Sonntag, 23. Dezember 2012

Auf Dosensuche von Flensburg bis nach Basel


Der Weg von der dänisch/deutschen Grenze bei Flensburg bis zur Schweizer Grenze bei Basel ist nach Google Maps 966 km lang. Wer sie in einem Stück über die A 7 und A 5 durchfährt, braucht dazu rund 8 ½ Stunden, sofern keine Baustellen und Staus ihn aufhalten.

2012 war ich diese Strecke auf der Suche nach den Tupperdosen und Petlingen unterwegs.
Nicht dass jetzt jemand auf den Gedanken käme, dass ich in Etappen öde neben der Autobahn entlang gewandert bin. Es war eine virtuelle Wanderung, für die ich mir Anfang 2012 das Ziel gesetzt hatte, Deutschland auf diese Weise vom Norden nach Süden zu durchqueren.
Etwa 90 einzelne Wanderrunden habe ich vom Parkplatz meines Cachemobils bis zur Rückkehr an den Startpunkt getrackt, die Wegstrecke festgehalten und Runde für Runde aufaddiert. Mit der 4,6 km Runde Raupe Nimmersatt am 19. Dezember in Malsch bei Ettlingen habe ich mit 967,5 km die Schweizer Grenze überschritten.

Zwischen 2,5 km – einem kleinen Spaziergang – bis zu 24,9 km lang waren die Runden, bei denen ich 2012 zwischen Niedersachsen und Niederbayern, zwischen der Uckermark im Osten und dem Saarland in Westen zu Fuß unterwegs war. Mehr als 2,5 – 3,0 Kilometer pro Stunde habe ich selten geschafft. Das Suchen, Loggen und Wiederverstecken braucht seine Zeit und manchmal griff meine 15-Minuten-Regel. Wird der Cache in dieser Zeit nicht gefunden, dann geht es mit einem DNF weiter.
Bei 25 km an einem Tag erreiche ich dann schon meine Obergrenze als Tagesstrecke und wenn es an drei aufeinander folgenden Tagen 60 Kilometer werden, dann war erst einmal Muskel- und Gelenkpflege angesagt. Man hat so seine Grenzen, ab denen es weh tut.

Zum Ende des Jahres geht mein Dank an alle Owner dieser Wanderrunden, die mir meine Touren erst möglich gemacht haben. Über ein paar der Runden, die mir besonders gut gefallen haben, habe ich auch gebloggt, damit auch andere mit ähnlichen Caching-Vorlieben darauf aufmerksam gemacht werden.

Für 2013 ist meine virtuelle Reiseroute bereits geplant.
Von Basel geht es über Zürich, St. Gallen, Feldkirch in Vorarlberg, Innsbruck, Kufstein, Salzburg, an Linz und Wien vorbei nach Bratislava in die Slowakei. Das sind nach Google Maps wieder 933 km, die Tour für Tour virtuell erwandert werden.
Dabei geht es nicht allein um die Zahl der gefundenen Caches oder die zurückgelegten Kilometer. Entlang der virtuellen Strecke werden Besonderheiten und spezielle kulturelle oder touristische Highlights hinterher ergoogelt, der Weg wird vertrauter und so hat man, neben den realen Erlebnissen bei einer Wanderrunde ganz woanders, noch sein zusätzliches Vergnügen.

Ein ganzes Jahr für knapp 1.000 Kilometer!
Wenig im Vergleich zu einem der wohl längsten Wandercaches, die es in Europa gibt. Der Multi München – Venedig führt auf 28 Tagesetappen und einer Strecke von 560 Kilometern bei 20.000 Höhenmetern vom Marienplatz in München zum Markusplatz in Venedig. Das sind die „echten“ Wanderer, die diese Tour in einem Stück oder in mehreren Teiletappen gegangen sind. 36 Cacher haben diese Herausforderung bereits erfolgreich bestanden.
Ich bin nur einer der 637 Cachern, die ihn auf der Watchlist haben und fast schon voll Ehrfurcht die geloggten Reiseberichte lesen und die Erlebnisse beeindruckt mitverfolgen.
„Langsam Laufen. Viel Trinken. Gut Essen. Ausreichend Schlafen. Und von vorne.“ So steht es im Hint dieses Caches von  DerPate zu lesen.
Aber das gilt ja nicht nur für München-Venedig, sondern auch für alle anderen Wandertouren. Ich werde es auch beherzigen, wenn ich mich 2013 auf meine virtuelle Tour machen werde.


Allen, die meinen Blog regelmässig oder unregelmässig mitlesen, positiv oder kritisch kommentieren oder mir auch mal Korrekturen oder aufmunternde mails im Blog oder als PM senden,  wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest, ein paar ruhige und besinnliche Tage und für 2013 viele schöne Cache-Erlebnisse - wo und wie auch immer und welche Döschen sie auch immer suchen mögen.

Freitag, 14. Dezember 2012

Block Party - das vergessene Icon


Wenn man bei Geocaching nach den diversen Cachetyp-Iconfür die verschiedenen Cachetypen sucht, dann wird man ein Icon nicht finden. Und auch im Cachewiki oder in Markus Gründel’s Geocaching Taschenbuch und bei anderen Quellen, die anscheinend auf diese Groundspeak Information zurückgreifen, wird man nicht fündig.  
So selten ist dieses Icon, dass es – Stand Dezember 2012 – in der Aufstellung wohl einfach vergessen wurde. Weltweit haben es bisher weniger als 3.000 Cacherteams in ihrem Profil: das „Geocaching Block Party“ Icon

Angefangen hat diese Party-Tradition mit der „Lost & Found Celebration am 4. Juli 2010 im Stadtteil Fremont, Seattle in der Nähe des GC Headquarters, einen Tag nach dem GeoWoodstock VIII auf den Remlinger Farms in Carnation, nur 50 km östlich von Seattle. „10 Jahre Geocaching“ wurde gefeiert und Blechlawinen und Menschenmassen strömten in die Stadt. Viele besuchten den wöchentlichen Fremont Sunday Market gleich neben dem Party-Gelände, die meisten waren aber auf dem Weg zum Gas Works Park am Lake Union, um sich einen Platz für das Picknick am Unabhängigkeitstag und das abendliche Großfeuerwerk zu ergattern.

Mehr als 2.500 Cacher in knapp 1.600 Teams besuchten das Event, viele als „Nachfeier“ zum gelungenen GeoWoodstock. Neben den üblichen Verkaufsständen konnte man Jeremy und Groundspeak Lackeys gegen einen Obulus für eine soziale Einrichtung in einem kleinen Pool versenken, sich auf eine Challenge Tour mit lokalen Highlights begeben oder sich mit Signal, dem Frosch oder skurillen Cachern fotografieren lassen.  
Meist schlenderte man über das Gelände und übte sich im Small-Talk mit Cachern aus den verschiedensten US-Staaten oder aus anderen Ländern. 
Selbst die deutsche Cacher-Community war mit etwa einem Dutzend Teilnehmer vertreten.

Wer dabei war, der hatte plötzlich ein „Groundspeak Lost & Find Celebration“ Icon – identisch mit dem „Groundspeak HQ“ Icon – bei den „All Event Cache Types“ in seinem Profil.

Eine ähnliche Party wurde mit der  „2011 Geocaching Block Party“ am 20. August 2011 mit einem vergleichbaren Programm organisiert. Auch dieses Mal, trotz fehlendem Vor-Event GeoWoodstock, wurde die Marke von 1.000 teilnehmenden Teams übertroffen. Von nun an wurde die jährliche Blockparty zeitlich stets um den Internationalen Caching Day organisiert.
Für das 2011 Event wurde erstmals das Blockparty-Icon geschaffen. Wenn man auf der Event-Seite allerdings auf das Icon klickt, dann landet man bei der eingangs erwähnten Auflistung der Cachetypen, wo man es dann vergeblich sucht.

Auch bei der „2012 Geocaching Blockparty“ am 18. August 2012 waren es 1.127 Teilnehmer-Logs. Der letzte loggte vor zwei Tagen am 12. Dezember 2012 und bedankte sich mit einem „Attended“ für das schöne Icon-Design. So kann man, daheim in Old England sitzend,  auch seine Icon Gallerie im Cacher-Profil vervollständigen.

Die 2013 Geocaching Block Party wird am 17. August 2013 an bekannter Stelle stattfinden. Die Anmeldungen tröpfeln langsam und erst 68 Teams haben ihre Teilnahme mit einem „will attend“ Log bekundet. Da sind manche deutschen Events mit mehr Teilnehmern schneller ausgebucht.
Die Veröffentlichung im September 2012 mit einer langen Vorlaufzeit von fast 11 Monaten („with special permission by Groundspeak!“) hat noch keinen Anmeldungsrun gebracht. Es sind ja noch ein paar Monate bis dahin und bis Mitte August wird sich der Platz um das Headquarter noch füllen. 
Man muss sich ja nicht unbedingt hin, um sich mit netten aber etwas skurillen Geocachern ablichten lassen. Seattle und der Staat Washington haben ja noch so viel anderes zu bieten. 


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Ein Quicky am 12.12.12 um 12:12:12 h am Gleis 12


Während gestern, am 12.12.12 die Standesämter von heiratswilligen Pärchen gestürmt wurden, waren Geocacher auf Dosensuche unterwegs oder trafen sich bei über 1.000 Events, um an diesem besonderen Tag zumindest ein „Found it“ oder „Attended“ zu loggen.
Die einen, um durch die Schnapszahl als Gedankenstütze den Hochzeitstag auch nach Jahren nicht zu vergessen, die anderen um das spezielle Souvenir für diesen Tag in ihrem Profil zu sehen.

Ähnlich wie am 10.10.10 – auch dafür gab es ein Souvenir – war auch der 12.12.12 ein Tag der Events und wenn man sich dann noch in der Mittagspause um 12:12:12 h traf, dann war der 12-Kult auf die Spitze getrieben. Nicht ganz, denn eine Steigerung war immer noch möglich. In Karlsruhe traf man sich bei dem von nt_tsm organisierten Quickie-Event am Bahnsteig 12 des Hauptbahnhofs.
Der Zugführer des wenige Minuten später abfahrenden Regionalzuges bekam vor Freude wohl glasige Augen, als er die vielen potenziellen Fahrgäste am Bahnsteig sah und war dann später tief enttäuscht, als keiner in seinen Zug einstieg.

Über 120 Souvenirs sind nach einer Aufstellung von Groundspeak  als „Kunstwerke“ für Funde in bestimmten geographischen Regionen, Teilnahme an speziellen Veranstaltungen oder mit sonstigem Hintergrund geschaffen worden und von Groundspeak gelistet.
Inzwischen dürften es einige mehr sein, denn die Liste entspricht dem Stand von August 2011 und ist schon lange nicht mehr aktuell.

Für die Souvenirsammler fehlen auch noch einige Länder. So gibt es für Österreich, Frankreich, die Schweiz und andere Nachbarländer Deutschlands keine Souvenirs. Ob die jemals veröffentlicht werden?

Um sich die Souvenirs im eigenen oder einem fremden Profil anzusehen, muss man sich erst durchklicken und so führen sie – sofern sie nicht auf die Profilseite kopiert wurden – ein Schattendasein.
Trotzdem scheinen sie interessant, denn sonst wären gestern wohl kaum Zehntausende von Geocachern unterwegs gewesen, um sich bei einem der rund 1.150 weltweiten Events ihr Souvenir zu ergattern. 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Themen-Mysteries für dunkle Winterabende


Wenn das trostlose Grau des Himmels sich kaum von der Farbe des morgendlichen Nebels unterscheidet und die Sonne an den kurzen Tagen gänzlich verborgen bleibt, wenn die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt gefallen sind und der fest gefrorene Schnee als eisiger Panzer über den Wegen und Wiesen liegt und wenn einem bei einem kaltem durchdringenden Nieselregen die Lust vergeht, den Fuß vor die Tür zu setzen, dann beginnt die winterliche Mystery-Zeit.

Nicht die Suche nach den Mystery-Caches, sondern die Suche nach den Lösungen der Rätsel und die Suche nach den richtigen Antworten zu den Fragen für die Ermittlung der finalen Koordinaten. Wenn der Geochecker dann die Lösung als richtig bestätigt, dann ist das wie ein kleiner Sonnenstrahl an so einem trostlosen Wintertag. Irgendwann im Frühjahr wird man sich dann auch real auf den Weg machen, um den Cache vor Ort zu finden.

Man kann die Tour vor Ort aber auch sein lassen. Allein die Suche nach der Lösung und die Bestätigung, sie gefunden zu haben, ist unterhaltsam und bei kniffligen Aufgaben eine Streicheleinheit für das eigene Ego.

Man löst Sudokus und Puzzles, decodiert Texte nach den verschiedensten Verschlüsselungssystemen, hat sich ein Basiswissen zu Morsezeichen, Braille-Schrift und Freimaurerzeichen angeeignet, kennt inzwischen auch die Farbwerte der Widerstände und vieles andere mehr, um diese Rätsel-Mysteries lösen zu können.

Aber es gibt auch andere Mystery-Caches. 
Das sind die Runden, bei denen man auf der Suche nach der Lösung einiges zu einem bestimmten Thema lernen kann. Diese „educational mysteries“ oder „Themen-Mysteries“ sind meine eigentlichen Favoriten.

Revax2401 hat mit seiner Mystery Runde zur Isar am Isar-Radweg bei Plattling in Niederbayern so eine Themen-Mystery-Tour ausgelegt. 25 Lösungen zu Fragen rund im die Isar gilt es zu finden. Vom Verlauf des Flusses, über die Flößerei und Holzdrift, Flora und Fauna, die Quelle und die Inseln, die Farbe des Flusses, Kraftwerke, Hochwasser oder Nebenflüsse reicht das thematische Spektrum.
Man fühlt sich schon als kleiner Isar-Spezialist, wenn man sich durch die verschiedenen Informationsquellen – ähnlich wie die Biber bei den Baumstämmen am Flussufer- durchgebissen hat und die Lösungen ergoogelt sind. Auf jeden Fall hat man einiges zur grünen Isar dazu gelernt. 


Mystery-Caches als Heimatkunde – nicht der schlechteste Ansatz.

Bei einem Besuch in Niederbayern habe ich mich Mitte Oktober auf die reale Tour gemacht, um diesen Teil des Isar-Radwegs abzuradeln. An einem grauen, kalten und windigen Herbsttag mit einem kurz darauf einsetzenden durchdringenden Landregen ging es bei Isar 01 Die Isar am frühen Vormittag los. Bei # 7 war dann die Luft raus. Nicht bei mir, sondern beim Reifen meines Hinterrads. Die günstig gelegene Brücke bei Oberpöring wurde zum Wendepunkt und auf dem Rückweg wurde das Rad geschoben – nicht ohne die auf dieser Seite des Flussufers  platzierten Dosen zu suchen und zu finden.
Am 6. Dezember war der Rest der Runde auf dem Programm. Dieses Mal ohne Fahrrad und als Winterwanderung auf der Dammkrone. Von Ettling aus wurden es rund 3 ¼ Stunden bis ich die letzten beiden, bei meiner Wegführung ungünstig gelegenen, Dosen gefunden hatte.
 Die – meist – Petlinge mit D/T Werten um jeweils 1,5 – 2,0 sind gepflegt und ziemlich gleichartig so ausgelegt, dass man sie auch im Winter finden kann – so man denn die Tour im Winter machen will.
Die Abstände von bis zu 700 m zwischen den Caches lassen einem auch bei einer Fußwanderung im Winter nicht einfrieren. Die Runde macht zwei Mal Spaß: Einmal beim Lösen daheim am PC und dann als Radwanderung vor Ort.

Jetzt, wo die Isar abgeschlossen ist, wälze ich Literatur und ergoogle Fakten über die geheimnisumwitterten Kelten, Schuld daran ist ein zwischen Abendsberg und Vohburg in Bayern in den Dürnbacher Walt gestanztes „K“ aus 31 Fragezeichen. Foschal hat hier seine anspruchsvolle Kelten-Runde ausgelegt. Quer durch die keltische Kultur, ihre kriegerischen Auseinandersetzungen über Viereckschanzen bis hin zu Asterix reichen die zu lösenden Aufgaben. 13 Aufgaben sind bisher gelöst, aber der Winter ist ja lang.

Schnell dagegen ging es bei den Lösungen für die Deutschlandreise von rageracerdie als großes Fragezeichen mit 16 Caches und einem Bonus bei Dörpen in Niedersachsen die Landschaft ziert. Auch wenn die Fragen recht einfach zu beantworten sind, auch hier habe ich etwas dazu gelernt.

Jetzt hoffe ich nur, dass in einer Zeit, wo Runden relativ kurzlebig sind und bald vom Owner archiviert werden, diese und andere Themen-Mystery-Runden, die ich noch zu finden hoffe, noch einige Monate erhalten bleiben, bis sich im Laufe des nächsten Jahres die Gelegenheit für einen Besuch in der Gegend ergibt. 
Und falls nicht, so war zumindest die Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema interessant und lehrreich und die Suche nach den richtigen Lösungen hat Spaß gemacht.

Montag, 26. November 2012

MEGA-Event "Projekt Twentythirteen!" -
ein unsinniger Rekordversuch


Es ist schon extrem, was sich die Organisatoren des MEGA-Events „Projekt Twentythirteen! da vorgenommen haben:

Am 1. Juni 2013 sollen in Thalheim bei Wels in Oberösterreich in mehreren Wellen 2013 Caches aller Arten und Typen von Leuten, die ihre Gegend am besten kennen, veröffentlicht werden.
„2013 Dosen, 2013 FTF-Chancen, 2013 mal etwas ganz Besonderes erleben!“ so steht es in der Beschreibung des Event-Caches und dort kann man auch nachlesen: „Die Dosen des Projekts 2013 unterliegen einem strengen Qualitätskodex, den wir uns selbst auferlegt haben. … Sinnlose Hideouts oder illegale Aktionen nur der Punkte wegen wird es mit uns nicht geben.“
Ein Widerspruch in sich selbst?
Den „Qualitätskodex“, sofern er für die auslegenden Cacher schriftlich definiert ist, habe ich auch auf der  Homepage zum Event inzwischen hier gefunden..

Und weil nach den Recherchen des Orga-Teams noch nie 2013 zusammenhängende Geocaches binnen 24 Stunden gepublished wurden, wird der Weltrekordversuch auch bei Guiness World Records angemeldet.

Da haben sich die Organisatoren ja einiges vorgenommen!
Wenn man mit 2013 neuen Caches und die Aussicht auf viele FTF-Chancen die Community anlockt, dann habe ich leichte Zweifel, ob die Aussage  Es geht nicht um die schiere Masse, uns geht es um die Qualität“ ernst gemeint ist.

In Oberösterreich gibt es heute etwa 4.300 Caches und bis Juni 2013 werden noch ein paar dazu kommen. Dann allerdings am 1. Juni 2013 nach den Vorstellungen der Organisatoren kommen schlagartig an einem einzigen Tag 2.013 Caches dazu.
Unter Berücksichtigung des Mindestabstands ergeben die neuen Dosen eine Strecke von 324 km. Anders betrachtet ergibt sich eine Fläche von 144 Quadratkilometern, wenn jeder denkbare Punkt – unter Berücksichtigung des Mindestabstands und ohne die existierenden Caches und ohne Würdigung überhaupt denkbarer Versteckmöglichkeiten – neu bestückt wird. Die rund 46 qkm Fläche der Stadt Wels reichen da bei weitem nicht aus. Berücksichtigt man für die „Qualitätscaches“ nur die rund 3,5 qkm Waldfläche, dann ist zur Unterbringung der 2013 Caches ein Waldgebiet nötig, das 42 mal größer ist, als das der Stadt Wels.
Die Caches sollen ja auch im Umfeld ausgelegt werden. Aber auch hier wird es eng, denn der Bezirk Wels-Land mit seinen 24 Gemeinden ist nur 457 qkm groß.

Unklar ist mir auch, wie die Freischaltung an einem einzigen Tag funktionieren soll.
Der E.T. Trail in Nevada/USA ist mit aktuell 1.946 Caches – nicht unbedingt Qualitätscaches - die bisher längste zusammenhängende Strecke. Die Freischaltung von etwa 1.000 Caches dieses Trails – gleichzeitig ausgelegt und das Listing eingereicht - hat im August 2011 etwa zwei Wochen gedauert.  
Schon Wochen vorher werden die Reviewer wohl die Listings prüfen müssen, um sie dann am Stichtag ab 0:00 Uhr – lt. Orga-Team – zu veröffentlichen.
Wenn die Veröffentlichung eines Caches nur zwei Minuten beansprucht, dann allein dauert das Publishen 67 Stunden bei einem Reviewer. Kann man fünf Reviewer für diese Aktion begeistern, dann sind sie bei Beginn um Mitternacht und pausenlosem Einsatz nach dem Mittagessen fertig – fix und fertig.

Und am Eventtag wird es an der Location öd und leer und auf den Straßen um Wels dafür etwas voller, denn die Cacher, die mit der Aussicht auf viele FTFs angereist sind, werden sich schon bald vom Event verabschiedet und sich früh auf den Weg gemacht haben, um die neuen Caches zu finden. Am 2. Juni wird ja die FTF-Wertung ausgewertet und ein Preis übergeben.

Mir erscheint das etwas absurd und überzogen.

Ein Mega-Event mit Themen-Stammtischen, Workshops, einem Marktplatz mit Produktvorstellungen und ein gemütliches Come-Together von vielen Cachern, bei denen man alte Gesichter wieder einmal sieht oder neue Bekanntschaften macht, das ist ein Anreiz zur Teilnahme.
Ein Rekordversuch dieser Art mit 2.013 neu ausgelegten Caches kann mich nicht locken.

Ob er gelingen wird?
Da müssen die Organisatoren schon aktiver werden und sich noch einiges einfallen lassen. Momentan scheinen sie ja Probleme zu haben, einen einzigen Cache ausreichend zu betreuen. Bei ihrem Way to Project Twentythirteen wurde die Dose gemuggelt und nach einem Need Maintenance Log vom 13.10.2012 ist seit nunmehr fast sieben Wochen bis heute nichts passiert. Aber für den Cache gilt ja auch nicht der Codex 2013.


Mittwoch, 21. November 2012

GC will Qualität der Caches verbessern – so geht es!



„Die Österreicher sind recht fleißig; kreativ und haben Spaß am Spiel. Das zeigt sich auch international und das kann und soll uns auch freuen.“

So war es im  Österreichischen Reviewer Blog vor kurzem zu lesen.
In dem Bericht über das von Groundspeak organisierte jährliche Reviewer-Treffen gibt es aber auch noch ein paar weitere interessante Informationen: In den USA sind 97 % aller Geocaches einfache Traditional. In Europa liegt dieser Anteil je nach Land bei 65 bis 80 % mit entsprechend mehr Multis und Mysteries.

Bei Groundspeak scheint man sich auch Sorgen um die Qualität der Caches zu machen und da hat man sich in Seattle einiges überlegt, was man im kommenden Jahr ändern könnte, damit nicht nur die Richtlinien eingehalten werden, sondern auch die Caches selbst einen Qualitätsschub erfahren.
Vielleicht ist man nach der Euphorie über die vielen neu ausgelegten Caches bei Drive-In-Powertrails und dem damit verbundenen Zuwachs an Neucachern, die  später einmal als Premium-Members wertvolle Beiträge leisten können, zur Erkenntnis gekommen, dass Masse nicht unbedingt ein langfristiges Erfolgsrezept ist.

Wie Groundspeak das Problem mit  den bei derartigen Powertrails oft lieblos in die Gegend geworfenen Mikros lösen könnte, wäre dabei recht einfach:

Von jedem bei Groundspeak angemeldeten Mitglied werden pro Kalendermonat maximal drei Caches - nach dem OK des Reviewers in Bezug auf die Richtlinien - kostenlos in die GC Datenbank aufgenommen. Damit erfüllt Jeremy weiterhin das vor Jahren abgegebene Versprechen, dass Geocaching für immer kostenfrei bleibt. Damit sich für Premium-Mitglieder der Beitrag rechnet, könnte ja deren monatliches Deputat auf fünf neue Caches aufgestockt werden
Damit sollte der „Cacheauslegebedarf“ eines aktiven Cachers eigentlich abgedeckt sein. Sollte das nicht reichen, dann wartet er halt auf den Beginn der Folgemonats, veröffentlicht seinen neuen Cache auf einer anderen Plattform oder lebt mit den jetzt kostenpflichtigen Änderungen.

Für alle Cache Neuanmeldungen, die über diese monatliche Basismenge hinausgehen, wird der Owner mit fünf Dollar pro veröffentlichten Cache zur Kasse gebeten. Bei einem Powertrail von z.B. 100 Caches addiert sich das ganz schnell auf fast 500 Doller. Da wird es sich mancher überlegen, ob er diesen Betrag investieren will. Wenn man berücksichtigt, wie intensiv die Kosten einer Premium-Mitgliedschaft diskutiert werden, dann wird es der kostenbewusste Dosenausleger vielleicht doch lieber sein lassen.

Er könnte aber auch mit dem in die Regelung eingebetteten Bonus rechnen: Für jeden Favoritenpunkt, der für einen der neuen Caches vergeben wird, erhält der Cacher eine Gutschrift von 25 Cent. Mit 20 Favoritenpunkten hat er dann bei einem Cache schon Break-Even erreicht. Allerdings nur bei einem Cache. Bei seiner Power-Runde von 100 Caches bräuchte er schon 2000 Favoritenpunkte, verteilt auf seine Caches. Diese Anzahl zu erreichen ist wohl etwas utopisch. Aber der Spaß, eine solche Runde auszulegen, sollte dem Ausleger einer Power-Runde auch etwas wert sein. So wären die Favoritenpunkte nicht nur eine freundliche Empfehlung, sondern bekämen einen echten Sinn.

Man könnte dabei auch noch zwischen „normalen“ und „halb-kommerziellen“ Caches, die im Auftrag von Gemeinden oder Tourismus-Verbänden ausgelegt und bei GC gelistet werden, durch die Höhe der „Aufnahmegebühr“ unterscheiden. Das allerdings ist über eine kleine Änderung der Datenbank zur Verwaltung der Belastungen und Gutschriften nur schwer zu handhaben, da der auslegende Cacher ja unter seinem Nickname auch eigene Caches veröffentlichen will.

Interessante Einzelcaches – sogenannte Qualitäts-Caches – bringen dem Owner durch die Favoritenpunkte im Laufe der Zeit ein Guthaben, das er zur Bezahlung der Premium-Mitgliedschaft, für den Kauf von TBs oder ähnlichem nutzen kann.

Und damit der Reviewer nicht leer ausgeht, wird ihm  für die Freischaltung eines solchen bezahlten Caches ebenfalls ein einmaliger Betrag von 25 Cent pro Cache gutgeschrieben, die er als Verzehrbon beim jährlichen Reviewertreffen  verprassen kann.
Viel zu verprassen wird es allerdings nicht geben, denn ich gehe davon aus, dass die Zahl der neuen Powertrails stark rückläufig sein wird und sich die „Qualität“ der Caches dadurch automatisch verbessert.

Jetzt grüble ich noch darüber nach, ob ich meine revolutionäre Idee ins Headquarter mailen soll. Aber wahrscheinlich denken die ja schon in  diese Richtung und ich kann mir die Mühe der Übersetzung sparen.
Schau ma mal was 2013 uns bringen wird. 

Mittwoch, 14. November 2012

Von Bodenlegern und Baumhängern


Jeder hat so seine lieben Gewohnheiten und das gilt auch für das Verstecken von Caches im Wald..
Wer damit begonnen hat, seinen Petling oder seine Filmdose – es gibt ja kaum noch anderes – an die Wurzel einer dicken Fichte zu legen und mit einem Stein abzusichern, der wird diese Methode häufig beibehalten. Mangels einer dicken Fichte wird vielleicht auf eine Buche ausgewichen und der Stein wird auch einmal durch einen Hasengrill ersetzt. Das Grundprinzip der „Bodenleger“ bleibt: Wurzel und Hasengrill oder Stein.
Zu dieser Kategorie gehören auch die „Bodenstecker“, die Petling oder Filmdose an einer markanten Wurzelstelle tief in den Boden drücken und dann ähnlich mit Stein oder Hasengrill tarnen.
Besser vorbereitet verstecken die „Baumhänger“ ihre Caches. Da wird schon daheim vorbereitend ein Drahthaken oder ein Kabelbinder um den Petling befestigt und der Cache dann – meist in Augenhöhe – am Rande des Wegs an den Ast eines gut zugänglichen Baumes gehängt.
„Astlochbestücker“ gehören zu der Spezies, die jedes Astloch magisch anzuziehen scheint. Der Mikro ist hier bestens geschützt aufgehoben, sofern das Astloch nicht gerade der Eingang zu einer dahinter liegenden Wohnhöhle eines Waldbewohners ist, der, unwirsch über die Störung, das Döschen schon bald wieder nach außen befördert.
Bei den „Astgablern“ muss man, sofern das Versteck nicht einsehbar ist, vorsichtig agieren. Bei einem blinden Zugriff auf 2,30 m Höhe kann man schon – wie vor ein paar Jahren meine Erfahrung mit Feuerameisen in Florida – sehr schmerzhafte und negative Erfahrungen machen. Da manche Astverzweigung als kleines Kuhle ausgebildet ist, sammelt sich dort Regenwasser an  man wühlt im Sommer in schlammiger Brühe oder man schaut im Winter durch blankes Eis auf das eingefrorene Döschen.
Der "Dosenklemmer" drückt den Petling zwischen zwei sich verzweigende Äste, wobei Filmdosen häufig deformiert werden und nicht mehr wasserdicht schließen. Beim „Totholzschrauber“ steckt der Petling in einer am gesplitterten Baumstamm befestigten Blechlasche und die „Baumstammverstecker“ finden meist eine passende Astverzweigung an einem gefällten Stamm. Bei der Suche nach dem Cache eines „Erdwurzlers“, wo der Cache im erdverkrusteten Wurzelbereich eines von einem Sturm umgelegten Baums versteckt ist, kann man bei der Suche mitunter schon mal eine vor sich hindösende Kröte aus ihrem Versteck verscheuchen.
Nicht naturgegebene Verstecke wie Bänke, Pavillons oder Hinweisschilder werden als Varianten zur Abwechslung auch gerne genutzt und in eine Runde eingemischt..
Aber es gilt: Jeder hat so seine lieben Gewohnheiten und wenn man bei einer Wanderrunde in einem weniger bekannten Revier die ersten Caches eines Owners gefunden hat, dann kann man in der Regel davon ausgehen, dass der Rest ähnlich versteckt ist. Ein Bodenleger wird selten zum Baumhänger mutieren, sondern im Allgemeinen seiner Versteckmethode treu bleiben. Das macht ihn und seine Caches berechenbar und man kann bei so einer Wanderung mit kurzen Suchzeiten rechnen. Das ist durchaus angenehm, wenn die Wanderung - durch ein landschaftlich attraktives Gebiet mit schönen Aussichten - Mittelpunkt steht und man bei dieser Wanderung – aufmerksam gemacht und angelockt durch die Caches – als Abwechslung auch ein paar Döschen suchen will.

Es geht aber auch anders. Mitunter findet man eine Runde, bei der jeder Cache auf eine andere, teils sehr aufwändige Art versteckt ist. Bei diesen Runden ist die Suche nach der Dose der Schwerpunkt und die Wege dazwischen, von einem Cache zum anderen, nur Beiwerk. Auch so eine Cachingtour hat seinen großen Reiz.
Vor Kurzem war ich in NRW auf Tour und die  Polly’s Runde ist ein Beispiel für eine Waldrunde der zweiten Art. Neun Verstecke und jedes originell und anders gestaltet. Da hat sich der Owner Pollylabby mit seiner ganzen Kreativität ausgetobt und es gab sogar ein Versteck, dass ich in all den Jahren in dieser Form noch nicht gesehen habe. Ein originelles Highlight ist auch der abschließende Bonuscache. Seit Veröffentlichung Ende Juli 2012 wurde der Bonus 134 Mal als gefunden geloggt. Die dabei vergebenen 103 Favoritenpunkte sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, dass nicht nur einfache Wanderrunden, sondern auch etwas kniffligere Suchrunden ihre Fans haben.



Montag, 5. November 2012

Gegen die Richtlinien und ohne Reviewer


Er stand in seiner Küche und begutachtete den schwarzen 20 Liter Plastikeimer, in den er schon einiges verstaut hatte: Eine CD mit einer Topo Karte der USA, Videos, ein paar Bücher, eine Dose Bohnen, vier Dollar-Banknoten und eine Steinschleuder. Bevor er mit dem schwarzen Deckel den Eimer wasserdicht verschloss, legte er noch eine Plastikhülle mit einem Zettel als Logbuch hinein und betrachtete dann zufrieden sein Werk, bevor er Eimer und eine Schaufel in sein Auto packt und sich auf den Weg machte.
Allmählich wurde die Besiedlung dünner und nur noch vereinzelte kleinere Farmen und Häuser verloren sich rechts und links vom Weg. Auch an einigen Christbaum-Plantagen fuhr er vorbei, bis er in die South Fellows Road und auf die Straße durch den Wald der Port Blakely Tree Farm einbog. Hier windet sich die Straße durch einige Kurven. An einer Ausweichstelle parkte er sein Fahrzeug. Mit der Schaufel hob er am Waldrand ein tieferes Loch aus, versenkte den Plastikeimer bei exakt N 45.17.460 W 122.24.800 und fuhr zufrieden nach Hause.

So, oder ähnlich hat Dave Ulmer am 3. Mai 2000 den ersten Cache vorbereitet, in einem Waldstück in Oregon ausgelegt und damit „Geocaching“ in die Welt gesetzt.
Noch am gleichen Tag veröffentlichte er in einer Navigations-Newsgroup eine e-mail mit den Koordinaten. „Well, I did it, created the first stash hunt. Lots of goodies for the finders. Look for a black plastic bucket buried most of the way in the ground.”
 “Gunna see if we can get thousands of these all over the country…”
Inzwischen sind es fast zwei Millionen Caches und über fünf Millionen Geocacher, die regelmäßig auf Schatzsuche gehen. Begonnen hat es an diesem 3. Mai 2000 mit dem Cache von Dave Ulmer in einem Wald in Oregon.

Wenn es damals schon Richtlinien und Reviewer gegeben hätte, wir würden vielleicht noch heute gelangweit Daumen drehen oder uns die Zeit auf andere Art vertreiben. Heute wäre Dave Ulmer’s Cache, mit dem alles begann, wohl nicht mehr veröffentlicht worden, denn mit seinem Cache hat er gleich gegen mehrere Regeln verstoßen.
 Dave hatte keine Genehmigung des Eigentümers, um auf dessen Gelände einen Cache zu plazieren. Die Genehmigung des Geländeeigentümers ist heute eine wesentliche Voraussetzung, wahrscheinlich aber auch eine, gegen die am häufigsten verstoßen wird.
Zwar schließt die auf der Homepage der Port Blakely Tree Farm veröffentlichten Regeln für das Betreten des Privatwaldes das Ausheben von Löchern nicht aus – vielleicht weil niemand an so eine Möglichkeit gedacht hatte, aber im Sinne des Eigentümers war das, bei der Empfindlichkeit der Amerikaner mit „Private Property“, sicher nicht.
„Geocaches dürfen niemals vergraben werden“ ist eine andere fundamentale Richtlinie, gegen die Dave Ulmer verstoßen hat und gerade diese Vorschrift scheint ja für manchen Reviewer heute eine der wichtigsten Vorschriften zu sein.
Auch Banknoten oder Lebensmittel in einen Cache zu deponieren ist, wenn auch nach meinem Wissen nicht explizit verboten, doch eher grenzwertig.

Was für ein Glück für alle heutigen Geocacher, dass es damals noch keine Richtlinien und Vorschriften gab und an Reviewer, die solche Regeln zur Platzierung von Caches streng überwachen, auch noch nicht gedacht wurde.
Beides brauchte man auch nicht, denn die paar Geocacher richteten bei der Suche nach den wenigen Caches kaum Schaden an. Das ändert sich aber, wenn Tausende auf der Suche nach immer mehr Caches durch die Gegend trampeln.

Dave Ulmer 
Ein paar Jahre später schrieb Dave Ulmer über den GC 92 Un-Original Stashder nach dem Verlust des Cache # 1 im Oktober 2000 ein paar Meter weiter im Wald ausgelegt wurde: „Die Lichtung ist jetzt durchzogen mit Trampelpfaden, die aus allen Richtungen auf den Baumstamm zuführen. Farn ist vollständig niedergetrampelt. In einem Umkreis von 10 m um den Baumstamm ist nur noch Matsch. Die Initialen vieler Geocacher sind in den Baumstamm geritzt …. OK, OK. Ich gebe auf. Jegliche Weiterentwicklung des Sports Geocaching sollte sofort aufhören.“

Dave Ulmer war in mancher Beziehung ein Visionär und mit seiner Prognose, dass Geocaching Gefahr läuft, mehr und mehr in einen von Konkurrenzdenken dominierten Wettbewerb auszuarten, der immer kommerzieller wird und keine Rücksichten auf Natur und Ökologie nimmt, hat er nicht ganz unrecht behalten.
Je mehr Geocacher auf der Suche nach wild ausgelegten Dosen durch die Landschaft streifen und je mehr solche Dosen ausgelegt werden, umso größer das Risiko einer Beeinträchtigung der Umwelt und desto größer auch das Risiko, als Geocacher pauschal einen schlechten Ruf zu bekommen.

Und deswegen brauchen wir heute auch Richtlinien und Regeln - und auch Reviewer, die über deren Einhaltung wachen.

Montag, 29. Oktober 2012

Bildungsreisen als Caching-Events ?


Ein Event-Cache ist nach der Definition im Glossar von Geocaching die Zusammenkunft von lokalen Geocachern oder Geocaching Organisationen um Geocaching zu diskutieren. Und auch das CacheWiki erläutert, dass Event Caches zum Kennenlernen von Cachern und zum Gedankenaustausch gedacht sind.

So hatte ich es bisher eigentlich auch verstanden: Ein einmaliges oder als Stammtisch regelmässiges  gemütliches Treffen, um neue Cacher kennenzulernen oder den neuen die Möglichkeit zu bieten, die „alten“ kennenzulernen, Man feiert ein Cacherjubiläum oder tauscht Erfahrungen aus, lauscht den Geschichten anderer und hat auch selbst ein interessiertes Publikum für die eigenen Stories. Kurz, man fühlt sich im Kreise Gleichgesinnter einfach wohl.

Diese „traditionellen“ Events scheinen jetzt Konkurrenz durch Bildungsreisen-Events zu bekommen.
 Da plant für Anfang März 2013 eine Gruppe aus Schweden eine Bildungsreise in die Ukraine. Ob es sich dabei ausschließlich um Geocacher handelt ist nicht erkennbar, aber zumindest etwa 25 von ihnen sind begeisterte Geocacher.
Nun ist die Ukraine bei den meisten Cachern ein großer weißer Fleck auf der Landkarte. Es wäre doch schön, wenn man bei dieser Gelegenheit das Land auf der Karte im eigenen Profil einfärben könnte und mit etwa 250 Caches, viele davon in und um Kiew, sollte das ja auch mit einem oder ein paar Funden gelingen.

Es geht aber auch einfacher: 
Man veranstaltet mit der Gruppe der reisenden Geocacher einfach ein Geocaching-Event an den Orten, die bei dieser Reise besucht werden.

Und so gibt es in Babij Jar, in einem Vorort von Kiew, wo im September 1941 fast 34.000 Juden ermordet wurden, ein erstes Event  Remembrance zu dem sich – teilweise mit grinsenden Smileys – schon über 25 Reiseteilnehmer angemeldet haben. Welch ein passender Ort, um Fragen zu Geocaching zu diskutieren.
Einen Tag später nach einer gemeinsamen Busfahrt nach Tschernobyl wird dort mit Sönderfall die nächste Besichtigung und das nächste Event stattfinden. Auch hier gibt es bisher ausschließlich Anmeldungen aus der schwedischen Reisegruppe. Ist vielleicht auch nicht verwunderlich, denn in der Eventbeschreibung ist ja erwähnt, dass der Zugang in die Zone nur dann möglich ist, wenn man eine Spezialerlaubnis hat und das bedeutet, dass man an einer organisierten Tour teilnehmen muß. Die Schweden werden wohl unter sich bleiben.
Vielleicht haben sie die Chance lokale Cacher beim 3. Event in Poltava MMXIII zu treffen. Das dortige Denkmal erinnert an die vernichtende Niederlage der Schweden gegen Zar Peter I im Jahr 1709. „Local Geocacher are more than welcome to join but please bear with us when it comes to the fact that it is hard to provide an exact time“ so steht es bei diesem Event im Listing. Man will halt doch lieber unter sich bleiben.

Geocacher auf Reisen haben ja mitunter schon des öfteren ein Event im Ausland ausgerichtet, um in ihrem Urlaub oder auf einer internationalen Cachingtour andere Geocacher in größerer oder kleinerer Runde zu treffen.  
Das schwedische Event-System als Beifang zu einer gemeinsamen Reise ist allerdings neu für mich. Jetzt kann wohl jeder, der wohin auch immer, auf Reisen geht, ein Event anmelden, um seine Länderstatistik to pimpen.

In den Geocaching Richtlinien ist für Events unter anderem nachzulesen:
„If an event is already organized outside of the geocaching community, and/or it would take place regardless whether or not it is listed on Geocaching.com, it is likely not an event cache." 
Vielleicht kommt doch noch jemand auf die Idee, dass diese Events nicht von den Richtlinien abgedeckt sind und mit Geocaching aber auch wirklich nichts zu tun haben.

Freitag, 26. Oktober 2012

Neues aus Altensteig – Geocaching forever



 Als der Baumeister den Beschluss der Schildbürger, ein neues repräsentatives Rathaus zu bauen, in die Tat umsetzte, da hat er bei der Bauausführung doch glatt die Fenster vergessen. Als Konsequenz war es im Rathaus dann leider stockfinster. Um dem abzuhelfen, versuchten die Schildbürger das Sonnenlicht in Eimern einzufangen und in das Rathaus zu tragen.

Weil Vögel aus dem frisch eingesäten Gemeindeacker die Samen aus der Furche pickten, beschloss der Gemeinderat, dass diese Samenräuber zum Wohl der Gemeinde durch den Gemeindevorsteher vertrieben werden sollten. Damit er dabei aber nicht die Saat zertrampelt, wurde er von vier starken Männern auf einer hölzernen Plattform über das Feld getragen.

Das sind nur zwei der bekannteren Schildbürgerstreiche, über die man sich seit 1597, als im Lalebuch die ersten  „wunderseltsamen, abenteuerlichen, unerhörten und bisher unbeschriebenen Geschichten und Taten“ veröffentlich wurden, köstlich amüsiert.

Seit ein paar Tagen kann man die Schildbürgerstreiche aus dem fiktiven Ort Schilda um einen ganz realen Streich aus der real existierenden Gemeinde Altensteig im nördlichen Schwarzwald ergänzen.

Der Schriftzug „Geocaching Forever“ war ein von einem Team von vier Cachern ausgelegtes Landmark im nördlichen Schwarzwald, das 19 Wanderrunden von je 5 – 10 km Länge auf insgesamt 130 km Wegstrecke mit 286 Caches umfasste.
Ein Teil der meist am Rande der Waldwege an Baumstümpfen befestigten oder locker in einem Baum hängenden Petlinge lag auch auf Altensteiger Gemeindegebiet.
Der Ansturm der Geocacher sorgte, wie der Schwarzwälder Bote am  23.05.2012 berichtete, für „Unmut vor allem bei Jägern, die durch die Aktivitäten der Geocacher die Ruhe des Wildes und die Unversehrtheit der Natur bedroht“ sahen. Der Bürgermeister sah die Gefahr, dass Jagdpachtverträge gekündigt würden und darüber hinaus noch das Risko, „dass das allgemeine Betretungsrecht  (des Waldes) eingeschränkt wird, und dann müssen alle drunter leiden“. Und so folgte der Rat  mit einer einzigen Gegenstimme dem Vorschlag ihres Bürgermeisters, auf den Flächen der Stadt Altensteig das Geocachen zu verbieten.

Kein halbes Jahr später kann man im Schwarzwälder Boten erneut über Altensteig und Geocaching lesen. Diese Mal wird über eine Ratsversammlung berichtet, bei der die Mitglieder des Gremiums über die positiven touristischen Impulse durch Geocaching informiert werden. Andere Städte der Schwarzwaldregion hätten ihre Geocaching-Angebote intensiv beworben und damit sehr gute Erfahrungen im touristischen Bereich gemacht.
Auf Antrag der Verwaltung votieren die gleichen Gemeinderäte, die fünf Monate vorher fast einstimmig das Cacheverbot erlassen haben,  mit 18 Ja-Stimmen (2 Nein, 4 Enthaltungen) dafür, dass ein „Anbieter“ für 10.600 Euro sechs Geocaching-Touren entwirft und auslegt.
Wenn man die auf anderen Gemarkungen von ihm bereits ausgelegten durchaus attraktiven Runden als Maßstab nimmt, werden auf der Gemarkung Altensteig dadurch etwa so viele Dosen liegen, wie vorher bei den zwangsentfernten „Geocaching Forever“ Runden.

Mit einem einzigen Unterschied: Bei Geocaching Forever wurden die Runden durch engagierte Cacher kostenlos ausgelegt und gewartet. Jetzt kostet das „Basispaket“  - was immer das bedeutet - den Bürgern 10.600 Euro. Vielleicht fallen da auch noch laufende Wartungskosten an.

 Man sollte – die Eingangsstory aufgreifend - Bretter zum Plattformbau nach Altensteig schicken. Eigentlich könnte man sich das aber auch sparen, wenn die Verantwortlichen in einem lichten Moment Fenster aus den Wänden des stockfinsteren Rathauses herausbrechen. Dann könnte man die Bretter vor dem eigenen Kopf erkennen und sie dann kostengünstig zum  Plattformbau nutzen.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Cache-Müll


Nach einem Bericht des Umwelbundesamts beträgt der Anfall von Verkaufsverpackungen bei privaten Endverbrauchern im Jahr 2009 insgesamt 7.128,1 Tsd. Tonnen Müll, wobei 84,2 % recycliert bzw. wieder verwertet wird.
Über ein Viertel des Verpackungsmülls sind Kunststoffe, bei denen immerhin fast 300.000 Tonnen irgendwo unverwertet in der Landschaft liegen bleiben.
Bei den Getränkedosen – aus Weißblech oder Aluminium – ist speziell bei den Weißblechdosen mit einem Verbrauch von 405,5 Tds Tonnen die Verwertungsquote mit 95,0 % am Höchsten. Aber auch hier liegen allein im Jahr 2009 etwas 20.400 Tonnen unverwertet irgendwo herum und jährlich kommt neuer Abfall dazu.
Wie oft sieht man auf Parkplätzen, sogar neben Abfallbehältern, oder im Wald achtlos weggeworfene Getränkedosen, die langsam verrosten und verrotten und das leider oft geringe Umweltbewusstsein Einzelner dokumentieren.

Wie schaut es da mit dem Cache-Müll aus?
Rund zwei Millionen Caches sind aktuell weltweit aktiv. Wenn ich meine eigene Statistik als Muster nehme, dann kann man davon ausgehen, dass mehr als eine halbe Million Caches in den vergangenen Jahren archiviert wurden. Weil bei einem Teil davon die Dose – ob Filmdöschen, Petling oder Tupperdose – nicht eingesammelt wird, liegen verstreut auf dem Globus in Wald und Flur etwa 100 Tonnen Geocacher-Schrott herum.
Wenig im Vergleich zum sonstigen Müll allein in Deutschland, aber nach meiner Meinung 100 Tonnen zu viel.

Unnötiger Abfall beginnt schon damit, dass ein erfolgloser Sucher einfach einen neuen Petling mit Logbuch an den Final Coords auslegt. Statt einen DNF zu loggen, scheint dies besonders bei Drive-In-Powertrails eine beliebte Methode zu sein. Auch ich habe schon mehrmals zwei Döschen bei einem Cache gefunden und auch schon Listings gelesen, bei denen der Owner darum bittet, bei erfolgloser Suche keine neuen Dosen auszulegen.

Mit einer alten PQ war ich dieser Tage unterwegs und habe dabei  Am Wegesrand meinen Namen bei einer Filmdose im Logstreifen hinterlassen. Daheim angekommen war ich dann doch etwas überrascht, dass dieser Cache vom Owner selbst bereits 3 Wochen vorher archiviert wurde. Wenn ein Cache vom Owner selbst archiviert wird, dann ist es wohl selbstverständlich, dass auch die Dose vor Ort beseitigt wird.

Das dürfte allerdings beim Baum 2.0 etwas aufwändig werden. Der Kultcache, der in den letzten drei Jahren von 83 Teams aus ganz Deutschland gesucht und gefunden wurde, ist nach Problemen mit den Forstbehörden Anfang Oktober 2012 vom Owner archiviert worden. Darüber sind nicht nur die T 5 – Cacher, sondern sicher auch die 155 Cacher, die ihn auf der Watchlist haben, traurig. In Zukunft wird es keine lesenswerten Logs und Bilder vom Besteigen dieses Baumes mehr geben, bei dem die Dose in über 50 m Höhe hängt. Sollte der Owner die Dose beseitigen, dann wird das wohl eine mehrstündige Klettaktion mit Bigshot und 60 m Seil – bis zur Basisstation auf halber Höhe – geben.

Auch dieses Beispiel, wie Geocaching-Müll produziert wird ist noch keine Woche alt und hier ist es ein übereifriger Reviewer, der durch eine Archivierung Tabula Rasa gemacht hat.
Das TB Hotel Nürnberg Feucht liegt in der Nähe der Autobahn-Raststätte am Ludwig-Main-Donau-Kanal, wurde bereits über 1.400 Mal gefunden und hat – ungewöhnlich für ein TB Hotel – 43 Favoritenpunkte. Ein cachender Zeitgenoose loggte am 11.09.12 ein „Needs Archived“ weil hier immer Trackables verschwinden sollen und der Owner kein Interesse mehr zu haben scheint. Nach dem Listing scheinen drei TBs nicht vorhanden zu sein. Daraufhin wurde bereits zwei Tage später der Cache „temporarily disabled“. Das ging ratzefatz!
Und weil sich der Owner nicht mit einem Maintenance-Log gemeldet, sondern nur den Cache in Ordnung gebracht und mit neuem Logbuch bestückt hatte, wurde er am 10.10.12 vom Reviewer archiviert.
In den knapp vier Wochen zwischen den beiden Aktionen gibt es mehrere Logs, speziell von Gekko0Geo vom 01.10. als Note, der bestätigt, dass Box und Logbuch erneuert wurden.
Ich bin auf meiner Kanal-Tour eigentlich nur aus Neugierde an die Location und da alles in einwandfreiem Zustand war, habe ich nichts ahnend einen TB abgelegt.
Was geschieht jetzt mit so einem zwangsarchivierten Cache-Schrott, der in diesem Fall ja keiner ist? Irgendwie habe ich auch dem TB-Owner gegenüber ein schlechtes Gefühl.
Vielleicht wird der Cache vom Reviewer, der Logs anscheinend nicht liest, auch wieder re-archiviert?

Generell sollte jeder, der an Geocaching irgenwann einmal die Lust verliert, für die von ihm ausgelegten Caches auch die Verpflichtung haben, seinen Schrott wieder einzusammeln, wenn er keinen finden sollte, der den Cache adoptiert.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Challenge-Caches auf der Sophienhöhe – die etwas anderen Mysteries


Wenn in den kommenden Monaten die Tage wieder kürzer werden und das neblige, kalte und nasse Herbst- und Winterwetter das Outdoor-Vergnügen etwas einschränkt, kommt abends die Zeit der Mysteries.
Dann sitzt man an seinem PC, surft zu verschiedenen Seiten und versucht, die Rätselcaches zu lösen, um dann, an einladend schönen Tagen, die tatsächlichen Koordinaten des Finals für die Suche vor Ort parat zu haben.
Und so entwickelt man sich Schritt für Schritt zum Experten in Kryptologie, kennt den Freimaurercode, die Morsezeichen und weiß, wie man Daten aus Bildern extrahiert. Man poliert seine Kenntnisse in Mathematik oder Geographie auf, sucht Gebäude oder Denkmäler in Google Earth oder löst Puzzles oder ein Sudoku. Zufrieden ist man erst, wenn der Geochecker grünes Licht gibt und die Koordinaten bestätigt. Dann wandert der Cache vorerst in den „to-do-Ordner“, um bei passender Gelegenheit in eine Caching-Tour integriert zu werden.

Challenge-Caches sind, wie alle Caches, die nicht in die üblichen Kategorien passen, Mysteries mit dem blauen Fragezeichen. Aber, sie sind etwas andere Mysteries. Bei ihnen sind die veröffentlichten coords die tatsächlichen Koordinaten, bei denen der Cache zu finden ist. Allerdings müssen zum Finden definierte Bedingungen erfüllt sein. Diese Voraussetzungen basieren auf den bisherigen persönlichen Leistungen und Funden eines Cachers und müssen beim Loggen entsprechend nachgewiesen werden.
Die ziemlich detaillierten Regeln für Challenge-Cacher sind in den  Guidelines oder auf der deutschen Reviewer-Seite nachzulesen.

Einige dieser Challenges, die man in den USA findet, haben sich bei uns noch nicht durchgesetzt. So kenne ich keine Challenge, bei der man als Voraussetzung Caches gefunden haben muss, bei denen der Cachename mit den Buchstaben des Alphabets von A bis Z beginnt und man das ganze Alphabet gefunden haben muss. Auch Herausforderungen – wie in den USA – mit 25 gefundenen Caches die das Wort „quiet“, „water“, „ice cream“ oder „welcome“ im Cachenamen enthalten oder 50 gefundene Caches mit einem Tiernamen, gibt es bei uns – noch – nicht. Aber wie so manches droht vielleicht auch diese Cacheart den Weg über den Atlantik nach Deutschland zu finden.

(Dank Nabane's Kommentar kenne ich jetzt auch zumindest drei ABC Caches - sämtlich in Baden-Württemberg: GC328Y0 ABC Cache Challenge von ichel bei Bad Herrenalb, GC3GQ6C A(lfa) B(ravo) C(harlie) Challenge by ivantino in Freiburg im Breisgau und den archivierten GC3DZ25 Anton, Berta, Cäsar (Challenge Cache) by Heumel01 in der gleichen Gegend. 
Danke für den Hinweis.)

Challenge-Caches gibt es in allen Regionen Deutschlands, aber das Zentrum und das Highlight deutscher Challenge-Caches ist wohl auf der Sophienhöhe bei Jülich im Landkreis Düren, NRW zu finden. Die Abraumhalde aus dem Braunkohle-Tagebau, die sich etwa 200 m über der Jülicher Börde erhebt und über 13 qkm einen langgezogenen Höhenzug bildet, hat sich durch Rekultivierung in den vergangenen fast 35 Jahren zu einem von vielen Wanderwegen durchzogenen Erholungsgebiet entwickelt.

Rund 40 Challenge-Caches sind hier oben versteckt. Die Prüfung, ob man die Qualifikation für einen Cache erfüllt, kann in der Vorbereitung schon aufwändig sein. 50 oder 100 Caches in Sachsen, Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg sind ja im Profil oder mit GSAK noch schnell nachzuprüfen. Ob man allerdings je ein Event in fünf verschiedenen Ländern besucht hat, einien Earthcache in jedem deutschen Bundesland oder in zwei aufeinander folgenden Monaten der Jahre 2000 oder 2001 jeweils drei Caches gefunden hat, das erfordert schon etwas mehr Sucharbeit.
Schade, wenn man sich anschließend seine Wanderroute zusammenstellt und mangels einem fehlenden Kriterium an einer Dose vorbeilaufen muss.
Obwohl die Difficulty-Wertung der Caches meist zwischen 2,5 bis 5,0 schwankt gab es in meiner 81-er Matrix nur einen Zuwachs, weil die Terrain-Wertungen sich korrekt an den Bedingungen vor Ort orientieren.
Am Ende waren es 13,8 km an einem sonnigen kühlen Herbsttag auf der Sophienhöhe – und 433 Höhenmeter in einer sonst recht flachen Gegend.
Wem diese Herausforderungen nicht genug sind, der kann sich dann noch am Powertrail Stasiboom im Herzogtum mit seinen 142 Caches austoben. Früher hieß diese Runde übrigens „Dosenruhm im Herzogtum“. Nach einer lt. Owner „Anscheiss- und Archivierungsposse“ in der Region wurde die Runde dann von ihm umgetauft. 
Aber das ist eine andere Geschichte.  

Mittwoch, 26. September 2012

Nur einen Sommer lang


Wenn man für eine spätere Tour das Roadbook für eine längere Wander- oder Cachingrunde daheim am PC vorbereitet, dann kann man mitunter schon Enttäuschungen erleben. Bei der Aktualisierung ein paar Tage vor Beginn ist dort, wo auf der Karte noch vor ein paar Wochen grüne Döschen, gelbe Multis oder blaue Fragezeichen in runden Kreisen oder rechteckigen Kästchen lockten, plötzlich nur noch gähnende Leere. Alle Caches sind in der Zwischenzeit archiviert worden.
Das betrifft den mit 5 Caches bestückten Spaziergang entlang einer Trimm-Dich-Runde genauso, wie den mit 100 Dosen aufgerüsteten Powertrail für eine längere Fahrradtour im Wald oder entlang eines Radweges an einem Fluß.
Meist ist dem Owner die Pflege und Wartung der Dosen, das häufig notwendige Austauschen von vollen Logbüchern oder der Ersatz von abhanden gekommenen Petlingen oder Filmdöschen zu viel geworden. Nicht immer sind solche archivierten Trails ein echter Verlust. Aber wenn man sie für seine Tour teilweise oder gesamt vorbereitet hat, dann heißt es halt kurzfristig umplanen.

Foto von Clyde Barrow
 Anders bei der von minelu bei Ottersberg in Niedersachsen östlich von Bremen ausgelegten Serie „Nur für einen Sommer“
Der Name ist Programm und als die 58 Caches der Runde Mitte Mai 2012 freigeschaltet wurden, da stand – wie bereits in der Cachebeschreibung zu lesen – von vornherein fest, dass die Caches nach einem Sommer Ende Oktober 2012 archiviert werden.
Eigentlich schade, denn die Runde ist – nicht unbedingt von den Dosen und Verstecken her – reizvoll und führt auf 30 Kilometer auf meist abgelegenen Wirtschaftswegen fast ohne störenden Autoverkehr durch eine interessante flache aber abwechslungsreiche Landschaft.
So haben es auch die über 450 Cacher empfunden, die diese Tour bisher mit MTB, Touren- oder Klapprad, Drahtesel und Alupony in 4 bis 6 Stunden abgeradelt sind. Mit dem Auto war nach den Logs zu urteilen keiner unterwegs. Blue Rabbit war ein paar Tage nach dem Auslegen im Mai der erste, der die Runde in 11:15 h sogar abgewandert ist.

An einem strahlenden kühlen Tag, machte ich mich auf meine Tour. Man kann den Herbst förmlich riechen. Bis auf den Ort Ottersberg selbst habe ich den ganzen Tag weniger Autos gesehen, als am Vortag in zwei Minuten auf der Hoppers-Line.
Bei einem durchschnittlichen Cacheabstand von 500 m hat man auch mal längere Strecken in einem Stück und nicht den Stop-and-Go Rhythmus eines Powertrails, bei dem gerade mal die Mindestabstände eingehalten wurden.

Foto von Clyde Barrow
Meine Erwartungen bzw. Befürchtungen, dass bei so einem Trail einige Caches fehlen und die Logstreifen schmuddelig und feucht wären, haben sich nicht erfüllt. Gepflegt ist die Runde und schon mehrfach wurden alle Caches vom Owner mit neuen Logbüchern bestückt. Das ist bei so einem umfangreichen Trail auch nicht selbstverständlich. Dank der aussagekräftigen Hints hat man fast eine 100 % Fundgarantie, was ja bei manchem auch zum Wohlbefinden beiträgt.
Was nicht überall selbstverständlich ist: Man ist als Cacher hier willkommen und die Bewohner der Höfe und Dörfer am Weg helfen auch mal, wenn der Reifen Luft verliert. Da wird nicht nur im Schuppen nach Flickzeug gesucht, sondern auch das Fahrrad aufgesattelt und mit dem Cacher zur nächsten Werkstatt gefahren. Im Gegenzug kommt es aber auch vor, dass eine dem Altersheim entfleuchte Oma, die sich verlaufen hat, vom Cacher wieder auf den rechten Weg geleitet. So nachzulesen in mehr als einem Log.

„Als Fahrradrunde absolut empfehlenswert“. Dieser häufigen Bewertung kann ich mich ohne Einschränkung nur voll anschließen. Eigentlich schade, dass diese Runde archiviert wird, aber bis Ende Oktober sind es ja noch ein paar Tage.

Samstag, 15. September 2012

Geocaching ist auf den Hund gekommen !


Mancher ist erst durch seinen Hund zu Geocaching gekommen und hat jetzt bei den Spaziergängen mit seinem besten Freund durch die gleichzeitige Suche nach den versteckten Döschen mehr Spaß und Freude.  Frauchen oder Herrchen und Hund gehen häufig gemeinsam auf Cachingtour, wobei der Vierbeiner bisher immer der passive Mitläufer war. Das soll sich jetzt ändern, denn Geocaching ist auf den Hund gekommen!

Beim „Geodogging“ werden in Zukunft Mensch und Hund als echtes Team zusammenarbeiten. Der Mensch führt den Hund nahe an die Koordinaten des Verstecks heran und der treue Vierbeiner sorgt mit seinem feinen Geruchssinn für den Rest, d.h. das Aufsuchen der Dose, was er dann statt mit einem freudigen „Gefunden!“ wohl mit einem aufgeregten Bellen kund tut.
Das Eintragen ins Logbuch ist dann wieder Sache des menschlichen Partners. Ob der Hund sein eigenes Account bekommt, ist wohl eine Entscheidung, die noch überdacht werden muss, was übrigens auch für das Anmelden eines Premium-Accounts gilt.
Bei Multis muss bei Rechen- und Kombinationsaufgaben wohl auch der menschliche Partner helfend eingreifen, aber so ist es halt bei Teamarbeit, wo jeder die Aufgaben lösen sollte, die seinen Veranlagungen und Fähigkeiten am ehesten entsprechen.

Voraussetzung für den Erfolg dieser Teamarbeit ist, dass der Cache einen Geruchsstoff enthält, auf den der Hund konditioniert wird. Beim Konditionieren wird der Hund mit dem Kommando „Such Cache“ auf die Geruchsprobe konditioniert und bei Erfolg entsprechend belohnt. Schon nach einer Woche Training soll der Hund dann in der Lage sein, einen echten Cache zu finden.
Dazu muss der Cache allerdings zuerst mit dem Geruchsstoff bestückt sein, der praktischer  Weise im Geodogging-Shop erhältlich ist. „Es kann nur einen geben“ – einen Geruchsstoff, denn nur auf diesen ist der tierische Partner konditioniert und bei anderen Gerüchen würde er wohl versagen. Auch sollte man nach meiner Meinung den Geruchsstoff nicht in die Tupperdose selbst einbringen, da Gerüche aus den dichten Dosen wohl kaum nach außen verströmen. Nach ca. 3-4 Monaten riecht die Probe nicht mehr intensiv genug und muss ausgetauscht werden – aber dazu gibt es ja den Geodogging-Shop.

Wenn es sich um einen Cache handelt, der noch kein „Dogcache“ ist, dann empfiehlt Geodogging, diesen erst ohne tierische Hilfe zu suchen. Anschließend sollte die Geruchsprobe platziert werden und dann darf der Hund erneut suchen. „Der nächste Geodogger wird es Ihnen danken“.
Damit der Hund nicht seine Freude an der Suche verliert, darf nach erfolgreichem Fund die Belohnung nicht vergessen werden.

Geodogging hilft mit wertvollen Hinweisen für das Verstecken von eigenen Caches: Möglichst im Wald oder in freier Natur soll der Cache liegen und die Größe der Hunde soll beachtet werden. Einen Cache in 4 m Höhe kann der Hund nicht finden! Viele Cacher allerdings auch nicht.
Als weiteren Anreiz gibt es mit „TRAVELDOGS“ dann auch noch Trackables, die von einem Geodog gefunden werden können. Wie hier die Geruchsprobe angebracht wird, entzieht sich meiner Vorstellung.

Wer jetzt vielleicht denkt, dass dies wohl eine am 1. April zu bloggende Idee ist, der irrt! Bei  Geodogging wird ernsthaft und ausführlich beschrieben, wie das Ganze funktioniert.

Im Raum Krefeld gibt es bereits eine Handvoll spezielle „Dog-Caches“ – sogar mit einem Bonus-Cache für die Serie - und auch einige Standard-Caches sind bereits mit Geruchsstoffen ausgestattet.
Der am 26.08.2012 veröffentlichte Dog-Cache Nr. 9 wurde bereits mehrfach gefunden – mit und ohne Hund. Und der kleine und gemeine Micro "Ja wo ist er denn" kommt schon auf über 150 Funde - meist wohl ohne Hund. Der wurde allerdings vor kurzem gemuggelt. In seinem Log schreibt ein Cacher: „Glück im Unglück. Die Büx und das Logbuch lagen zwar offen herum, aber dank der guten Witterung ist alles soweit in Ordnung. Habe den Cache hoffentlich wieder korrekt platziert“. Ob Benbulbin selbst, oder ein tierischer Begleiter die gute Witterung hatten, ist aus dem Log nicht ersichtlich.

Man wird jetzt wohl des öfteren statt eines euphorischen „Gefunden!“ ein begeistertes „Wau Wau“ in Feld, Wald und Flur hören können. 

Sonntag, 2. September 2012

Hoch, Höher, am Höchsten


Auf der Rückreise von einer Nordland-Tour habe ich ihn bestiegen: 
Ejer Bavnehoj, den höchsten Berg Dänemarks!
Eine hochalpine Leistung war das allerdings nicht, denn dieser „Berg“ ist gerade mal 170,35 m hoch. Neue amtliche Messungen haben vor einiger Zeit dann auch noch ergeben, dass der Mollehoj in der Nähe von Skanderborg bei Arhus mit 170,86 m noch höher ist und es auch noch der Yding Skovhoj mit 170,77 m  zu einer um exakt 37 cm größeren Höhe als Ejer Bavnehoj bringt.

Ein paar Höhenmeter kamen beim Ejer Bavnehoj für mich dann allerdings doch noch dazu, als ich den Aussichtsturm bestieg, um mit den Earth Cache  Ejer Bavnehoj zumindest den höchst gelegenen Cache Dänemarks zu loggen, wenn der Berg selbst schon den Titel als „Top of Denmark“ verloren hat. In der Schweiz gibt es auf dieser Höhe überhaupt keinen Cache, denn der tiefste Punkt der Schweiz liegt am Lago Maggiore immer noch rund 23 Meter über der höchsten natürlichen Erhebung Dänemarks.

Photo by Vesuitus2001 - Creative Common Licence


Auf der Suche nach dem höchstgelegsten Cache Europas sucht man wohl zuerst im Mont Blanc Gebiet, denn der Gipfel des Mont Blanc ist mit 4.810 m die höchste Erhebung Europas. Aber wie in Dänemark ist auch das überholt. Wenn man die Wasserscheide des Hauptkamms des Kaukasus als Grenze zwischen Europa und Asien sieht, dann – und das ist heute die geologisch akzeptierte Auffassung – ist nicht der Mont Blanc, sondern der Elbrus mit 5.642 m der höchste europäische Berg.
canei hat vor genau 2 Jahren, am 1. September 2010 auf 5.577 m Meereshöhe seinen Cache Elbruausgelegt. Als weltweit eine der höchstgelegenen plazierten Dosen wurde der Cache erstmals am 12. Juli 2012 von drevorubac und yogibeast gefunden. Ihren Namen wird man allerdings vergebens im Logbuch suchen, denn der Cache war inzwischen mit der Umgebung zu einem soliden Eisblock gefroren. So blieb es für den FTF bei einem Fotolog.

 Foto Elbrus Cache by yogibeast

wartet immer noch auf den 1. Fund. Von einem Team aus Estland am 20. Juli 2002 auf 4.074 m Höhe ausgelegt, wurde der Cache auch nach 10 Jahren noch kein einziges Mal gefunden.

Auf der Normalroute zum Gipfel des Mont Blanc liegt seit dem 16. Juli 2010 der Cache  Near the Top of Europe von pp34, einem Cacher und Bergführer aus Montpellier. In der 1. Saison wurde er ein paar Mal gefunden, dann kamen die DNFs und Notes. Der Belgier Cacher „Smell the Roses“ bedauerte in seiner Note, dass er gleich 2 x an der Location vorbei ging. „Während des Aufstiegs: Keine Zeit, zu kalt, zu dunkel. Während des Abstiegs: Zu müde“.  Nach einigen DNFs wurde er von einem Reviewer temporarily disabled. Was allerdings einen Cacher aus der norddeutschen Flachland dazu bewogen hat. am 22.08.2012 ein „Needs Achrived“ zu loggen, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

The Highest Cache of Europe – 4362 mwas ja, wie wir wissen, heute nicht mehr stimmt, stammt von GPSearching, einem Holländer.
Nach dem Listing wurde dieser Cache am 12.12.2004 ausgelegt. Gefunden wurde er allerdings bereits am 8. September 2004, rund drei Monate vorher. Bei großen Höhen soll es ja, wenn man Reinhold Messner Glauben schenkt, durch Sauerstoffmangel schon mal geistige Aussetzer und Halluzinationen geben. Hier würde ich aber eher auf einen Fehler beim Plazierungsdatum tippen, denn im Dezember wird wohl kaum jemand den Mont Blanc besteigen, um auf 4.362 m eine Dose auszulegen. Nach einem einzigen Fund wurde der Cache – in Abstimmung mit dem Owner – archiviert, um die Location für STX Extreme frei zu machen. In der Nähe der Schutzhütte Vallot Refuge hat der Norweger  Snuta im Juni 2007 seinen Cache ausgelegt, der bisher 22 x gefunden wurde. Elf Mal war die Suche allerdings auch erfolglos. Mit 4.361 m, einem Meter weniger als der Vorgänger, ist dieser Cache der höchstgelegene aktive Cache in den Alpen.

All diese Caches werden für mich wohl unerreichbar bleiben. Aber auch ich bin noch steigerungsfähig und nach dem Ejer Bavnehoj in Dänemark konnte ich mich immerhin in das Logbuch vom Fuschertörl am Großglockner auf eine Höhe von 2.407 m eintragen.. Da fuhr ich allerdings auf der Glockner-Hochalpenstraße bequem nach oben und musste mich nicht jeden Schritt wie andere am Mont Blanc hochquälen. Und mein persönlicher Höhenrekord in Europa ist noch ausbaufähig, denn zum Earth-Cache Zugspitze (2962 m) – Top of Germany kann man mit der Zugspitzbahn und einer Seilbahn als Aufstiegshilfe relativ bequem nach oben. Schau ma mal!

Montag, 27. August 2012

Wir basteln einen "LOGomat"


Wenn man sich nicht nur die Cache-Listings, sondern auch mal die Logs anschaut, dann fällt mir auf, dass manche Cacher anscheinend Schwierigkeiten haben, ihren Fundlog schriftlich zu formulieren. Wie oft trifft man auf ein „Gefunden“, ein einfaches „TFTC“ oder einen Smiley. 
Ja, ich habe sogar ein: „  - da war nichts zwischen dan Anführungszeichen - „ gefunden.
Da nicht jeder ein Meister wohlklingender Sätze und aussagefähriger Formulierungen ist, andererseits die Owner sich über einen etwas längeren, individuellen Log freuen, habe ich mir Gedanken gemacht, wie man solchen Geocachern helfen könnte.

Das Ergebnis nächtelanger Grübelei ist der von mir entwickelte „LOGomat“.

 Wer im Matheunterricht aufgepasst hat oder über ein Minimum von räumlichen Vorstellungsvermögen verfügt, wird bei der abgebildeten Grundform unschwer einen Würfel als Endprodukt erkennen.
Diese vorgegebene Form gilt es auf einen Karton zu kleben, auszuschneiden und durch leichtes Anritzen der Biegekanten zu eben diesen Würfel zu formen und zu verkleben. Die Felder des LOGomat A sind bereits mit einigen der üblichen Log-Texte versehen oder können bei entsprechender Eigenkreativität auch mit anderen Wörtern gefüllt werden.

Der für alle Logs gültige Basissatz lautet:

Den  xxx   Cache habe ich  trotz    yyy    zzzz   gefunden.

Der Text für einen der drei LOGomat Würfel (LOGomat A) und das xxx ist in der Vorlage ja schon vorgegeben.
Der Text für die Würfel des LOGomat B und C kann selbst frei gestaltet werden. Der yyy Würfel könnte zum Beispiel folgende Möglichkeiten enthalten: „Muggles“, „Regenwetter“, „Rückenschmerzen“, „unappetitlicher Umgebung“, „einsetzenden Harndrang“ etc.
Für den zzz Würfel empfehlen sich Feldbelegungen wie „schnell“, „ohne Probleme“, „nur mit Hilfe“ oder ähnlichem.

Mit einem einfachen Wurf der drei LOGomat Würfel A, B und C hat man sich einen individuellen Log gezaubert, der die eigenen Formulierungs-Fähigkeiten radikal erweitert und der jeden Owner befriedigt. 216 verschiedene Varianten stehen so zur Verfügung.

Wer als Grobmotoriker Probleme hat den LOGomat selbst zu basteln, der kann sich mit drei handelsüblichen Würfeln und einer handgeschriebenen Liste mit Zuordnung der Nummern zu den bekannten Feldbelegungen behelfen, was allerdings eine schöpferische Leistung einer richtigen Zuordnung der Zahl zu der Feldbelegung voraussetzt.

Neben der vorgestellten Volksausgabe kann man in der De-Luxe Version Würfel mit 10 oder 12 Seiten erwerben und einsetzen, um damit die Anzahl der Varianten auf 1.000 oder unvorstellbare 1.728 individuelle Logs zu erhöhen. Nicht vergessen, dass dann auch die Liste mehr Varianten enthalten muss.

Wichtig erscheint mir auch der Hinweis auf die richtige Reihenfolge. Ein durch Verwechslung der Würfel entstandener Log wie „Den schnellen Cache habe ich trotz Klasse einsetzenden Harndrang gefunden“ würde beim Owner und jeden Leser wohl auf Unverständnis stoßen. Hier kann eine farbliche Differenzierung der LOGomat Würfel mit gleich farbiger Variantenliste hilfreich sein.

Ideal ist der Einsatz des LOGomat auch im fremdsprachlichen Ausland. Wer mit einem Standardsatz in französisch, dänisch, polnisch oder bairisch und entsprechenden Feldbelegungen mit dem LOGomat loggt, nachdem er mit Hilfe von Freunden einmalig den Satz und die Listen erarbeitet hat, wird Dank und Anerkennung ernten.

Geocacher helfen sich untereinander!
Daher will ich diese zukunftsweisende Erfindung auch nicht kommerzialisieren oder in ein, mit einem einzigen Knopfdruck, bedienbares Smartphone-App umwandeln um damit im App-Store gebührenpflichtige Downloads zu schaffen. Nein! Ich stelle den LOGomat unter Common Licence Lizenz by-nc mit Verweis auf meinen Blog bei jedem LOGomat-Log gerne kostenlos der Community als schöpferisches Gemeingut zur Verfügung.

Logs mit simplen „TFTC“ oder ähnlichen Kurzformen werden in Zukunft beim Einsatz des LOGomat wohl der Vergangenheit angehören.

Sonntag, 19. August 2012

„Beifang“ ist kein gutes Wort


Wer eine größere Runde für eine Cachingtour vorbereitet, der lädt bei einem Powertrail meist nicht nur die Koordinaten der zur jeweiligen Runde gehörenden Caches auf sein GPS herunter. Über die große Karte in der Cachebeschreibung, über Google Maps oder als PQ mit definiertem Umkreis, Rechteck oder entlang einer Route wird geprüft, ob andere Caches nahe der geplanten Route ausgelegt wurden, die man dann in seine geplante Runde integrieren kann.

Gerade bei Wanderrunden gibt es oft eine Reihe von interessanten zusätzlichen Verstecken zu finden, da zeitlich früher gelegte ältere Caches auf dem Weg liegen und wegen der Abstandsregel dem Ausleger einer Runde manche geplante und vorgesehene Position blockieren.

In manchen Beschreibungen habe ich schon gelesen, dass man bei der Runde auf solchen „Beifang“ achten soll und manche Cacher – so auch ich – verwenden dieses Wort dann auch unreflektiert in ihren Logs. „Gefunden x Caches der Runde und y Caches als Beifang“. Das klingt ja ziemlich cool, wird aber den Ownern dieser „Beifangcaches“ kaum gerecht.

Die haben sich die Mühe gemacht, eine interessante Location zu finden, häufig eine nette und originelle Dose oder ein sonstiges Versteck gebastelt und dann einen Cache ausgelegt, der oft origineller und „werthaltiger“ ist, als die später von einem oder mehreren anderen Cachern platzierten Petlinge oder Filmdosen.

Nach Veröffentlich folgt meist ein Ansturm auf die Powerrunde und damit auch auf den früher ausgelegten Einzelcache. Dass der Owner jetzt häufiger das Logbuch wechseln muss und der Weg zum gut versteckten Cache durch den schnell entstandenen Cachertrail auch ohne GPS bald deutlich erkennbar wird mag er ja noch verschmerzen. Den Cache aber in den Logs als „Beifang“ zur xy-Runde bezeichnet zu finden, das würde mir als Owner weh tun. Besonders dann, wenn der Log für diesen Cache nur aus dem x-ten Copy & Paste Log der Runde besteht, mit der dieser Cache ja nun wirklich nichts zu tun hat.

„Beifang“ mag für manchen ein cooles Wort sein. Nur geht es komplett an der Sache vorbei, wenn man damit einen im Rahmen einer anderen Runde gesuchten Cache meint.

In der Fischerei, woher dieses Wort ja stammt,  wird als Beifang der Teil der Fische und anderer Meerestiere bezeichnet, die beim Fischen mit Massenfanggeräten nicht das Fangziel sind, sondern ungewollt im Netz hängen bleiben und meist als Abfall tot oder sterbend wieder zurück ins Meer geworfen werden. Manchmal gehören sogar Meeresschildkröten, Seevögel und sogar Delfine zu diesem Beifang.

Diese außerhalb der Runde existierenden und gefundenen Caches sind aber durchaus ein „Fangziel“, ungewollt werden sie ja nicht gefunden und als Abfall würde sie wohl auch niemand bezeichnen.

Nicht nur mit der Bezeichnung liegt man völlig daneben.  Es ist auch ein Gebot der Höflichkeit diesen Cache-Ownern gegenüber, die falsche Bezeichnung „Beifang“ zu vermeiden und seinem Cache durch einen vernünftigen individuellen Log gerecht zu werden.
Ich jedenfalls gelobe Besserung und habe das „Beifang“ aus meinem Wortschatz gestrichen.

Montag, 13. August 2012

Kann die Entfernung einer Dose Diebstahl sein?


Caches bei Brücken zu finden ist meist keine besonders große Herausforderung.
Das geschulte Cacherauge sucht die Verstecke bietenden T-Träger und die sonstigen eckigen und kantigen Metallteile ab oder forscht nach Plastikschnüren, die unauffällig an der Brüstung befestigt sind und an deren Ende meist das Döschen im Wind baumelt. Wenn das Döschen oben versteckt ist, dann wird man Brücken so schnell fündig.

Bei einigen wenigen Brücken wird man aber lange suchen müssen, denn an deren Geländer ist mitunter nicht nur ein Cache versteckt. Diese Brücken sind mit Hunderten und Tausenden von „Liebesschlössern“ verziert und ein kleiner Petling oder ein weiteres Schloss mit eingravierten Koordinaten für die nächste Stage eines Multis fällt nicht auf und geht voll unter. Es wäre aber auch ein zeitraubendes Unterfangen unter all den Schlössern gerade das eine gesuchte Cache-Schloss oder das Döschen zu finden.

Wer sein Vorhängeschloss mit eingraviertem Namen oder Initialen und Datum als Zeichen ewiger Liebe an der Brücke fest verankert und den Schlüssel symbolisch in den Fluss geworfen hat, der wird sich auch schwer tun, das Schloss unter all den anderen zu finden und zu entfernen - sollte die Liebe einmal erkalten.

An der bekanntesten deutschen Liebesbrückeder Hohenzollernbrücke in Köln, sollen an die 40.000 Schlösser entlang des Brückenzauns hängen. Bei dieser Zahl das eigene Schloss zu finden wäre schon schwierig genug. Zum Entfernen braucht man dann – mangels versenktem Schlüssel – wohl auch einen Bolzenschneider.

Den hatte vor kurzem ein mehrfach vorbestrafter 41-jähriger dabei, um die Treuebeweise abzuknipsen und die Schlösser für EUR 3,20 pro Kilo bei einem Schrotthändler gewinnbringend abzuliefern. 52 hatte er auf diese Weise schon entfernt, als ein zufällig vorbeikommender Polizist ihn und seinen jüngeren Mitknipser beim bösen Tun erwischte.
Über das Verfahren wegen Diebstahls und Sachbeschädigung haben nicht nur die Lokalzeitungen, sondern auch die BILD und selbst das Handelsblatt berichtet. Der ältere wurde wegen seiner Vorstrafen vom Kölner Amtsgericht zu drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, der jüngere von den beiden kam mit einem Strafbefehl über 900 Euro davon.

Wenn man den Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger vom 10.08.2012 liest, dann ist dabei vor allem die Urteilsbegründung durch den Amtsrichter interessant.
Wem gehören die Liebesschlösser, die an der Brücke befestigt sind? Nach Ansicht des Richters sind die frei zugänglichen Schlösser  nicht „herrenlos“, sondern bleiben im Eigentum der Käufer. Der hat zwar durch das Anbringen – bzw. Auslegen – den Besitz aufgegeben, ist aber immer noch Eigentümer der Sache.
Die Einzigen, die die  Schlösser an der Brücke entfernen dürfen, sind die Grundstückseigentümer. In Köln wären das die Stadt Köln oder die Deutsche Bahn. Weil die Brücke aber inzwischen Touristenattraktion geworden ist, werden sie nicht nur geduldet, sondern gehören „mittlerweise zum Brauchtum“.

Cachebehälter sind zwar keine Liebesbeweise und unter „Brauchtum“ würde ich sie auch noch nicht einordnen. Aber, was für die Liebesschlösser gilt, das sollte eigentlich analog auch für andere herrenlosen Dinge gelten, die an frei zugänglichen Stellen ausgelegt sind.

Caches wurden an bestimmten Stellen deponiert und so der Besitz aufgegeben. Nicht aufgegeben wurde allerdings das Eigentum an den Dosen, ähnlich wie bei TBs oder Geocoins, die man auf Reisen schickt.
In München, der „Hauptstadt mit Herz“,  werden die Liebesbeweise an Brücken regelmäßig von städtischen Beauftragten, entfernt. Aber auch dort müssen gewisse Vorschriften eingehalten und die Schlösser  aufbewahrt werden, falls die Besitzer sie zurückhaben wollen.

Und das würde ja wiederum auch auf unerwünschte und vom Grundstückeigentümer eigenmächtig entfernte Caches zutreffen, die dann zur Abholung durch den Eigentümer aufbewahrt werden müssten.
Bei einem einfachen Entfernen würde sich, analog zu den Liebesschlössern, derjenige, der das Döschen entfernt,  auch des Diebstahls schuldig machen. Wenn er nicht vorbestraft ist, dann könnte es einen Strafbefehl geben.

Ob meine Argumentation schlüssig ist und juristisch Bestand haben würde?
Auf einen Versuch würde ich es nicht ankommen lassen und bei einer Platzierung von Caches auf Privatgrundstücken, so wie es die Richtlinien vorgeben, dann doch besser vorher die Zustimmung des Grundstückbesitzers einholen.