Mittwoch, 21. November 2012

GC will Qualität der Caches verbessern – so geht es!



„Die Österreicher sind recht fleißig; kreativ und haben Spaß am Spiel. Das zeigt sich auch international und das kann und soll uns auch freuen.“

So war es im  Österreichischen Reviewer Blog vor kurzem zu lesen.
In dem Bericht über das von Groundspeak organisierte jährliche Reviewer-Treffen gibt es aber auch noch ein paar weitere interessante Informationen: In den USA sind 97 % aller Geocaches einfache Traditional. In Europa liegt dieser Anteil je nach Land bei 65 bis 80 % mit entsprechend mehr Multis und Mysteries.

Bei Groundspeak scheint man sich auch Sorgen um die Qualität der Caches zu machen und da hat man sich in Seattle einiges überlegt, was man im kommenden Jahr ändern könnte, damit nicht nur die Richtlinien eingehalten werden, sondern auch die Caches selbst einen Qualitätsschub erfahren.
Vielleicht ist man nach der Euphorie über die vielen neu ausgelegten Caches bei Drive-In-Powertrails und dem damit verbundenen Zuwachs an Neucachern, die  später einmal als Premium-Members wertvolle Beiträge leisten können, zur Erkenntnis gekommen, dass Masse nicht unbedingt ein langfristiges Erfolgsrezept ist.

Wie Groundspeak das Problem mit  den bei derartigen Powertrails oft lieblos in die Gegend geworfenen Mikros lösen könnte, wäre dabei recht einfach:

Von jedem bei Groundspeak angemeldeten Mitglied werden pro Kalendermonat maximal drei Caches - nach dem OK des Reviewers in Bezug auf die Richtlinien - kostenlos in die GC Datenbank aufgenommen. Damit erfüllt Jeremy weiterhin das vor Jahren abgegebene Versprechen, dass Geocaching für immer kostenfrei bleibt. Damit sich für Premium-Mitglieder der Beitrag rechnet, könnte ja deren monatliches Deputat auf fünf neue Caches aufgestockt werden
Damit sollte der „Cacheauslegebedarf“ eines aktiven Cachers eigentlich abgedeckt sein. Sollte das nicht reichen, dann wartet er halt auf den Beginn der Folgemonats, veröffentlicht seinen neuen Cache auf einer anderen Plattform oder lebt mit den jetzt kostenpflichtigen Änderungen.

Für alle Cache Neuanmeldungen, die über diese monatliche Basismenge hinausgehen, wird der Owner mit fünf Dollar pro veröffentlichten Cache zur Kasse gebeten. Bei einem Powertrail von z.B. 100 Caches addiert sich das ganz schnell auf fast 500 Doller. Da wird es sich mancher überlegen, ob er diesen Betrag investieren will. Wenn man berücksichtigt, wie intensiv die Kosten einer Premium-Mitgliedschaft diskutiert werden, dann wird es der kostenbewusste Dosenausleger vielleicht doch lieber sein lassen.

Er könnte aber auch mit dem in die Regelung eingebetteten Bonus rechnen: Für jeden Favoritenpunkt, der für einen der neuen Caches vergeben wird, erhält der Cacher eine Gutschrift von 25 Cent. Mit 20 Favoritenpunkten hat er dann bei einem Cache schon Break-Even erreicht. Allerdings nur bei einem Cache. Bei seiner Power-Runde von 100 Caches bräuchte er schon 2000 Favoritenpunkte, verteilt auf seine Caches. Diese Anzahl zu erreichen ist wohl etwas utopisch. Aber der Spaß, eine solche Runde auszulegen, sollte dem Ausleger einer Power-Runde auch etwas wert sein. So wären die Favoritenpunkte nicht nur eine freundliche Empfehlung, sondern bekämen einen echten Sinn.

Man könnte dabei auch noch zwischen „normalen“ und „halb-kommerziellen“ Caches, die im Auftrag von Gemeinden oder Tourismus-Verbänden ausgelegt und bei GC gelistet werden, durch die Höhe der „Aufnahmegebühr“ unterscheiden. Das allerdings ist über eine kleine Änderung der Datenbank zur Verwaltung der Belastungen und Gutschriften nur schwer zu handhaben, da der auslegende Cacher ja unter seinem Nickname auch eigene Caches veröffentlichen will.

Interessante Einzelcaches – sogenannte Qualitäts-Caches – bringen dem Owner durch die Favoritenpunkte im Laufe der Zeit ein Guthaben, das er zur Bezahlung der Premium-Mitgliedschaft, für den Kauf von TBs oder ähnlichem nutzen kann.

Und damit der Reviewer nicht leer ausgeht, wird ihm  für die Freischaltung eines solchen bezahlten Caches ebenfalls ein einmaliger Betrag von 25 Cent pro Cache gutgeschrieben, die er als Verzehrbon beim jährlichen Reviewertreffen  verprassen kann.
Viel zu verprassen wird es allerdings nicht geben, denn ich gehe davon aus, dass die Zahl der neuen Powertrails stark rückläufig sein wird und sich die „Qualität“ der Caches dadurch automatisch verbessert.

Jetzt grüble ich noch darüber nach, ob ich meine revolutionäre Idee ins Headquarter mailen soll. Aber wahrscheinlich denken die ja schon in  diese Richtung und ich kann mir die Mühe der Übersetzung sparen.
Schau ma mal was 2013 uns bringen wird. 

Mittwoch, 14. November 2012

Von Bodenlegern und Baumhängern


Jeder hat so seine lieben Gewohnheiten und das gilt auch für das Verstecken von Caches im Wald..
Wer damit begonnen hat, seinen Petling oder seine Filmdose – es gibt ja kaum noch anderes – an die Wurzel einer dicken Fichte zu legen und mit einem Stein abzusichern, der wird diese Methode häufig beibehalten. Mangels einer dicken Fichte wird vielleicht auf eine Buche ausgewichen und der Stein wird auch einmal durch einen Hasengrill ersetzt. Das Grundprinzip der „Bodenleger“ bleibt: Wurzel und Hasengrill oder Stein.
Zu dieser Kategorie gehören auch die „Bodenstecker“, die Petling oder Filmdose an einer markanten Wurzelstelle tief in den Boden drücken und dann ähnlich mit Stein oder Hasengrill tarnen.
Besser vorbereitet verstecken die „Baumhänger“ ihre Caches. Da wird schon daheim vorbereitend ein Drahthaken oder ein Kabelbinder um den Petling befestigt und der Cache dann – meist in Augenhöhe – am Rande des Wegs an den Ast eines gut zugänglichen Baumes gehängt.
„Astlochbestücker“ gehören zu der Spezies, die jedes Astloch magisch anzuziehen scheint. Der Mikro ist hier bestens geschützt aufgehoben, sofern das Astloch nicht gerade der Eingang zu einer dahinter liegenden Wohnhöhle eines Waldbewohners ist, der, unwirsch über die Störung, das Döschen schon bald wieder nach außen befördert.
Bei den „Astgablern“ muss man, sofern das Versteck nicht einsehbar ist, vorsichtig agieren. Bei einem blinden Zugriff auf 2,30 m Höhe kann man schon – wie vor ein paar Jahren meine Erfahrung mit Feuerameisen in Florida – sehr schmerzhafte und negative Erfahrungen machen. Da manche Astverzweigung als kleines Kuhle ausgebildet ist, sammelt sich dort Regenwasser an  man wühlt im Sommer in schlammiger Brühe oder man schaut im Winter durch blankes Eis auf das eingefrorene Döschen.
Der "Dosenklemmer" drückt den Petling zwischen zwei sich verzweigende Äste, wobei Filmdosen häufig deformiert werden und nicht mehr wasserdicht schließen. Beim „Totholzschrauber“ steckt der Petling in einer am gesplitterten Baumstamm befestigten Blechlasche und die „Baumstammverstecker“ finden meist eine passende Astverzweigung an einem gefällten Stamm. Bei der Suche nach dem Cache eines „Erdwurzlers“, wo der Cache im erdverkrusteten Wurzelbereich eines von einem Sturm umgelegten Baums versteckt ist, kann man bei der Suche mitunter schon mal eine vor sich hindösende Kröte aus ihrem Versteck verscheuchen.
Nicht naturgegebene Verstecke wie Bänke, Pavillons oder Hinweisschilder werden als Varianten zur Abwechslung auch gerne genutzt und in eine Runde eingemischt..
Aber es gilt: Jeder hat so seine lieben Gewohnheiten und wenn man bei einer Wanderrunde in einem weniger bekannten Revier die ersten Caches eines Owners gefunden hat, dann kann man in der Regel davon ausgehen, dass der Rest ähnlich versteckt ist. Ein Bodenleger wird selten zum Baumhänger mutieren, sondern im Allgemeinen seiner Versteckmethode treu bleiben. Das macht ihn und seine Caches berechenbar und man kann bei so einer Wanderung mit kurzen Suchzeiten rechnen. Das ist durchaus angenehm, wenn die Wanderung - durch ein landschaftlich attraktives Gebiet mit schönen Aussichten - Mittelpunkt steht und man bei dieser Wanderung – aufmerksam gemacht und angelockt durch die Caches – als Abwechslung auch ein paar Döschen suchen will.

Es geht aber auch anders. Mitunter findet man eine Runde, bei der jeder Cache auf eine andere, teils sehr aufwändige Art versteckt ist. Bei diesen Runden ist die Suche nach der Dose der Schwerpunkt und die Wege dazwischen, von einem Cache zum anderen, nur Beiwerk. Auch so eine Cachingtour hat seinen großen Reiz.
Vor Kurzem war ich in NRW auf Tour und die  Polly’s Runde ist ein Beispiel für eine Waldrunde der zweiten Art. Neun Verstecke und jedes originell und anders gestaltet. Da hat sich der Owner Pollylabby mit seiner ganzen Kreativität ausgetobt und es gab sogar ein Versteck, dass ich in all den Jahren in dieser Form noch nicht gesehen habe. Ein originelles Highlight ist auch der abschließende Bonuscache. Seit Veröffentlichung Ende Juli 2012 wurde der Bonus 134 Mal als gefunden geloggt. Die dabei vergebenen 103 Favoritenpunkte sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, dass nicht nur einfache Wanderrunden, sondern auch etwas kniffligere Suchrunden ihre Fans haben.



Montag, 5. November 2012

Gegen die Richtlinien und ohne Reviewer


Er stand in seiner Küche und begutachtete den schwarzen 20 Liter Plastikeimer, in den er schon einiges verstaut hatte: Eine CD mit einer Topo Karte der USA, Videos, ein paar Bücher, eine Dose Bohnen, vier Dollar-Banknoten und eine Steinschleuder. Bevor er mit dem schwarzen Deckel den Eimer wasserdicht verschloss, legte er noch eine Plastikhülle mit einem Zettel als Logbuch hinein und betrachtete dann zufrieden sein Werk, bevor er Eimer und eine Schaufel in sein Auto packt und sich auf den Weg machte.
Allmählich wurde die Besiedlung dünner und nur noch vereinzelte kleinere Farmen und Häuser verloren sich rechts und links vom Weg. Auch an einigen Christbaum-Plantagen fuhr er vorbei, bis er in die South Fellows Road und auf die Straße durch den Wald der Port Blakely Tree Farm einbog. Hier windet sich die Straße durch einige Kurven. An einer Ausweichstelle parkte er sein Fahrzeug. Mit der Schaufel hob er am Waldrand ein tieferes Loch aus, versenkte den Plastikeimer bei exakt N 45.17.460 W 122.24.800 und fuhr zufrieden nach Hause.

So, oder ähnlich hat Dave Ulmer am 3. Mai 2000 den ersten Cache vorbereitet, in einem Waldstück in Oregon ausgelegt und damit „Geocaching“ in die Welt gesetzt.
Noch am gleichen Tag veröffentlichte er in einer Navigations-Newsgroup eine e-mail mit den Koordinaten. „Well, I did it, created the first stash hunt. Lots of goodies for the finders. Look for a black plastic bucket buried most of the way in the ground.”
 “Gunna see if we can get thousands of these all over the country…”
Inzwischen sind es fast zwei Millionen Caches und über fünf Millionen Geocacher, die regelmäßig auf Schatzsuche gehen. Begonnen hat es an diesem 3. Mai 2000 mit dem Cache von Dave Ulmer in einem Wald in Oregon.

Wenn es damals schon Richtlinien und Reviewer gegeben hätte, wir würden vielleicht noch heute gelangweit Daumen drehen oder uns die Zeit auf andere Art vertreiben. Heute wäre Dave Ulmer’s Cache, mit dem alles begann, wohl nicht mehr veröffentlicht worden, denn mit seinem Cache hat er gleich gegen mehrere Regeln verstoßen.
 Dave hatte keine Genehmigung des Eigentümers, um auf dessen Gelände einen Cache zu plazieren. Die Genehmigung des Geländeeigentümers ist heute eine wesentliche Voraussetzung, wahrscheinlich aber auch eine, gegen die am häufigsten verstoßen wird.
Zwar schließt die auf der Homepage der Port Blakely Tree Farm veröffentlichten Regeln für das Betreten des Privatwaldes das Ausheben von Löchern nicht aus – vielleicht weil niemand an so eine Möglichkeit gedacht hatte, aber im Sinne des Eigentümers war das, bei der Empfindlichkeit der Amerikaner mit „Private Property“, sicher nicht.
„Geocaches dürfen niemals vergraben werden“ ist eine andere fundamentale Richtlinie, gegen die Dave Ulmer verstoßen hat und gerade diese Vorschrift scheint ja für manchen Reviewer heute eine der wichtigsten Vorschriften zu sein.
Auch Banknoten oder Lebensmittel in einen Cache zu deponieren ist, wenn auch nach meinem Wissen nicht explizit verboten, doch eher grenzwertig.

Was für ein Glück für alle heutigen Geocacher, dass es damals noch keine Richtlinien und Vorschriften gab und an Reviewer, die solche Regeln zur Platzierung von Caches streng überwachen, auch noch nicht gedacht wurde.
Beides brauchte man auch nicht, denn die paar Geocacher richteten bei der Suche nach den wenigen Caches kaum Schaden an. Das ändert sich aber, wenn Tausende auf der Suche nach immer mehr Caches durch die Gegend trampeln.

Dave Ulmer 
Ein paar Jahre später schrieb Dave Ulmer über den GC 92 Un-Original Stashder nach dem Verlust des Cache # 1 im Oktober 2000 ein paar Meter weiter im Wald ausgelegt wurde: „Die Lichtung ist jetzt durchzogen mit Trampelpfaden, die aus allen Richtungen auf den Baumstamm zuführen. Farn ist vollständig niedergetrampelt. In einem Umkreis von 10 m um den Baumstamm ist nur noch Matsch. Die Initialen vieler Geocacher sind in den Baumstamm geritzt …. OK, OK. Ich gebe auf. Jegliche Weiterentwicklung des Sports Geocaching sollte sofort aufhören.“

Dave Ulmer war in mancher Beziehung ein Visionär und mit seiner Prognose, dass Geocaching Gefahr läuft, mehr und mehr in einen von Konkurrenzdenken dominierten Wettbewerb auszuarten, der immer kommerzieller wird und keine Rücksichten auf Natur und Ökologie nimmt, hat er nicht ganz unrecht behalten.
Je mehr Geocacher auf der Suche nach wild ausgelegten Dosen durch die Landschaft streifen und je mehr solche Dosen ausgelegt werden, umso größer das Risiko einer Beeinträchtigung der Umwelt und desto größer auch das Risiko, als Geocacher pauschal einen schlechten Ruf zu bekommen.

Und deswegen brauchen wir heute auch Richtlinien und Regeln - und auch Reviewer, die über deren Einhaltung wachen.

Montag, 29. Oktober 2012

Bildungsreisen als Caching-Events ?


Ein Event-Cache ist nach der Definition im Glossar von Geocaching die Zusammenkunft von lokalen Geocachern oder Geocaching Organisationen um Geocaching zu diskutieren. Und auch das CacheWiki erläutert, dass Event Caches zum Kennenlernen von Cachern und zum Gedankenaustausch gedacht sind.

So hatte ich es bisher eigentlich auch verstanden: Ein einmaliges oder als Stammtisch regelmässiges  gemütliches Treffen, um neue Cacher kennenzulernen oder den neuen die Möglichkeit zu bieten, die „alten“ kennenzulernen, Man feiert ein Cacherjubiläum oder tauscht Erfahrungen aus, lauscht den Geschichten anderer und hat auch selbst ein interessiertes Publikum für die eigenen Stories. Kurz, man fühlt sich im Kreise Gleichgesinnter einfach wohl.

Diese „traditionellen“ Events scheinen jetzt Konkurrenz durch Bildungsreisen-Events zu bekommen.
 Da plant für Anfang März 2013 eine Gruppe aus Schweden eine Bildungsreise in die Ukraine. Ob es sich dabei ausschließlich um Geocacher handelt ist nicht erkennbar, aber zumindest etwa 25 von ihnen sind begeisterte Geocacher.
Nun ist die Ukraine bei den meisten Cachern ein großer weißer Fleck auf der Landkarte. Es wäre doch schön, wenn man bei dieser Gelegenheit das Land auf der Karte im eigenen Profil einfärben könnte und mit etwa 250 Caches, viele davon in und um Kiew, sollte das ja auch mit einem oder ein paar Funden gelingen.

Es geht aber auch einfacher: 
Man veranstaltet mit der Gruppe der reisenden Geocacher einfach ein Geocaching-Event an den Orten, die bei dieser Reise besucht werden.

Und so gibt es in Babij Jar, in einem Vorort von Kiew, wo im September 1941 fast 34.000 Juden ermordet wurden, ein erstes Event  Remembrance zu dem sich – teilweise mit grinsenden Smileys – schon über 25 Reiseteilnehmer angemeldet haben. Welch ein passender Ort, um Fragen zu Geocaching zu diskutieren.
Einen Tag später nach einer gemeinsamen Busfahrt nach Tschernobyl wird dort mit Sönderfall die nächste Besichtigung und das nächste Event stattfinden. Auch hier gibt es bisher ausschließlich Anmeldungen aus der schwedischen Reisegruppe. Ist vielleicht auch nicht verwunderlich, denn in der Eventbeschreibung ist ja erwähnt, dass der Zugang in die Zone nur dann möglich ist, wenn man eine Spezialerlaubnis hat und das bedeutet, dass man an einer organisierten Tour teilnehmen muß. Die Schweden werden wohl unter sich bleiben.
Vielleicht haben sie die Chance lokale Cacher beim 3. Event in Poltava MMXIII zu treffen. Das dortige Denkmal erinnert an die vernichtende Niederlage der Schweden gegen Zar Peter I im Jahr 1709. „Local Geocacher are more than welcome to join but please bear with us when it comes to the fact that it is hard to provide an exact time“ so steht es bei diesem Event im Listing. Man will halt doch lieber unter sich bleiben.

Geocacher auf Reisen haben ja mitunter schon des öfteren ein Event im Ausland ausgerichtet, um in ihrem Urlaub oder auf einer internationalen Cachingtour andere Geocacher in größerer oder kleinerer Runde zu treffen.  
Das schwedische Event-System als Beifang zu einer gemeinsamen Reise ist allerdings neu für mich. Jetzt kann wohl jeder, der wohin auch immer, auf Reisen geht, ein Event anmelden, um seine Länderstatistik to pimpen.

In den Geocaching Richtlinien ist für Events unter anderem nachzulesen:
„If an event is already organized outside of the geocaching community, and/or it would take place regardless whether or not it is listed on Geocaching.com, it is likely not an event cache." 
Vielleicht kommt doch noch jemand auf die Idee, dass diese Events nicht von den Richtlinien abgedeckt sind und mit Geocaching aber auch wirklich nichts zu tun haben.

Freitag, 26. Oktober 2012

Neues aus Altensteig – Geocaching forever



 Als der Baumeister den Beschluss der Schildbürger, ein neues repräsentatives Rathaus zu bauen, in die Tat umsetzte, da hat er bei der Bauausführung doch glatt die Fenster vergessen. Als Konsequenz war es im Rathaus dann leider stockfinster. Um dem abzuhelfen, versuchten die Schildbürger das Sonnenlicht in Eimern einzufangen und in das Rathaus zu tragen.

Weil Vögel aus dem frisch eingesäten Gemeindeacker die Samen aus der Furche pickten, beschloss der Gemeinderat, dass diese Samenräuber zum Wohl der Gemeinde durch den Gemeindevorsteher vertrieben werden sollten. Damit er dabei aber nicht die Saat zertrampelt, wurde er von vier starken Männern auf einer hölzernen Plattform über das Feld getragen.

Das sind nur zwei der bekannteren Schildbürgerstreiche, über die man sich seit 1597, als im Lalebuch die ersten  „wunderseltsamen, abenteuerlichen, unerhörten und bisher unbeschriebenen Geschichten und Taten“ veröffentlich wurden, köstlich amüsiert.

Seit ein paar Tagen kann man die Schildbürgerstreiche aus dem fiktiven Ort Schilda um einen ganz realen Streich aus der real existierenden Gemeinde Altensteig im nördlichen Schwarzwald ergänzen.

Der Schriftzug „Geocaching Forever“ war ein von einem Team von vier Cachern ausgelegtes Landmark im nördlichen Schwarzwald, das 19 Wanderrunden von je 5 – 10 km Länge auf insgesamt 130 km Wegstrecke mit 286 Caches umfasste.
Ein Teil der meist am Rande der Waldwege an Baumstümpfen befestigten oder locker in einem Baum hängenden Petlinge lag auch auf Altensteiger Gemeindegebiet.
Der Ansturm der Geocacher sorgte, wie der Schwarzwälder Bote am  23.05.2012 berichtete, für „Unmut vor allem bei Jägern, die durch die Aktivitäten der Geocacher die Ruhe des Wildes und die Unversehrtheit der Natur bedroht“ sahen. Der Bürgermeister sah die Gefahr, dass Jagdpachtverträge gekündigt würden und darüber hinaus noch das Risko, „dass das allgemeine Betretungsrecht  (des Waldes) eingeschränkt wird, und dann müssen alle drunter leiden“. Und so folgte der Rat  mit einer einzigen Gegenstimme dem Vorschlag ihres Bürgermeisters, auf den Flächen der Stadt Altensteig das Geocachen zu verbieten.

Kein halbes Jahr später kann man im Schwarzwälder Boten erneut über Altensteig und Geocaching lesen. Diese Mal wird über eine Ratsversammlung berichtet, bei der die Mitglieder des Gremiums über die positiven touristischen Impulse durch Geocaching informiert werden. Andere Städte der Schwarzwaldregion hätten ihre Geocaching-Angebote intensiv beworben und damit sehr gute Erfahrungen im touristischen Bereich gemacht.
Auf Antrag der Verwaltung votieren die gleichen Gemeinderäte, die fünf Monate vorher fast einstimmig das Cacheverbot erlassen haben,  mit 18 Ja-Stimmen (2 Nein, 4 Enthaltungen) dafür, dass ein „Anbieter“ für 10.600 Euro sechs Geocaching-Touren entwirft und auslegt.
Wenn man die auf anderen Gemarkungen von ihm bereits ausgelegten durchaus attraktiven Runden als Maßstab nimmt, werden auf der Gemarkung Altensteig dadurch etwa so viele Dosen liegen, wie vorher bei den zwangsentfernten „Geocaching Forever“ Runden.

Mit einem einzigen Unterschied: Bei Geocaching Forever wurden die Runden durch engagierte Cacher kostenlos ausgelegt und gewartet. Jetzt kostet das „Basispaket“  - was immer das bedeutet - den Bürgern 10.600 Euro. Vielleicht fallen da auch noch laufende Wartungskosten an.

 Man sollte – die Eingangsstory aufgreifend - Bretter zum Plattformbau nach Altensteig schicken. Eigentlich könnte man sich das aber auch sparen, wenn die Verantwortlichen in einem lichten Moment Fenster aus den Wänden des stockfinsteren Rathauses herausbrechen. Dann könnte man die Bretter vor dem eigenen Kopf erkennen und sie dann kostengünstig zum  Plattformbau nutzen.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Cache-Müll


Nach einem Bericht des Umwelbundesamts beträgt der Anfall von Verkaufsverpackungen bei privaten Endverbrauchern im Jahr 2009 insgesamt 7.128,1 Tsd. Tonnen Müll, wobei 84,2 % recycliert bzw. wieder verwertet wird.
Über ein Viertel des Verpackungsmülls sind Kunststoffe, bei denen immerhin fast 300.000 Tonnen irgendwo unverwertet in der Landschaft liegen bleiben.
Bei den Getränkedosen – aus Weißblech oder Aluminium – ist speziell bei den Weißblechdosen mit einem Verbrauch von 405,5 Tds Tonnen die Verwertungsquote mit 95,0 % am Höchsten. Aber auch hier liegen allein im Jahr 2009 etwas 20.400 Tonnen unverwertet irgendwo herum und jährlich kommt neuer Abfall dazu.
Wie oft sieht man auf Parkplätzen, sogar neben Abfallbehältern, oder im Wald achtlos weggeworfene Getränkedosen, die langsam verrosten und verrotten und das leider oft geringe Umweltbewusstsein Einzelner dokumentieren.

Wie schaut es da mit dem Cache-Müll aus?
Rund zwei Millionen Caches sind aktuell weltweit aktiv. Wenn ich meine eigene Statistik als Muster nehme, dann kann man davon ausgehen, dass mehr als eine halbe Million Caches in den vergangenen Jahren archiviert wurden. Weil bei einem Teil davon die Dose – ob Filmdöschen, Petling oder Tupperdose – nicht eingesammelt wird, liegen verstreut auf dem Globus in Wald und Flur etwa 100 Tonnen Geocacher-Schrott herum.
Wenig im Vergleich zum sonstigen Müll allein in Deutschland, aber nach meiner Meinung 100 Tonnen zu viel.

Unnötiger Abfall beginnt schon damit, dass ein erfolgloser Sucher einfach einen neuen Petling mit Logbuch an den Final Coords auslegt. Statt einen DNF zu loggen, scheint dies besonders bei Drive-In-Powertrails eine beliebte Methode zu sein. Auch ich habe schon mehrmals zwei Döschen bei einem Cache gefunden und auch schon Listings gelesen, bei denen der Owner darum bittet, bei erfolgloser Suche keine neuen Dosen auszulegen.

Mit einer alten PQ war ich dieser Tage unterwegs und habe dabei  Am Wegesrand meinen Namen bei einer Filmdose im Logstreifen hinterlassen. Daheim angekommen war ich dann doch etwas überrascht, dass dieser Cache vom Owner selbst bereits 3 Wochen vorher archiviert wurde. Wenn ein Cache vom Owner selbst archiviert wird, dann ist es wohl selbstverständlich, dass auch die Dose vor Ort beseitigt wird.

Das dürfte allerdings beim Baum 2.0 etwas aufwändig werden. Der Kultcache, der in den letzten drei Jahren von 83 Teams aus ganz Deutschland gesucht und gefunden wurde, ist nach Problemen mit den Forstbehörden Anfang Oktober 2012 vom Owner archiviert worden. Darüber sind nicht nur die T 5 – Cacher, sondern sicher auch die 155 Cacher, die ihn auf der Watchlist haben, traurig. In Zukunft wird es keine lesenswerten Logs und Bilder vom Besteigen dieses Baumes mehr geben, bei dem die Dose in über 50 m Höhe hängt. Sollte der Owner die Dose beseitigen, dann wird das wohl eine mehrstündige Klettaktion mit Bigshot und 60 m Seil – bis zur Basisstation auf halber Höhe – geben.

Auch dieses Beispiel, wie Geocaching-Müll produziert wird ist noch keine Woche alt und hier ist es ein übereifriger Reviewer, der durch eine Archivierung Tabula Rasa gemacht hat.
Das TB Hotel Nürnberg Feucht liegt in der Nähe der Autobahn-Raststätte am Ludwig-Main-Donau-Kanal, wurde bereits über 1.400 Mal gefunden und hat – ungewöhnlich für ein TB Hotel – 43 Favoritenpunkte. Ein cachender Zeitgenoose loggte am 11.09.12 ein „Needs Archived“ weil hier immer Trackables verschwinden sollen und der Owner kein Interesse mehr zu haben scheint. Nach dem Listing scheinen drei TBs nicht vorhanden zu sein. Daraufhin wurde bereits zwei Tage später der Cache „temporarily disabled“. Das ging ratzefatz!
Und weil sich der Owner nicht mit einem Maintenance-Log gemeldet, sondern nur den Cache in Ordnung gebracht und mit neuem Logbuch bestückt hatte, wurde er am 10.10.12 vom Reviewer archiviert.
In den knapp vier Wochen zwischen den beiden Aktionen gibt es mehrere Logs, speziell von Gekko0Geo vom 01.10. als Note, der bestätigt, dass Box und Logbuch erneuert wurden.
Ich bin auf meiner Kanal-Tour eigentlich nur aus Neugierde an die Location und da alles in einwandfreiem Zustand war, habe ich nichts ahnend einen TB abgelegt.
Was geschieht jetzt mit so einem zwangsarchivierten Cache-Schrott, der in diesem Fall ja keiner ist? Irgendwie habe ich auch dem TB-Owner gegenüber ein schlechtes Gefühl.
Vielleicht wird der Cache vom Reviewer, der Logs anscheinend nicht liest, auch wieder re-archiviert?

Generell sollte jeder, der an Geocaching irgenwann einmal die Lust verliert, für die von ihm ausgelegten Caches auch die Verpflichtung haben, seinen Schrott wieder einzusammeln, wenn er keinen finden sollte, der den Cache adoptiert.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Challenge-Caches auf der Sophienhöhe – die etwas anderen Mysteries


Wenn in den kommenden Monaten die Tage wieder kürzer werden und das neblige, kalte und nasse Herbst- und Winterwetter das Outdoor-Vergnügen etwas einschränkt, kommt abends die Zeit der Mysteries.
Dann sitzt man an seinem PC, surft zu verschiedenen Seiten und versucht, die Rätselcaches zu lösen, um dann, an einladend schönen Tagen, die tatsächlichen Koordinaten des Finals für die Suche vor Ort parat zu haben.
Und so entwickelt man sich Schritt für Schritt zum Experten in Kryptologie, kennt den Freimaurercode, die Morsezeichen und weiß, wie man Daten aus Bildern extrahiert. Man poliert seine Kenntnisse in Mathematik oder Geographie auf, sucht Gebäude oder Denkmäler in Google Earth oder löst Puzzles oder ein Sudoku. Zufrieden ist man erst, wenn der Geochecker grünes Licht gibt und die Koordinaten bestätigt. Dann wandert der Cache vorerst in den „to-do-Ordner“, um bei passender Gelegenheit in eine Caching-Tour integriert zu werden.

Challenge-Caches sind, wie alle Caches, die nicht in die üblichen Kategorien passen, Mysteries mit dem blauen Fragezeichen. Aber, sie sind etwas andere Mysteries. Bei ihnen sind die veröffentlichten coords die tatsächlichen Koordinaten, bei denen der Cache zu finden ist. Allerdings müssen zum Finden definierte Bedingungen erfüllt sein. Diese Voraussetzungen basieren auf den bisherigen persönlichen Leistungen und Funden eines Cachers und müssen beim Loggen entsprechend nachgewiesen werden.
Die ziemlich detaillierten Regeln für Challenge-Cacher sind in den  Guidelines oder auf der deutschen Reviewer-Seite nachzulesen.

Einige dieser Challenges, die man in den USA findet, haben sich bei uns noch nicht durchgesetzt. So kenne ich keine Challenge, bei der man als Voraussetzung Caches gefunden haben muss, bei denen der Cachename mit den Buchstaben des Alphabets von A bis Z beginnt und man das ganze Alphabet gefunden haben muss. Auch Herausforderungen – wie in den USA – mit 25 gefundenen Caches die das Wort „quiet“, „water“, „ice cream“ oder „welcome“ im Cachenamen enthalten oder 50 gefundene Caches mit einem Tiernamen, gibt es bei uns – noch – nicht. Aber wie so manches droht vielleicht auch diese Cacheart den Weg über den Atlantik nach Deutschland zu finden.

(Dank Nabane's Kommentar kenne ich jetzt auch zumindest drei ABC Caches - sämtlich in Baden-Württemberg: GC328Y0 ABC Cache Challenge von ichel bei Bad Herrenalb, GC3GQ6C A(lfa) B(ravo) C(harlie) Challenge by ivantino in Freiburg im Breisgau und den archivierten GC3DZ25 Anton, Berta, Cäsar (Challenge Cache) by Heumel01 in der gleichen Gegend. 
Danke für den Hinweis.)

Challenge-Caches gibt es in allen Regionen Deutschlands, aber das Zentrum und das Highlight deutscher Challenge-Caches ist wohl auf der Sophienhöhe bei Jülich im Landkreis Düren, NRW zu finden. Die Abraumhalde aus dem Braunkohle-Tagebau, die sich etwa 200 m über der Jülicher Börde erhebt und über 13 qkm einen langgezogenen Höhenzug bildet, hat sich durch Rekultivierung in den vergangenen fast 35 Jahren zu einem von vielen Wanderwegen durchzogenen Erholungsgebiet entwickelt.

Rund 40 Challenge-Caches sind hier oben versteckt. Die Prüfung, ob man die Qualifikation für einen Cache erfüllt, kann in der Vorbereitung schon aufwändig sein. 50 oder 100 Caches in Sachsen, Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg sind ja im Profil oder mit GSAK noch schnell nachzuprüfen. Ob man allerdings je ein Event in fünf verschiedenen Ländern besucht hat, einien Earthcache in jedem deutschen Bundesland oder in zwei aufeinander folgenden Monaten der Jahre 2000 oder 2001 jeweils drei Caches gefunden hat, das erfordert schon etwas mehr Sucharbeit.
Schade, wenn man sich anschließend seine Wanderroute zusammenstellt und mangels einem fehlenden Kriterium an einer Dose vorbeilaufen muss.
Obwohl die Difficulty-Wertung der Caches meist zwischen 2,5 bis 5,0 schwankt gab es in meiner 81-er Matrix nur einen Zuwachs, weil die Terrain-Wertungen sich korrekt an den Bedingungen vor Ort orientieren.
Am Ende waren es 13,8 km an einem sonnigen kühlen Herbsttag auf der Sophienhöhe – und 433 Höhenmeter in einer sonst recht flachen Gegend.
Wem diese Herausforderungen nicht genug sind, der kann sich dann noch am Powertrail Stasiboom im Herzogtum mit seinen 142 Caches austoben. Früher hieß diese Runde übrigens „Dosenruhm im Herzogtum“. Nach einer lt. Owner „Anscheiss- und Archivierungsposse“ in der Region wurde die Runde dann von ihm umgetauft. 
Aber das ist eine andere Geschichte.