Mittwoch, 8. August 2012

Nichts geht mehr am Tongariro



National Geographic zählt die Tongariro Crossing im Tongariro Nationalpark auf der Nordinsel Neuseelands zu den weltweit 10 schönsten Tageswanderungen. Mehrere aktive Vulkane haben vor etwa 3000 Jahren eine Kraterlandschaft mit öden Steinwüsten und rauchenden Schlünden, gelb umrandet und intensiv nach Schwefel riechend und von einer beeindruckender Schönheit geschaffen.


Hier ist Mordor mit dem Schicksalsberg, wo Sauron einst den Ring geschmiedet hat und wo der gute Sam den erschöpften Frodo hochschleppte, als der nicht mehr konnte. Hier wurden die Szenen für „Herr der Ringe“ gedreht.
Auch ich wäre bei meiner Tongarito Crossing für einen solchen Sam dankbar gewesen, denn die Tongariro Crossing geht an die Substanz. Aber mein Sam, der Florian heißt, hatte mit sich selber zu kämpfen.

19,5 Kilometer lang, 914 m Aufstieg und 1.209 m Abstieg, das sind in kurzen Fakten die Tongariro Crossing. 
Mit Tourbussen wird man morgens am Parkplatz von Mangatepopo Roadend gebracht, abgeladen und dann sich selbst überlassen. Entlang eines alten Lavaflusses wandert man auf Pfaden, die diesen Namen kaum verdienen, über scharfkantiges Lavagestein himmelwärts. Auf dem steilen schweißtreibenden Anstieg zum Sattel kein Schatten weit und breit. So wird es die nächsten Stunden auch bleiben. Schon hier trennt sich die Spreu vom Weizen und die Schlange der Wanderer wird länger und verläuft sich. Wir gehörten eher zur Spreu als zum Weizen.

Entlang dem Südkrater kommt man dann zu den drei Seen mit den durch die vom heißen Wasser gelösten Mineralien und den schrillen intensiv grünen Farben. Spätestens hier ist Pause angesagt und das mitgebrachte Wasser rinnt nur so die Kehle herunter. 7 – 8 Stunden dauert die Durchquerung und am Ende trifft man sich wieder auf einer Bergwiese bei Ketetahi, wo man erschöpft aber zufrieden am späten Nachmittag die Beine ausstreckt und auf die Busabholung wartet.



Erstmals seit 1897 ist der Vulkan wieder aktiv geworden und hat Asche und Gesteine ausgespuckt. Straßen sind gesperrt und selbst Flüge mussten umgeleitet werden. Eine Wanderhütte – wie auf diesem Bild – wurde durch Steinschlag zerstört.



Die Tongariro Crossing wurde  von den Behörden geschlossen.
Damit hat es sich vorerst auch ausgecacht auf der Tongariro Crossing. Die wenigen Tradis werden wohl unter einen Ascheschicht begraben sein und der Earthcache Red Crater, Tongariro und drei weitere ECs sind aktuell nicht mehr zu erreichen.
Der Earthcache The Emerald Lakes war 2010 bei Latitude 47, dem Blog von Geocaching.com sogar ein „Geocache der Woche“.
Schade, aber bei der wirtschaftlichen Bedeutung für den Tourismus wird der Nationalpark wohl bald wieder zugänglich gemacht werden und dann geht es wieder hoch auf den Schicksalsberg – nicht um einen Ring in den Krater zu werfen, sondern um die interessanten Earthcaches zu besuchen. 

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