Mittwoch, 6. November 2013

Cacher kommen und gehen – Reviewer auch

Wenn man seit vielen Jahren regelmäßig auf Döschensuche durch Wald und Flur streift, dann ist einem diese Entwicklung nicht unbekannt:
Mit großer Begeisterung wird von einem Newbie ein Account eröffnet und in wenigen Wochen und Monaten eine beachtliche Zahl von Caches gesucht und gefunden. Mit den Smartphone-Apps ist die Hürde zum Geocachen niedriger geworden. Statt mit einen teuren GPS Receiver, dessen Anschaffung man sich doch etwas länger überlegt, ist man heute mit einem Smartphone-App für ein paar Euro schnell dabei.
Nach der anfänglichen Euphorie wird es dann bald ruhiger und die Outdoor-Aktivitäten des Neucachers lassen merklich nach. Ein paar Monate später ist dann die Lust vergangen und man wendet sich neuen trendigeren Aktivitäten zu. Ein Account mehr von den über sechs Millionen bei Groundspeak, die ohne jegliche Aktivitäten in der Datenbank vor sich hin dümpelt.
Für mich sind das „Strohfeuer-Cacher“: Schnell entflammt, mit hellem lodernden Schein, das dann aber schnell erloschen ist. Dagegen steht, um im Vergleich von Feuerarten zu bleiben, der Typus „Buchenscheit“: Langsam zu entflammen und zu begeistern, aber lange anhaltend und kontinuierlich auf kleiner Flamme brennend und dabei auch anderen – z..B. auf Events - wohlige Wärme spendend.
Aber auch hier kommt es vor, dass das Feuer erlischt. Das fällt dann schon eher auf, wenn Nicknames, die man über Jahre in den Logbüchern gelesen hat, plötzlich nicht mehr auftauchen. Man bedauert, dass solche Cacher, mit denen man vielleicht sogar seine Runden gedreht und Wanderungen auf gemeinsamen Cachingtouren gemacht hat, sich plötzlich anderen Hobbies und Aktivitäten zuwenden und aus der Cacher-Community verschwinden.

Was aber für Dosensucher gilt, das ist bei den Reviewern auch nicht anders. 
Strohfeuertypen sind in dieser Gruppe zwar nicht anzutreffen. Aber nach einer kürzeren oder längeren Zeit dieser zeitaufwändigen Aktivität hat man vielleicht auch genug davon und der Reiz dieser elitären Gruppe – dazu noch für die meisten Cacher unbekannt und unidentifiziert – anzugehören, hat nachgelassen.
Mit der Kommerzialisierung des Geocachens hat sich manches auch für den Reviewer verändert. „Strohfeuer-Cacher“ legen unausgegorene Listings vor, weil man ja auch selbst schnell Caches auslegen will. Die Prüfung wird aufwändiger und mehr und mehr Differenzen zu den Richtlinien müssen geklärt und beseitigt werden. Um die weitere Entwicklung im Sinne von Groundspeak nicht zu gefährden werden mehr und mehr Zwangsarchivierungen durchgeführt. Oft trifft man auf verständnislose Owner, die nicht akzeptieren können, warum gerade ihr Cache betroffen ist. Reviewer machen sich unbeliebt und Anfeindungen und Pöbeleien sind dann nicht selten.
Und irgendwann werfen die freiwilligen Helfer von Groundspeak dann das Handtuch und beenden ihre Reviewer-Tätigkeit.

Das hat es in der Vergangenheit immer wieder mal gegeben. Dass allerdings auf einen Schlag gleich mehrere Reviewer – wie in den letzten Tagen – ihre Aktivität einstellen, ist neu. Vielleicht sollte man sich auch in Seattle über diese Entwicklung seine Gedanken machen. Man stelle sich vor: Ich will einen Cache auslegen und keiner schaltet ihn frei!

Kommentare:

  1. Das Problem ist, daß dieser Reviewer ihre Aktivität nicht eingestellt haben, sondern ihre Aktivität von Seattle aus eingestellt wurde.
    Es sollen da wohl Aussagen gefallen sein, wie "wir würden es begrüssen, wenn Du deine temporäre Auszeit in eine dauerhafte wandeln würdest."
    Einem anderen Reviewer wurde der Rücktritt nahe gelegt.
    Ich vermute mal, daß sie König Jeremy dem Fragwürdigen nicht genug gehuldigt haben.
    Erschwerend kam wohl noch dazu, daß auch andere Reviewer aktiv an den Demissionen mitgewirkt haben sollen... Also hackt eine Krähe der anderen doch die Augen aus :-(

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  2. Ohhhh, das ist ja was. Ich kenne mich in dieser "Szene" gar nicht aus, aber wenn es denn so ist, wie der Kommentator schreibt, denke ich mir meinen Teil. Ob das alles, wie sich die Dinge entwickeln, so doll ist...
    Und ich bin gespannt, wie es sich auf das Freischalten der Caches auswirken wird. Mir sind ja auch ein paar neue Reviewernamen aufgefallen, die di3 Lücken vielleicht schliessen. Das Freischalten dauerte beiuns in letzter Zeit meist fast eine Woche.
    Danke an Albatros für den interessanten Blog.
    Die irdischen Dinge sind vielleicht inzwischen unwichtiger? Jetzt, wo Geocaching den Weltraum erobert?

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