Mittwoch, 13. November 2013

Der Eden Cache – eine paradiesische Herausforderung

Als Gott in 7 Tagen die Welt erschaffen hatte, formte er aus der Erde des Ackerbodens den Menschen und setzte ihn in einen Garten mit köstlichen Früchten und in der Mitte mit dem Baum der Erkenntnis. So ist die Entstehung vom Garten Eden in der Bibel in der Genesis im 1. Buch Moses nachzulesen.
Und weil Adam, von Eva überredet, in die verbotene Frucht dieses Baumes biss, war Schluss mit lustig und beide wurden aus dem Paradies vertrieben.

Und weil in biblischen Texten – unabhängig von Glaubensfragen – oft mehr als nur ein Körnchen historischer Wahrheit verborgen ist, gibt es auch wissenschaftlich fundierte Untersuchungen diesen Garten Eden zu lokalisieren.
„Eden“ bezeichnete im Sumerischen die Steppe und so suchte man nach einem Ort, der vorher fruchtbar war, durch die Änderung der Verhältnisse – vielleicht in der letzten Eiszeit – austrocknete und die Menschen zu Ackerbau und Vorratshaltung drängte und die Veränderung der Ernährungsbasis als „Vertreibung aus dem Paradies“ benannt wurde.

Der Garten Eden wurde von einigen Wissenschaftlern im Gebiet von Täbris, der Hauptstadt von Ost-Aserbaidschan lokalisiert. Anders vermuten ihn in einem heute überfluteten Flussdelta im Bereich des Persischen Golfs und wiederum andere sind der Ansicht, dass es sich dabei um den Tempelgarten der Stadt Eridu, einer der ältesten sumerischen Stüdte in Süd-Mesopotamien, im Süd-Irak handelt.

Weit gefehlt!
Der Garten Eden liegt gerade mal 40 Autokilometer nordöstlich von Prag.und ist nach Überquerung des Flusses Labe, der später Elbe heißt, auf der dann folgenden 1. Abfahrt von der E 65 leicht zu erreichen.
Dort liegt nämlich an einem kleinen See der Eden Cache.

Hätten die Teilnehmer des Geocoin Festes im September 2013 in Prag sich dort nicht durch das Maze Europe gedrängt, um das seltene Icon zu erhalten oder im Eiltempo die 12 Icon-Tour oder sonstige Trails abgegrast, dann wäre Eden eine paradiesische Alternative gewesen.

Von einem Besuch ausgeschlossen wären natürlich die Geocacher, die den Sündenfall schon hinter sich haben und von der verbotenen Frucht naschten. Das sind diejenigen, die das Benchmark FH0141 virtuell als gefunden loggten, obwohl es real immer noch in der Ziegelwand einer Eisenbahnstation in Fort Smith, Arizona fest verankert ist.

Beim Eden Cache muss man bibelfest sein, denn an den angegebenen Koordinaten ist nur der Parkplatz. Die Anzahl der Gebote, der Evangelien des Neuen Testaments, die Anzahl der Regentage während der Sintflut oder die Anzahl der Bücher des Alten Testaments helfen zur Errechnung des Finals.
Und wenn man dann mit Mut in der Dunkelheit und von glänzenden Engeln geleitet am Ende ins „Paradies“ gelangt und den Schatz gefunden hat, dann kommt der wohl schwierigste Teil: die Wassertaufe im See, paradiesisch wie Adam und Eva, bei Tag oder Nacht, im Sommer wie im Winter, nackt wie Gott uns schuf.

Das Beweisfoto – 80 % der Körpers müssen sichtbar mit Blick in Richtung des Fotografen sein – muss als Fundbeweis veröffentlicht werden. What a Challenge!
Doch der Owner ist barmherzig: Eva kann bis zur Taille im Wasser stehen und ihre Hände benutzen, bei Adam hört das Wasser beim Knie auf. Hände hat er ja auch.

Seit Veröffentlichung im Oktober 2006 haben 290 ausschließlich tschechische Geocacher den Eden Cache gesucht, gefunden und durch 450 Beweisfotos dokumentiert.
Im Sommer mag das ja noch ein Vergnügen sein, aber im Winter, wenn zuerst das Eis aufgehakt werden muss, ist das für einen 2,5/1,5 Mystery schon eine Herausforderung.
Da verblasst im Vergleich sogar die  Walddusche von minz, dem coolsten Cache Deutschlands.


Auf Fotos aus den Logs verzichte ich dieses Mal. Wer die Gallerie durchstöbern will, der hat ja den Link. Wenn ich meinen Luxuskörper – ab Knie mit Handschutz – auch kaum einer sicher beeindruckten Öffentlichkeit preisgeben würde, so ist die Idee zu diesem Cache schon etwas außergewöhnlich und originell. 

Vielleicht kommt der Eine oder Andere ja wieder mal nach Prag!

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