Donnerstag, 1. Dezember 2011

Geocachers Adventskalender

Döschen für Döschen statt Türchen für Türchen


Der erste selbstgebastelte Adventkalender ist 160 Jahre alt und soll aus dem Jahr 1851 stammen. Gedruckte wurden erstmalig 1902 in Hamburg und 1903 in München vertrieben und Adventskalender, bei denen man ein Fensterchen öffnen konnte, gibt es erst seit 1920.

Auch an uns Geocachern ist der Adventskalender nicht spurlos vorbei gegangen. Da ist dann allerdings nicht in einer warmen Stube frühmorgens gemütlich ein Fensterchen, sondern draussen im dunklen kalten Wald ein Döschen zu finden und zu öffnen.

Über ein Dutzend Adventskalender mit je einem Cache für die Tage vom 1. bis zum 24. Dezember sind ausgelegt und noch als aktiv gelistet, eine Reihe weiterer sind im Laufe der Jahre archiviert worden.

Den 1. Adventskalender für Geocacher hat EOLL als Lüneburger Adventskalender im November 2004 veröffentlicht. Ob sein Hinweis „brave Geocacher suchen diesen Cache nicht vor dem 01.12.2004“ etc. bei allen gefruchtet hat, ist fraglich. Auch beim häuslichen Adventskalender wird schon mal etwas im voraus gespickt. Beim 1. Dezember hat es in Lüneburg auf jeden Fall geklappt, den cosmic bob loggte pünklich am 1.12. um 0:00 h den ersten Fund.

Da hatte GeoFaex mit seinem Adventskalender im Raum Hohenlohe im Nordosten Baden-Württembergs etwas weniger Vertrauen in seine Cacherkollegen. Ab dem 01.12.2005 wurde jeden Tag am Morgen nur der jeweilige Tagescache freigeschaltet. Sie standen in den Startlöchern und scharrten mit den Hufen, um sofort nach Veröffentlichung loszurennen.
Der ganze Kalender war als großer Weihnachtsstern konzipiert und für den 24.12. fehlte noch eine Ecke. Ich hatte familiären Abholdienst für einen Besucher vom Bahnhof Würzburg und machte mich schon früh auf die Fahrt. Nicht wegen der Abholung und nicht direkt nach Würzburg, sondern zuerst in die Ecke, wo der Stern noch eine Lücke hatte. Ich wartete eine halbe Stunde im kalten Auto auf einem windigen Parkplatz. Nur der Gedanke, dass der Heilige Abend mir gehören wird, half mir über Frost und Kälte. Ein iPhone mit Internet-Zugang hatte ich noch nicht und so wartete ich auf den Anruf und die Information von daheim. Es war ein Mystery mit einer komplizierten Rechnung … und der riesengroße Cache lag ganz woanders, wie ich dann Wochen später bei einer Frühlingsrunde feststellen konnte.

Im gleichen Jahr wurde der Adventskalender an der Prießnitz bei Dresden Tag für Tag freigeschaltet. willimax hatte seinen Adventskalender an einen Wanderweg durch die Dresdner Heide entlang der Prießnitz vom Urspung in den Rossendorfer Teichen bis zur Mündung in die Elbe ausgelegt.
Ich war im Juni 2008 in Dresden, parkte mein Cachemobil an der Mündung in der Nähe vom Unfallkrankenhaus und fuhr gegen 7 h früh mit dem Taxi zum Startpunkt.
Das war ein Tag voller Verwirrungen: Der Taxifahrer machte den Anfang. Er hatte – wie anscheinend des öfteren – einen alkoholisierten und gerade verarzteten Nachtschwärmer erwartet und traf auf einen tatendurstigen munteren Geocacher, der dann nach längerer Fahrt mitten auf der Straße aussteigen wollte. Ich war dann der nächste Verwirrte, denn als „Heide“ habe ich mir eine Landschaft mit niedrigem Bodenbewuchs und ab und zu einem Strauch oder einem vereinzelten Baum vorgestellt. Getäuscht, denn die Dresdner Heide ist ein herrlich kühler Fichten- und Kiefernwald, durchsetzt mit Eichen, Buchen und Birken und immer an der Prießnitz entlang. Schön und interessant war es zu sehen, wie aus dem schmalen Rinnsal Schritt für Schritt ein größerer Bach wurde.
Die größte Verwirrung kam aber auf, als mir mitten im Wald ein Pärchen auf Fahrrädern entgegen kam und freundlich grüsste. Beide splitternackt! Da habe ich dann vor lauter Verwirrung anschließend sogar einen falschen Weg eingeschlagen.
Nach 26,4 km und 8:15 Stunden war diese tolle Tour mit einem kühlenden Fußbad in der Prießnitz kurz vor der Mündung abgeschlossen.

Beim Kurpfalz-Adventskalender hat sich 2006 die Kurpfalz-Community aufgerafft und gemeinsam einen über die ganze ehemalige Kurpfalz verstreuten Adventskalender ausgelegt. Jeder war für einen oder mehrere Tage zuständig. Ein schönes Gemeinschaftserlebnis, nur die komplizierte Errechnung des Bonus (24. Dezember) führte zu Diskussionen.

Bei einem heute archivierten Adventskalender waren die Caches 1 – 19 in Darmstadt in Hessen, die restlichen in Lörrach fast an der Schweizer Grenze zu suchen. Darmstadt war überlaufen, Lörrach vereinsamt - alle 24 hat keiner geloggt.
Einen wunderschön gemachten Adventskalender mit lauter Mysteries in Form eines Schneekristalls hat Schattenspiel bei Renkenberge in Niedersachsen am 01.11.2011 veröffentlicht. Aus der liebevoll gemachten Beschreibung habe ich auch das Foto der Wichtel geklaut. Die Cachebeschreibung kann wirklich begeistern.

Sicher wird in diesem Jahr noch der eine oder andere neue Adventskalender dazu kommen und so kann man in der richtigen Stimmung erwartungsfroh auf die Suche gehen, um die vorweihnachtliche Zeit bis zum Heiligen Abend auch cachemässig zu überbrücken und Döschen für Döschen öffnen.

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