Montag, 26. Dezember 2011

Wieder kein Weihnachtsgeschenk von Groundspeak

Ich wollte ja zu Weihnachten von Groundspeak nicht unbedingt ein kostenloses Premium-Account als Geschenk erhalten, aber über eine Kleinigkeit zum Fest hätte ich mich schon gefreut.
Und diese Kleinigkeit wäre für mich die Freigabe der vielen schon lange vorbereiteten Souvenirs gewesen, damit sich mein Account über meine bisherigen 64 Souvenirs hinaus weiter füllt. War dann wohl nichts!
Groundspeak Souvenirs sind kleine Kunstwerke im Längs- und Querformat von der Größe einer Briefmarke, die man für spezielle Funde automatisch erhält und die dann die Souvenirseite im Profil zieren. 122 derartige Souvenirs sind im Help Center – Souvenirs gelistet.
Man erhält sie für einen gefundenen Cache in einem geographischen Gebiet oder für die Teilnahme an speziellen Events. Souvenirs gibt es inzwischen für alle deutschen Bundesländer, alle US Staaten, alle Provinzen Canadas und Funde in einigen weiteren Ländern, egal ob man einen Cache aktuell oder lange vor Veröffentlichung des Souvenirs in der Vergangenheit gefunden hatte.
Der US Staat Delaware und das Bundesland Baden-Württemberg waren die ersten retroaktiv vergebenen Souvenirs. Weil aber das Zuordnungsprogramm einen Bug enthielt, hat jeder Cacher weltweit nicht nur die e-mail Info über die Vergabe die beiden Souvenirs erhalten, sondern auch das Souvenir selbst, was dann nach ein paar Tagen korrigiert wurde.
Wann immer ein neues geographisches Souvenir veröffentlicht und retroaktiv zugeteilt wurde lief der Groundspeak Server auf Hochtouren. Alle Accounts weltweit mussten geprüft werden, ob einer der Millionen Geocacher irgendwann in der Vergangenheit z.B. in Bayern einen Cache gefunden hatte. Bei positivem Ergebnis gab es dann die e-mail und das Souvenir, das auf der Vorderseite ziemlich nichtssagend ist, aber auf der Rückseite dann doch eine ansprechende Grafik zeigt.
Souvenirs gibt es aber auch für das Finden von speziellen Caches wie dem Ape Cache, den Cache am Platz des 1. Caches (Original Cache Location) oder der Teilnahme an einem Mega-Event mit immerhin schon 22 Souvenirs.
Manche, wie z.B. die Mega-Event-Souvenirs sind zeitlich terminiert. Ein Fund am 10/10/10 oder die Teilnahme an der Geocaching Block Party 2011 vor dem Headquarter in Seattle können nicht nachgeholt werden. Wer bei diesen Events nicht am Eventtag vor Ort war, dem ist dieses Souvenir für alle Zeiten entgangen.
Im flickR Album von Groundspeak habe ich eine Reihe von zusätzlichen Souvenirs entdeckt, die zwar fertig gestaltet existieren, aber die nicht implementiert und verteilt worden sind. Vielleicht ist der Zuordnungs-Suchlauf zu intensiv und zu aufwändig geworden. Ländersouvenirs wie Japan, Neuseeland, Südafrika, Österreich und die Schweiz und alle skandinavischen Staaten liegen hier auf Halde.
Schade, denn mit allen diesen Souvenirs könnte ich meine Accountseite schmücken oder zumindest die Souvenirseite erweitern.
Das wäre doch ein schönes Weihnachtsgeschenk von Groundspeak an die Cacher-Community gewesen. Wurde aber nix und so warte ich halt auf das nächste Weihnachtsfest.

Copyright all Souvenirs Groundspeak

Samstag, 17. Dezember 2011

Ruhm für den FTF - Tod nach STF

Beide hatten schon ausreichend Erfahrung mit „First To Find“ Locations gemacht und beide waren mit ihren Teams auch erfolgreich gewesen. Als sie sich beide entschlossen, bei einer speziellen Location den FTF zu loggen, da begann ein mörderischer Wettlauf, bei dem der eine als Sieger Ruhm und Ehre erntete und der andere enttäuscht auf dem Rückweg zu Tode kam.

Vor 100 Jahren machte sich der britische Marineoffizier und Polarforscher Robert F. Scott mit seiner Mannschaft an Bord der „Terra Nova“ auf dem Weg in die Antarktis, um als 1. Mensch den Südpol zu erreichen und den Ruhm dieses Erfolgs dem Brisish Empire zu sichern. Unterwegs erhielt Scott ein Telegramm des norwegischen Polarforschers Roald Amundsen mit der kurzen Information, dass er mit der „Fram“ auf dem Weg in die Antarktis sei. Das Rennen begann!
Als Experten im Umgang mit Schlittenhunden war Amundsen gegenüber den Engländern mit ihren Ponys im Vorteil und so erreichte der Norweger am 14. Dezember 1911 mit drei Begleitern als erster Mensch den Südpol. Als dann Scott mit vier Begleitern am 18. Januar 1912 den Südpol erreichte und ein Zelt mit norwegischer Flagge entdeckte, war er über diese Niederlage zutiefst enttäuscht. Auf dem 1.300 km langen Rückweg zum Schiff ist Scott mit seiner Gruppe Ende März durch fehlende Nahrungs- und Brennstoffvorräte ums Leben gekommen. Dabei waren sie nur noch knapp 18 Kilometer von einem vorher angelegten Lebensmitteldepot entfernt.

100 Jahre später ist es um einiges leichter und weniger gefährlich die Antarktis und den Südpol zu besuchen. Für Geocacher würde sich die Reise zum rund 15.500 km entfernten Südpol auch noch lohnen, denn FTFs gibt es dort immer noch zu loggen. 39 Caches, vom Traditional, Virtual und Earthcache bis zur Webcam, sind in der Antarktis verstreut und viele davon wurden bisher noch kein einziges Mal gefunden.

Steve (Licorice) entwickelte mit Penguin Dance und Seal Splash sowie der Webcam Antarctic Views Anfang 2003 gleich drei Caches, bei denen es bis heute nur Note-Logs gibt. Meist virtuelle Drops von Travel Bugs und Coins. Als zusätzliche Logbedingung verlangt er bei Seal Splash auch ein Foto mit Cacher, GPS und einem Tier innerhalb der Grenzen der Davis Station. Pinguin, Robbe oder was auch immer. Zumindest wird in der Antarktis kein Foto mit einem Eisbär verlangt.
Einer der ältesten Caches ist der Virtual Winter Wonderland, den es seit November 2002 als 1,0/1,0 (!) in der Nähe der McMurdo Station gibt. Mit Foto des McMurdo Station Schildes wurde dieser Cache schon 33 Mal geloggt. Manchmal scheint es dort aber auch gemütlich zuzugehen, wie Coastal Eddy mit seinem Logfoto vom Oktober 2004 beweist.

Direkt am Südpol liegt No Further South From Here. RSWrench als Owner des Virtuals bedauerte, hier keine Dose auslegen zu können. Der exakte Südpol wird nämlich jedes Jahr neu vermessen und die Markierung entsprechend justiert, da sich der exakte Punkt des Südpols durch die Eisdrift Jahr für Jahr verlagert. Wenn es auch keinen realen Cache gibt, hier kann man die Erde statt in 80 Tagen schon in einer Sekunde umrunden.
26 mit Foto dokumentierte Funde stehen bei diesem Cache gegen 108 Notes mit virtuellen TB Drops. Aber ab und zu findet auch real ein TB seinen Weg zum Südpol. Physicschick war im Januar 2008 mit Black Devil Ducky an der Markierung.
Ein übereifriger Reviewer hat im Februar 2011 „Need maintenance“ und die Androhung der Archivierung geloggt, falls sich der Cache Owner nicht mindestens einmal im Monat einloggt. Das hat nicht nur die 120 Cacher, die diesen Cache auf der Watchlist haben, köstlich amüsiert.
Als Nzkeko bei S 90.00.000 000.00.000 seinen Südpolcache loggte soll die Temperatur bei – 56,7 Grad Celsius gelegen haben. Was für ein Unterschied zum Foto von Coastal Eddy auf seinem Ruhebett oder den gewünschten Badefotos von Deception Island. Der Owner dieses ECs scheint mir mit seiner Logbedingung fast ein Sadist zu sein. Und siehe da: Der Owner Dutzig stammt aus Sachsen und ist auch der Owner von Antarctic Peninsula
In der Cachebeschreibung schwingt er vor der argentinischen Forschungsstation Almirante Brown fröhlich die sächsische Landesfahne.
Zwar ohne Fahne, aber vielleicht mit dem Badner Lied auf den Lippen, hat hampf aus Karlsruhe Anfang Juni 2011 seinen Besuch beim EC Earth’s Orientation – South Pole gefeiert und beim Besuch einiges über Erdmagnetismus gelernt.
So haben auch deutsche Geocacher - nicht nur bei einem archivierten Couch-Potato-Cache sondern auch real - ihre Spuren in der Antarktis hinterlassen.
Auf eine Spur muss man allerdings nicht besonders stolz sein: Bla BlubbFFM und sein Log beim einzigen Multi OAE Treasure
Den hat er als STF am 08.10.2011 mit Bla BlubbFFM wahr hir geloggt - wie auch am gleichen Tag einige andere Caches von Irland bis Polen und von Japan bis Canada. Eine tolle Leistung für jemanden, der bei seinen bisherigen 56 finds nicht über Hessen hinaus gekommen ist.
Aber Lügen und Fake-Logs hat es ja auch schon früher bei diversen Expeditionen, Erstbesteigungen und anderen Herausforderungen gegeben.

Montag, 12. Dezember 2011

Wintercachen in Wisconsin - so war es nicht geplant !

Mit Temperaturen von über 20 Grad Celsius war es in Florida Mitte Februar angenehm warm. Eigentlich wollte ich hier im Süden der USA in der Nähe von Orlando noch ein paar Caches suchen, aber denn warf ein kurzfristiger neuer Geschäftstermin in Chicago, IL meine Pläne über den Haufen.
Naja, hängen wir halt einen zusätzlichen Tag ran und gehen weiter im Norden auf Dosensuche. Der O’Hare International Airport in Chicago liegt nördlich vom Stadtzentrum und da bot es sich an, auf der Interstate 294 und 94 parallell zum Lake Michigan nach Norden zu fahren. Nach knapp 60 Kilometer oder nur einer Stunde Fahrtzeit wäre man in Wisconsin, einem US Staat, der mir damals auf meiner USA Landkarte noch fehlte.
Noch von Tampa, Florida aus machte ich die Reservierungen und Umbuchungen. Was ich nicht beachtet habe: Amerika ist groß und von Tampa nach Chicago sind es rund 1.700 km Luftlinie und während in Tampa schon für uns sommerliche Temperaturen herrschten, war in Chicago, the „windy City“ am Lake Michigan, noch tiefer Winter. An die Temperaturen um den Gefrierpunkt musste man sich erst gewöhnen. Aber es kam noch schlimmer.
Die Straßen waren zwar vom Schnee geräumt und selbst die Zufahrt zum Parkplatz im Bristol Wood County Park bei Pleasant Prairie war gut befahrbar. Aber das war es dann schon. Wo im Sommer Wanderwege einladen, gab es nur eine große weiße Schneefläche, keine Markierung und keine Spuren. Temperaturen um minus 10 Grad Celsius und ein kräftiger kalter Wind, der die gefühlte Temperatur nochmals um ein paar Grad absenkte, waren alles andere als einladend.
So stapfte ich los und bei jedem Schritt sank ich bis zur Mitte der Wade, mitunter auch bis zum Knie, in den Schnee ein. Nach einem Kilometer war ich total nass. An den Schuhen und Beinen durch den Schnee, am Rücken schweißnass durch die Anstrengung – und ich fror erbärmlich.
Zwei Caches konnte ich nicht finden, obwohl ich lange im tiefen Schnee suchend danach gebuddelt hatte. Das war wenig motivierend. Dann war ich aber doch noch bei einem Regular erfolgreich. Dass beim Öffnen der Dose der ganze Inhalt im Schnee versank und ich mit kalten Fingern all die Einzelteile suchen, abtrocknen und wieder verstauen musste – das ist eine andere Story.
Ich hatte genug vom Wintercachen in diesem County Park und der Rückweg zu meinem Cachemobil dauerte wieder fast zwei Stunden für lächerliche zwei Kilometer – step by step.
Auf der Rückfahrt machte ich noch am Lake Andrea eine kleine 2. Runde. Hier war der Schnee ziemlich gefroren, vereist und weniger tief. Immerhin wurden es beim Rundweg um den „gefühlten“ See fünf Funde, bis ich meine Tour dann durchfroren beendete.
So war mein Wintercachen in Wisconsin nicht geplant. Aber dafür ein Erlebnis und eine bleibende Erinnerung an eine tolle Cachingtour.
Wenn ich heute mitunter lese, dass bei uns durch den kalten Winter jetzt wohl Cachingpause angesagt ist, dann kann ich darüber nur schmunzeln. Bei schönem Wetter kann wohl jeder und je härter die Tour, desto schöner die Erinnerung. Und wenn unsere Witterungsbedingungen wohl kaum mit dem Norden der USA vergleichbar sind, eine Winterpause wird es für mich auch in diesem Jahr nicht geben.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Wenn Anna Leit-Planke, Anna Bolika, M.N. Taler und Uri Nieren cachen

Auf einer virtuellen Reise entlang der A 6 bin ich im Saarland bei Fechingen auf einen außergewöhnlichen Rastplatzcache gestoßen: Anna Leit-Planke (Homophon Kreativtradi) von comisaar mit einer D/T Wertung von 3,5/4,0.
Schaut nicht gerade nach einer kurzen Rast und einem schnellen drive-in aus. Aber wer will sich hier schon bei einer kurzen Pause vor einem Geschäftstermin sein Business Outfit versauen? Erst beim Näherzoomen der Beta-Map und Umschalten auf das Satellitenbild konnte ich erkennen, dass die Ausbuchtungen rechts und links der Fechinger Talbrücke gar kein Rastplatz waren, sondern eine Aus-/Auffahrt, die sich unter der Talbrücke fortsetzt und in eine Landstraße mündet.
Und wenn man die in bisher 9 Monaten aufgelaufenen 54 Find-Logs anschaut, dann scheint die hohe D/T-Wertung auch seine Berechtigung zu haben.

Die Logs sind aber aus einem anderen Grund, einer optionalen Logbedingung, lesenswert.
Der Owner schreibt in der Cachebeschreibung:
"Sprache hat so ihre spaßigen Seiten.
So auch sogenannte Homophone. Wörter, die wie eine vollkommen andere Bedeutung klingen. Im Besonderen geht es in diesem Cache um Personennamen, die (mit mehr oder weniger Phantasie) an etwas ganz anderes erinnern.
Gerne genommen sind da auch die durch eine Eigenart des deutschen Namensrechtes möglichen Kombinationen von Nachnamen, bei denen manche (freiwilligen) Träger vor der Hochzeit offensichtlich nicht ganz genau hingehört haben.
Im Ganzen mit einem "passenden" Vornamen kommen da gerne mal sehr lustige Kombinationen heraus, die sich bei (un-)genauem Hören als ungewolltes Wortspiel herausstellen."


Die meisten Cacher haben diese Herausforderung angenommen und werden von ihren virtuellen homophonen Partnern begleitet oder verweisen auf sie. Manchmal dauert es auch bis es „klick“ macht und man den Begleiter identifiziert.
Weil das nasskalte neblige Wetter draußen sich auf das Gemüt schlägt, möchte ich zur Aufhellung und zum Schmunzeln – kann mitunter aber auch in Lachanfälle ausarten – einige vorstellen:

Hans Gefunn, ein einheimischer Saarländer steht da neben Roman Tiker, Karla Schnikoff, Sissi Fuss, Tom Bola, Anna Bolika, Claire Grube, Mari Juana oder Cede Rom. Es cachte der Türke Ali Mente, der Ungar Reh Ferenc oder der weitgereiste T. Ali Bahn.
Man findet Farin Urlaub, M. N. Taler, Wim Pernschlag, Sue Permann, Maik Äfer aber auch Lisa Bonn, Tim Bukto, Ma Dritt, Frank Furth oder Mara Kesch.
Ob Sepp Tember oder Jan U. Ahr, Rainer Zufall, Kurt Sichtig oder Uri Nieren … der Kreativität der Finder scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.

Der schönste Log, eine wahre Kurzgeschichte, stammt aber von den Sandmännchen die ihren Fund vom 21.01.2011 wie folgt loggen:

Dieser Cache, immerhin ist es ja ein D3,5/T4, musste gut geplant werden.
So verabredeten wir uns mit Anna Lyse um das genaue Vorgehen zu besprechen.
Dort angekommen stießen auch noch Jana Klar, Jana Türlich und Klara Fall dazu.
Und so hatten wir ruck zuck einen guten Plan.
Wir fuhren zusammen mit Ben Ziehn, Otto Motor und Volker Racho auf dem kürzesten Weg zu Fynn Ale.
Wir machten keinen Abstecher mehr und besuchten also auch nicht Frank Furth, Kai Roh oder Tim Bukto.
Angekommen am Cache kam ein großer Aufschrei: Boris Dasgeil würde es hier gefallen.
Zusammen mit Ed Ding und Graf Itti hätte er hier schöne Bilder malen können.
Aber wir wollten ja den Cache finden.
Nach kurzer Suche entschieden wir uns für den Telefonjoker und riefen Evi Zient an.
Diese konnte uns schnell helfen und so brauchten wir nicht Ellen Lang zu suchen, damit sie uns helfen wird.
Da Tom Ate nicht vor unseren Augen stand, war die Dose schnell gefunden.
Wenn man hier allerdings nicht aufpasst, liegt man sehr schnell wie Maik Äfer auf dem Rücken und strampelt mit den Beinen.
Nach dem loggen waren wir froh, dass wir nicht von Polly Zei entdeckt wurden.
Diese wäre bestimmt nicht froh darüber gewesen, was wir hier machten.
So ging es dann wieder nach Hause.
Dort angekommen, warteten schon Carsten Bier, Heini Kenn, Franzi Skaner, Klaus Taler, Conny Ack und Jean Dreh auf uns, um auf diesen Cache anzustoßen.
Jetzt müssen wir nur noch Ernst Haft fragen, ob er weiß wo Franz Branntwein ist, um unsere angespannten Muskeln zu massieren, damit wir nicht so enden, wie Roy Matiker.

Es ist auch absolut kein Geheimnis, dass dieser Cache Iris Gleichen sucht.
Falls es wider erwarten Probleme geben sollte, haben wir ja Ali Bi, der bestätigen kann, dass wir nichts Verbotenes gemacht haben.

Vielen Dank für diesen lustigen Cache und Grüße an den Owner sagen:
Die Sandmaennchen

P.S. Was würde wohl Peter Goge zu diesem Cache sagen?


Dieser Log wäre mein absoluter Favorit, wenn es um die Wahl des "Log des Jahres" geht. Etwas mehr als das häufige TFTC ... aber es war ja auch kein Autobahnrastplatzcache. ;-)

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Geocachers Adventskalender

Döschen für Döschen statt Türchen für Türchen


Der erste selbstgebastelte Adventkalender ist 160 Jahre alt und soll aus dem Jahr 1851 stammen. Gedruckte wurden erstmalig 1902 in Hamburg und 1903 in München vertrieben und Adventskalender, bei denen man ein Fensterchen öffnen konnte, gibt es erst seit 1920.

Auch an uns Geocachern ist der Adventskalender nicht spurlos vorbei gegangen. Da ist dann allerdings nicht in einer warmen Stube frühmorgens gemütlich ein Fensterchen, sondern draussen im dunklen kalten Wald ein Döschen zu finden und zu öffnen.

Über ein Dutzend Adventskalender mit je einem Cache für die Tage vom 1. bis zum 24. Dezember sind ausgelegt und noch als aktiv gelistet, eine Reihe weiterer sind im Laufe der Jahre archiviert worden.

Den 1. Adventskalender für Geocacher hat EOLL als Lüneburger Adventskalender im November 2004 veröffentlicht. Ob sein Hinweis „brave Geocacher suchen diesen Cache nicht vor dem 01.12.2004“ etc. bei allen gefruchtet hat, ist fraglich. Auch beim häuslichen Adventskalender wird schon mal etwas im voraus gespickt. Beim 1. Dezember hat es in Lüneburg auf jeden Fall geklappt, den cosmic bob loggte pünklich am 1.12. um 0:00 h den ersten Fund.

Da hatte GeoFaex mit seinem Adventskalender im Raum Hohenlohe im Nordosten Baden-Württembergs etwas weniger Vertrauen in seine Cacherkollegen. Ab dem 01.12.2005 wurde jeden Tag am Morgen nur der jeweilige Tagescache freigeschaltet. Sie standen in den Startlöchern und scharrten mit den Hufen, um sofort nach Veröffentlichung loszurennen.
Der ganze Kalender war als großer Weihnachtsstern konzipiert und für den 24.12. fehlte noch eine Ecke. Ich hatte familiären Abholdienst für einen Besucher vom Bahnhof Würzburg und machte mich schon früh auf die Fahrt. Nicht wegen der Abholung und nicht direkt nach Würzburg, sondern zuerst in die Ecke, wo der Stern noch eine Lücke hatte. Ich wartete eine halbe Stunde im kalten Auto auf einem windigen Parkplatz. Nur der Gedanke, dass der Heilige Abend mir gehören wird, half mir über Frost und Kälte. Ein iPhone mit Internet-Zugang hatte ich noch nicht und so wartete ich auf den Anruf und die Information von daheim. Es war ein Mystery mit einer komplizierten Rechnung … und der riesengroße Cache lag ganz woanders, wie ich dann Wochen später bei einer Frühlingsrunde feststellen konnte.

Im gleichen Jahr wurde der Adventskalender an der Prießnitz bei Dresden Tag für Tag freigeschaltet. willimax hatte seinen Adventskalender an einen Wanderweg durch die Dresdner Heide entlang der Prießnitz vom Urspung in den Rossendorfer Teichen bis zur Mündung in die Elbe ausgelegt.
Ich war im Juni 2008 in Dresden, parkte mein Cachemobil an der Mündung in der Nähe vom Unfallkrankenhaus und fuhr gegen 7 h früh mit dem Taxi zum Startpunkt.
Das war ein Tag voller Verwirrungen: Der Taxifahrer machte den Anfang. Er hatte – wie anscheinend des öfteren – einen alkoholisierten und gerade verarzteten Nachtschwärmer erwartet und traf auf einen tatendurstigen munteren Geocacher, der dann nach längerer Fahrt mitten auf der Straße aussteigen wollte. Ich war dann der nächste Verwirrte, denn als „Heide“ habe ich mir eine Landschaft mit niedrigem Bodenbewuchs und ab und zu einem Strauch oder einem vereinzelten Baum vorgestellt. Getäuscht, denn die Dresdner Heide ist ein herrlich kühler Fichten- und Kiefernwald, durchsetzt mit Eichen, Buchen und Birken und immer an der Prießnitz entlang. Schön und interessant war es zu sehen, wie aus dem schmalen Rinnsal Schritt für Schritt ein größerer Bach wurde.
Die größte Verwirrung kam aber auf, als mir mitten im Wald ein Pärchen auf Fahrrädern entgegen kam und freundlich grüsste. Beide splitternackt! Da habe ich dann vor lauter Verwirrung anschließend sogar einen falschen Weg eingeschlagen.
Nach 26,4 km und 8:15 Stunden war diese tolle Tour mit einem kühlenden Fußbad in der Prießnitz kurz vor der Mündung abgeschlossen.

Beim Kurpfalz-Adventskalender hat sich 2006 die Kurpfalz-Community aufgerafft und gemeinsam einen über die ganze ehemalige Kurpfalz verstreuten Adventskalender ausgelegt. Jeder war für einen oder mehrere Tage zuständig. Ein schönes Gemeinschaftserlebnis, nur die komplizierte Errechnung des Bonus (24. Dezember) führte zu Diskussionen.

Bei einem heute archivierten Adventskalender waren die Caches 1 – 19 in Darmstadt in Hessen, die restlichen in Lörrach fast an der Schweizer Grenze zu suchen. Darmstadt war überlaufen, Lörrach vereinsamt - alle 24 hat keiner geloggt.
Einen wunderschön gemachten Adventskalender mit lauter Mysteries in Form eines Schneekristalls hat Schattenspiel bei Renkenberge in Niedersachsen am 01.11.2011 veröffentlicht. Aus der liebevoll gemachten Beschreibung habe ich auch das Foto der Wichtel geklaut. Die Cachebeschreibung kann wirklich begeistern.

Sicher wird in diesem Jahr noch der eine oder andere neue Adventskalender dazu kommen und so kann man in der richtigen Stimmung erwartungsfroh auf die Suche gehen, um die vorweihnachtliche Zeit bis zum Heiligen Abend auch cachemässig zu überbrücken und Döschen für Döschen öffnen.

Montag, 28. November 2011

GEOART in USA

Bei „GEOART“ wird man zuerst an spektakuläre Formen von Sanddünen, an bizarre Eisschollen, mächtige Endmoränen zurückweichender Gletscher, das Farbenspiel zweier unterschiedlich eingefärbter Flüsse beim Zusammenschluss oder an die ungewöhnlichen Formen von Sandsteinfelsen denken, die mit teils farbenprächtigen Effekten eine natürliche Ästhetik ausstrahlen, der man sich kaum entziehen kann.
In beeindruckenden Bildbänden wie „GeoArt Deutschland“, „Die Erde von Oben“ oder „Die Farben der Welt“ haben uns Photographen diese Schönheiten als GEOART und als ein begeisterndes ästhetisches Seherlebnis näher gebracht.

Bei Geocaching-GEOART wird man diese natürlichen Schönheiten wohl kaum finden, obwohl auch diesen Formen eine gewisse Ästhetik nicht abzusprechen ist. Geocaching-GEOART in Form von Buchstaben und Wörter, Symbole und graphische Darstellungen durch ausgelegte Caches gebildet.
Der GC Trail schreibt in South Dakota südwestlich von Sioux Falls mit 188 Caches unterschiedlicher Typen mit sechs Kilometer großen Buchstaben auf 50 km Länge „Geocaching“ in die Landschaft. AussieCacher empfiehlt einen vollen Tank, bevor man auf die rund 290 km lange Runde fährt. Vorsichtshalber gibt es auch einen GC Trail Fuel Stop bevor man an den Start geht. Die ganze Runde erscheint mir mehr ein logistisches Problem mit Optimierungsmöglichkeiten, um auf den rechtwinkeligen Landstrassen in South-Dakota die günstigste Route für die Auf- und Abstriche zu finden. Auch wenn AussieCacher behauptet, dass es sich dabei nicht um einen Powertrail handelt – was soll es denn wohl sonst sein?
Da gefällt mir rein optisch das Groundspeak-Logo in der kalifornischen Wüste schon besser. Für diese Serie wurden von BigDaddyGRC in neun Stunden 40 Tradis ausgelegt. Für die Suche wird man wohl etwas weniger Zeit benötigen. Aber ein Allrad wird für die Strecken, die man anfahren kann, vorsichtshalber empfohlen.
Abzufahren ist auch die Pacman-Serie etwa 10 km vom Groundspeak-Logo entfernt, die als Erinnerung zum 30. Geburtstag dieses klassischen Video-Kultspiels mit 30 Caches im Mai 2010 ausgelegt wurde.
Einer von mehreren Smileys liegt zwischen den beiden vorgenannten Serien. Diese 26 Caches mit einem Radius von 1,6 km müssen allerdings in der Wüste im Schweiße des Angesichts erwandert werden.
Erst seit etwas mehr als zwei Monaten existiert mein optischer Favorit: Der US-Fighter Thunderbird in Idaho. 200 Caches hat die „League of Idaho Geocachers“ ausgelegt, um das Flugzeug abzubilden. Durch die Auswahl von Tradis, Multis, Letterboxen und Whereigo Caches und die entsprechende Platzierung entsteht ein farbig abgestimmtes buntes Bild. Auf befahrbare Straßen oder Wanderwege hat man dabei keine Rücksicht genommen. Hier muss man teilweise querfeldein durch eine Gegend, bei der man kaum von „Feld“ sprechen kann.

In USA ist halt ausreichend Platz und jede Menge unbedoste Ecken für solche Spielereien. Da kann man exakt auf die Koordinaten noch richtige Dosen legen und muss nicht der Grafik wegen zu Mysteries greifen.
Ob ich diese Serien wohl jemals besuchen werden? Wohl kaum, aber nett anzuschauen sind sie alle Mal.

Freitag, 25. November 2011

Die Suche nach der Larix decidua

Überlebt hat sie die letzte Eiszeit wahrscheinlich in den Karpaten. Heute findet man sie in den Gebirgen Mitteleuropas, in den Alpen, den Sudeten und in den Weichselniederungen. Nachbarn mag sie nicht besonders. Sie will genügend eigenen Standraum ohne Seitendruck und Beschattung. Dann wird sie bis zu 50 m hoch, hat einen Stammdurchmesser von 150 cm und kann bis zu 600 Jahre alt werden: Larix decidua oder die Europäische Lärche.
Warum sie etwas Besonderes ist? Als einziger Nadelbaum in Europa werden von ihr im Herbst nach einem letzten Aufglühen in goldgelb die Nadeln abgeworfen … und sie ist Baum des Jahres 2012.

In Deutschland wird seit 1989 von der „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ und dem „Kuratorium Baum des Jahres“, dem Fachbeirat, mit einer Reihe erlauchter Organisationen als Mitglieder, der Baum des Jahres ausgewählt und die Wahl von den Medien dankbar zur Berichterstattung aufgenommen. Mit Ilse Aigner hat die Europäische Lärche sogar eine Schirmherrin und auch die Deutsche Baumkönigin - die gibt es tatsächlich – will den Menschen die Lärche aber auch die anderen Bäumen, den Wald und das zugehörige Ökosystem näher bringen und sie dafür begeistern.

Nur an den Geocachern scheint der Baum des Jahres vorbei gegangen zu sein. Dabei wäre das für naturverbundene Cacher doch eine gute Gelegenheit etwas Interessantes vorzustellen und bei außergewöhnlichen Exemplare mit einem Cache zum Besuch einzuladen.
Es gibt zwar genügend Cache-Serien mit Gotteshäusern, Notrufsäulen oder Steinkreuzen, nur Cache-Serien über die Jahresbäume, die gibt es fast nicht.
Wenn man bei GC nach „Baum des Jahres“ sucht, dann gibt es neben drei Multis nur die Serie im nördlichen Baden-Württemberg von schnitzelfreak, der Jahr für Jahr ein passendes Exemplar des jeweiligen Baumes sucht. Nicht immer ist es einfach, ein würdiges Exemplar zu finden und so gibt es trotz seiner acht "Baum des Jahres"-Caches noch ein paar Lücken. Die Lärche ist Ende Oktober als letzte Species dazu gekommen.

Eine interessante Variante uns die Artenvielfalt in einem ökologischen System näher zu bringen hat Buliwyf mit seiner Biodiversität in Thüringen, südlich von Erfurt, initiiert. In einem abgegrenzten Gebiet werden bei Laub- und Nadelbäumen, Nutzhölzern und Sträuchern Caches ausgelegt und vom jeweiligen Owner vorgestellt. Jeder Baum oder Strauch darf dabei nur ein einziges Mal bedost werden. So ist 2008 eine Serie von 17 Caches entstanden. Leider wurde die Idee nicht forgesetzt. Sind vielleicht die Bäume und Sträucher ausgegangen?
Wer nach der Biodiversitäts-Runde nicht genug hat, der kann sich auch noch beim nahe gelegenen GeoKidsmemory austoben. Die ist als kurzweilige Sammeltour besonders für Kinder im Schulalter konzipiert und soll Freude bei der Bewegung in der Natur bringen. Eltern oder Großeltern dürfen aber auch.

Der „Baum des Jahres“ oder „Biodiversität“ wären doch auch Anregungen für andere Regionen. Mit Hinweis auf die Originale würden sich die Owner sicher freuen, wenn ihre Idee weiter verbreitet würde.

Montag, 21. November 2011

leu05438: 10 Jahre auf Cachingtour

Für das Jubiläum 10 Jahre Geocaching hatte Moenk am 2. Mai 2010 ein Event organisiert und das am Standort von GC77 dem 1. Geocache in Deutschland. Was muss sich der Bewacher der Baustelle auf der anderen Straßenseite wohl gedacht haben als sich der abgelegene Platz immer mehr füllte und schließlich an die 100 Cacher aus voller Brust kehlig und mit erheblichen Mißtönen ein gerade einstudiertes Lied für das geplante Video schmetterten.

Etwas ruhiger und seiner zurückhaltenden und ruhigen Art entsprechend verlief dagegen ein anderes Jubiläum: Leu05438 konnte am 20. November 2011 sein 10-jähriges Cacherjubiläum feiern. Damit ist er im süddeutschen Raum wohl einer der ersten Cacher und einer, der wohl am längsten auf Tour ist.
Viel zu suchen und zu finden gab es in der Anfangszeit noch nicht. Als er sich anmeldete waren in Deutschland weniger als 50 Caches ausgelegt und mehr als ein paar Regulars gab es bei normaler Aktivität in einem Monat kaum zu finden. Stefan schaffte es 2001 auf drei Funde. 2002 waren es schon 28 und im Schnitt der letzten fünf Jahre kam täglich einer dazu. Zwei Drittel seiner Funde liegen in einem Umkreis von 25 km, also voll in der homezone.
2.371 Caches in 10 Jahren mag für extreme Powercacher nicht besonders beeindruckend sein. Manch einer schafft Stefans Jahresfunde heute mitunter schon an einem Wochenende.
Aber manche dieser Powercacher gibt es heute nur noch als „Erinnerung“.
Hell lodernd brennend sind sie mit einem Feuereifer auf Tour gegangen und nach der ersten Euphorie oder auch nach ein paar Jahren haben sie die Lust verloren, die Flamme ist erloschen und sie haben sich anderen Hobbies zugewandt. Da lob ich mir doch die Cacher, die auf kleiner Flamme köcheln, sich aber die innere Glut erhalten und immer noch ihrem Hobby frönen und wie Leu05438 langsam aber beständig Fund auf Fund anhäufen.
Der erste von Stefan gefundene Cache war der am 13.10.2001 von Sepp ausgelegte GC2217 Bodensee. Nicht der Bodensee im Süden der Republik, sondern der Bodensee, der im Zentrum des Dreiecks Karlsruhe, Wörth am Rhein und Eggenstein liegt und der nach all den Jahren als Cache immer noch existiert. Hilfsmittel, wie Stefan auf seinem Profilfoto, braucht man nicht, um die Dose zu erreichen. Das klappt auch, wenn man die schmale Landbrücke entlang spaziert. Am 2.12.2001 um 16:00 h hat er ihn mit seinem Vista Etrex gefunden und damit seine Cacherkarriere begonnen.

Mike_hd hat mit dem Cache „Aus besonderem Grund – 10 Years“
an die 10 Jahre leu05438 erinnert. Auf der Rückreise von einer Tour im Saarland wollte ich gestern vorbeischauen und meinen Glückwunsch zu dieser Ausdauer loggen.
Wurde aber nichts, weil ich wieder einmal meinen Zeitplan überdehnt habe. Und so gratuliere ich Stefan eben mit diesem kleinen Beitrag zu seinem Jubiläum und wünsche ihm weitere schöne und interessante Cacherjahre.

Donnerstag, 17. November 2011

Mishaps: Auto aufgebrochen und bestohlen

Der Manuka Gorge Hwy war vom nächtlichen Regen noch feucht, als wir am frühen Morgen von Dunedin nach Te Anau aufbrachen. Wenig Verkehr auf der landschaftlich beeindruckenden Verbindungsstraße vom Osten in den Westen der Südinsel Neuseelands. Wo sollten die Autos auch herkommen bei den wenigen Orten auf dem Weg und einer Bevölkerungsdichte von gerade mal vier Einwohnern pro Quadratkilometer.
Die beiden Caches am Mount Stuart Tunnel waren als eine willkommene Unterbrechung der Fahrt geplant und so steuerten wir den am Waldrand gelegenen Parkplatz an. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Land durch viele Eisenbahnstrecken erschlossen, die bis auf wenige dann wieder stillgelegt wurden. Die Schienen und Schwellen wurden abgebaut und die Natur holte sich im Laufe der Jahre das Schienenbett zurück. Was geblieben ist sind die Tunnels als Lost Places. So auch der 1875 gebaute 442 m lange und mit knapp über zwei Meter recht schmale Mount Stuart Tunnel der Tokomairiro Lawrence Railway.
Der im September 2003 ausgelegte Cache ist bis zu seiner Archivierung im Dezember 2008 in 5 ¼ Jahren nur von 28 Cachern gesucht und gefunden worden. Eine wirklich sehr einsame Gegend!
Auf unserem Weg vom Parkplatz zum Tunneleingang hatten wir einen unerwarteten Begleiter, der nicht von unserer Seite wich. Der Fantail, ein kleiner Vogel der seine Schwanzfedern fächerartig spreizen kann, lebt von kleinen Insekten. Und weil wir auf dem schmalen Pfad wohl einige Insekten aus dem Gebüsch aufscheuchten, musste er sich heute bei der Futtersuche nicht anstrengen und schwirrte furchtlos mit 1 – 2 Meter Abstand den ganzen Weg um uns herum.
Wir sahen ein paar Glühwürmchen bei der Tunneldurchquerung und nach Suchen, Finden und Loggen am anderen Tunnelende ging es wieder zurück zum Parkplatz.
Was wir dort fanden ließ unsere Stimmung dann aber prompt in den Boden sinken. Sie muss wohl daheim, auf der anderen Seite der Erde wieder rausgekommen sein, so tief war sie gesunken.
Das Fenster unseres Cachemobils war aufgebrochen und die Rückbank sah, abgesehen von einem Haufen Glassplittern und „non-valuables“, ziemlich leer aus. Von den beiden Rucksäcken keine Spur. Den Daytrip-Rucksack für kurze Wanderungen mit DigiCam, Trinkflaschen, MP3-Stick, Führerschein und Sonnenbrille meines Reisekameraden, ein paar US-Dollar und anderem Kleinzeug war nicht mehr am angestammten Platz und der andere Rucksack als Pulloverdepot und mit sonstigen Kleinigkeiten fehlte auch. Gott sei Dank waren Reisepässe, Kreditkarten und mein kleines Vaio sicher im Kofferraum verstaut, sodass sich der materielle Schaden doch in Grenzen gehalten hat. Der ideelle Schaden durch den Verlust von Souvenirs und persönlichen Erinnerungsstücken war größer.
Noch recht geschockt machten wir uns auf dem Weg ins nächste Dorf, um eine Police Station ausfindig zu machen. Im Infocenter von Lawrence erklärten uns zwei ältere Ladies den Weg dahin, aber dort war leider niemand aufzufinden. Auch Polizisten haben ein Wochenende.
Über die Notrufnummer 111 wurde uns geraten die Reise fortzusetzen und uns in Te Anau bei der Polizei zu melden. Diesem Rat folgend machten wir uns also auf den Weg. 54 km und gerade mal eine Ortschaft weiter sahen wir in Tapanui am Rande eines Wohngebiets eine kleine Polizeistation und schauten dann doch, ob die Station besetzt war – das Polizeiauto stand jedenfalls in der Einfahrt.
Aber auch hier war das Büro geschlossen und als wir schon wieder umkehren wollten, riefen zwei im Garten des Nachbarhauses spielende Boys nach ihrem Vater. „Dad, someone for you!“ und kurz darauf tauchte Dad auch aus dem Wohnhaus auf. Sandfarbenes T-Shirt, verwaschene Kakhi-Short und barfuß: Senior Constabler John von der New Zealand Police, Leiter und einziger Mitarbeiter der kleinen Polizeistation von Tapanui.
Etwas nervös schilderten wir unser Erlebnis. Er schaute sich ohne grösseren Kommentar das Auto an und nahm dann im kleinen Büro der Station den Schaden auf. Er stellte ergänzende Fragen, wir beschrieben das Verlorene und nachdem diese Formalitäten erledigt waren, ging es zurück ans Auto.
Der Bereich am Fenster und an der Tür wurde auf Fingerabdrücke untersucht. Pulver wurde aufgetragen, mit einem Pinsel verstrichen und mit der Lupe gesucht. Zwei hat er gefunden und archiviert. Die werden jetzt mit den im Polizeicomputer zentral gespeicherten Abdrücken abgeglichen. Der Vorfall hat auch John betroffen gemacht. "So etwa, bei uns im Süden! Wahrscheinlich waren es Diebe von der Nordinsel oder vielleicht doch eher Australier" erklärte er uns sachlich und überzeugend seine Vorurteile.
Allmählich redeten wir uns warm und auch John wurde gesprächiger. Als die offizielle Prozedur fast abgeschlossen war, verklebte er noch mit Folie provisorisch unser Fenster und dann kam auch Jane seine Frau dazu. Die Familie war jetzt inkl. einem freundlich wedelnden streichelbedürftigen schwarzen Familienhund fast komplett. Jetzt wurden wir zu einem Kaffee ins Haus eingeladen.
Eine schöne offene Wohnlandschaft mit Sitzecke und Fernseher, dazu eine Küchenecke mit Essbereich, in dem Bridget, die Tochter mit einigen Freundinnen saß und ein Kater, vor dessen Krallen der arme Hund großen Respekt hatte. Wir bekamen nicht nur Kaffee und Cookies, sondern auch eine Lektion in Cricket-Regeln zu dem im Fernsehen laufenden Spiel – fundiert und auf den Punkt. Zumindest über dieses bis zu fünf Tage dauernde Sportevent wissen wir jetzt besser Bescheid, auch wenn uns die Begeisterung für diesen Sport weiter unverständlich bleiben wird.
John war eigentlich nicht im Dienst. Er ist für den Nachtdienst in Gore, dem „World Center of Trout Fishing", ca. 30 km entfernt von Tapanui, eingeteilt und der beginnt erst in einigen Stunden. Sein Bruder lebt in Kaliforniern und da waren sie auch letztes Jahr im Urlaub.
Ja, es gab viel zu erzählen von beiden Seiten, während wir uns noch am Kaffee, den Cookies und der uns entgegen strömenden Herzlichkleit labten und dabei die Unbillen des Vormittags fast vergaßen. Jane war zwischendurch verschwunden und hat unser ganzes Auto mit Staubsauger, Kehrschaufel und Besen von den Glassplittern gereinigt. Später setzte sie sich noch zu uns und wir redeten und lachten und waren alle etwas traurig, als wir dann auf unserem Weg durch Neuseeland wieder aufbrechen mussten.
Nach Te Anau und einem Ausflug zum Milford Sound mit Übernachtung auf einem Segelboot in der Tasmanischen See wechselten wir auf der nächsten Etappe in Queenstown problemlos in 10 Minuten unser Cachemobil.

Über den Schaden sind wir hinweg gekommen. Von den Rucksäcken haben wir nichts mehr gehört und die Diebe wurden nie gefasst. Was aber bleibt ist die warmherzige Erinnerung an Constabler John und seine Familie.
Eines haben wir gelernt: Auch wenn es nur ein leerer Rucksach sein sollte, auf der Rückbank des Autos bleibt nichts mehr liegen. Das ist zu einladend für potenzielle Diebe und in jedem Land gibt es diese „Menschen von der Nordinsel“, die keinen Respekt vor dem Hab und Gut Anderer haben.

Dienstag, 15. November 2011

Blogkommentare - das Salz in der Suppe ?

Ein Kommentar zu einem Blogbeitrag ist ähnlich wie ein Leserbrief eine schriftliche Meinungsäußerung mit der der Schreiber den Beitrag ergänzt, ihn richtig stellt, verstärkend zustimmt oder ihm widerspricht.
Das war schon 1786 so als in der „Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, insbesonderheit für die lieben Landleute alt und jung“ in Wolfenbüttel die ersten Leserbriefe veröffentlicht wurden. Der Herausgeber, der evangelische Pfarrer Hermann Bräß, musste sich damals noch nicht mit den juristischen Unsicherheiten und den möglichen Folgen auseinandersetzen.
Abmahnvereine existierten im 18. Jahrhundert noch nicht.

Als Autor bin ich für alles verantwortlich, was ich selbst in meinem Blog einstelle. Das betrifft die im Beitrag enthaltenen Fakten oder Fragen zum Copyright bei fremden Fotos und Grafiken genauso wie mögliche beleidigende, schmähende oder geschäftsschädigende Inhalte oder sonstige Rechtsverstöße.
Auch wenn es bei eigenen Beiträge nach bester Einschätzung nicht zu beanstanden gibt, wie steht es dann mit Kommentaren von Bloglesern?
Grundsätzlich haftet der Blogger erst nach positiver Kenntnis von einem Rechtsverstoß. „Positive Kenntnis“ ist Juristendeutsch und bedeutet, dass ich von fremden rechtwidrigen Beiträgen als Kommentar oder als Eintrag in einem Gästebuch erfahren d.h. Kenntnis erlangen muss.
Bei manchen Blogs werden Kommentare moderiert. Sie werden vom Blogger zuerst gelesen, geprüft und dann freigeschaltet und veröffentlicht. Ich halte nichts davon und rein rechtlich gehe ich ohne diese Moderation auch kein zusätzliches Risiko ein.
Ich bin auch nicht verpflichtet, meinen Blog bzw. die Kommentare ständig auf mögliche Regelverstöße zu überprüfen. Wenn mir allerdings ein rechtswidriger Kommentar bekannt werden sollte und das ist durch die automatische Benachrichtigung über einen neuen Kommentar ja kurzfristig der Fall, dann muss ich umgehend reagieren und den Inhalt löschen.
Keine juristische Angelegenheit, sondern eher eine Frage des Stils, ist der Umgang mit Kommentaren. Bei den Printmedien ist es unüblich und schlechter Stil, auf einen Leserbrief mit einer zusätzlichen redaktionellen Ergänzung oder Entgegnung zu reagieren. Eine solche Reaktion ist höchstens bei der Information über fehlerhafte und falsche Fakten mit einem zähneknirschenden "Danke" üblich.
Ähnlich halte ich es mit den Beiträgen von Bloglesern. Die Kommentarspalte ist kein Ersatz-Chat und in den seltensten Fällen reagiere ich auf Beiträge. Das ist kein Zeichen von Desinteresse, denn ich freue mich über Reaktionen und lese jeden Kommentar immer gerne, ob zustimmend, kritisch oder negativ zum jeweils gebloggten Thema.
Kürzlich habe ich gelesen: „Kommentare in einem Blog sind wie das Salz in der Suppe“. Darüber könnte man lange diskutieren.

Mittwoch, 9. November 2011

Events - wer zu spät anmeldet, den bestraft das Leben

Man muss schon lange scrollen bis man in der wöchentlichen Groundspeak Info zu neu ausgelegten Caches vorstösst. Die vorderen Positionen in der Liste sind den Events vorbehalten und dieser Teil der Liste wird immer länger.
„Ein Event Cache ist ein Zusammentreffen von lokalen Geocachern oder Geocaching Organisationen um Geocaching zu diskutieren“ definiert Groundspeak in den „Glossary of Terms“.
Anders als bei der „Einsamkeit des Suchenden“, wenn es allein oder im Team darum geht, in unterschiedlicher Umgebung einen Cache zu finden, ist die soziale Komponente, das Treffen mit anderen, die dem gleichen Hobby oder Sport frönen, das wichtigste Kriterium für eine Teilnahme. Und so werden dann auch Erfahrungen, Erinnerungen, Hints und Telefonnummern ausgetauscht, neue Ideen geboren oder bekannten Nicknames reale Gesichter zugeordnet.
Schon das erste geo-gathering GC389 Austin Geocachers Happy Hour am 24. März 2001 in Austin Texas zu dem Eoghan für die Austin Geocachers einlud stand unter dem Motto: „Come have a beer and meet the people whose names you’ve been seeing in the log books“. 12 Teams haben das Event “gefunden” – den Logtyp "attented" gab es damals noch nicht. Zum 10-jährigen Jubiläums-Event waren es dann 124 Teams, die „attended“ loggen konnten.

Das erste Event, an dem ich teilnahm, war das von sTeamTraen im Mai 2005 organisierte AlsaCache 2005, das als 1. Event in Frankreich Geocaching-Geschichte schrieb.
Mit knapp 60 gefundenen Caches in acht Monaten fühlte ich mich als absoluter Newbie und ich war froh, von einem heute nicht mehr aktiven Cacher mitgenommen zu werden. Ich traf Cacher aus Frankreich, Holland, Belgien und die damals großen Namen aus Deutschland, die man ja von den Logs her schon kannte. An die 100 Leute schwärmten im Elsass aus und suchten in einem von Nick organisierten Wettbewerb die neu ausgelegten Caches. Der Abschluss fand dann im Garten und in der Garage statt.
Heute, siebzig Events und ein paar Jahre später, haben sich Events verändert. Aus den kleinen intimen Meetings mit 20 – 30 Teilnehmern - wo jeder jeden noch kannte - in einem Nebenzimmer einer Gaststätte oder in einer Wanderhütte sind Veranstaltungen geworden, die mit 100 und mehr Teilnehmern die Raumgrenzen sprengen.
Da man sich nicht so häufig im Wald trifft, sitzt man meist bei den bekannten Buddies, weil man sich ja so viel zu erzählen hat. Wer zum ersten Mal an einem Event teilnimmt, muss schon Eigeninitiative zeigen um integriert zu werden. Aber für Neue offen und aufgeschlossen ist die Community immer noch – sofern man überhaupt einen Platz findet.
Und das wird allmählich zu einem Problem. Für die Anmeldung gilt das Windhundprinzip und die Personengrenze ist bald erreicht.
Bei den Weihnachtsevents von darthi and friends muss man fast am PC auf das Listing warten oder einen Freund haben, der einem sofort über die Veröffentlichung informiert, um zu den 80 – 100 Teilnehmern gehören zu können, so schnell sind die Plätze ausgebucht. Das dauert kaum mehr als 2 – 3 Stunden und dann bleibt nur noch ein Platz auf der Warteliste.
Die Genüssliche Glühweinfahrt am 4. Februar 2012 - organisiert von den Pälzer Genusscachern - mit einer vom Schiff her vorgegebenen Kapazitätsgrenze von 100 Teilnehmern wurde am 08. November veröffentlicht. Angemeldet habe ich mich sofort nach Erhalt der Notification und das war gut so, denn ein paar Stunden später um 20:20 h war das Event ausgebucht.
Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich die Veröffentlichung von zwei anderen meiner Event-Favoriten nicht irgendwie verschlafe und mir einen Platz ergattern kann. Es gäbe ja so viel zu erzählen!

Freitag, 4. November 2011

Goldener Herbst im Wartburgkreis

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich Cäsar gefühlt hat, wenn er, mit sich selbst zufrieden, die Karte des von ihm eroberten Galliens betrachtet und in der Bretagne den weißen Flecken entdeckt hat, wo das „Dorf der Verrückten“ mit Asterix und Obelix und den unbesiegten Galliern lag.
Jetzt bin ich nicht Cäsar und es gilt auch nichts zu erobern, aber irgendwie gestört hat mich der weiße Fleck auf meiner Deutschlandkarte, wo die Landkreise sich bei meiner privaten Challenge allmählich zu einem bunten Muster zusammenfügen. In der Mitte Deutschlands, im grünen Herzen, da gab es mit Eisenach und dem Wartburgkreis dieses weiße Gebilde, das es zwar nicht zu erobern, aber zu beseitigen, d.h. mit einer möglichst tiefbraunen Farbe zu füllen galt.
Die Wetterfrösche haben für die ersten Novembertage unübliche Wärme und Sonnenschein vorausgesagt – wie die sich wieder mal irren können – und so machte ich mich mit meinem Roadbook auf den Weg um die Landkreise # 333 und # 334 zu erkunden.
Die Gegend scheint ja ein Eldorado für die Liebhaber von Earthcaches zu sein. In einem Umkreis von 25 Kilometern um die Wartburg kann man fast 50 (in Worten: fünfzig) davon finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Dichte in einer anderen Gegend übertroffen wird. Aber Masse geht hier vor Klasse und einige von den 16 von mir gesuchten würde ich in die Kategorie „Leitplanken-Earthcache“ einordnen. Da hat sich der Weg nicht gelohnt – aber das weiß man bei ECs meist erst hinterher.
Es ist schon enttäuschend, wenn man nach fast 2 km Anmarsch nichts außer einem einfachen Schild – mit sechs Zeilen Text - vor einem verwachsenen und nicht zugänglichen Steinbruch sieht, auf dem die Antworten zu den Fragen stehen. Oder man steht vor einem umzäunten Gelände bei dem nur ein Infoschild auf die geologische Besonderheit hinweist, ohne dass man durch das dichte Gestrüpp irgendetwas sehen kann. Das sind dann eher „Statistik-ECs“. Bei einem konnte ich – ohne einen nahe gelegenen Parkplatz – nur auf der Straße anhalten und für die spätere Beantwortung der Fragen bei herunter gekurbelten Fenster meines Cachemobils das Schild fotographieren. Mehr war auch nicht nötig.
Da war manches nicht so befriedigend, aber ich hab sie halt auch mitgenommen. Es gibt aber auch einige durchaus sehenswerte Earthcaches, bei denen man den gewünschten Lerneffekt hat. Der Aufschluss am Bahnhof Förtha mit dem bedeutendsten Aufschluss in West-Thüringen ist so einer, der wieder versöhnt.

Ein paar schöne Wanderrunden gibt es auch. Bei Bad Liebenstein kann ich den Panoramaweg – wo war das Panorama ? – rund um den Aschenberg empfehlen. Team JoRa & Team Alfred haben einen etwa 5 km langen Rundweg mit originellen und abwechslungsreichen 10 Tradis ausgelegt, für den ich rund 2 ½ Stunden unterwegs war. Der Bonuscache ist zeitintensiv, denn man muss quer durch Wald um ein ausgefallenes Versteck zu finden.
Als Abschluss des Folgetages war der Rundwanderweg Oberellen von Mediamarkt auf dem Programm. Der bot meist auf Feldwegen und am Waldrand auf 6 Kilometer (2 ½ Stunden) gleich 19 Döschen. Diese Dichte mag wohl der Grund sein, warum der am 11. Oktober ausgelegte Trail schon über 50 Mal abgegangen wurde und der Owner bereits einen neuen Satz Logbücher auslegen musste.
Während es in Oberellen kalt und windig war, herrschte am 3. Tag ein goldener Herbst mit klarem blauen Himmel und wärmenden Sonnenschein. Das ideale Wanderwetter für den Clausberg-Rundwanderweg von fam-kob. 19 Tradis und ein Bonus auf einer 10,9 km Runde bei 413 Höhenmetern. Mit kleineren Pausen war ich knapp 5 Stunden unterwegs. Das Interessante an dieser Runde ist die Möglichkeit, dass man – je nach Lust, Laune und Wetter – die Runde als Teilrunde abkürzen kann ohne größere Umwege zu gehen. Der Wald ist allerdings voll von Forstwegen und Pfaden und da kann man schon mal vom rechten Weg abkommen, um sich dann querwaldein wieder auf den richtigen Pfad zurück zu arbeiten.
Besonders beeindruckt hat mich ein Mordslärm, den ich zuerst nicht zuordnen konnte. Die Rotte Wildschweine, die ich vorher aufgeschreckt habe, die klang anders als sie das Weite suchte. Es waren Wildgänse, die unter großem Lärm anscheinend für den Flug in den Süden trainierten und in drei kleiförmigen Formationen über mir hinwegzogen. Mindestens 100 Vögel waren das im Formationsflug – einfach schön ... und der Fotoapparat im Auto. :-(

Auch wenn der Landkreis sich schon dunkelbraun eingefärbt hat – nach Funden, nicht Blätter – werde ich im nächsten Jahr wohl wieder in die Gegend kommen. Der Thüringer Wald kann begeisteern und es gibt ja noch ein paar andere Wandertouren. Notfalls kann man ja auch nach Nordhessen ausweichen, wo südlich von Eschwege auch einige interessante Runden warten. Am Reichensächser-GC-Wanderweg habe ich ja meinen Schweiß schon Anfang September vergossen.

Freitag, 28. Oktober 2011

Es kommt: Das "PreCaTra-Siegel"

Was ich aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren konnte erfüllt mich mit großer innerer Freude, um nicht von ungebremster Euphorie zu sprechen.

Um Geocaching besser in der breiten Öffentlichkeit vermarkten zu können soll es in Kürze „Premium-Cacher-Trails“ (PreCaTra) geben.

Diese PreCaTras sollen möglichst viele Aspekte der Dosensuche erfassen und herausragende wanderbare Cache-Trails herausfiltern und auszeichnen, um so die Entwicklung des Geocachens durch zielgerichtete Veröffentlichungen in den Medien und gemeinsame Werbeaktivitäten mit PR-Partnern wie Ausrüstern und Gemeinden nach Kräften zu unterstützen und zu fördern. Die bisherigen gelegentlichen Interviews mit Cachern oder die gemeinsame Schatzsuche mit Journalisten haben sich in der Vergangenheit für dieses Ziel als nicht sehr hilfreich und wirksam erwiesen.
Das PreCaTra-Qualitätssiegel, verliehen an Trails, die den Anforderungen entsprechen, soll dabei auch von den PR-Partnern genutzt werden. Leider verstehen nach einer Studie des DWV in Deutschland erst 15 % der Befragten auch Geocachen als „Wandern“. Herzlich wenig verglichen mit „Spazieren“ (51 %), Nordic Walking (43 %) oder Walking (42 %). Das wird sich mit dem PreCaTra-Siegel wohl bald ändern.

Manche Cacher bewerten ihre Trails nur nach den eigenen subjektiven Maßstäben. Das ist eindeutig falsch gedacht. „Das Gras muss der Kuh und nicht dem Bauern schmecken“ – für die Süddeutschen oder für die Nordlichter: „Der Wurm muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken“.

Objektive Kriterien müssen geschaffen werden, um Cache-Erlebnisse messbar und vergleichbar zu machen, um sie in Beziehung zueinander zu setzen, damit auch für die unterschiedlichsten Vorlieben eine Erlebnisgarantie besteht.
Jeder, der für seinen ausgelegten Trail an diesem Qualitätssiegel interessiert ist, wird seine Runde in Kürze zur Zertifizierung anmelden können. Damit eine Bewertung nicht nur auf Basis eingereichter Unterlagen erfolgt, sondern auch vor Ort überprüft werden kann, werden noch erfahrene langjährige Cacher gesucht, die bereit sind, die jeweilige Tour abzugehen und die Formulare gewissenhaft und objektiv auszufüllen. Um die Schwachstelle einer subjektiven Bewertung möglichst auszuschalten sind in den – bisher nur in Englisch geplanten – Formblättern etwa 50 Kriterien enthalten, für die Plus und Minus Punkte zu vergeben sind.

Da gilt es die Wegführung zu beurteilen: Straßen mit Autoverkehr dürfen maximal 15 % Anteil haben und Bundesstraßen sind auf maximal 1.000 m pro Trail beschränkt. Für attraktive Ziele wie Fernsicht, Felsenformationen, Wasserfälle und ähnliches gibt es Pluspunkte. Auch integrierte Earthcaches schlagen sich mit Zusatzpunkten nieder. Schlichte Waldwege ohne „Untergrundwechsel“ führen zur Abwertung, während sich ein Untergrundwechsel von geschotterter Forststraße auf z.B. schmale weiche Waldwege positiv niederschlägt.
Eine Wegführung durch lärmerfüllte Industriegebiete oder Wohnsiedlungen führt zur Abwertung.
Bänke und Ruheplätze geben Sonderpunkte. Eine Streckenwanderung – statt Rundweg - wird mit ausreichender Information zum Rücktransport mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Startpunkt nicht abgewertet. Örtliche Gastronomie als Empfehlung innerhalb oder nach der Runde erhöht die Punktzahl.

Was die Cachearten und die Verstecke betrifft:
Monotone Reihen von Filmdosen oder Petlingen sind nicht premiumkonform. Gefordert werden „a variety of cache-boxes of different sizes“, was auf gut deutsch heißt, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Behältnisse gefordert wird. Nanos sind dabei nicht ausgeschlossen.
Auch bei den Verstecklocations gibt es Punkte zu sammeln. Wer nur an Wurzeln oder an Baumstümpfen versteckt hat wohl kaum eine Chance auf das PreCaTra-Siegel. Unter Moos nix los!

Wird eine bisher noch nicht definierte Punktezahl erreicht, dann wird das PreCaTra-Qualitätssiegel verliehen, das den Trail als besonders empfehlenswerte Runde ausweist. Die subjektiven Bewertungen von einzelnen Cachern in Form von Favoritenpunkten sollen dann in der Beschreibung durch ein Icon mit dem Qualitätssiegel ersetzt werden. Und als besonderes Highlight wird unter allen Premium-Trails ab 2012 weltweit der „Trail of the Year“ gekürt.

Zur Bewertung der eingereichten Runden werden noch erfahrene Cacher gesucht, die in Kürze kontaktiert werden sollen. Voraussetzung sind mindestens 2.000 Funde und Premium-Membership sowie eine positive Grundhaltung gegenüber dem Headquarter und die Versicherung keine eigenen Caches bei „opencaching“ oder „terracaching“ eingestellt zu haben. Die Anforderungen sind nicht unerheblich und wohl wenige werden eine Aufforderung erhalten. Kein Grund zum Grämen, denn es kann nur wenige Auserwählte geben.
Aber wenn man nicht durch das Gitter gefallen ist und den Ruf bekommt, dann gehört man zum elitären Kreis der „PreCaTra-Sealers“ und da können die Reviewer nur noch vor Neid erblassen.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Ich bekenne: Ich habe betrogen!

Wie fast immer nieselte es auch an diesem 18. August 2008 in Seattle und kleine Nebelschwaden zogen über den Puget Sound und den Lake Union, wo um diese Zeit noch keine Wasserflugzeuge starteten.
Schon früh haben wir uns aufgemacht von unserem Quartier in die rund 25 km entfernte Stadt, die wir heute erkunden wollten. Und es wurde ein toller Tag … bis 18:47 h – aber dazu später.
Im Seattle Center, im kleinen Park am Standort der Weltausstellung 1962, sind wir mit den Lift auf die Plattform der Space Needle hochgefahren und haben den spektakulären Ausblick genossen. Im Science Fiction Museum gleich nebenan wurden wir durch die Ausstellungsstücke an viele alte Filme erinnert und lange sind wir im EMC, im Experience Music Project geblieben. Die Geschichte der E-Gitarre, die nicht mit der legendären Fender, sondern viel früher begann, die alten Filme mit Musikproben der Rockgrößen oder der 10 Meter hohe Turm aus E-Gitarren haben uns beeindruckt.
Im Pike Market, dem ältesten dauerhaft geöffneten Farmer Market in den USA sahen wir den Fischhändlern zu, wie sie traditionsgemäß die gekauften Fische mit lautem Geschrei über einige Meter dem Mann an der Kasse zuwarfen und nach dem Hammering Man am Kunstmuseum starteten wir am Pioneer Square in einem unscheinbaren Gebäude die außergewöhnliche Seattle Underground Tour.
Cachen war heute nicht auf dem Programm – naja, ein bisschen was geht ja immer! Mein Reisekamerad, der zwar kein eigenes Account hat, aber bis zu diesem Tag schon an die 300 Finds von gemeinsamen Reisen und Touren hätte loggen können, hatte einen speziellen Wunsch. Ein Besuch des Apple Stores in der University Village von Seattle, um sich hier in USA mit einem iPhone einzudecken.
Der Shop war zwar weitere 20 km vom Standort entfernt, aber lag in Richtung des Microsoft Headquarters in Redmond, das heute auch noch auf dem Programm stand. Wir fuhren also hin und nach Schlangestehen am Eingang und der obligatorischen Beratung im Laden war auch dieser Punkt erfolgreich abgehakt.
Inzwischen war es später Nachmittag und wir näherten uns immer mehr der Uhrzeit 18:47 h, die Zeit in der ich schwach wurde.
Noch von Deutschland aus habe ich einen sehr schön gemachten Travelbug mit auf die Reise genommen. Eine dickere Weißblechscheibe mit eingefrästem Apple Logo. Solide Arbeit, denn die Kanten waren entgratet und die Aufgabe stand auf einem laminierten Zettel. Der TB sollte vor dem bekannten Schriftzug von Microsoft beim Headquarter in Redmond fotografiert werden und dann zurück nach Deutschland reisen. Das hat bei der Reisevorbereitung prima gepasst und wir freuten uns tierisch auf diesen Tagesabschluss.

17:30 h: Wir machten uns auf den Weg – nochmals 20 km - nach Redmond, aber so sehr wir auch herumkurvten, wir konnten den Schriftzug nicht finden. Das ist ja auch noch verzeihlich, wenn man keine exakte Adresse hat und nur den Hinweisschildern folgt zu einem über 120 Hektar großen Firmengelände mit fast 50 Einzelgebäuden

18:15 h: Es wurde immer dunkler auf den Straßen. Schließlich fanden wir doch ein Microsoft Visitor Center, das schon geschlossen hatte. Wir entschieden, dass hier das Photo gemacht werden sollte.
In den Rucksack gegriffen um den TB rauszuholen …. aber da war nichts. Alle Einzeltaschen durchwühlt, immer noch nichts. Jackentaschen, Fototasche, das Auto und alle möglichen und unmöglichen Lagerorte gecheckt: Kein Travelbug, keine Blechscheibe mit Apple-Logo.
Dann kam die Erkenntnis und der Schock: Die Blechscheibe war, bereitgelegt auf dem Koffer, in unserem knapp 40 km entfernten Motel liegengeblieben.
Wir grübelten, was wir jetzt wohl tun könnten und dann hatte ich um

18:47 h die Idee, ein Foto zu faken und damit habe ich wohl meine Cacherunschuld ein für alle Mal verloren..
Glücklich sah er nicht aus, mein Reisekamerad, dem ich zum Schutz unkenntlich gemacht habe. Mit traurigen Augen stellte er sich wie von mir dirigiert vor das Schild des Visitor Centers und hielt in der einen Hand mein GPS und in der anderen …. nichts. In die leere Hand wurde später dann mit Photoshop der Travelbug einkopiert und mit diesem Foto dann auch der TB geloggt. Möge der Owner mir verzeihen.

Drei Sommer sind seither ins Land gezogen und immer noch denke ich an diesen Betrug. Ich verkneife es mir ungenehmigte Fotologs oder Fundlogs von abhanden gekommenen Caches zu kommentieren oder auch Team-Logs, bei denen am gleichen Tag mit ein paar Hundert Kilometer Abstand Funde geloggt werden, die so kaum möglich sind.
Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen.
Wenn ich mitunter nachts schweißgebadet von Albträumen geplagt aufwache, dann ist das der gerechte Lohn für meinen damaligen Betrug. Jetzt, wo ich mich geoutet habe, spüre ich schon etwas Linderung und Erleichterung. Vielleicht wird schon bald der 18. August 18:47 h auch für mich wieder ein ganz normaler Tag und eine normale Uhrzeit sein. Wollen wir es hoffen!

Freitag, 21. Oktober 2011

Wie genau ist mein GPSr ?

Mit zwei Jahren Verzögerung werden heute um 12:30 MESZ an Bord einer Sojus Rakete vom europäischen Weltraumhafen Kourou in Französisch-Guayana die beiden ersten Galileo-Satelliten gestartet. Wenn 2014 dann 18 der geplanten 30 Satelliten in über 23.000 km Höhe die Erde umkreisen, hat die Euroäische Weltraumorganisation ESA eine Alternative zum amerikanischen Global Positioning System geschaffen. Bis es aber so weit ist wird es wohl noch einige Jahre und Milliarden Euro dauern.

Das europäische Navigationssystem soll dabei durch neue Technik genauer sein als das US-System. Bringt uns das was?
Bei kowoma.de, einer der IMHO besten Informationsquellen zu GPS-Systemen und Anwendungen, wird die Genauigkeit der Position seit 31.07.2004 gemessen. Die Streuweite der stationären Anlage liegt bei wenigen Metern.
Das sollte eigentlich auch für unser Hobby reichen – wenn da nicht zusätzliche Ungenauigkeiten durch den Stand der Satelliten, die Geländeform, Bodenbedeckung, Reflektionen und ein paar Störquellen mehr dazu kommen.
Was nutzt aber ein noch so genaues System, wenn bei der Positionsvermessung der Location geschlampt wird und die Dose zehn und mehr Meter im off liegt. Für die letzten Meter bis zum Fund wird man auch in Zukunft eine Spürnase und „Geosense“ benötigen – und das ist gut so!

Bei den beiden letzten GeoWoodstocks gab es ein Spiel mit der Genauigkeit des Geräts. Man holte sich bunte Fähnchen und die Koordinaten ab und sollte seine mit dem Nickname markierte Fahne exakt am Nullpunkt platzieren. Schon bald entwickelte sich die Wiese zu einem bunten Fähnchenfeld, wobei sich der Schwerpunkt der neu gesteckten Fähnchen auch im Laufe des Tages langsam verlagerte. Am Ende des Tages wurden die coords mit einem teuren Präzisionsgerät ausgemessen und die Sieger gekürt.

Man muss aber nicht nach USA um sein Gerät mit anderen zu vergleichen.
KoenigDickBauch hat mit seinem GPScheck 001 bei Neustadt an der Weinstraße schon Ende Dezember 2005 einen PM-only Multi geschaffen, mit dem man die Genauigkeit des eigenen GPSr im Vergleich zu anderen Geräten messen kann.
Wer den Anweisungen folgt und mit Datum, Uhrzeit, Hersteller, Gerät und den beiden Messungen incl. Wetterbedigungen loggt kann den Abstand zum bisherigen Mittelwert aller Messungen und den „Rang der Genauigkeit“ im Vergleich zu allen anderen Werten ermitteln. Bis heute haben dies 119 Cacher getan. Leider hört die anklickbare detaillierte Tabelle bei Fund # 47 auf und wurde nicht weiter aktualisiert.
Übrigens: Von meinem beim GeoWoodstock gesteckten Fähnchen habe ich nie etwas gehört. Meine Position war wohl unter ferner liefen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Earthcaches in Deutschland

Vor sieben Jahren am 15. Oktober 2004 wurde in Deutschland der 1. Earthcache freigeschaltet. Aradilla entwickelte damals den GCM2RB Katzenbuckel Volcano Eartchcache der nach dem Listing als erster Earthcache in Deutschland am 12. Dezember 2004 von mike_hd geloggt wurde.
Mit dem Harz Karst Landscacpe Earthcache von Team TravellingViking gab es ab 27.10.2004 einen zweiten EC in Deutschland. Bei dem konnte groundinspector am 14.12.2004 einen FTF loggen.

Der „Genehmigungsprozess“ war damals auf die Verhältnisse in den USA abgestimmt und ziemlich aufwändig. So musste für die Anmeldung bei der Earthcache-Organisation die Genehmigung des Grundeigentümers eingeholt und der Name und die Telefonnummer im Anmeldeformular eingetragen werden. Anders als bei den State Parks und National Parks in USA mit ihrer definierten Verwaltungsstruktur war das in Deutschland noch lange Zeit ein kleines Problem, denn derartige Organisationsstrukturen für staatliche Wälder und Parks sind bei uns nicht existent. Ich habe bei meinen Earthcaches einfach den Namen und die Telefonnummer des Oberbürgermeisters der nächstgelegenen Stadt angegeben ohne mich da vorher abzustimmen. Rückfragen oder Anrufe hat es nie gegeben.
Die Prüfung des Earthcache erfolgte durch den Earthcache-Master Gary Lewis, dem Director of Educaton einer Gruppe von Geowissenschaftlern in Boulder, Colorado, der damals in Canberra, Australien lebte. War die Prüfung nach den Guidelines erfolgreich, wurde er von Gary unter seinem Nickname veröffentlicht und zur Adoption durch den Entwickler des EC freigegeben. Dieses Prozedere hat sich über die Jahre dann doch etwas vereinfacht.

Mit GCMAJC Märkische Eiszeitstrasse Earthcache von Balla & Silli gab es bis Ende 2004 gerade mal drei aktive Earthcaches in Deutschland. Bis Mitte Mai 2005 waren es weltweit 118, davon die Hälfte (58) in den USA. Deutschland war zu diesem Zeitpunkt nach Canada (19) und United Kingdom (15) mit zehn ECs vertreten. Bis Ende 2006 konnten wir dann mit 28 Earthcaches aufwarten.
Thoto schuf mit seinem EC The Cologne Cathedral – A Geological Point of View am 13. November 2006 einen spektakulären Earthcache, der bisher über 4.000 Mal geloggt wurde. Man muss nicht unbedingt einsame und abgelegene geologische Besonderheiten besuchen – es geht auch, wenn man es richtig aufbaut, mitten in der Großstadt. Sein Cache ist von der American Geological Society als besonders gelungen eingestuft worden.

Earthcaches haben wie die Virtuals keine Dose mit Logbuch an den Koordinaten. An manchen EC-Locations wäre es auch nicht zulässig einen Cache zu verstecken. „Learning about the planet we call home“ ist das vor Jahren definierte Ziele von Earthcaches und das gilt immer noch.
Bei manchen ECs zweifle ich aber, ob dies vom Owner auch so verstanden wurde. Einen teilweise abgetragenen Erdhügel als sehenswerten „Erdaufschluss“ zu deklarieren lohnt den Weg nicht - aber das weiß man meist erst hinterher. Ich habe schon solche Earthcaches besucht und sie verärgert dann einfach nicht geloggt. Vielleicht hätte ich doch besser eine entsprechende Note oder ein SBA schreiben sollen, um anderen diese Erfahrung zu ersparen.

Leider sind Fotos an der Location als Nachweis, dass man vor Ort war, nicht mehr gefordert. Heute genügt es die Fragen zu beantworten, die im Listing gestellt werden. Sie sollen so speziell sein, dass sie nur bei einem Besuch der Location zu beantworten sind. Das ist aber nicht immer so. Erst gestern habe ich bei der Vorbereitung einer Tour einen netten Log gelesen: „Die Logfreigabe für diesen Cache hatten wir schon am Montag oder so. Aber wir sind erst am Dienstag nach XXX gefahren und erst am heutigen Tag war dieser EC unser Ziel“. So geht es dank Google auch.

Heute existieren in Deutschland knapp 2.100 Earthcaches. Weil es zur Zeit keinen deutschen Earthcache Reviewer mehr gibt sind wohl einige weitere in der Pipeline und warten auf Bewertung. Auch ich warte seit nunmehr vier Wochen auf eine Freigabe.
Wird schon werden und wenn zur Zeit neue ECs blockiert sind ... für mich gibt es ja noch fast 1.900 andere, die ich in Deutschland ansteuern kann.
Kürzlich von mir besucht die beeindruckende Felsenlandschaft der Bastei

Samstag, 8. Oktober 2011

Ich lass die bunten Fahnen wehen

Ende 2008 habe ich den Flagcounter auf einer Profilseite entdeckt und seit Anfang 2009 ist er neben dem Besucherzähler, den es bei mir seit November 2005 gibt, auch in meinem Profil integriert. Schon wieder eine Statistik mehr mag der eine oder andere stöhnen, aber ich mag die bunten Landesflaggen – wehen tun sie nicht und weh tun sie auch nicht – und die Angaben zu den Besuchern aus den jeweiligen Ländern. Die bringen Farbe ins Profil.
Man kann nach dem Anklicken sehen, aus welchen Ländern sich wie viele Besucher auf mein Profil verirrt haben, wie viele Besucher es in einem bestimmten Zeitraum waren oder, wenn man bei der Auswertung auf Flagcounter auf das Land klickt, gibt es Informationen zur Geschichte, Geographie, Bevölkerung, Wirtschaft und anderem aus dem CIA – World Factbook.
Schon wieder eine Statistik? Eher doch eine harmlose Spielerei.

Dass die Mehrheit der Besucher aus Deutschland kommt ist ja nachzuvollziehen. Die 256 Besucher aus den USA erkläre ich mir mit meinen USA-Touren. Ich schaue mir ja auch das Profil eines Finders an, wenn mir sein Log durch Witz, Länge oder aus sonstigen Gründen auffällt. Das werden vielleicht auch die USis tun.
Etwas irritiert war ich aber schon, als der 1. Besucher aus Sri Lanka für ein neues Fähnchen sorgte. Da war ich noch nie und dort habe ich auch keine Spuren hinterlassen. Nach einigen Tagen waren es schon 15 Besucher aus Sri Lanka und allmählich lichtete sich für mich das Dunkel: Einem alten Freund, mit dem ich auch schon in USA auf Tour war, habe ich über meinen Faible für den Flagcounter erzählt und die kindliche Freude, wenn wieder ein neues Fähnchen auftaucht. Daran hat er sich erinnert, als er im März 2010 in Sri Lanka auf Urlaub war. Nur, gleich 15 Mal hätte er mich ja nicht besuchen müssen.
Im November 2010 war er auf den Seychellen in Urlaub und so hatte ich auch die hübsche Fahne dieses Staates mit 16 Besuchen in meinem Counter. Das ist in der Zwischenzeit zu einer lustigen Tradition geworden. Zur Zeit tourt er durch Mittelamerika und neben Costa Rica kann ich jetzt auch seit gestern mit der blau-weiß-blauen Landesflagge von Nicaragua aufwarten.
In den nächsten Tagen erwarte ich noch Panama - wenn er spurt.
Dann muss ich wohl wieder einmal das Format von meinem Counter umbauen, denn das ist aktuell nur für 35 Länder ausgelegt und die sind jetzt ausgefüllt.
Aber nicht nur mein alter Kumpel sorgt für Nachschub. Auch Bosnien und Herzegovina, Latvia oder Island und andere Länder sind durch Cachingbuddies, mit denen ich schon gemeinsam auf Tour war, in mein Profil gekommen.
Etwas kindisch oder? Sicher, aber ich steh dazu und wer auch immer ein Land besuchen sollte, das noch nicht in meinem Flagcounter auftaucht und es gut mir meint, dem sei ein Besuch meines Profils beim abendlichen Loggen der Finds wärmstens empfohlen. ;-)

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Ist "Cacherstats" gestorben ?

In der Vergangenheit wurde das Ranking von Geocachern mit mehr als 200 gefundenen Caches bei cacherstats jeweils am Dienstag und am Freitag auf den aktuellen Stand gebracht. Seit dem 12. September 2011 wurde die Statistik nun nicht mehr aktualisiert.
Hat der Owner die Lust verloren oder ist der Zugriff auf die Groundspeak Datenbank nicht mehr möglich und wir haben eine ähnliche Entwicklung wie bei Buxley’s Waypoint Liste ?
Damals, vor etwa 10 Jahren hatte Ed Hall mit „Buxley’s Geocaching Waypoint“ ein Projekt gestartet, das in der Frühzeit des Geocaching absolut neu war und eine Lücke geschlossen hat. Er entwickelte Schritt für Schritt Landkarten der US-Staaten und einer Reihe von Staaten auf allen Kontinenten, in denen die Position der Caches eingetragen war und bei denen durch Anklicken die Beschreibung aufpoppte.
Nichts Besonderes werden manche denken, denn diesen - heute selbstverständlichen Service - findet man jetzt auch auf den Karten von geocaching.com, geocaching.de und anderen Plattformen. Damals war das absolut neu, erleichterte die Suche nach Caches in der Umgebung und man konnte verfolgen, wie sich das Umfeld langsam mit Caches füllte.
Dann kam es ab 2003 zu Diskussionen und unerfreulichen Auseinandersetzungen mit Groundspeak über den Zugriff und die Nutzung der Cache-Datenbank. Eine Einigung wurde nicht erzielt, der Zugang zur Datenbank von Groundspeak für Buxley's Liste gesperrt und Anfang 2006 hat Ed alle bei GC gelisteten Caches aus seinen Karten entfernt. Seither dümpelt die Seite mit den Caches anderer Plattformen so dahin. Hat nun Cacherstats ein ähnliches Schicksal ereilt?

Ich habe immer wieder gerne mal in diesem Ranking gestöbert und der Statistikbalken mit meiner Position in Deutschland und weltweit war bis vor kurzem auch in mein Profil eingebaut.
Auch die Entwicklung von Geocaching konnte man aus dieser Ranking-Liste schön ablesen.
Ende 2007 hatte die # 1 weltweit 25.582 Caches gefunden und mit 2.336 gefundenen Dosen war man unter den Top 1000 Findern. Gerade mal 30.125 Cacher waren weltweit mit mehr als 200 Funden gelistet.
Drei Jahre später – Ende 2010 – waren es 109.592 Cacher und mit den Caches, die 2007 für eine Top 1000 Platzierung reichten, kam man gerade noch unter die Top 5000. Die letzte Aufstellung vom 12.09.2011 führt 142.249 Cacher – allerdings mit einigen Zahlenlücken.
Speziell in der deutschen Liste gibt es einige „Besonderheiten“, die man bei anderen Ländern und US-Staaten nicht finden kann. Etwa 10 % der „Top 100“ – wenn es nach der Anzahl der gefundenen Caches geht – haben sich anonymisiert. Sie tauchen nicht mit ihrem Cacher-Nickname auf, sondern sind nur als „Anonymous“ oder als leeres Feld mit Position und Anzahl der gefundenen Dosen enthalten. Die Streichung war nach Hinweis an den Owner der website jederzeit möglich. Deutschlands Top-Scorer ist überhaupt nicht enthalten. Warum sie sich auf diese Weise aus der Öffentlichkeit verabschiedet haben werden sie selbst am Besten wissen. Ich möchte die damaligen Diskussionen nicht nochmals aufgreifen und auffrischen.
Es wäre schade, wenn cacherstats als nicht mehr aktuell in der Versenkung verschwinden würde. Vielleicht hat es aber auch sein Gutes, wenn - mangels Vergleich - die in meinen Augen oft verbissene Jagd nach möglichst vielen Funden und einer „guten“ Ranking-Position ein Ende hat.
Schau ma mal!

Dienstag, 27. September 2011

Da hört der Spaß für mich auf !

Es muss schon eine Mordsgaudi gewesen sein, als in Verbindung mit dem 1. Geocoinfestival 2011in Köln fünf Reisebusse mit fast 300 Geocachern über 600 Kilometer an die 14 Stunden im Convoi durch fünf Länder tourten, um Icons und Länderpunkte zu sammeln.
Die Menschen, die diese Karawane in den verschlafenen Dörfern oder auf einsamen Landstrassen vorbei rollen sahen werden sich ihren Teil gedacht haben. Lauter Verrückte könnte man meinen.
Aber sind wir nicht alle, die durch die Wälder, Dörfer und Städte streifen, auf Bäume oder Brunnen klettern um eine Tupperdose, einen Petling oder ein Filmdöschen mit Logbuch oder Logstreifen zu finden, „ein bisschen Bluna“? Wer noch nie einen Cache gesucht hat, dem wird man die Faszination von Geocaching wohl kaum erklären können.
Ob diese Tour allerdings repräsentativ für das Geocachen ist kann bezweifelt werden. Hier stand der Spaß und das gut organisierte Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund und tierisch ernst soll man sein Hobby oder seinen Sport ja auch nicht nehmen. Den meisten Teilnehmern scheint die Tour Spaß gemacht zu haben. Auch der älteste europäische Geocache ausgelegt am 7. Juli 2000 am Confluencepunkt N50 E005 in Belgien wurde besucht und der anwesende Owner, der extra vorher eine Sonderwartung durchgeführt haben soll, strahlte über diesen hundertfachen Besuch. Es war fast wie ein Flashmob schreibt mschelter zu seinem Logfoto.
Ein paar Puristen mögen die Stirne runzeln oder aufschreien, aber Spaß hat es den Teilnehmern gemacht und geschadet hat es niemanden.

Bei der Suche nach alten Dosen – um Lückenfüller für meine „Placed by month“ Matrix zu finden habe ich allerdings etwas entdeckt, wo der Spaß für mich aufhört.
Es gibt Grundregeln, die für alle verbindlich festgezurrt sind und deren Einhaltung die Basis für Geocaching darstellt. Niemand käme auf die Idee für einen Cache bewusst coords anzugeben, die z.B. 50 m von der Cachelocation abweichen, nur um das Suchen spannender zu machen. Niemand würde die D/T-Wertung bewusst falsch angeben und einen Klettercache als T 1,5 bewerten oder umgekehrt. Und niemand würde bewusst falsche Attribute angeben um z.B. einen Rollstuhlcacher zu einem T 3,0 Cache zu locken.
Ähnlich sehe ich das mit dem Datum, wann der Cache versteckt wurde. Etwas irritiert war ich schon als ich bei meiner Suche auf Caches gestoßen bin, die in Deutschland angeblich im Oktober 2000 platziert wurden. Die ersten Logs bei diesen Caches stammen vom Oktober 2004 und auch die GC-Nummer bestätigt ein Auslegen um diesen Zeitpunkt herum. In USA gab es sogar einen Cache, der am 9. November 1965 platziert wurde.
Inzwischen wurde bei diesen drei Caches – und sicher auch bei anderen - das jeweilige Versteckdatum von einem Reviewer oder Groundspeak korrigiert. Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder ein beliebiges „hidden-date“ aussuchen würde.
Dabei wäre es relativ einfach, solche unerfreulichen Auswüchse durch Spaßbremsen zu verhindern: Eine einfache Routine, die eine nachträgliche Veränderung des Auslegedatums verhindert in Verbindung mit einer weiteren Routine, die eine Veröffentlichung blockiert, wenn das aktuelle Datum und das Auslegedatum um mehr als z.B. 4 Wochen voneinander abweichen.
Ich hoffe, dass die Leutchen in Seattle in der Zwischenzeit daran arbeiten um diese Lücke zu schließen.

Donnerstag, 22. September 2011

Die Basislinie der Bayern

Als Jean-Baptiste-Joseph Delambre und Pierre Méchain im Juni 1792 begannen die Strecke von Dünkirchen am Ärmelkanal bis Barcelona – beides am gleichen Meridian gelegen – durch Triangulation zu vermessen, da ahnten sie wohl kaum, welche Arbeit auf sie zukommen würde. Erst 1798 war das Projekt abgeschlossen.
Und das Ergebnis? Man kannte die exakte Lage der beiden Endpunkte und die Entfernung und konnte so auf den Umfang der Erde schließen und - als den vierzigmillionsten Teil des Erdumfangs - das Urmeter als verbindliche Maßeinheit errechnen. Auf einer internationalen Konferenz im Frühjahr 1799 wurden die Ergebnisse präsentiert und das metrische System nach und nach in fast allen Ländern der Erde als Standardmaß eingeführt.

Kurfürst Maximilian IV, der spätere König Maximilian I von Bayern, hatte da wohl andere Wünsche, als er 1801 das Topographische Bureau gründete. Er wollte eine „vollständige, astronomisch und topographisch richtige“ Karte von seinem Bayernland. Um korrekt zu sein, es war mehr der sanfte Druck von Napoleon, dem es um die Topographie und die Bewegungsmöglichkeit seiner Armee ging. Nach der Entstehung des Königreichs Bayern im Jahre 1806 wollte König Max dann aber wissen, wie groß sein Bayernland ist und bei der Gelegenheit wurden auch die Grundstücke vermessen und die Bodenqualität geschätzt, damit die Untertanten besser und gerechter besteuert werden konnten.

Grundlage einer Vermessung ist eine Basislinie oder Grundlinie, deren Länge exakt bekannt sein muss, da von den beiden Endpunkten aus - als Seite eines Dreiecks - das gesamte Vermessungsnetz durch eine Vielzahl aneinander gereihter Dreiecke aufgebaut wird. Fünf Meter lange geeichte Tannenholzlatten wurden damals präzise hintereinander gelegt und eine Basislänge von 21.653,80 m ermittelt. Durch Satallitenmessung weiß man heute, das das Ergebnis des Jahres 1801 um weniger als einen Meter von der tatsächlichen Entfernung abweicht.
An den beiden Endpunkten der bayrischen Basislinie wurden 1802 je ein Denkmal in Form einer Pyramide aufgestellt. tasdevil13 ist es zu verdanken, dass diese historischen Orte auch cachemässig präsent sind. Mit seiner Basislinie I in Aufkirchen und Basislinie II im Erdinger Moos sowie dem daraus resultierenden Mystery Basislinie III erinnert er an die erste Basislinie in Bayern.
Später zur Überprüfung und möglicher Korrektur kam noch die fränkische Grundlinie dazu. Wahrscheinlich zweifelten die 1806 eingemeindeten Franken – erfolglos - an der bayrischen Genauigkeit. An der Gedenkplatte dieser Grunlinie gibt es ebenfalls einen Cache
Mit seiner Aussage, dass „Bayern das erste Land in Europa ist, das exakt vermessen wurde“, scheint tasdevil13 aber falsch zu liegen. Die Kurhannhoversche Landesaufnahme im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg war schon 1784 und damit lange vorher abgeschlossen.
An die Triangulierung im Königreich Sachsen (1862 – 1890) mit der Großenhainer Grundlinie errinnert am Basisendpunkt Quersa übrigens auch eine Dose.

Wenn ich irgendwann wieder nach Bayern fahre um die ebenfalls meist präzise Basislinie in der Abwehr des FC Bayern zu begutachten, dann werde ich wohl auch wieder die Pyramide besuchen. Denn wie schon so häufig habe ich bei meinem Besuch doch wieder glatt vergessen, mir die Bonuszahl für den Mystery zu notieren. Präzision war wohl etwas für das 19. Jahrhundert.