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Mittwoch, 8. August 2012

Nichts geht mehr am Tongariro



National Geographic zählt die Tongariro Crossing im Tongariro Nationalpark auf der Nordinsel Neuseelands zu den weltweit 10 schönsten Tageswanderungen. Mehrere aktive Vulkane haben vor etwa 3000 Jahren eine Kraterlandschaft mit öden Steinwüsten und rauchenden Schlünden, gelb umrandet und intensiv nach Schwefel riechend und von einer beeindruckender Schönheit geschaffen.


Hier ist Mordor mit dem Schicksalsberg, wo Sauron einst den Ring geschmiedet hat und wo der gute Sam den erschöpften Frodo hochschleppte, als der nicht mehr konnte. Hier wurden die Szenen für „Herr der Ringe“ gedreht.
Auch ich wäre bei meiner Tongarito Crossing für einen solchen Sam dankbar gewesen, denn die Tongariro Crossing geht an die Substanz. Aber mein Sam, der Florian heißt, hatte mit sich selber zu kämpfen.

19,5 Kilometer lang, 914 m Aufstieg und 1.209 m Abstieg, das sind in kurzen Fakten die Tongariro Crossing. 
Mit Tourbussen wird man morgens am Parkplatz von Mangatepopo Roadend gebracht, abgeladen und dann sich selbst überlassen. Entlang eines alten Lavaflusses wandert man auf Pfaden, die diesen Namen kaum verdienen, über scharfkantiges Lavagestein himmelwärts. Auf dem steilen schweißtreibenden Anstieg zum Sattel kein Schatten weit und breit. So wird es die nächsten Stunden auch bleiben. Schon hier trennt sich die Spreu vom Weizen und die Schlange der Wanderer wird länger und verläuft sich. Wir gehörten eher zur Spreu als zum Weizen.

Entlang dem Südkrater kommt man dann zu den drei Seen mit den durch die vom heißen Wasser gelösten Mineralien und den schrillen intensiv grünen Farben. Spätestens hier ist Pause angesagt und das mitgebrachte Wasser rinnt nur so die Kehle herunter. 7 – 8 Stunden dauert die Durchquerung und am Ende trifft man sich wieder auf einer Bergwiese bei Ketetahi, wo man erschöpft aber zufrieden am späten Nachmittag die Beine ausstreckt und auf die Busabholung wartet.



Erstmals seit 1897 ist der Vulkan wieder aktiv geworden und hat Asche und Gesteine ausgespuckt. Straßen sind gesperrt und selbst Flüge mussten umgeleitet werden. Eine Wanderhütte – wie auf diesem Bild – wurde durch Steinschlag zerstört.



Die Tongariro Crossing wurde  von den Behörden geschlossen.
Damit hat es sich vorerst auch ausgecacht auf der Tongariro Crossing. Die wenigen Tradis werden wohl unter einen Ascheschicht begraben sein und der Earthcache Red Crater, Tongariro und drei weitere ECs sind aktuell nicht mehr zu erreichen.
Der Earthcache The Emerald Lakes war 2010 bei Latitude 47, dem Blog von Geocaching.com sogar ein „Geocache der Woche“.
Schade, aber bei der wirtschaftlichen Bedeutung für den Tourismus wird der Nationalpark wohl bald wieder zugänglich gemacht werden und dann geht es wieder hoch auf den Schicksalsberg – nicht um einen Ring in den Krater zu werfen, sondern um die interessanten Earthcaches zu besuchen. 

Donnerstag, 17. November 2011

Mishaps: Auto aufgebrochen und bestohlen

Der Manuka Gorge Hwy war vom nächtlichen Regen noch feucht, als wir am frühen Morgen von Dunedin nach Te Anau aufbrachen. Wenig Verkehr auf der landschaftlich beeindruckenden Verbindungsstraße vom Osten in den Westen der Südinsel Neuseelands. Wo sollten die Autos auch herkommen bei den wenigen Orten auf dem Weg und einer Bevölkerungsdichte von gerade mal vier Einwohnern pro Quadratkilometer.
Die beiden Caches am Mount Stuart Tunnel waren als eine willkommene Unterbrechung der Fahrt geplant und so steuerten wir den am Waldrand gelegenen Parkplatz an. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Land durch viele Eisenbahnstrecken erschlossen, die bis auf wenige dann wieder stillgelegt wurden. Die Schienen und Schwellen wurden abgebaut und die Natur holte sich im Laufe der Jahre das Schienenbett zurück. Was geblieben ist sind die Tunnels als Lost Places. So auch der 1875 gebaute 442 m lange und mit knapp über zwei Meter recht schmale Mount Stuart Tunnel der Tokomairiro Lawrence Railway.
Der im September 2003 ausgelegte Cache ist bis zu seiner Archivierung im Dezember 2008 in 5 ¼ Jahren nur von 28 Cachern gesucht und gefunden worden. Eine wirklich sehr einsame Gegend!
Auf unserem Weg vom Parkplatz zum Tunneleingang hatten wir einen unerwarteten Begleiter, der nicht von unserer Seite wich. Der Fantail, ein kleiner Vogel der seine Schwanzfedern fächerartig spreizen kann, lebt von kleinen Insekten. Und weil wir auf dem schmalen Pfad wohl einige Insekten aus dem Gebüsch aufscheuchten, musste er sich heute bei der Futtersuche nicht anstrengen und schwirrte furchtlos mit 1 – 2 Meter Abstand den ganzen Weg um uns herum.
Wir sahen ein paar Glühwürmchen bei der Tunneldurchquerung und nach Suchen, Finden und Loggen am anderen Tunnelende ging es wieder zurück zum Parkplatz.
Was wir dort fanden ließ unsere Stimmung dann aber prompt in den Boden sinken. Sie muss wohl daheim, auf der anderen Seite der Erde wieder rausgekommen sein, so tief war sie gesunken.
Das Fenster unseres Cachemobils war aufgebrochen und die Rückbank sah, abgesehen von einem Haufen Glassplittern und „non-valuables“, ziemlich leer aus. Von den beiden Rucksäcken keine Spur. Den Daytrip-Rucksack für kurze Wanderungen mit DigiCam, Trinkflaschen, MP3-Stick, Führerschein und Sonnenbrille meines Reisekameraden, ein paar US-Dollar und anderem Kleinzeug war nicht mehr am angestammten Platz und der andere Rucksack als Pulloverdepot und mit sonstigen Kleinigkeiten fehlte auch. Gott sei Dank waren Reisepässe, Kreditkarten und mein kleines Vaio sicher im Kofferraum verstaut, sodass sich der materielle Schaden doch in Grenzen gehalten hat. Der ideelle Schaden durch den Verlust von Souvenirs und persönlichen Erinnerungsstücken war größer.
Noch recht geschockt machten wir uns auf dem Weg ins nächste Dorf, um eine Police Station ausfindig zu machen. Im Infocenter von Lawrence erklärten uns zwei ältere Ladies den Weg dahin, aber dort war leider niemand aufzufinden. Auch Polizisten haben ein Wochenende.
Über die Notrufnummer 111 wurde uns geraten die Reise fortzusetzen und uns in Te Anau bei der Polizei zu melden. Diesem Rat folgend machten wir uns also auf den Weg. 54 km und gerade mal eine Ortschaft weiter sahen wir in Tapanui am Rande eines Wohngebiets eine kleine Polizeistation und schauten dann doch, ob die Station besetzt war – das Polizeiauto stand jedenfalls in der Einfahrt.
Aber auch hier war das Büro geschlossen und als wir schon wieder umkehren wollten, riefen zwei im Garten des Nachbarhauses spielende Boys nach ihrem Vater. „Dad, someone for you!“ und kurz darauf tauchte Dad auch aus dem Wohnhaus auf. Sandfarbenes T-Shirt, verwaschene Kakhi-Short und barfuß: Senior Constabler John von der New Zealand Police, Leiter und einziger Mitarbeiter der kleinen Polizeistation von Tapanui.
Etwas nervös schilderten wir unser Erlebnis. Er schaute sich ohne grösseren Kommentar das Auto an und nahm dann im kleinen Büro der Station den Schaden auf. Er stellte ergänzende Fragen, wir beschrieben das Verlorene und nachdem diese Formalitäten erledigt waren, ging es zurück ans Auto.
Der Bereich am Fenster und an der Tür wurde auf Fingerabdrücke untersucht. Pulver wurde aufgetragen, mit einem Pinsel verstrichen und mit der Lupe gesucht. Zwei hat er gefunden und archiviert. Die werden jetzt mit den im Polizeicomputer zentral gespeicherten Abdrücken abgeglichen. Der Vorfall hat auch John betroffen gemacht. "So etwa, bei uns im Süden! Wahrscheinlich waren es Diebe von der Nordinsel oder vielleicht doch eher Australier" erklärte er uns sachlich und überzeugend seine Vorurteile.
Allmählich redeten wir uns warm und auch John wurde gesprächiger. Als die offizielle Prozedur fast abgeschlossen war, verklebte er noch mit Folie provisorisch unser Fenster und dann kam auch Jane seine Frau dazu. Die Familie war jetzt inkl. einem freundlich wedelnden streichelbedürftigen schwarzen Familienhund fast komplett. Jetzt wurden wir zu einem Kaffee ins Haus eingeladen.
Eine schöne offene Wohnlandschaft mit Sitzecke und Fernseher, dazu eine Küchenecke mit Essbereich, in dem Bridget, die Tochter mit einigen Freundinnen saß und ein Kater, vor dessen Krallen der arme Hund großen Respekt hatte. Wir bekamen nicht nur Kaffee und Cookies, sondern auch eine Lektion in Cricket-Regeln zu dem im Fernsehen laufenden Spiel – fundiert und auf den Punkt. Zumindest über dieses bis zu fünf Tage dauernde Sportevent wissen wir jetzt besser Bescheid, auch wenn uns die Begeisterung für diesen Sport weiter unverständlich bleiben wird.
John war eigentlich nicht im Dienst. Er ist für den Nachtdienst in Gore, dem „World Center of Trout Fishing", ca. 30 km entfernt von Tapanui, eingeteilt und der beginnt erst in einigen Stunden. Sein Bruder lebt in Kaliforniern und da waren sie auch letztes Jahr im Urlaub.
Ja, es gab viel zu erzählen von beiden Seiten, während wir uns noch am Kaffee, den Cookies und der uns entgegen strömenden Herzlichkleit labten und dabei die Unbillen des Vormittags fast vergaßen. Jane war zwischendurch verschwunden und hat unser ganzes Auto mit Staubsauger, Kehrschaufel und Besen von den Glassplittern gereinigt. Später setzte sie sich noch zu uns und wir redeten und lachten und waren alle etwas traurig, als wir dann auf unserem Weg durch Neuseeland wieder aufbrechen mussten.
Nach Te Anau und einem Ausflug zum Milford Sound mit Übernachtung auf einem Segelboot in der Tasmanischen See wechselten wir auf der nächsten Etappe in Queenstown problemlos in 10 Minuten unser Cachemobil.

Über den Schaden sind wir hinweg gekommen. Von den Rucksäcken haben wir nichts mehr gehört und die Diebe wurden nie gefasst. Was aber bleibt ist die warmherzige Erinnerung an Constabler John und seine Familie.
Eines haben wir gelernt: Auch wenn es nur ein leerer Rucksach sein sollte, auf der Rückbank des Autos bleibt nichts mehr liegen. Das ist zu einladend für potenzielle Diebe und in jedem Land gibt es diese „Menschen von der Nordinsel“, die keinen Respekt vor dem Hab und Gut Anderer haben.

Dienstag, 6. September 2011

Happy Feet: Ab in den Süden

Mit seinen 100 – 130 cm Körpergröße ist der Kaiserpinguin der größte seiner Art aus der Familie der Pinguine. Spätestens seit dem Film Die Reise der Pinguine ist er auch der bekannteste. Allein in Deutschland wurden knapp 1,4 Millionen Kinobesucher für den 2005 mit einem Oscar ausgezeichneten Film gezählt. Kürzlich lief der 2005 produzierte Dokumentarfilm über die langen Wanderungen zu den Brutstätten in der Antarktis auch im Fernsehen und hat ein paar Millionen Zuschauer mehr berührt.
2007 gab es in der Kategorie „Bester animierter Spielfilm“ einen weiteren Oscar für einen Kaiserpinguin. Erzählt wurde die Geschichte von Mumble, der mit einem Geburtsfehler zur Welt kam: Er konnte nicht singen, aber dafür steppen, was ihn in seiner Kolonie zum Außenseiter machte. Der Film hieß Happy Feet und spielte schon am Startwochenende fast die Hälfte der Produktioinskosten ein. Ein steppender Pinguin ist schon etwas Besonders. Prince hat für den Filmsong „The Song of the Heart“ 2007 den Golden Globe Award erhalten.
Damit kann Don Wilson mit seiner „Ballad of Happy Feet“ wohl kaum rechnen. Der Neuseeländer besingt einen anderen sehr realen Happy Feet, der vom rechten Weg abgekommen ist. Im Juni 2010 stand er plötzlich in Neuseeland am Peka Peka Beach weit entfernt von den heimatlichen Gefilden am Strand. Am nächsten Tag war er inmitten einer ihn bewundernden Menschenmenge immer noch da. Trotz des neuseeländischen Winters war ihm warm geworden und wie von daheim in der Antarktis gewohnt schluckte er Eis … nur diesmal war es halt Sand, was ihm nicht bekommen ist.
Im Zoo in Wellington wurde er über einige Monate wieder aufgepäppelt und zu einem Medienstar. Dieses Interesse kam einer Antarktis-Expedition gerade recht. Auf dem Forschungsschiff Tangaroa ging es ab in den Süden und am 4. September wurde er bei E 170.30 S 51.40.000 rund 2.625 km vom McMurdo Sound, wo man seine Kolonie vermutet, über eine Rutsche freigelassen.
Vorher wurde er mit einem Sirtrack Satellitenempfänger ausgestattet und so kann man Happy Feet auf seiner langen Reise nach Hause tracken. Der täglichen Fortschritt ist hier zu verfolgen. Aber auch die Antarktisexpedition hat durch Happy Feet auf ihrer homepage unerwartetes Interesse.
Das wird wohl noch länger anhalten, denn am 05.09. kam Happy Feet gerade mal 7 km näher an seine noch 2.612 Kilometer entfernte Heimat.
Bei mir ist er jedenfalls auf der Watchlist. Seinen Track zu verfolgen erscheint mir spannender als den von anderen Geocachern bei einer Cachingtour.

Mittwoch, 10. August 2011

Lost in Tasmania

Weil heute Abend Deutschland und Brasilien ein Freundschaftsspiel austragen ist mir meine Worldchampionship 2006 Geocoin in Erinnerung gekommen.

Es war vielleicht ein schlechtes Vorzeichen als ich meine Coin vor Reiseantritt an das andere Ende der Welt in meinem adoptierten Cache Express in die Hölle platzierte, damit die zurückgelegten Kilometer von daheim aus gezählt werden.
Denn nach einer größeren Rundtour durch Neuseeland und Australien ist sie kurz vor Weihnachten 2007 in einer Höhle südlich von Davenport im Norden von Tasmanien verschwunden und ward nie mehr gesehen.
Dabei hatte ich mir dir Reiseroute dieser Coin ganz anders vorgestellt. Sie sollte an das Sommermärchen 2006 erinnern und durch alle Länder reisen, die sich noch nie für eine Fußballweltmeisterschaft qualifizieren.
Auf die Reise geschickt habe ich sie von einer historischen Stätte 18.000 km von daheim und damit nahe meinem bisher südlichsten und östlichsten Cache, die ich bisher gefunden hatte.
Im Kerikeri Basin liegt der Kororipo Cache und in seiner Nachbarschaft zwei der ältesten Gebäude Neuseelands. Das 1822 errichtete hölzerne Kemp-Haus war der Wohnsitz eines Missionars, bevor es von der Familie Kemp übernommen und bis 1974 bewohnt wurde. Das älteste Steinhaus daneben war von 1832 – 1836 das Lagerhaus der Missionsstation. Knapp 200 m entfernt ein kleines Freilichtmuseum mit dem Kororipo Po, einer ehemaligen Befestigungsanlage der Maori, die untereinander auch nicht immer freundlichen Umgang pflegten.

Hier ging die Coin auf die Reise. Nach rund 2.200 km durch Neuseeland war sie plötzlich in Australien. Etwas verwirrend, denn Australien hat ja 2006 an der WM teilgenommen und ich erinnere mich noch an das freundschaftliche Aufeinandertreffen mit Japan auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Mit dem australischen Cacher homedq ging es auf Rundfahrt durch Down-Under. Zuerst etwas über 5.000 km auf der Straße (!) von Sidney nach Perth im Westen und plötzlich war sie nach weiteren 2.650 km in Darwin im Norden des 5. Kontinents. Zurück nach Victoria – wieder 3.090 km – ging es ab nach Tasmanien, wo sich die Spur im Magic Cave # 9 dann verlor.
Gestartet in Express in die Hölle - der nur noch hier lebende Tasmanische Teufel wird wohl nicht zugeschlagen haben.

Wie ist es anderen Worldchampionship Coins ergangen?
578 sind mit ihrem ursprünglichen Namen „Worldschampionship“ aktiviert. 36 von ihnen haben es auf ihrer Reise von Cache zu Cache auf über 20.000 km geschafft. Mit den 33.359 km ist meine Coin in den Top 10 gelandet.
Spitzenreiter mit außergewöhnlichen 51.987 km ist die Coin von JoergTh, der sich als VfL Bochum Anhänger outet. Seine coin soll durch alle Teilnehmerstaaten der WM 2006 reisen. In acht Ländern – u.a. Südkorea und USA – war sie schon, aber da ist noch einiges offen.
Im Gegensatz zu meiner Coin, die in den Tiefen einer tasmanischen Höhle verloren ging, ist sie noch aktiv unterwegs und vielleicht schafft sie es ja noch – dann aber mit mindestens 100.000 km auf der Rille.


Sonntag, 27. März 2011

Der Cache am Grab von Private Ryan

Caches auf "aktiven" Friedhöfen zu verstecken ist für mich fragwürdig. Diesen Orten des Gedenkens an die Verstorbenen - und auch den Besuchern gegenüber - sollte man Respekt zollen und die Ruhe des Friedhofs wahren und nicht unbedingt Filmdosen, Petlinge oder andere Cachebehälter zu unserem Vergnügen, der Schatzsuche, hinter Grabsteinen oder sonst wo innerhalb des Friedhofs zur Suche verstecken.
Bei aufgelassenen Friedhöfen mit wenigen übrig gebliebenen historischen Grabmälern und Gedenksteinen ist das dann etwas anderes, obwohl man sich auch hier dem Ort angepasst verhalten und benehmen soll.
Andere Länder haben eine andere Grabkultur als wir hier in Deutschland. In den USA gibt es häufig weitläufige Friedhöfe mit kleinen Gedenksteinen oder Gedenktafeln, teilweise ohne Grabeinfassung und man fährt mit dem Auto durch die Grabreihen und zu den dort versteckten Dosen. Andere Länder - andere Sitten!
Ich habe das Grab des Private Ryan besucht!
Nicht das Grab des Soldaten James Ryan aus dem Spielberg-Film, der vor ein paar Tagen wieder im Fernsehen lief."Saving Private Ryan". Das ist, wie die Handlung des Films, frei erfunden und existiert nur im Film über die Landung der Allierten am D-Day Anfang Juni 1944 und die anschließende Suche von Captain John Miller (Tom Hanks) nach dem noch lebenden 4. Sohn (Matt Damon) der Familie Ryan.
Aber so ähnlich wie der Kampf um Omaha Beach mag auch der "echte" Private Ryan gekämpft haben, als die ANZAC Truppen, ein Armeekorps der Streitkräfte aus Australiern und Neuseeländern, im 1. Weltkrieg bei der Schlacht von Gallipoli im Feuer der Truppen des Osmanischen Reiches standen. Von den 8.556 Neuseeländern, die im April 1915 auf dieser Halbinsel landeten kamen nur 983 unbeschadet davon. Begraben ist Private Ryan auf einem Friedhof bei Cromwell auf der Südinsel Neuseelands auf dem Weg von Dunedin nach Queenstown.
Ein paar Kilometer fernab jeglicher Bebauung liegt ein großes Areal inmitten einer Landschaft, die hauptsächlich aus verdorrtem Gras besteht. Niederschläge gibt es hier selten, denn die Wolken regnen sich an der Westküste ab, wo die jährliche Regenmenge, wie man sagt, nicht in cm sondern in Stockwerken gemessen wird. In diesem Friedhof hat moneydork, einer der aktivsten Cachern Neuseelands, für den Urgroßvater seiner Frau einen virtuellen Cache ausgelegt, der als einer der großen Caches in Neuseeland gilt.
Nach dem Tod des Soldaten Ryan und seiner Ehefrau sind Jahre vergangen und die, die sich um die Grabstäte gekümmert hatten, waren selbst in ein Alter gekommen, wo sie diese Grabpflege nicht mehr durchführen konnten.
Moneydork lebt mit seiner Familie in Greymouth, ca 500 km nördlich an der Westküste und hatte Anfang 2004 eine Idee: Bedingung für den virtuellen Cache ist nicht nur die Beantwortung von einigen Fragen die man am Grabstein ablesen kann, sondern auch das Bewässern des Rosenstocks am Grab von Private Ryan und seiner Ehefrau - mit Foto dokumentiert.
Und durch die regelmässigen Besuche von Geocachern aus aller Welt blüht auf einem sonst kargen und verdorrten Friedhof, auf dem man an anderen Gräbern meist nur Plastikblumen in Steckvasen sieht, Jahr für Jahr ein wunderschöner Rosenstock mit weissen Rosen.

Dienstag, 22. März 2011

Der Champion: Der höchste Baum Deutschlands

Seit einer Vermessung im Jahr 1997 ist es amtlich: Der höchste Baum Deutschlands mit einer Wuchshöhe von 59,9 m steht im Gewann Grazert in Eberbach in der Kurpfalz. Das hat die Stadt dem Großherzoglichen Badischen Oberförster Emil von Stetten zu verdanken, der aus Österreich importierte Douglasiensetzlinge anpflanzen liess.
Dann aber tauchten dunkle Wolken am Eberbacher Himmel auf: Die südbadische Stadt Emmendingen beanspruchte den Rekord des höchsten Baumes Deutschlands mit einem Baum von 60,51 m Höhe für sich. Aber diesem Versuch konnten die Eberbacher mit Hilfe des Vermessungsamts des Rhein-Neckar-Kreises im Dezember 2005 erfolgreich abwehren. Der Baum im Eberbacher Stadtwald ist weiter gewachsen und die staatlichen Vermesser ermittelten eine Höhe von 62,45 m und fanden gleich vier weitere Baumgiganten, die von der Höhe her den Emmendinger Baum in den Schatten stellten.
Im August 2008 verkündeten dann die Stadt Freiburg und einige südbadische Medien voller Stolz: "Freiburg hat den Längsten". Studenten des geodätischen Instituts der Uni Karlsruhe haben die Freiburger Douglasie " Waldtraut vom Mühlwald" vermessen und eine Höhe von 63,33 Meter ermittelt. Und sogar in Eberbach haben sie nachgemessen und kamen auf "nur" 61,60 m.
Wenn diese Messung stimmen würde, dann wäre ja der Eberbacher Baum in drei jahren ja um satte 85 cm geschrumpft, statt weiter zu wachsen, argumentierten die Eberbacher und zweifelten an den studentischen Messungen vs. der amtlich festgestellten Höhe.
Und so wird der der Wettstreit halt weitergehen.
Trotz dieser beachtlichen Höhe sind unsere höchsten Bäume ziemlich klein im Vergleich zu den Sequoias und den Redwoods in Kalifornien. "General Sherman" bringt es auf 94,8 m und der angeblich höchste Baum der Welt, der "Mendicino Tree" auf 112 m. Aber die Länge allein macht es ja nicht!
Mich hat am meisten der Tane Mahuta im Waipoua Forest auf der Nordinsel von Neuseeland beeindruckt. Der "Gott der Wälder" ist zwar nur 51,2 m hoch, hat dafür aber einen Stammumfang von 13,77 m und ein Stammvolumen von 244,5 m, wenn er seit 2007 nicht noch zugelegt hat.
Soweit der Ausflug zum heutigen "Tag des Waldes".

Im Schatten des höchsten Baum Deutschlands habe ich vor fast vier Jahren einen kleinen Cache ausgelegt. Bisher rund 190 Besuche sind nicht überwältigend, aber man muss ja auch vom Parkplatz rund 1,5 km bergan spazieren umd den Baum zu erreichen.

Interessanter ist da ...das baum zwei punkt null... , den über 100 Cacher auf der Watchlist haben. Ein T5er der anspruchsvollen Sorte steht im Listing, was mir eher etwas untertrieben scheint, denn dieser Baum ist wohl der Baum der Bäume für alle Baumkletterer.
Ich bin nur einer der Beobachter und dabei wird es auch bleiben. Aber allein die Logs zu lesen und die fast 200 Bilder in der Gallerie anzuschauen macht ein riesiges Vergnügen.
Da muss nach rund 2 km Anmarsch und 150 Höhenmeter viel Material (bis 70 m Seil) angeschleppt werden, denn der erste tragfähige Ast ist auf etwa 25 m Höhe. Da sind auch meist einige Versuche mit der Bigshoot nötig, bis die Pilotschnur sitzt. Und wenn man diese Höhe dann mühsam erreicht hat geht es nochmals 25 m weiter hoch, bis man seinen Besuch an der Dose mit einem Foto belegen kann. Schweisstreibend ist das und bis zu vier Stunden dauert es bis man einen find hat. Aber "lieber ein so ein Cache am Tag wie 50 Tradis" schreibt Haxx in seinem Log.
Ich konzentriere mich da - mangels Fähigkeiten - lieber doch auf Tradis und freue mich, wenn dann am Rückweg - erfolgreich oder nicht - auch mein Champion besucht wird.

PS. Flopp hat in einem Kommentar den Link zur Waltraud vom Mühlwald und dem dortigen Multi GC1695 erwähnt. Herzlichen Dank, den habe ich übersehen. Ist jetzt eingebaut.