Montag, 22. April 2013

Der Jubiläumscache


Es ist eine Ecke, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und wohin sich, wie schon BikeNomad vor fünf Jahren schrieb, nur Waldarbeiter und GeoCacher verirren. 
Die letzten 70 Meter waren wir Schritt für Schritt den steilen verwachsenen Hang hochgeklettert, uns an den Stämmen der dünnen Bäume und an Wurzeln festhaltend, damit wir nicht wieder hangabwärts rutschen. Immer wieder ein paar Schritte zurück und einen besseren Durchgang durch das Gestrüpp und über den steinigen Untergrund suchend. Beim Verschnaufen haben wir immer wieder den Pointer und die verbleibende Entfernung kontrolliert.
Die letzten Schritte bis zu einem Waldweg. Es musste also auch anders und leichter gehen. Dann hatten wir uns bis auf zehn Meter an den Nullpunkt herangearbeitet. Hier zwischen den Felsen musste er sein und nach ein längerer Suche war es dann Mike, der ein „Gefunden“ rief.
Wir waren am Ziel.


Es gibt viele Möglichkeiten ein Jubiläum zu feiern. mike_hd, mit dem ich schon oft und gerne gemeinsam auf Tour ging und der am 21.04.2013 sein 10-jähriges Cacherjubiläum feierte, hatte sich vorgenommen, zu seinem Jubiläum einen Cache zu finden, der an diesem Tag vor exakt 10 Jahren veröffentlicht worden ist. Mit dem Dobelview im nördlichen Schwarzwald wurde er fündig und ich war froh, dass wir an diesem trüben und kalten Tag nicht in den Harz, den Taunus, die Rhön oder sonst wohin mit einer Anfahrtszeit von mehreren Stunden fahren mussten, sondern nur der doch nähere Schwarzwald das Ziel war. Und ich war auch froh, dass er es war, der die Dose schließlich entdeckte. Es war ja sein Jubiläum und ich war nur der Begleiter.

Am 21.04.2003 wurde der Dobelview von Asa veröffentlicht. Damals vor 10 Jahren mag der Name noch zutreffend gewesen sein. Die zwei Meter hohen Weihnachtsbäume haben sich seither ganz schön entwickelt und sind heute ein junger Wald, durch den man Dobel kaum noch erahnen kann, schon gar nicht an diesem diesigen Tag. Ein Regular, selbstverständliche Cachegröße für die Frühzeit, als man an Filmdosen und Petlinge noch nicht dachte und die Cachebeschreibung - wie damals meist üblich - noch in Englisch.

Dass dieser so abseits gelegene Cache noch aktiv existiert, muss man dem Owner Asa, seit Juni 2002 cachend unterwegs, hoch anrechnen. Er scheint einer zu sein, der seine Caches, darunter viele Multis, pflegt, denn von den knapp 50 oft vor vielen Jahren von ihm versteckten Dosen sind nur wenige archiviert.

Stilgerecht gesucht mit einem alten
alten Garmin GPS 12 XL
Für die ersten Sucher muss es schon bitter gewesen sein, nach dem etwa zehn Kilometer langen Anmarsch ab der Eyachmühle und den vielen Höhenmetern, einen DNF loggen zu müssen. Die Koordinaten waren rund 40 m im off und der Cache nicht zu finden. Nach Berichtigung war dann alice am 8. Mai 2003 der 1. Finder und auch Hornet919 mit seinem Suchhund Linux war eine Woche nach seinem DNF beim 2. Versuch erfolgreich. 110 Cacher haben in den zehn Jahren den Cache als gefunden geloggt. Das sind nicht viele. Es ist halt auch ein Cache, den man sich mühsam erwandern muss und der im Winter bei Schnee nur schwer machbar ist. Der letzte Log vor unserem Eintrag ist über sieben Monate alt und stammt vom Anfang September 2012.

An der Eyachmühle, einem netten Ausflugslokal, kann man sein Cachemobil abstellen, um sich durch das hintere Eyachtal auf den Weg zu machen. Ein schönes naturbelassenes Tal mit Wiesen, Wasserläufen und Wäldern, bei dem man rechts und links der Eyach ein Dutzend Caches suchen und finden kann. Auf der rechten Seite führt eine etwas breitere Forstraße bis zum Eyachursprung, dem Zusammfluss des Brotenaubaches mit seinem Quellgebiet in einem Hochmoor aus der letzten Eiszeit und dem Dürreichbach. Auf der linken Seite kann man dann auf schmalen dem Bachlauf folgenden Pfaden auf dem weichen von Baumwurzeln durchzogenen Waldboden entlang der Eyach wieder zurückwandern.



Wenn man seine Wanderung auf dieser Seite beginnt, dann kann man auch einen Bonuscache mitmachen, der uns durch die gewählte Wegführung vorenthalten blieb. Zurücklaufen wollten wir nicht mehr, denn mit den heutigen 20,2 km und 482 Höhenmeter hatten wir genug. Nach einer Kaffeepause in der Eyachmühle reichte es gerade noch für die # 1 des 10 Years Caching CelebrationTrail von gm, der als 5 km Wanderung mit 10 Caches ebenfalls an der Eyachmühle beginnt. Der wurde in nur drei Jahren schon 350 Mal als gefunden geloggt.
Ist halt ein kürzerer Trail aber durchaus ein guter Grund, wieder einmal in diese Gegend zu kommen.

Donnerstag, 18. April 2013

Miles and More … and more and more!


Wohl jeder, der gerne wandert und dabei auf Dosensuche geht, hat einige Ideen oder fertig ausgearbeitete Runden in Reserve, die ihm durch die Beschreibung oder die Logs anderer Cacher  ansprechen, die auf der Karte interessant ausschauen, von Cachern mit ähnlichen Interessen, die man so als Benchmark hat,  schon abgewandert worden sind oder ihm empfohlen wurden.

Irgendwann in den nächsten Wochen und Monaten, wenn es gerade rein passt, ist dann die eine oder andere Tour ohne größere Vorbereitung – da ja im Vorfeld bereits erledigt – kurzfristig angesagt. Manchmal muss man seine Pläne aber auch umstellen und schnell reagieren, denn wenn die geplante Tour gefällt und der Owner eine Archivierung in den nächsten drei Wochen ankündigt, dann muss man handeln und sie mit Präferenz vorziehen, bevor sie in der Versenkung verschwindet.

Schon vor Monaten habe ich die Miles and More Waldwanderrunde bei Radolfszell am Bodensee entdeckt und sie mir für diesen Sommer auch eingeplant. Damals hatte sie 42 Caches mit einem Bonus nach jeweils sechs Dosen und einem „Superbonus“ auf einer Länge von 18 Kilometer.
Als ich mir die Runde vor ein paar Tagen nochmals anschaute, war durch Ergänzungen Ende März 2013 daraus eine Runde von 54 Caches mit 9 Bonuscaches und einem Superbonus geworden. Plötzlich waren es lt. Listing 22,5 km bei rund 700 Höhenmetern.
Bei etwa 20 Kilometern und kräftigen Anstiegen beginnt es bei mir langsam weh zu tun. Da verhärtet die Muskulatur im Oberschenkel, die Kniegelenke fangen an zu schmerzen und man wird sich bewusst, wo die Adduktoren sitzen, wenn sie sich schmerzhaft melden.  
Jetzt hieß es Pläne umzuwerfen und schnell zu reagieren, bevor der Owner vielleicht noch auf die Idee kommt, ein paar zusätzliche Ergänzungen und noch ein paar Kilometer und Höhenmeter mehr einzubauen.

Verstecken muss man sich für das Auslegen und den gebotenen Service bei dieser Runde nicht. Einheimische Cacher werden wohl wissen, wer sich hinter der Sockenpuppe „Miles Moore“ versteckt, der nur für diese Runde als Owner zeichnet. Bei gpsies kann man sich die Route mit Karte und Höhenprofil aufs GPS laden. Das ist zwar weniger interessant, da ja die Caches sowieso den Weg vorgeben. Wichtig für die eingestreuten Bonuscaches ist jedoch der Ausdruck der Tabelle, ohne die man auf die Boni verzichten muss. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der kann sich auch eine pdf Datei mit Spoilerbildern herunterladen. Ein ziemlich professionelles Listing und ein besonderer Service.

Für einen frühen Start meiner Tagestour habe ich mir eine Relaisstation in Moos-Iznang ausgesucht, von der aus es nur ein paar Kilometer Anfahrt bis zum Startpunkt am Waldparkplatz waren. Das war wohl eine suboptimale Wahl, denn entsprechend den Gepflogenheiten der sonstigen Gäste gab es Frühstück erst ab 8 Uhr und nach Auffrischen der Getränkevorräte – auch die Lidls und Rewes öffnen erst um 8 Uhr – begann meine Tour um 9:30 h - 2 Stunden später als geplant.

Knapp 600 Cacher haben die am 22. April 2012 ausgelegte Runde im 1. Jahr in Angriff genommen und sich wahrscheinlich, so wie ich, über die Wegführung zu Beginn gefreut. Auf weichen federnden Waldpfaden ging es die ersten Kilometer kontinuierlich langsam bergab. Der Bodensee durch die Bäume zur linken und bei den hochsommerlichen Temperaturen recht angenehme 300 Höhenmeter im Wald die ersten drei Stunden nach unten bis zum Cache # 18. Das Einsammeln der Bonuscaches war so eine zeitliche Richtschnur: 6 Caches und der Bonus = 1 Stunde. So war der Zeitplan.

Dann zog es sich allmählich in die Länge und alles war runter ging musste ja auch wieder hoch gelaufen werden. Meine Stundenplanung lief aus dem Ruder und beim letzten eingebauten Schlenker (ab # 46) war dann auch die Schmerzschwelle erreicht. Wie auch von anderen Cachern schon in ihren Logs beschrieben summierten sich die Kilometer durch die Suche und die Bonus-Caches auf eine etwas längere Strecke als die 22,5 km wie im Listing erwähnt. Mein GPS zeigte am Ziel 27,2 km und 970 Höhenmeter an.

Durch die 30 Minuten Pause nach # 23 und die einladende Bank an der Extrameile für eine kurze Rast war ich über elf Stunden unterwegs. Den letzten Bonuscache loggte ich in Dunkelheit um 20:40 h und war echt froh, als ich wenige Minuten später mein Cachemobil dunkel auf dem Parkplatz schimmern sah.

Auf den Superbonus habe ich dann allerdings verzichtet. Bin ja kein Superman – auch wenn man am Ende des Tages dann doch recht zufrieden mit seiner Tagesleistung ist. Aber die stolz geschwellte Brust, die sieht ja im Dunkeln keiner. 

Montag, 15. April 2013

Wann ist ein Fund ein Fund?


Seit 1984 nuschelt Herbert Grönemeyer höchst erfolgreich die rhetorische Frage „Wann ist ein Mann ein Mann“, ohne in einem der erfolgreichsten Songs seiner Sängerkarriere eigentlich eine Antwort darauf zu geben. Das muss er ja auch nicht, denn was – zumindest biologisch – einen Mann ausmacht, das gehört ja dann wohl doch zum Allgemeinwissen.

Die Frage „Wann ist ein Fund ein Fund“ ist da eher umstritten und in Cacherkreisen  scheint es dazu durchaus unterschiedliche Meinungen zu geben.  Quick and dirty:  Ein Cache darf als gefunden geloggt werden, wenn der Cachername ins Logbuch des Caches eingetragen ist.

So einfach ist es aber nicht immer. Bei den ausgelaufenden Virtual Caches gab es nie ein Logbuch. Hier mussten Fragen beantwortet werden und nach einer e-mail an den Owner mit den Antworten wurde der „Fund“ geloggt.
Die meisten Antworten konnte man sich - mitunter mühsam - ergoogeln, aber was macht man nicht alles für einen Länderpunkt in der Antarktis, in Kenia, in einer Reihe von anderen Ländern oder in diversen US-Staaten. Amerikanische Cacher haben sich dann über diese Logunsitte - speziell von deutschen Cachern – aufgeregt, denn auch bei einem Virtual Cache sollte ein Besuch an der Location Voraussetzung für einen Fundlog sein.
Nachdem Groundspeak ex cathedra verkündete: „Ohne Cachebehälter und Logbuch kein Cache“ wanderten die Virtuals in die Versenkung und es gibt nur noch wenige, die nach einem Besuch vor Ort logbar sind.

Auch bei Earthcaches fehlt das Logbuch und selbst der Fotonachweis, dass man an der geologischen Besonderheit war, ist nur noch freiwillig. Man muss nach Beantwortung der Fragen auch nicht mehr auf die Logfreigabe durch den Owner warten, die mitunter wirklich lange auf sich warten ließ, sondern darf nach den Richtlinien sofort loggen.

Zumindest bei den wenigen noch existierenden Webcam-Caches ist ein Fotonachweis gefordert. Häufig kann man darauf zwar den Cacher nur als kleinen Punkt sehen und schon gar nicht identifizieren. Aber zumindest der Nachweis, vor Ort gewesen zu sein, ist erbracht.

Für alle anderen Cache-Arten gilt der Name im Logbuch oder auf dem Logstreifen als Fundnachweise. Oder … vielleicht doch nicht?

„Aus zeitlichen Gründen musste ich die Runde leider abbrechen. Aber da ich alle anderen Caches der Runde gefunden habe, hätte ich auch diesen gefunden und erlaube mir daher den Cache als gefunden zu loggen.“

Dieser Online-Log ist nicht Satire, sondern den habe ich in dieser Form vor kurzem echt gefunden. Nur die Quelle bzw. den Cache habe ich mir nicht notiert. Vielleicht stößt jemand auf diesen originellen Log und gibt mir Bescheid. Schon lustig, was es so alles gibt.

Etwas grenzwertig sind auch die Fotologs. Bei stark vermuggelten Locations hat der Owner mitunter das Loggen per Foto und ohne Eintrag in den Logstreifen im Listing genehmigt. Das dient letztlich dem Schutz der Dose und dagegen ist auch nichts einzuwenden.
Es hat sich aber auch eingebürgert, dass man bei einer abhanden gekommenen Dose den Ort des Verstecks fotografiert und den Cache als gefunden loggt. Das ist nur dann etwas peinlich, wenn der Cache tatsächlich noch vorhanden ist und nur nicht gefunden wurde.
Caches mit mehreren DNFs suche ich generell nicht oder logge eben ein „Nicht gefunden“. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er sich in so einem Fall verhält.

Nicht immer steht der eigene Name im Logbuch. Wenn man mit mehreren anderen Dosensuchern unterwegs ist, dann ist auch ein Teamlog korrekt. Im Laufe der Jahre bin ich schon mit den unterschiedlichsten, meist geographischen Teamnamen, in diversen Logbüchern vertreten. Es macht ja auch keinen Sinn, vor der Dose stehend abzuwarten, bis man bei fünf oder mehr Cachern endlich mit dem Eintragen am Zug ist. Im Online-Log wird dann jedoch auf den Team-Eintrag verwiesen, damit sich der Owner nicht über den Log wundert. Ich glaube allerdings, dass die Zeiten, in denen vom Owner die Einträge im Logbuch mit den Online-Logs verglichen werden, wohl auch der Vergangenheit angehören.

Eine besondere Art des Loggens habe ich erst vor ein paar Tagen praktiziert. Mühsam hatte ich eine Buche an einem Bach erklommen. Den Kugelschreiber habe ich mir hinters Ohr geklemmt, um oben am Baum nicht groß in meinen Taschen wühlen zu müssen. Endlich an der Dose angekommen, mich an Ästen und am Stamm mit den Beinen und einem Arm sichernd, ging die freie Hand zum Stift. Nur -  der war beim Aufstieg wohl unbemerkt leider in den Bach gefallen. Ersatzstifte lagen im Rucksack und der im Cachemobil, das ein paar Hundert Meter entfernt parkte.
So zündete ich mir in luftiger Höhe eine Zigarette an und brannte ein kleines Loch in den Logstreifen des Petlings als meinen Fundnachweis. In der Zwischenzeit steht neben dem Loch auch mein Name, den ein anderes Team, das ich auf dem Rückweg traf, netter Weise eingetragen hat.

In den nächsten Tagen werden wohl zwei Fundeinträge von mir gelöscht werden. Auf einer kleinen Wanderrunde mit netten und originellen Verstecken fand ich auch zwei Vogelhäuschen mit verschlossenem Einflugloch, einem kleinen an eine Ecke geschriebenen GC und nach dem Öffnen zwar keine Dose, aber einen Logstreifen mit mehreren Einträgen. Da habe ich mich dann auch eingetragen.
Gestern schrieb mir der Owner eine e-mail, dass ich meinen Fund auf einen DNF ändern sollte, da dieser Logstreifen nicht das richtige Versteck wäre, was durch die D-Wertung von 3,0 ja ersichtlich sein sollte. Die Klappe aufzumachen genüge nicht, da steckt noch mehr dahinter wurde ich belehrt.
Es gibt immer wieder Überraschungen und seit ich auf Dosensuche gehe ist das das erste Mal, dass ich mit so einer Reaktion konfrontiert bin. Er mag ja recht haben mit seinem besonderen Versteck und so habe ich ihm angeboten, meinen Fund-Log einfach zu löschen.
Ich werde meinen Log selbst nicht ändern und ihm auch den Favoritenpunkt für die nette Runde nicht entziehen – aber ich bin um eine Erfahrung reicher, dass Name, Datum und Uhrzeit auf einem Logstreifen halt als „Fund“ manchmal doch nicht ausreichen.

Mittwoch, 27. März 2013

Frohe Ostern ... auf der Insel!


Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und dem kalten Ostwind der letzten Tage kann man wohl kaum von Frühlingswetter sprechen. In manchen Gegenden liegt noch Schnee und besonders im Osten gibt es noch jede Menge davon, mit gesperrten oder durch Unfälle blockierte Straßen.

Foto by Murazor 
Vor diesem Wetter ist der Cacher Murazor aus dem kalten Polen geflüchtet und sicher froh, seinen Urlaub auf den Osterinseln bei Temperaturen um 20 – 25 Grad Celsius zu verbringen. Und weil beim Cachen auch die soziale Komponente eine Rolle spielt, hat er zu einem Event eingeladen. An der Kreuzung der Straßen Policapro Toro und O Te Henau in Hanga Roa findet am 1. April 2013 – kein Aprilscherz – genau um 10 Uhr lokaler Zeit das Event statt. Ein Menschenauflauf wird es nicht werden, denn bisher ist man erst zu Dritt und ob noch weitere Cacher dazu kommen ist fraglich.

Ziemlich abgelegen ist die Insel im Südostpazifik, die politisch zu Chile gehört. 3.526 km sind es bis zur chilenischen Küste und 4.251 km nach Tahiti. Die nächste bewohnte Insel liegt über 2.000 km entfernt. Die Insel selbst ist vulkanischen Ursprungs und die Küste fällt steil bis zu einer Meerestiefe von 3.000 m ab.
Der Niederländer Jakob Roggeveen hatte es bei den wenigen Buchten nicht leicht, als er am 5. April 1722 im Auftrag der Westindischen Handelskompanie mit drei Schiffen dort anlandete und der Insel nach dem Landedatum am Ostersonntag den Namen gab. 
Auch heute noch müssen die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen mit kleinen Booten an Land gebracht werden, denn einen großen Hafen gibt es nicht. Üblicherweise fliegt man mit der LAN, der chilenischen Fluggesellschaft, von Santiago de Chile, von Peru oder von Tahiti aus auf die Insel, hauptsächlich um die Moai Statuen, die großen Steinfiguren, von denen es fast 1.000 gegeben haben soll, zu besichtigen.

Wenn es um Geocaching geht, dann ist die Insel kaum erschlossen. Neben dem aktuellen Event gibt es noch drei Earthcaches, drei Tradis und einen Mystery. Einheimische waren daran nicht beteiligt. Es waren Touristen, die cachemäßig den weißen Fleck auf der Landkarte im Pazifik tilgten und es waren cachende Touristen, die die Funde loggten.

Wenn man die wenigen Logs durchscrollt, dann findet man auch einige deutsche Cacher. 
Den Maunga Terevaka, mit 511 m über Seehöhe die höchste Erhebung der Insel, erklomm Darth_maul_3 im November 2009 bequem auf  Pferdesrücken und konnte mit diesem EC einen weiteren Länderpunkt sammeln. Auch wenn sein Account nicht mehr ganz aktuell ist, der Weltreisende hat rund 60 Länder besucht und dort Caches gefunden. Auch spuchtfink, ein Bremer Urgestein, war auf der Osterinsel erfolgreich.

Aber auch auf den Osterinseln läuft es ähnlich wie bei uns. Trotz mehreren Verbotsschildern und Absperrungen wird beim Easter Island, Quarryand Holes einfach weitergelaufen, um verbotener Weise zum Gipfel zu gelangen. Dabei hätte ein Foto am Verbotsschild zum Loggen ausgereicht. Mit einem EC hat das aber wohl nicht mehr viel zu tun.

Ein Cacher hat einen Tradi an einem hochgelegenen Vulkan sogar ohne GPS gefunden. 
Bei einer Wanderung hat er sich an das Foto in der Beschreibung erinnert und war nach kurzer Suche erfolgreich. Das war sein Cache # 9 und auch sein letzter in seiner nur kurzen Cachingkarriere. Die vorherigen acht anderen Funde waren in Chile, wo mein Bruder manso61 und ich gemeinsam bei einer Wanderung in der Nähe von Osorno erfolgreich waren.

Wer es zeitlich nicht mehr zum Event in Hanga Roa schafft: Ostercaches gibt es auch bei uns und am morgigen Dönerstag jede Menge Events, bei denen die Anreise nicht so lange und so teuer ist, andererseits aber die Temperaturen nicht so angenehm wie auf der Osterinsel sind, sondern eher .... siehe oben!

Donnerstag, 14. März 2013

Ältester deutscher Cache archiviert


Nichts währt ewig und auch Caches sind nicht für die Ewigkeit gemacht.
Wenn man die Statistiken so anschaut, dann wurden von den bisher ausgelegten Caches bis heute mehr als ein Drittel davon wieder archiviert.
Kultige Caches sind dabei keine Ausnahme. Mit dem von mountainbike betreuten APE-Cache „Tunnel of Light“ wurde am 13. Juni 2011 der letzte seiner Art in Nordamerika – mit eigenem Icon - nach fast 10 Jahren ins Archiv geschickt.

Nun hat es auch GC77 First Germany getroffen, den ältesten Cache Deutschlands, der im Jahre 2000 veröffentlicht wurde, damals als Geocaching begann. 4.315 Mal wurde der Cache in den vergangenen 12 Jahren gefunden. Zuletzt nicht immer das Original, denn mitunter wurde auch eine mitgebrachte Ersatzdose geloggt, wenn die Dose wieder einmal abhanden gekommen war. Mehrmals wurde der Cache gemuggelt und über Wochen war GC77 temporarily  disabled. Anfang März war es BlackyV, der diesen Cache schon vor Jahren adoptiert hatte und ihn am Leben hielt, dann doch zu viel und trotz einer Anzahl von Bewerbern für eine Adoption schickte er ihn ins Archiv. Damit ist dieser historische Cache seit 13. März 2013 nur noch Vergangenheit.

Aus dem Jahr 2000 gibt es in Deutschland keinen aktiven Cache mehr.  In acht Bundesländern sind aus dem Jahr 2001 noch 48 Caches  zu finden. Mit 280 weiteren Caches aus dem Jahr 2002 war Mitte September 2002 jedes Bundesland dosenmässig erschlossen. Den Abschluss machte am 08.11.2002 Bremen mit GC3D3E HB-1.


328 deutsche Caches sind seit zehn Jahre und mehr verfügbar und damit die Oldies in den deutschen Landen. Es sind 160 Tradis, 117 Multis, 32 Mysteries und mit 19 Virtuellen Caches, die heute nicht mehr veröffentlicht werden, die Mehrzahl der in Deutschland noch existierenden Caches dieses Typs.

Wahrscheinlich gab es noch mehr Caches aus der Frühzeit der Dosensuche. Die jedoch sind schon lange archiviert und damit für alle Zeiten verschwunden.

Anfang Januar hat Waggi seinen  Brandenstein Cache vom November 2001  „auf Anfrage des RP Darmstadt … ins Nirvana befördert“. In all den Jahren wurde er weniger als 200 Mal als gefunden geloggt. Was für ein Nutzen für den Naturschutz, wenn er jetzt endlich beseitigt ist.
 Die Archivierung droht auch ein paar anderen der alten historischen Caches, denn aktuell sind fünf von ihnen vorerst stillgelegt.

Alle diese alten Caches sind Teil der Geschichte von Geocaching in Deutschland und es wäre schade, wenn auch nur ein Einziger davon vom Owner oder Reviewer ins Archiv geschickt werden würde. 
Was für die 328 Caches aus den Jahren 2001 bis 2002 gilt, das trifft in besonderem Maße auf die ältesten aktiven Caches in den einzelnen Bundesländern zu. Sie sind das Erbe der ersten Cachergeneration und jede Archivierung würde ein Stück Vergangenheit auslöschen.



Montag, 11. März 2013

Cache # 2.000.000 - theUMP war es!

Wie nicht anders zu erwarten war auch der 28. Februar 2013  in Perth, Australien wieder ein heißer trockener Sommertag mit Temperaturen um die 35 Grad Celsius. Die Sonne war kurz vor 19:00 h untergegangen und allmählich und ganz langsam kühlte es auch ab. Mit rund 20 Grad Celsius wird es ein schöner Sommerabend werden, beschienen, nach dem Vollmond vor vier Tagen, von einer fast noch vollen Mondscheibe, die kurz nach 20:00 h am Horizont sichtbar wurde.

theUMP - als Cacher seit Januar 2003 aktiv - einer der in und für Australien aktiven Geocaching Reviewer saß an seinem Computer und prüfte wieder einmal die eingereichten Listings auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit den Geocaching Richtlinien von Groundspeak. Für den gesamten Kontinent sind nur wenige Reviewer aktiv und so kam es, dass er auch einen rund 3.600 Straßenkilometer entfernten Cache im Northern Territory in der Nähe von Alice Springs auf seiner Liste hatte. 

theUMP scheint mit einem Kosakentank den von ihm
freigegebenen Cache # 2.000.000 zu feiern.
Am 28. Februar 2013 um 20:11 h gab er nach erfolgreicher Prüfung den Cache zur Veröffentlichung frei.
Zu dieser Zeit war es im noch schlafenden Seattle, im fernen Washington, USA gerade 5:11 h am frühen Morgen. Auch wenn das Groundspeak Büro in Downtown Seattle noch an diesem Donnerstagmorgen noch geschlossen war, die Datenbank hat es registriert: theUMP hatte soeben mit  Overwatch # 1 den aktiven Cache # 2.000.000 freigegeben.

Eigentlich nur eine weitere Nummer für einen weiteren bei Geocaching.com gelisteten Cache. Je nach Revieweraktivität und dem finalen Freigabeklick hätte dieses Jubiläum auch auf einen neuen Cache in jedem anderen der etwa 180 Länder, in denen man heute Caches finden kann, fallen können.

Weil theUMP im richtigen Moment die Freigabe drückte, traf es den ersten Cache von rAMPant_1, der seit Ende Mai 2012 bis heute gerade 10 Caches gefunden hatte. Was der Newbie dann erlebte, wird er wohl sein Leben lang nicht mehr vergessen.

Es hagelte Notes aus aller Herren Länder mit Glückwünschen zum zwei Millionsten Cache. Manche mit einer Google Map Karte, damit man den Absenderort identifizieren kann, andere mit aus bunten grinsenden Smilies gebildeten Landesflaggen, die meisten in englisch - manchmal ziemlich holprig, andere in spanisch, französisch oder deutsch. 
Die inzwischen etwa 1.850 Glückwunsch-Notes haben wohl hoffentlich die mailbox des überraschten Owners nicht gesprengt. Ob er die alle gelesen hat? 132 Cacher, anscheinend Masochisten, haben diesen Cache auf der Watchlist und sind damit auch im Glückwunsch-Verteiler aufgenommen. 
Der 1. Glückwunsch-Hype an jemanden, der zu diesem Jubiläumscache gekommen ist wie die Jungfrau zum Kind, ist abgeklungen. Jetzt hat es sich seit kurzem eingebürgert, dass man die Codes von einer Reihe seiner persönlichen Travelbugs und Geocoins zum discovern veröffentlicht. Nicht als virtueller Drop, um seine Coin in diesem Cache eingeloggt zu haben, sondern schlicht und einfach in der Note aufgelistet. Die Tracking-Codes summieren sich inzwischen auch auf weit über 100 und mancher wird sich da die Finger wund loggen. Aber wen schadet es denn?

Fast hätte ich es vergessen: 
Der Cache wurde inzwischen auch schon zwei Mal als gefunden geloggt. 

Mittwoch, 6. März 2013

16 in 24 - ein starker Challenge-Cache


Wenn man von Magdeburg auf der B 189 kommend den Mittellandkanal unterquert hat und aus dem kurzen Tunnel wieder ans Tageslicht kommt, sind es gerade noch fünf Kilometer, bis man Samswegen erreicht.
Nach dem Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Gewichtheben in den Jahren 2006 und 2007 wurde am Ortseingang der bis Ende 2003 eigenständigen Gemeinde mit knapp 1.900 Einwohnern voller Stolz ein Schild „Das stärkste Dorf Deutschlands“ aufgestellt. Ob dieses Schild immer noch am Ortseingang steht und vom Ruhm des SSV Samswegen und der starken Männer dieser Randsportart berichtet, entzieht sich meiner Kenntnis.

Definitiv kein Hinweisschild steht 1,5 km nach dem Tunnel in einem kleinen Waldgebiet an der ersten Ausfahrt, das von Ruhmestaten in einer anderen Randsportart berichtet. Hier ist der  Challenge-Cache GC2NMA8 16Bundesländer an einem Tag versteckt und die Anforderungen sind echt stark:
„Innerhalb eines Kalendertages (zwischen 00.00 und 24.00 h) musst du alle 16 Bundesländer bereisen und mind. 1 Cache in jedem Land suchen, finden und loggen. Ja es ist eine extreme Herausforderung und wer Lust hat kann sich dieser Aufgabe / Challenge stellen.“

Eine verrückte, bekloppte Idee für durchgeknallte Cacher. Man muss ein bisschen verrückt sein, sehr verrückt sein oder komplett wahnsinnig sein, um diese Tour, die „Tour der Bekloppten“ zu absolvieren. Das ist nicht meine Einschätzung, sondern Originalzitate aus den Fundlogs der Cacher, die diese Challenge in Angriff genommen und erfolgreich abgeschlossen haben.

Seit Veröffentlichung am 2. März 2011 gibt es nach zwei Jahren 252 geloggte Finds. Der letzte stammt vom November 2012. Seitdem ist Ruhe an der deutschen Front, aber die Saison wird sicher bald eröffnet werden.

Obwohl auch vereinzelt Solo-Cacher unterwegs waren, die meisten gingen als Team, häufig in Kleinbussen, manchmal zwei in Kolonne, auf ihre Deutschland-Tour. Im April 2012 wurde von einer Truppe sogar ein Reisebus gechartert, der mit 42 Cachern in 24 Stunden 1.882 km durch die Lande fuhr. Die zwei Fahrer des professionellen Busunternehmens wurden auf halber Strecke durch zwei andere, die bereits auf die Ankunft warteten, ersetzt. ValoHildesia schreibt dazu im Log:
„Großartig waren auch die verdutzten Blicke der Muggel, die auf den von uns angefahrenen Autobahnparkplätzen folgendes Spektakel erleben mussten (durften!):
Ein Reisebus fährt vor, die Türen gehen auf, 42 Menschen springen heraus und rennen auf ein Objekt zu (nicht die Toilette, das kann ja jeder),versammeln sich kurz, laufen breit grinsend zum Bus zurück, steigen ein, der Bus fährt ab. Ich glaube, so geht ein kleiner Flashmob?“

Die meist zwischen 1.800 – 2.100 km lange Tour bedarf akribischer Vorarbeit. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h bleibt nicht viel Zeit zur Döschensuche. So sind es auch meist schnelle Rastplatzcaches oder TB-Hotels in der Nähe der Autobahn, die angefahren wurden. Wenn die Ausfahrt wegen Bauarbeiten gesperrt war, kam auch mal Hektik auf, aber auch auf notwendige „Reserve-Caches“ war man vorbereitet.

Manchen war diese Herausforderung noch nicht genug. Da wurden in den Nachbarländern Benelux-Caches oder Caches in  Frankreich, Polen und Tschechien in die Tour integriert. Es gab Deutschland als Magical Mystery-Tour mit einer D/T 5/5 Dose in über 20 m Höhe zum Abschluss. Andere konzentrierten sich auf Caches mit hohen Favoritenpunkten oder auf Lost Places. Caches mit 8 und später sogar 10 verschiedenen Icons einschl. CITO – viel Zeit war da sicher nicht – und Event wurden auf der Tour geloggt.

Mit Computer, Smartphones und sogar Webcam waren manche Teams mit der Außenwelt verbunden und konnten so stets die genaue Position mitteilen. Aufmunternde, bewundernde Mails während der Fahrt“ als Motivation waren die Folge. Der Live-Blog eines anderen Teams hatte im Juli 2011 während der Tour 2.000 Seitenaufrufe. Der schnellste schaffte es in 17 Stunden, bei anderen waren gerade mal 10 Minuten Restzeit übrig.

Nur ein einziges Team gibt im Oktober 2012 das Scheitern bekannt.
„Also,wir müssen gestehen das wir erst einmal gescheitert sind, solch eine Tour ist nicht zu unterschätzen. Haben genau um 0.00 Uhr das Startsignal gegeben und waren abends um 20.30 erst in Bayern. Unterwegs viel Zeit verloren, bei den Spritpreisen auch versucht, sparsam zu fahren. So hätten wir noch 6 Bundesländer machen müssen und dann noch nach Hause, 700 km. Eine tolle Idee und wir versuchen es bestimmt noch einmal, aber jetzt sind wir völlig platt.“

Platt waren die meisten nach 26 bis 36 Stunden ohne Schlaf. Einer berichtet sogar, dass er 45 Stunden auf den Beinen war und das alles für einen Cache und ein Banner, das man auf seiner Profilseite einfügen kann.

Im Dezember 2011 erlaubte sich ein noch jugendlicher Cacher in einer Note den Hinweis, dass nach seiner Rechnung ungefähr 630 sehr große Fichten nötig wären, um den laufenden CO2 Ausstoß für die jährlichen Touren allein für diesen Cache zu kompensieren. Paul meinte: „Ich weiß jetzt nicht, ob das jemanden interessiert, aber ich finde das Umweltverschmutzung. Eigentlich ist ja Geocaching auch so was mit der Natur und nicht gegen die Natur.“

Wenn Extrem-Bergsteiger nach ihrer Motivation für den Aufstieg auf Achttausender gefragt werden ist oft die Antwort: „Weil es sie gibt“. Und auch bei diesem Cache wurde nach dem Sinn der Tour gefragt und die Antwort lautete ebenso „Weil es diesen Cache gibt!“

Geocaching hat viele Gesichter und dieser Cache ist eines davon.