Montag, 26. März 2012

3, 2, 1, meins … und nun ?

Beim Internetstöbern bin ich auf die kleinere Auktionsplattform gestoßen, bei der hauptsächlich Urlaubs- und Freizeitangebote zu ersteigern sind. Bei dieser Auktion tickt die Restzeit im Sekundentakt herunter und im gleichen Zeittakt werden die Gebote aktualisiert. Da muss man schon aufpassen, dass einem nicht der Spieltrieb packt und man aus Jux und Tollerei einfach mitsteigert.
Nicht immer ist der Top Deal so Top, wie es scheint. Ein Aufenthalt in Garmisch war nicht nur einmal über eine Hotelplattform wie hrs oder booking günstiger zu buchen als der hoch geschaukelte Auktionsendpreis.
Als dann aber das Gebot für einen Aufenthalt in einem 4-Sterne-Hotel in der Nähe von Augsburg mit zwei Übernachtungen für zwei Personen incl. Frühstück, Saunaunutzung etc. noch eine Minute vor Ablauf bei EUR 53.- stand, da konnte ich nicht widerstehen und habe das erste Mal geklickt, um dann bei EUR 71.- den Zuschlag erhalten. Jetzt war es meins … aber was jetzt tun?

Die letzten Wochen habe ich mich bei der Tourenplanung auf den nördlichen Teil Deutschlands konzentriert, dorthin, wo meine noch nicht besuchten deutschen Landkreise liegen. Der Süden war dabei etwas aus dem Fokus geraten. Jetzt galt es zur gesteigerten Relaisstation eine geeignete Tour zu finden.
Und siehe da, westlich vom heute nur noch mit wenigen Einzelcaches vorhandenen Lechfeld, nur wenige Kilometer von meiner Relaisstation entfernt, fand ich auf der Karte den Bandwurm des
Radel Power Trails im Augsburger Naturpark Westliche Wälder
Mit rund 1.200 qkm ist dieser, von den 104 Naturparks in Deutschland, schon einer der größeren. Fast die Hälfte der Fläche ist bewaldet und mit seinen über 1.000 km markierten Wanderwegen ein dünn besiedeltes, einladendes Wandergebiet - ganz zu schweigen von der RPT-Runde mit 80 km Länge, ca. 2.000 Höhenmetern und den ca. 265 Caches auf dem Weg.
Zwar empfehlen die Owner die Strecke mit Trecking- oder Mountain-bike anzugehen, aber wo man mit dem Fahrrad hinkommt, da schafft man es zu Fuß allemal. Es soll ja Cacher gegeben haben, die die gesamte Runde in einem einzigen Tag abradelten. Viel gesehen haben sie dabei sicher nicht – außer den Dosen, die von der Größe zwischen Filmdöschen und Petling alle paar Hundert Meter an typischen Waldverstecken verborgen liegen. Die coords springen und ohne die Spoilerbilder ist man häufig ziemlich hilflos. Es gibt halt zu viele Baumwurzeln. Die meisten Spoilerfotos kann man aber gesammelt als pdf-file von der Profilseite von Cache&Bike herunterladen, wobei einige Fotos auch nicht mehr aktuell sind.
Seit Januar 2011 existiert der RPTrail und weil man die Strecke nicht mit dem Auto abfahren kann, sondern sie erradeln oder erwandern muss, gibt es bisher nur rund 100 Logs pro Cache – wahrlich keine überlaufene Runde.
Jeweils von Siegertshofen aus habe ich mir zwei Rundwege und eine Streckenwanderung mit einer Länge zwischen 12 und 16 km aus dem Trail herausgefiltert.
Bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad und strahlendem Sonnenschein wurde es eine Wanderung in den Frühling! Und es roch auch nach Frühling, wenn man sich den Geruch der frisch gepfuhlten Felder wegdenkt. Ich sah die ersten Hummeln und sogar einen Zitronenfalter. Bis auf ein paar Einheimische beim Schlagholz machen – müssen die immer unbedingt nahe den Verstecken aktiv sein – und zwei Cacherteams per Rad war es menschenleer und eine Wanderung, bei der man die Seele durchbaumeln lassen konnte.

Powertrails – auch per Rad oder zu Fuß – polarisieren. Es ist nicht jedermanns Sache, alle paar Hundert Meter zu stoppen, um den nächsten Cache zu suchen. Zwar sind sie nicht alle gleichartig versteckt und ein paar Multis oder kleine Baumklettereien gehören auch zur Runde, aber es ist halt immer eine Unterbrechung, kaum dass man richtig in Schwung gekommen ist. Mir haben diese kleinen Unterbrechungen nicht geschadet. Im Gegenteil, am 3. Tag, mit schon etwas müden Knochen, war ich durchaus für die kleinen Pausen dankbar.
Wem das aber nicht gefällt, der könnte ja zum Beispiel auf der Runde nur jeden zweiten oder dritten Cache suchen oder sich nur auf die anspruchsvolleren konzentrieren. Dann wird auch der Power-Tour-Verachter an der Wanderung im Naturpark seine Freude haben.

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