Sonntag, 27. Januar 2013

Wo Felsen wachsen !


Die Jahresniederschlagsmenge für alle Festlandflächen beläuft sich auf ca. 37.000 Kubikkilometer, die den Flüssen für ihre jährliche geologische Tätigkeit zur Verfügung steht.

Durch abfließende Niederschlagswasser wurden durch Erosion Rinnen, Flüsse, Canyons, V-förmige Täler oder Kerbtäler geschaffen. Durch Wasser werden die weicheren Bodenschichten flächenmässig abgetragen und die härteren bleiben zurück. So werden wetterbeständige Gesteine allmählich aus der Umgebung herauspräpariert und können beeindruckende Formationen bilden.
Bei fließenden Gewässern entstehen Gleithänge, bei denen sich die als Schwebfracht oder Bodenfracht im Wasser mitgeführten Partikel ablagern, während sie von der Uferböschung an den gegenüberliegenden Prallhängen abgetragen werden.
Zu Eis gefroren hat Wasser ein 9 % höheres Volumen und kann Felsen und Gesteine sprengen.

Wasser ist ein gewaltiger Landschaftsformer. Aber nicht immer wird dabei Material zerfurcht, abgetragen oder verfrachtet. Unter gewissen Voraussetzungen können durch Wasser auch Felsen wachsen.
Wenn die Niederschläge auf einer höher gelegenen Fläche langsam durch den Muschelkalk versickern, reichert sich das Wasser mit den darin enthaltenen Kalkanteilen an. Am Fuße eines Hügels tritt das Wasser als Quelle – meist mit relativ geringer Schüttung – aus. Durch die Druckentlastung und Erwärmung des Wassers wird die Fracht an gelöstem Kohlendioxid (CO2) rasch abgegeben. Durch den Entzug des gasförmigen Kohlendioxids entsteht das nur gering lösliche Kalziumkarbonat, das als poröser Kalktuff ausgeschieden wird und so die Felsen wachsen lässt.


In Süddeutschland gibt es einige Earthcaches, bei denen man das Phänomen wachsender Felsen besichtigen kann. Die Steinerne Rinne bei Usterling in der Nähe von Landau an der Isar ist wohl am beeindruckendsten. Am  Growing Rock of Usterling fließt  das austretende Quellwasser in einer bis zu fünf Meter hohen Rinne aus Kalktuff, die sich im Laufe der Jahrtausende gebildet hat. Hier tragen Moose und Pflanzen zusätzlich zum Entzug von Kohlendioxid bei und so wächst die Steinerne Rinne jährlich immer noch um einige Millimeter.Vom Parkplatz an der Straße aus ist dieses geologische Highlight nach wenigen Minuten Fußmarsch zu erreichen.
Im Winter wächst in Usterling wenig

Bei Laufen am Neckar kann man nach einem kurzen Fußweg zwischen Weinbergen und dem Neckar den Kirchheimer Tuff-Felsen bewundern. An dieser Stelle tropft ständig rieselndes Wasser über Kalktuff, das mit Moos bewachsen sind, und bildet so größer werdende „Nasen“.
Auch am Schreckberg bei Mosbach gibt es eine langsam schüttende Karstquelle, die die Felsen um 1-2 mm/Jahr wachsen lässt. In einem kleinen Infohäuschen am Schreckhof kann man sich über die Geologie der Gegend informieren.
Auch in Schwabsoien zwischen Schongau und Kaufbeuren in Bayern kann man einen Kalktufffelsen besichtigen. Aber alle diese Earthcache-Locations halten einen Vergleich zur Steinernen Rinne bei Usterling nicht stand. 
In dieser EC-Kategorie ist der Growing Rock of Usterling - von allen, die ich kenne - meine 1. Wahl.

Weil im Januar 2004 - vor neun Jahren - der 1. Earth-Cache veröffentlicht wurde könnte man ja, weil Eis und Schnee, trübes Wetter und kurze Tage noch das „traditionelle Cache-Erlebnis“ behindern, sich vielleicht auf den einen oder anderen EC konzentrieren. 
Die wachsenden Felsen sollen dazu eine Anregung sein. 

Mittwoch, 16. Januar 2013

Cachen im Winter Wonderland


 Cachingtouren im Januar haben einen besonderen Reiz.

Ich denke dabei aber nicht an ein paar Caches, die man in der Stadt auf geräumten und gestreuten Wegen sucht oder bei einer vorher geplanten Tour mit dem Cachemobil abfährt, um an der Location gerade mal auszusteigen und die letzen 50 m zum Final zu gehen, schnell zu loggen, um dann wieder im warmen Auto zum nächsten Cache weiterzufahren.

Cachingtouren im Januar sind für mich Winterwanderungen auf verschneiten Feld- und Waldwegen, mitunter bei klirrender Kälte, wo man nach 10 – 15 Kilometer oder 4 – 6 Stunden dann auch froh ist, sich bei der Heimfahrt im Auto aufwärmen zu können. Wenn einem das Gesicht bei den Minusgraden langsam erstarrt, die Finger – zur Bedienung des GPS meist ohne Handschuhe - klamm und gefühllos werden und erst später wieder mit einigen Bizzeln wieder richtig auftauen. Wenn man die Cap gegen eine warme Wollmütze tauscht und man vom Kapuzenpulli die Kapuze richtig hochzieht, wenn der von den Bäumen geblasene und in der Sonne flirrende Schnee in den Nacken fällt -  dann ist das Cachen im Winter Wonderland.

Im Januar 2012 waren es die Runden von „Geocaching Forever“, wo selbst Temperaturen bis zu minus 18 Grad Celsius viele Cacher – so auch mich - nicht vom Abwandern einzelner Buchstaben abhalten konnten. Aber auch nach der Zwangsarchivierung dieser Runden gibt es für den, der an solchen Touren seine Freude hat, andere Runden zum Wintercachen.

 „Warte mal“ von den 4 Schwoba ist so eine. In der Nähe von Schlat bei Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg haben sie im Oktober 2011 eine Tradirunde ausgelegt, die bei inzwischen 500 Logs immerhin 126 Favoritenpunkte bei # 01 aufweist. Eine Tradirunde mit 43 Petlingen, die hauptsächlich vom Frühjahr bis zum Herbst in Angriff genommen wird.
Rund um Schlat, auf den Wasserberg und ums Fuchseck führt die rund 18 km lange Runde. Die im Listing genannten 15 bis 16 km sind, wie die erwähnten "unbedeutenden Anstiege" etwas untertrieben. Schon meine Teiltour endete bei 14 km und 686 Höhenmetern. Aber mit den traumhaft schönen Aussichten haben die vier Schwaben recht.

Knackig kalt war es, als ich mich am Morgen auf den Weg machte. Im Wald noch einigermaßen geschützt, sank die gefühlte Temperatur durch den eisigen Wind im freien Gelände von den minus vier Grad um ein paar weitere gefühlte Grad ab und es wurde bissig kalt. Die an einigen Stellen verschlammten Wege mit tiefen Spuren waren in den letzten Tagen zugefroren und damit schön wanderbar. Mit drei bis fünf Zentimeter Schnee war es kein Problem, die richtigen Pfade und Weg zu finden.
Der vom Wetterbericht angekündigte leichte Schneefall blieb aus. Stattdessen präsentierte sich die Schwäbische Alb über weite Strecken im strahlenden Sonnenschein.


Die Tage im Januar sind noch recht kurz und gegen 17 Uhr setzt schon die Dämmerung ein. Bei meiner Startzeit und dem Wandertempo hätte ich die Runde wohl erst gegen 19 Uhr bei völliger Dunkelheit abgeschlossen. Das sollte man den Tieren, aber auch den Ownern, die bei Dämmerung und nachts um Rücksicht und Cacheabstinenz bitten, nicht antun.
Ich habe meine Tour rechtzeitig abgebrochen und so bleibt für einen sommerlichen Ausflug noch ein Anreiz, für den Rest und ein paar weitere Caches zur Schwäbischen Alb aufzubrechen.


Sonntag, 23. Dezember 2012

Auf Dosensuche von Flensburg bis nach Basel


Der Weg von der dänisch/deutschen Grenze bei Flensburg bis zur Schweizer Grenze bei Basel ist nach Google Maps 966 km lang. Wer sie in einem Stück über die A 7 und A 5 durchfährt, braucht dazu rund 8 ½ Stunden, sofern keine Baustellen und Staus ihn aufhalten.

2012 war ich diese Strecke auf der Suche nach den Tupperdosen und Petlingen unterwegs.
Nicht dass jetzt jemand auf den Gedanken käme, dass ich in Etappen öde neben der Autobahn entlang gewandert bin. Es war eine virtuelle Wanderung, für die ich mir Anfang 2012 das Ziel gesetzt hatte, Deutschland auf diese Weise vom Norden nach Süden zu durchqueren.
Etwa 90 einzelne Wanderrunden habe ich vom Parkplatz meines Cachemobils bis zur Rückkehr an den Startpunkt getrackt, die Wegstrecke festgehalten und Runde für Runde aufaddiert. Mit der 4,6 km Runde Raupe Nimmersatt am 19. Dezember in Malsch bei Ettlingen habe ich mit 967,5 km die Schweizer Grenze überschritten.

Zwischen 2,5 km – einem kleinen Spaziergang – bis zu 24,9 km lang waren die Runden, bei denen ich 2012 zwischen Niedersachsen und Niederbayern, zwischen der Uckermark im Osten und dem Saarland in Westen zu Fuß unterwegs war. Mehr als 2,5 – 3,0 Kilometer pro Stunde habe ich selten geschafft. Das Suchen, Loggen und Wiederverstecken braucht seine Zeit und manchmal griff meine 15-Minuten-Regel. Wird der Cache in dieser Zeit nicht gefunden, dann geht es mit einem DNF weiter.
Bei 25 km an einem Tag erreiche ich dann schon meine Obergrenze als Tagesstrecke und wenn es an drei aufeinander folgenden Tagen 60 Kilometer werden, dann war erst einmal Muskel- und Gelenkpflege angesagt. Man hat so seine Grenzen, ab denen es weh tut.

Zum Ende des Jahres geht mein Dank an alle Owner dieser Wanderrunden, die mir meine Touren erst möglich gemacht haben. Über ein paar der Runden, die mir besonders gut gefallen haben, habe ich auch gebloggt, damit auch andere mit ähnlichen Caching-Vorlieben darauf aufmerksam gemacht werden.

Für 2013 ist meine virtuelle Reiseroute bereits geplant.
Von Basel geht es über Zürich, St. Gallen, Feldkirch in Vorarlberg, Innsbruck, Kufstein, Salzburg, an Linz und Wien vorbei nach Bratislava in die Slowakei. Das sind nach Google Maps wieder 933 km, die Tour für Tour virtuell erwandert werden.
Dabei geht es nicht allein um die Zahl der gefundenen Caches oder die zurückgelegten Kilometer. Entlang der virtuellen Strecke werden Besonderheiten und spezielle kulturelle oder touristische Highlights hinterher ergoogelt, der Weg wird vertrauter und so hat man, neben den realen Erlebnissen bei einer Wanderrunde ganz woanders, noch sein zusätzliches Vergnügen.

Ein ganzes Jahr für knapp 1.000 Kilometer!
Wenig im Vergleich zu einem der wohl längsten Wandercaches, die es in Europa gibt. Der Multi München – Venedig führt auf 28 Tagesetappen und einer Strecke von 560 Kilometern bei 20.000 Höhenmetern vom Marienplatz in München zum Markusplatz in Venedig. Das sind die „echten“ Wanderer, die diese Tour in einem Stück oder in mehreren Teiletappen gegangen sind. 36 Cacher haben diese Herausforderung bereits erfolgreich bestanden.
Ich bin nur einer der 637 Cachern, die ihn auf der Watchlist haben und fast schon voll Ehrfurcht die geloggten Reiseberichte lesen und die Erlebnisse beeindruckt mitverfolgen.
„Langsam Laufen. Viel Trinken. Gut Essen. Ausreichend Schlafen. Und von vorne.“ So steht es im Hint dieses Caches von  DerPate zu lesen.
Aber das gilt ja nicht nur für München-Venedig, sondern auch für alle anderen Wandertouren. Ich werde es auch beherzigen, wenn ich mich 2013 auf meine virtuelle Tour machen werde.


Allen, die meinen Blog regelmässig oder unregelmässig mitlesen, positiv oder kritisch kommentieren oder mir auch mal Korrekturen oder aufmunternde mails im Blog oder als PM senden,  wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest, ein paar ruhige und besinnliche Tage und für 2013 viele schöne Cache-Erlebnisse - wo und wie auch immer und welche Döschen sie auch immer suchen mögen.

Freitag, 14. Dezember 2012

Block Party - das vergessene Icon


Wenn man bei Geocaching nach den diversen Cachetyp-Icons für die verschiedenen Cachetypen sucht, dann wird man ein Icon nicht finden. Und auch im Cachewiki oder in Markus Gründel’s Geocaching Taschenbuch und bei anderen Quellen, die anscheinend auf diese Groundspeak Information zurückgreifen, wird man nicht fündig.  
So selten ist dieses Icon, dass es – Stand Dezember 2012 – in der Aufstellung wohl einfach vergessen wurde. Weltweit haben es bisher weniger als 3.000 Cacherteams in ihrem Profil: das „Geocaching Block Party“ Icon

Angefangen hat diese Party-Tradition mit der „Lost & Found Celebration am 4. Juli 2010 im Stadtteil Fremont, Seattle in der Nähe des GC Headquarters, einen Tag nach dem GeoWoodstock VIII auf den Remlinger Farms in Carnation, nur 50 km östlich von Seattle. „10 Jahre Geocaching“ wurde gefeiert und Blechlawinen und Menschenmassen strömten in die Stadt. Viele besuchten den wöchentlichen Fremont Sunday Market gleich neben dem Party-Gelände, die meisten waren aber auf dem Weg zum Gas Works Park am Lake Union, um sich einen Platz für das Picknick am Unabhängigkeitstag und das abendliche Großfeuerwerk zu ergattern.

Mehr als 2.500 Cacher in knapp 1.600 Teams besuchten das Event, viele als „Nachfeier“ zum gelungenen GeoWoodstock. Neben den üblichen Verkaufsständen konnte man Jeremy und Groundspeak Lackeys gegen einen Obulus für eine soziale Einrichtung in einem kleinen Pool versenken, sich auf eine Challenge Tour mit lokalen Highlights begeben oder sich mit Signal, dem Frosch oder skurillen Cachern fotografieren lassen.  
Meist schlenderte man über das Gelände und übte sich im Small-Talk mit Cachern aus den verschiedensten US-Staaten oder aus anderen Ländern. 
Selbst die deutsche Cacher-Community war mit etwa einem Dutzend Teilnehmer vertreten.

Wer dabei war, der hatte plötzlich ein „Groundspeak Lost & Find Celebration“ Icon – identisch mit dem „Groundspeak HQ“ Icon – bei den „All Event Cache Types“ in seinem Profil.

Eine ähnliche Party wurde mit der  „2011 Geocaching Block Party“ am 20. August 2011 mit einem vergleichbaren Programm organisiert. Auch dieses Mal, trotz fehlendem Vor-Event GeoWoodstock, wurde die Marke von 1.000 teilnehmenden Teams übertroffen. Von nun an wurde die jährliche Blockparty zeitlich stets um den Internationalen Caching Day organisiert.
Für das 2011 Event wurde erstmals das Blockparty-Icon geschaffen. Wenn man auf der Event-Seite allerdings auf das Icon klickt, dann landet man bei der eingangs erwähnten Auflistung der Cachetypen, wo man es dann vergeblich sucht.

Auch bei der „2012 Geocaching Blockparty“ am 18. August 2012 waren es 1.127 Teilnehmer-Logs. Der letzte loggte vor zwei Tagen am 12. Dezember 2012 und bedankte sich mit einem „Attended“ für das schöne Icon-Design. So kann man, daheim in Old England sitzend,  auch seine Icon Gallerie im Cacher-Profil vervollständigen.

Die 2013 Geocaching Block Party wird am 17. August 2013 an bekannter Stelle stattfinden. Die Anmeldungen tröpfeln langsam und erst 68 Teams haben ihre Teilnahme mit einem „will attend“ Log bekundet. Da sind manche deutschen Events mit mehr Teilnehmern schneller ausgebucht.
Die Veröffentlichung im September 2012 mit einer langen Vorlaufzeit von fast 11 Monaten („with special permission by Groundspeak!“) hat noch keinen Anmeldungsrun gebracht. Es sind ja noch ein paar Monate bis dahin und bis Mitte August wird sich der Platz um das Headquarter noch füllen. 
Man muss sich ja nicht unbedingt hin, um sich mit netten aber etwas skurillen Geocachern ablichten lassen. Seattle und der Staat Washington haben ja noch so viel anderes zu bieten. 


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Ein Quicky am 12.12.12 um 12:12:12 h am Gleis 12


Während gestern, am 12.12.12 die Standesämter von heiratswilligen Pärchen gestürmt wurden, waren Geocacher auf Dosensuche unterwegs oder trafen sich bei über 1.000 Events, um an diesem besonderen Tag zumindest ein „Found it“ oder „Attended“ zu loggen.
Die einen, um durch die Schnapszahl als Gedankenstütze den Hochzeitstag auch nach Jahren nicht zu vergessen, die anderen um das spezielle Souvenir für diesen Tag in ihrem Profil zu sehen.

Ähnlich wie am 10.10.10 – auch dafür gab es ein Souvenir – war auch der 12.12.12 ein Tag der Events und wenn man sich dann noch in der Mittagspause um 12:12:12 h traf, dann war der 12-Kult auf die Spitze getrieben. Nicht ganz, denn eine Steigerung war immer noch möglich. In Karlsruhe traf man sich bei dem von nt_tsm organisierten Quickie-Event am Bahnsteig 12 des Hauptbahnhofs.
Der Zugführer des wenige Minuten später abfahrenden Regionalzuges bekam vor Freude wohl glasige Augen, als er die vielen potenziellen Fahrgäste am Bahnsteig sah und war dann später tief enttäuscht, als keiner in seinen Zug einstieg.

Über 120 Souvenirs sind nach einer Aufstellung von Groundspeak  als „Kunstwerke“ für Funde in bestimmten geographischen Regionen, Teilnahme an speziellen Veranstaltungen oder mit sonstigem Hintergrund geschaffen worden und von Groundspeak gelistet.
Inzwischen dürften es einige mehr sein, denn die Liste entspricht dem Stand von August 2011 und ist schon lange nicht mehr aktuell.

Für die Souvenirsammler fehlen auch noch einige Länder. So gibt es für Österreich, Frankreich, die Schweiz und andere Nachbarländer Deutschlands keine Souvenirs. Ob die jemals veröffentlicht werden?

Um sich die Souvenirs im eigenen oder einem fremden Profil anzusehen, muss man sich erst durchklicken und so führen sie – sofern sie nicht auf die Profilseite kopiert wurden – ein Schattendasein.
Trotzdem scheinen sie interessant, denn sonst wären gestern wohl kaum Zehntausende von Geocachern unterwegs gewesen, um sich bei einem der rund 1.150 weltweiten Events ihr Souvenir zu ergattern. 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Themen-Mysteries für dunkle Winterabende


Wenn das trostlose Grau des Himmels sich kaum von der Farbe des morgendlichen Nebels unterscheidet und die Sonne an den kurzen Tagen gänzlich verborgen bleibt, wenn die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt gefallen sind und der fest gefrorene Schnee als eisiger Panzer über den Wegen und Wiesen liegt und wenn einem bei einem kaltem durchdringenden Nieselregen die Lust vergeht, den Fuß vor die Tür zu setzen, dann beginnt die winterliche Mystery-Zeit.

Nicht die Suche nach den Mystery-Caches, sondern die Suche nach den Lösungen der Rätsel und die Suche nach den richtigen Antworten zu den Fragen für die Ermittlung der finalen Koordinaten. Wenn der Geochecker dann die Lösung als richtig bestätigt, dann ist das wie ein kleiner Sonnenstrahl an so einem trostlosen Wintertag. Irgendwann im Frühjahr wird man sich dann auch real auf den Weg machen, um den Cache vor Ort zu finden.

Man kann die Tour vor Ort aber auch sein lassen. Allein die Suche nach der Lösung und die Bestätigung, sie gefunden zu haben, ist unterhaltsam und bei kniffligen Aufgaben eine Streicheleinheit für das eigene Ego.

Man löst Sudokus und Puzzles, decodiert Texte nach den verschiedensten Verschlüsselungssystemen, hat sich ein Basiswissen zu Morsezeichen, Braille-Schrift und Freimaurerzeichen angeeignet, kennt inzwischen auch die Farbwerte der Widerstände und vieles andere mehr, um diese Rätsel-Mysteries lösen zu können.

Aber es gibt auch andere Mystery-Caches. 
Das sind die Runden, bei denen man auf der Suche nach der Lösung einiges zu einem bestimmten Thema lernen kann. Diese „educational mysteries“ oder „Themen-Mysteries“ sind meine eigentlichen Favoriten.

Revax2401 hat mit seiner Mystery Runde zur Isar am Isar-Radweg bei Plattling in Niederbayern so eine Themen-Mystery-Tour ausgelegt. 25 Lösungen zu Fragen rund im die Isar gilt es zu finden. Vom Verlauf des Flusses, über die Flößerei und Holzdrift, Flora und Fauna, die Quelle und die Inseln, die Farbe des Flusses, Kraftwerke, Hochwasser oder Nebenflüsse reicht das thematische Spektrum.
Man fühlt sich schon als kleiner Isar-Spezialist, wenn man sich durch die verschiedenen Informationsquellen – ähnlich wie die Biber bei den Baumstämmen am Flussufer- durchgebissen hat und die Lösungen ergoogelt sind. Auf jeden Fall hat man einiges zur grünen Isar dazu gelernt. 


Mystery-Caches als Heimatkunde – nicht der schlechteste Ansatz.

Bei einem Besuch in Niederbayern habe ich mich Mitte Oktober auf die reale Tour gemacht, um diesen Teil des Isar-Radwegs abzuradeln. An einem grauen, kalten und windigen Herbsttag mit einem kurz darauf einsetzenden durchdringenden Landregen ging es bei Isar 01 Die Isar am frühen Vormittag los. Bei # 7 war dann die Luft raus. Nicht bei mir, sondern beim Reifen meines Hinterrads. Die günstig gelegene Brücke bei Oberpöring wurde zum Wendepunkt und auf dem Rückweg wurde das Rad geschoben – nicht ohne die auf dieser Seite des Flussufers  platzierten Dosen zu suchen und zu finden.
Am 6. Dezember war der Rest der Runde auf dem Programm. Dieses Mal ohne Fahrrad und als Winterwanderung auf der Dammkrone. Von Ettling aus wurden es rund 3 ¼ Stunden bis ich die letzten beiden, bei meiner Wegführung ungünstig gelegenen, Dosen gefunden hatte.
 Die – meist – Petlinge mit D/T Werten um jeweils 1,5 – 2,0 sind gepflegt und ziemlich gleichartig so ausgelegt, dass man sie auch im Winter finden kann – so man denn die Tour im Winter machen will.
Die Abstände von bis zu 700 m zwischen den Caches lassen einem auch bei einer Fußwanderung im Winter nicht einfrieren. Die Runde macht zwei Mal Spaß: Einmal beim Lösen daheim am PC und dann als Radwanderung vor Ort.

Jetzt, wo die Isar abgeschlossen ist, wälze ich Literatur und ergoogle Fakten über die geheimnisumwitterten Kelten, Schuld daran ist ein zwischen Abendsberg und Vohburg in Bayern in den Dürnbacher Walt gestanztes „K“ aus 31 Fragezeichen. Foschal hat hier seine anspruchsvolle Kelten-Runde ausgelegt. Quer durch die keltische Kultur, ihre kriegerischen Auseinandersetzungen über Viereckschanzen bis hin zu Asterix reichen die zu lösenden Aufgaben. 13 Aufgaben sind bisher gelöst, aber der Winter ist ja lang.

Schnell dagegen ging es bei den Lösungen für die Deutschlandreise von rageracer, die als großes Fragezeichen mit 16 Caches und einem Bonus bei Dörpen in Niedersachsen die Landschaft ziert. Auch wenn die Fragen recht einfach zu beantworten sind, auch hier habe ich etwas dazu gelernt.

Jetzt hoffe ich nur, dass in einer Zeit, wo Runden relativ kurzlebig sind und bald vom Owner archiviert werden, diese und andere Themen-Mystery-Runden, die ich noch zu finden hoffe, noch einige Monate erhalten bleiben, bis sich im Laufe des nächsten Jahres die Gelegenheit für einen Besuch in der Gegend ergibt. 
Und falls nicht, so war zumindest die Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema interessant und lehrreich und die Suche nach den richtigen Lösungen hat Spaß gemacht.

Montag, 26. November 2012

MEGA-Event "Projekt Twentythirteen!" -
ein unsinniger Rekordversuch


Es ist schon extrem, was sich die Organisatoren des MEGA-Events „Projekt Twentythirteen! da vorgenommen haben:

Am 1. Juni 2013 sollen in Thalheim bei Wels in Oberösterreich in mehreren Wellen 2013 Caches aller Arten und Typen von Leuten, die ihre Gegend am besten kennen, veröffentlicht werden.
„2013 Dosen, 2013 FTF-Chancen, 2013 mal etwas ganz Besonderes erleben!“ so steht es in der Beschreibung des Event-Caches und dort kann man auch nachlesen: „Die Dosen des Projekts 2013 unterliegen einem strengen Qualitätskodex, den wir uns selbst auferlegt haben. … Sinnlose Hideouts oder illegale Aktionen nur der Punkte wegen wird es mit uns nicht geben.“
Ein Widerspruch in sich selbst?
Den „Qualitätskodex“, sofern er für die auslegenden Cacher schriftlich definiert ist, habe ich auch auf der  Homepage zum Event inzwischen hier gefunden..

Und weil nach den Recherchen des Orga-Teams noch nie 2013 zusammenhängende Geocaches binnen 24 Stunden gepublished wurden, wird der Weltrekordversuch auch bei Guiness World Records angemeldet.

Da haben sich die Organisatoren ja einiges vorgenommen!
Wenn man mit 2013 neuen Caches und die Aussicht auf viele FTF-Chancen die Community anlockt, dann habe ich leichte Zweifel, ob die Aussage  „Es geht nicht um die schiere Masse, uns geht es um die Qualität“ ernst gemeint ist.

In Oberösterreich gibt es heute etwa 4.300 Caches und bis Juni 2013 werden noch ein paar dazu kommen. Dann allerdings am 1. Juni 2013 nach den Vorstellungen der Organisatoren kommen schlagartig an einem einzigen Tag 2.013 Caches dazu.
Unter Berücksichtigung des Mindestabstands ergeben die neuen Dosen eine Strecke von 324 km. Anders betrachtet ergibt sich eine Fläche von 144 Quadratkilometern, wenn jeder denkbare Punkt – unter Berücksichtigung des Mindestabstands und ohne die existierenden Caches und ohne Würdigung überhaupt denkbarer Versteckmöglichkeiten – neu bestückt wird. Die rund 46 qkm Fläche der Stadt Wels reichen da bei weitem nicht aus. Berücksichtigt man für die „Qualitätscaches“ nur die rund 3,5 qkm Waldfläche, dann ist zur Unterbringung der 2013 Caches ein Waldgebiet nötig, das 42 mal größer ist, als das der Stadt Wels.
Die Caches sollen ja auch im Umfeld ausgelegt werden. Aber auch hier wird es eng, denn der Bezirk Wels-Land mit seinen 24 Gemeinden ist nur 457 qkm groß.

Unklar ist mir auch, wie die Freischaltung an einem einzigen Tag funktionieren soll.
Der E.T. Trail in Nevada/USA ist mit aktuell 1.946 Caches – nicht unbedingt Qualitätscaches - die bisher längste zusammenhängende Strecke. Die Freischaltung von etwa 1.000 Caches dieses Trails – gleichzeitig ausgelegt und das Listing eingereicht - hat im August 2011 etwa zwei Wochen gedauert.  
Schon Wochen vorher werden die Reviewer wohl die Listings prüfen müssen, um sie dann am Stichtag ab 0:00 Uhr – lt. Orga-Team – zu veröffentlichen.
Wenn die Veröffentlichung eines Caches nur zwei Minuten beansprucht, dann allein dauert das Publishen 67 Stunden bei einem Reviewer. Kann man fünf Reviewer für diese Aktion begeistern, dann sind sie bei Beginn um Mitternacht und pausenlosem Einsatz nach dem Mittagessen fertig – fix und fertig.

Und am Eventtag wird es an der Location öd und leer und auf den Straßen um Wels dafür etwas voller, denn die Cacher, die mit der Aussicht auf viele FTFs angereist sind, werden sich schon bald vom Event verabschiedet und sich früh auf den Weg gemacht haben, um die neuen Caches zu finden. Am 2. Juni wird ja die FTF-Wertung ausgewertet und ein Preis übergeben.

Mir erscheint das etwas absurd und überzogen.

Ein Mega-Event mit Themen-Stammtischen, Workshops, einem Marktplatz mit Produktvorstellungen und ein gemütliches Come-Together von vielen Cachern, bei denen man alte Gesichter wieder einmal sieht oder neue Bekanntschaften macht, das ist ein Anreiz zur Teilnahme.
Ein Rekordversuch dieser Art mit 2.013 neu ausgelegten Caches kann mich nicht locken.

Ob er gelingen wird?
Da müssen die Organisatoren schon aktiver werden und sich noch einiges einfallen lassen. Momentan scheinen sie ja Probleme zu haben, einen einzigen Cache ausreichend zu betreuen. Bei ihrem Way to Project Twentythirteen wurde die Dose gemuggelt und nach einem Need Maintenance Log vom 13.10.2012 ist seit nunmehr fast sieben Wochen bis heute nichts passiert. Aber für den Cache gilt ja auch nicht der Codex 2013.