der Weg, den ich nahm, beim Start meiner Runde noch nicht abgesperrt war.

Mag man es für sinnvoll halten oder nicht, dass der Wald bis 11 Uhr für Geocacher gesperrt ist – der Owner, der sich mit der jagenden Zunft eben auf diesen Zeitpunkt verständigt hatte, bat im Listing um Einhaltung und hatte jetzt Bedenken zum weiteren Bestand seiner Runde.
Ihm wollte ich keine Probleme bereiten und nahm mit meiner Note an den mitlesenden Jäger Demutshaltung ein

Es gibt halt immer ein erstes Mal und so war Ihre Rüge im Listing des „Januar“ auch die erste, die ich, seit ich vor neun Jahren Geocaching begonnen habe, erhielt.
Und nicht zu Unrecht, denn auf meiner Fahrt nach Bayern habe ich im Cachelisting zwar etwas von 10 Uhr gelesen, die Stichzeit 11 Uhr als Beginn einer Cachingrunde jedoch glatt überlesen. Das tut mir leid.
Ich bin nicht der Typ, der nachts Döschen sucht und bei Dämmerung bin ich abends aus dem Wald draussen. Wenn man einen ganzen Tag wandert, hat man zu dieser Zeit auch genug. Aber es ist schon ungewöhnlich, wenn diese Forstwege im Wald bis 11 Uhr gesperrt sind. Das kann man dann schon übersehen. Besonders, wenn vor Ort Spaziergänger mit ihren Hunden vor diesem Zeitpunkt auf der gleichen Strecke unterwegs sind.
Dann versuchen auch Geocacher vor ihnen unsichtbar zu sein. Vielleicht nicht so erfolgreich wie Jäger, die sich anscheinend besser zu verstecken wissen.
Ich finde es gut, dass Sie sich bei Geocaching angemeldet haben und mittels Note auf falsches Verhalten aufmerksam machen. Damit machen Sie auch andere Geocacher auf die getroffenen Vereinbarungen aufmerksam.
Ich hoffe, dass durch mein Verhalten das wie es scheint gute Verhältnis zum Owner nicht gestört wird und diese schöne Runde auch im kommenden Jahr bestehen bleibt.
Happy Caching oder Weidmannsheil
Albatross1901

Noch am gleichen Tag kam die Reaktion

Ihr seid halt nicht die Einzigen:
Zwischen Walkern, (Nackt-) Joggern, Mountainbikern, Reitern, Pilzsuchern, Kopulierenden, Beerensuchern, Lustwandlern, Spaziergängern, Jagdhundeausbildern, Forstrechtlern, Fischwilderern, Jungbestandspflegern, Holzwerbern, Holzdieben, Schlittenhundentrockentrainern, Mulikompanien, Bodenprobenentnehmern, Promillewegbevorzugern....und den Jägern
gilt es den Konsens zu finden.
Und bei so einem stadtnahen Revier ist die Sicherheit oberstes Gebot.
Es ist einfach unheimlich gefährlich .
Gleichzeitig besteht ein gesetzlicher Auftrag das Rehwild zu bejagen damit der Wald zum Nutzen alller wachsen und gedeihen kann.
Wir Jäger investieren viel Zeit, Geld, Herzblut... in das " Allgemeingut Wald" und werden meistens noch angefeindet dafür.
Aber solange man miteinander kommunizieren kann
Waidmannsdank ;-)

Was habe ich gelernt:
Eigentlich sind die Argumente ja nachzuvollziehen. Ich jedenfalls werde mich in Zukunft wohl genauer die Listings lesen und mich strenger an die Owner-Hinweise halten, um ihm vor Ort Probleme zu ersparen. Die Runde auszulegen war mit Mühen und Arbeit … und Absprachen verbunden. Daran sollte man sich halten und den Bestand nicht gefährden.

Und die 2. Lektion:
Wenn man miteinander kommuniziert, dann kann man Probleme aus der Welt schaffen. Das ist ja nicht unbedingt neu, aber es hat auch in diesem Fall auf beiden Seiten die Situation deeskaliert und nicht weiter hoch geschaukelt.


Es scheint, dass Weihnachtsfrieden eingekehrt ist und das wünsche ich auch allen Lesern meines Blocks: 
Ein friedliches Weihnachtsfest !

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Freudenhäuser – eine Cacheserie die keiner braucht !

Als Geocachen in Deutschland allmählich ins Laufen kam, war die Gegend um Kassel ein Zentrum für dieses neue Spiel. Durch eine größere Zahl aktiver und engagierter Geocacher war die Cachedichte in der Region überdurchschnittlich hoch und man hatte auch neue Ideen, die es anderswo, selbst in den USA, so noch nicht gab.
Im März 2005 wurde auf einem Stammtisch beschlossen, eine Serie „Gotteshäuser“ zu starten. Dabei sollten an historischen oder architektonisch interessanten Kirchen jeglicher Religion Caches ausgelegt und in der Cachebeschreibung das Gotteshaus erklärt werden.
Die Idee wurde umgesetzt und von anderen aufgenommen. Über viele Jahre hinweg ist aus der in Kassel geborenen Idee die größte Cache-Serie Deutschlands mit heute fast 1.000 Caches an Kirchen, Kapellen oder Gebetshäusern entstanden. Gemeinsam ist allen Caches die Bezeichnung „Gotteshäuser“ plus entsprechender lokaler Ergänzung, der Hinweis auf die Kasseler Geocacher und die mehr oder weniger ausführliche Beschreibung zur Geschichte und Gestaltung des jeweiligen Gotteshauses.
Diesen Standard haben später entstandene Cache-Serien wie „Häuser der Helfer“, „Steinkreuze oder andere kaum mehr erreicht. Das Verbindende beschränkte sich meist auf die Cachebezeichnung ohne weiterführende Informationen im Listing. Die ursprüngliche Idee, mit einem versteckten Cache anderen Geocachern interessante Orte zu zeigen, ist ja zum größten Teil im Laufe der Jahre verloren gegangen.

Vor ein paar Tagen wurde mit dem 1.„Haus der Freuden“ der Auftakt für eine neue Serie geschaffen. Eine Serie, die die Welt nun wirklich nicht braucht.
Es ist nach meiner Meinung extrem unsensibel und äußerst geschmacklos, an Bordellen und Freudenhäusern Caches zu platzieren. Mancher mag es als lustige Idee empfinden, dass an dieser Stelle eine Dose platziert wird. Es soll sich - nach einigen Log-Notes -, ja auch nur noch um ein Wohngebiet ohne entsprechende Lokalität handeln.
Andererseits wird vom Cache-Owner im Listing zu weiteren „Freudenhaus-Caches“ und zur Begründung einer Serie aufgerufen. „Ich hoffe diese Reihe wird von einigen weitergeführt. Jeder der diese Serie weiterführen möchte, setzt sich bitte mit mir in Verbindung und wir gucken dann das wir alle Links zu den anderen Caches aufführen“.
Und prompt gibt es bereits drei Tage später mit Haus derFreuden Serie - Haus Acapulco Velbert den nächsten Freudenhaus Cache, dieses Mal schon in der Nähe eines Saunaclubs. Da dauert es sicher nicht mehr lange, bis eine Dose am Bordelleingang oder im Kontakthof versteckt wird.
(Ergänzung: der Velbert Cache wurde vom Owner inzwischen archiviert)

Ich kann mich nur FireFightersME4 anschließen, der in seiner Note vom 25.11.13 schreibt: 
"So langsam versteh ich die Welt nicht mehr! Muss man den an jedem Grashalm, jeder Mülltonne, jedem Stein und jeder Mülllagerstätte oder wo auch sonst wo immer einen Cache legen???
Denkt in dieser Welt den keiner mehr daran, dass auch Kinder dieses Hobby betreiben???
Ich hoffe nur das nicht noch mehr auf die Idee kommen an solch dubiosen Orten Dosen zu legen! Vielleicht sollten diejenigen sich eine eigene Plattform suchen, wo sie ihrem "schlüpfrigen" hobby fröhlich fröhnen können!
Und lieber Owner, du hast den Sinn einer HdH- oder Gotteshäuser-Serie nicht verstanden! Du solltest dir einmal starke Gedanken zu dem Sinn dahinter machen und dann deine Idee erneut überdenken! Ich an meiner Stelle würde mich bei dieser hier gelegten Dose zu einem SBA entscheiden!“

Nach den Owner Notes zur Verteidigung seines Caches scheint er weit von einem Überdenken – zumindest des Cache-Titels oder des Aufrufs zur Fortsetzung der Serie – entfernt zu sein.

Der Reviewer Erklaerzwerg, der beide Caches freigeschalten hat, ist ja erst seit Anfang September 2013 aktiv, recht neu in diesem Geschäft und vielleicht noch etwas unsicher was die Freischaltung von Caches betrifft.
 Als kleine Hilfestellung über die Locations ein Auszug aus den Richtlinien von Grounspeak:

Geocaches can be found all over the world. It is common for geocachers to hide caches in locations that are important to them, reflecting a special interest or skill of the cache owner. These locations can be quite diverse. They may be at your local park, at the end of a long hike, underwater or on the side of a city street.

Irgendwie kam dem Reviewer dann der Cache doch dubios vor, denn schon einen Tag nach Veröffentlichung hat er ihn wieder zeitweise stillgelegt. Vielleicht hätte er sich vorher mit seinen erfahrenen Reviewer-Kollegen abstimmen und auf eine Änderung der Bezeichnung und Streichung des Aufrufs zur Freudenhaus-Serie bestehen sollen.

Es macht sicher keinen guten Eindruck, wenn ein Cache von Seattle aus zwangsarchiviert wird.

Dienstag, 26. November 2013

Ein Stern … der deinen Namen trägt

Für DJ Ötzi wurde das 1998 komponierte Lied „Ein Stern (.. der deinen Namen trägt) zu einer Sternstunde. Ausgekoppelt aus seinem Album „Sternstunden“ erreichte die Single Platz 1 in den deutschen Charts. 108 Wochen hielt er sich dort in den Charts und  in der „Ultimativen Chart Show“ von RTL wurde es zum erfolgreichsten Song des neuen Jahrtausends gekürt.
Ob in Mallorca, auf einer Skihütte oder einer Disco: Beseelt und entrückt wurden da die Feuerzeuge oder zumindest die Arme geschwenkt, und der Text aus tiefstem Herzen mitgesungen.

Diese Gefühle werden die Sterne, über die ich heute erzähle, nicht.hervorrufen. Sie stehen ja auch nicht „hoch am Himmelszeit“ und ob sie „alle Zeiten überleben“ kann sicher ausgeschlossen werden. Und Feuerzeuge werden wohl auch nicht geschwenkt werden – vielleicht eher das GPS.

50 Sterne, für jeden der 50 Staaten einen, wollen Geocacher in den USA als Landart in die Gegend pflanzen. Jeder Stern ist exakt 3,2 x 3,2 Kilometer groß und in diesem Zwei-Meilen-Quadrat darf es keinen anderen, die Symetrie störenden Cache geben. Bei der Größe des Landes kein Problem und so gibt es aktuell bereits 13 Sterne und weitere 10 Staaten sind in Arbeit. Für die noch offenen Staaten werden noch Geocacher gesucht, die wissen, wie man Caches versteckt – so steht es in der Anforderung – und die bereit sind, 51 Caches in ihrem Staat auszulegen und den Stern zu pflegen

Dazu muss man nur die Koordinaten des gewählten Mittelpunkts an die Gruppe „50 State Star“ mailen und man bekommt die genauen Auslegepunkte für den von Joseph States gestalteten Stern als Feedback zurück und kann ans Werk gehen. So haben es die bisherigen Sterneplazierer seit dem 4. Juli 2013, dem Startpunkt der Aktion auch getan.

Kalifornien machte an diesem Unabhängigkeitstag bereits den Anfang. In einer wüstenartigen Gegend liegen sie jetzt exakt eingemessen verstreut in der Gegend. Im Listing wird auf die nicht asphaltierte, sandige Anfahrtstrasse hingewiesen, die manchem Fahrzeug sicher nicht bekömmlich ist.

Auch andere „Stars across America“ wurden an diesem Tag veröffentlicht. Da die GC-Nummern bereits vorher reserviert wurden liegt das „placed“-Datum im Listing bei einzelnen bis zu sechs Wochen früher. Ein kleiner Schönheitsfehler!
Weil das vorgeschlagene Listing mit copy & paste von anderen Teams übernommen wurde, wird vor den Gefahren der Wüste auch in Gegenden gewarnt, bei denen der Stern wohl eher im Wald und auf dem Felde liegt, wie das Foto von rebastort, der mit dem Pferd cacht, für Idaho dokumentiert.

In Colorado besteht der Stern ausschließlich aus 51 Letterboxen. Die enthalten zwar den üblichen Stempel, aber die Idee, durch die Beschreibung des Wegs zur Letterbox geführt zu werden, ist bei der Stern-Version verloren gegangen.

Nicht alle Ausleger quälen die suchenden Geocacher  mit Tradis an exakten Auslegepositionen. Die Zacken zu erwandern benötigt man  etwa drei bis vier Stunden auf meist unwegsamen12 Kilometern. 

In Florida, Georgia, Kentucky oder Texas sind es Mysteries und da wird man die Stern-Döschen, dann wohl doch am Wegesrand finden – vielleicht als drive in, wie bei so vielen US-Powertrails. Anscheinend kennen sie ihre Landsleute und die wenigen Funden – oft kaum mehr als 20 – in fast einem halben Jahr – im Vergleich zu den Hunderten von Funden bei Drive-In-Powertrails, bestätigen die in USA meist andere Art Caches zu suchen.

In Tennessee haben die „Tennessee Valley Geocacher“ als Gemeinschaftswerk einen netten Stern aus Letterboxen und Mysteries ausgelegt. Getoppt wird die Attraktivität des Musters in New Mexico mit Tradis, Mysteries und Letterboxen. Nur die # 44 fällt aus dem Rahmen und stört die Symetrie. Die hätte ein Tradi und keine Letterbox sein müssen.

Bei manchen Sternen waren ganze Cachergruppen aktiv, um ihren Staat auf der Landkarte zu verewigen. Es gibt aber auch Einzelkämpfer, die einen Stern ausgelegt haben. In Nevada war es das Team SageBrushers. Die haben aber auch die nötige Erfahrung, denn bisher haben sie 3.360 Caches ausgelegt, dabei einen Powertrail mit allein 1.703 Caches. Da kommen die Owner des ET-Trails mit inzwischen 2.375 Caches allmählich ins Schwitzen, ob ihr Rekord des längsten Powertrails wohl erhalten bleibt. Dass das Team SageBrushers nur 27 Caches als gefunden zeigt, muss bei den Auslegeaktivitäten nicht verwundern. Wer soviel auslegt, der hat wohl keine Zeit zum Dosen suchen. Vielleicht loggen sie aber auch unter einem anderen Namen.

In Oklahoma startet bald ein neuer Run, wie weiland 1889, als es beim Oklahoma Land Run um das Abstecken von Claims im Indianerland ging. Das „Grand Opening of the Oklahoma Star“ ist als Event im Dezember geplant und dann kann es losgehen.

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“, das Kinderlied, das bei den St. Martinsumzügen bei uns gesungen wird, klingt fast wie eine Einladung für den Utah-Stern.
Dort gibt es in der Nachbarschaft des Utah-Stars auf 16 km die Sonne mit 72 Caches und mit 4 km den Mond mit 22 Caches zu erwandern, nicht zu vergessen den Musical Highway Powertrail mit ein paar Hundert Caches. Da braucht man dann am Abend sicher auch eine Laterne.


Es bleibt nur zu hoffen, dass niemand auf die Idee kommt nach den Stars auch noch die Stripes in den Sand zu setzen. Platz hätten sie ja noch ausreichend!

Mittwoch, 13. November 2013

Der Eden Cache – eine paradiesische Herausforderung

Als Gott in 7 Tagen die Welt erschaffen hatte, formte er aus der Erde des Ackerbodens den Menschen und setzte ihn in einen Garten mit köstlichen Früchten und in der Mitte mit dem Baum der Erkenntnis. So ist die Entstehung vom Garten Eden in der Bibel in der Genesis im 1. Buch Moses nachzulesen.
Und weil Adam, von Eva überredet, in die verbotene Frucht dieses Baumes biss, war Schluss mit lustig und beide wurden aus dem Paradies vertrieben.

Und weil in biblischen Texten – unabhängig von Glaubensfragen – oft mehr als nur ein Körnchen historischer Wahrheit verborgen ist, gibt es auch wissenschaftlich fundierte Untersuchungen diesen Garten Eden zu lokalisieren.
„Eden“ bezeichnete im Sumerischen die Steppe und so suchte man nach einem Ort, der vorher fruchtbar war, durch die Änderung der Verhältnisse – vielleicht in der letzten Eiszeit – austrocknete und die Menschen zu Ackerbau und Vorratshaltung drängte und die Veränderung der Ernährungsbasis als „Vertreibung aus dem Paradies“ benannt wurde.

Der Garten Eden wurde von einigen Wissenschaftlern im Gebiet von Täbris, der Hauptstadt von Ost-Aserbaidschan lokalisiert. Anders vermuten ihn in einem heute überfluteten Flussdelta im Bereich des Persischen Golfs und wiederum andere sind der Ansicht, dass es sich dabei um den Tempelgarten der Stadt Eridu, einer der ältesten sumerischen Stüdte in Süd-Mesopotamien, im Süd-Irak handelt.

Weit gefehlt!
Der Garten Eden liegt gerade mal 40 Autokilometer nordöstlich von Prag.und ist nach Überquerung des Flusses Labe, der später Elbe heißt, auf der dann folgenden 1. Abfahrt von der E 65 leicht zu erreichen.
Dort liegt nämlich an einem kleinen See der Eden Cache.

Hätten die Teilnehmer des Geocoin Festes im September 2013 in Prag sich dort nicht durch das Maze Europe gedrängt, um das seltene Icon zu erhalten oder im Eiltempo die 12 Icon-Tour oder sonstige Trails abgegrast, dann wäre Eden eine paradiesische Alternative gewesen.

Von einem Besuch ausgeschlossen wären natürlich die Geocacher, die den Sündenfall schon hinter sich haben und von der verbotenen Frucht naschten. Das sind diejenigen, die das Benchmark FH0141 virtuell als gefunden loggten, obwohl es real immer noch in der Ziegelwand einer Eisenbahnstation in Fort Smith, Arizona fest verankert ist.

Beim Eden Cache muss man bibelfest sein, denn an den angegebenen Koordinaten ist nur der Parkplatz. Die Anzahl der Gebote, der Evangelien des Neuen Testaments, die Anzahl der Regentage während der Sintflut oder die Anzahl der Bücher des Alten Testaments helfen zur Errechnung des Finals.
Und wenn man dann mit Mut in der Dunkelheit und von glänzenden Engeln geleitet am Ende ins „Paradies“ gelangt und den Schatz gefunden hat, dann kommt der wohl schwierigste Teil: die Wassertaufe im See, paradiesisch wie Adam und Eva, bei Tag oder Nacht, im Sommer wie im Winter, nackt wie Gott uns schuf.

Das Beweisfoto – 80 % der Körpers müssen sichtbar mit Blick in Richtung des Fotografen sein – muss als Fundbeweis veröffentlicht werden. What a Challenge!
Doch der Owner ist barmherzig: Eva kann bis zur Taille im Wasser stehen und ihre Hände benutzen, bei Adam hört das Wasser beim Knie auf. Hände hat er ja auch.

Seit Veröffentlichung im Oktober 2006 haben 290 ausschließlich tschechische Geocacher den Eden Cache gesucht, gefunden und durch 450 Beweisfotos dokumentiert.
Im Sommer mag das ja noch ein Vergnügen sein, aber im Winter, wenn zuerst das Eis aufgehakt werden muss, ist das für einen 2,5/1,5 Mystery schon eine Herausforderung.
Da verblasst im Vergleich sogar die  Walddusche von minz, dem coolsten Cache Deutschlands.


Auf Fotos aus den Logs verzichte ich dieses Mal. Wer die Gallerie durchstöbern will, der hat ja den Link. Wenn ich meinen Luxuskörper – ab Knie mit Handschutz – auch kaum einer sicher beeindruckten Öffentlichkeit preisgeben würde, so ist die Idee zu diesem Cache schon etwas außergewöhnlich und originell. 

Vielleicht kommt der Eine oder Andere ja wieder mal nach Prag!

Mittwoch, 6. November 2013

Cacher kommen und gehen – Reviewer auch

Wenn man seit vielen Jahren regelmäßig auf Döschensuche durch Wald und Flur streift, dann ist einem diese Entwicklung nicht unbekannt:
Mit großer Begeisterung wird von einem Newbie ein Account eröffnet und in wenigen Wochen und Monaten eine beachtliche Zahl von Caches gesucht und gefunden. Mit den Smartphone-Apps ist die Hürde zum Geocachen niedriger geworden. Statt mit einen teuren GPS Receiver, dessen Anschaffung man sich doch etwas länger überlegt, ist man heute mit einem Smartphone-App für ein paar Euro schnell dabei.
Nach der anfänglichen Euphorie wird es dann bald ruhiger und die Outdoor-Aktivitäten des Neucachers lassen merklich nach. Ein paar Monate später ist dann die Lust vergangen und man wendet sich neuen trendigeren Aktivitäten zu. Ein Account mehr von den über sechs Millionen bei Groundspeak, die ohne jegliche Aktivitäten in der Datenbank vor sich hin dümpelt.
Für mich sind das „Strohfeuer-Cacher“: Schnell entflammt, mit hellem lodernden Schein, das dann aber schnell erloschen ist. Dagegen steht, um im Vergleich von Feuerarten zu bleiben, der Typus „Buchenscheit“: Langsam zu entflammen und zu begeistern, aber lange anhaltend und kontinuierlich auf kleiner Flamme brennend und dabei auch anderen – z..B. auf Events - wohlige Wärme spendend.
Aber auch hier kommt es vor, dass das Feuer erlischt. Das fällt dann schon eher auf, wenn Nicknames, die man über Jahre in den Logbüchern gelesen hat, plötzlich nicht mehr auftauchen. Man bedauert, dass solche Cacher, mit denen man vielleicht sogar seine Runden gedreht und Wanderungen auf gemeinsamen Cachingtouren gemacht hat, sich plötzlich anderen Hobbies und Aktivitäten zuwenden und aus der Cacher-Community verschwinden.

Was aber für Dosensucher gilt, das ist bei den Reviewern auch nicht anders. 
Strohfeuertypen sind in dieser Gruppe zwar nicht anzutreffen. Aber nach einer kürzeren oder längeren Zeit dieser zeitaufwändigen Aktivität hat man vielleicht auch genug davon und der Reiz dieser elitären Gruppe – dazu noch für die meisten Cacher unbekannt und unidentifiziert – anzugehören, hat nachgelassen.
Mit der Kommerzialisierung des Geocachens hat sich manches auch für den Reviewer verändert. „Strohfeuer-Cacher“ legen unausgegorene Listings vor, weil man ja auch selbst schnell Caches auslegen will. Die Prüfung wird aufwändiger und mehr und mehr Differenzen zu den Richtlinien müssen geklärt und beseitigt werden. Um die weitere Entwicklung im Sinne von Groundspeak nicht zu gefährden werden mehr und mehr Zwangsarchivierungen durchgeführt. Oft trifft man auf verständnislose Owner, die nicht akzeptieren können, warum gerade ihr Cache betroffen ist. Reviewer machen sich unbeliebt und Anfeindungen und Pöbeleien sind dann nicht selten.
Und irgendwann werfen die freiwilligen Helfer von Groundspeak dann das Handtuch und beenden ihre Reviewer-Tätigkeit.

Das hat es in der Vergangenheit immer wieder mal gegeben. Dass allerdings auf einen Schlag gleich mehrere Reviewer – wie in den letzten Tagen – ihre Aktivität einstellen, ist neu. Vielleicht sollte man sich auch in Seattle über diese Entwicklung seine Gedanken machen. Man stelle sich vor: Ich will einen Cache auslegen und keiner schaltet ihn frei!