Sonntag, 3. Juli 2011

Ein Mega-Event ohne eigene Geocoin?

Ist ein Mega-Event ohne eigene Geocoin wie eine Kuh ohne Fahrrad?

Es hat sich bei den Organisatoren von Mega-Events eingebürgert, dass passend zum Event eine eigene Geocoin geschaffen wird. Meist ist sie schon in der Plastiktüte für die Teilnehmer gemeinsam mit entsprechendem T-Shirt und sonstigen Gimmicks, die man als Gegenwert für seine Teilnahmegebühr bei der Registrierung bekommt, enthalten.
Für die veranstaltende Gruppe ist die Coin ein Finanzierungsfaktor, denn mit dem Überschuss aus Herstellungskosten und Verkaufspreis kann man Finanzierungslücken schließen und das finanzielle Risiko des oft umfangreichen Beiprogramms abpuffern.
Für die Teilnehmer scheint das Gemeinschaftserlebnis eines Events mit meist 1000 und mehr Cachern – für manche auch das Mega-Icon – das wichtigere Argument, bei so einer Veranstaltung teilzunehmen. Wegen der Coin macht sich wohl niemand auf den Weg zu einem der immer häufiger stattfindenden Mega-Events.
Trotzdem gehört die Event-Coin einfach dazu und ist eine schöne Erinnerung an nette Kontakte und Erlebnisse, an freundschaftliche Gespräche und unvergessliche Stunden und Tage beim Event oder der Pre- und After-Tour auf Anreise oder Heimfahrt. Im Gegensatz zu anderen gekauften „Standardcoins“ ist sie mit vielen eigenen Erlebnissen verknüpft und so ein Anker, der Erinnerungen wach werden lässt.
Die Gruppe der Organisatioren geben sich dabei mit einfachen runden Coins nicht zufrieden. Der Kreativität sind dabei wenig Grenzen gesetzt. Beim Geowoodstock VII in Bell Buckle, Tennesse war es ein 77 mm lange und 24 mm hohe "Coin", die den Umrissen von Tennessee nachempfunden war. Nur der kleine Berggipfel als Hinweis auf die Appalachian fällt etwas aus dem Rahmen. Und so wie der Staat selbst – was wir aus einem bekannten Song ja wissen – ist die Rückseite in einem intensiven Grün.
Für das GeoWoodstock VIII in Carnation, Washington in der Nähe von Seattle haben die Macher versucht, einen Totempfahl mit den traditionellen Motiven der im dortigen Gebiet ansässigen First Nations als Coin zu gestalten. Dies ging bis in die Farbwahl für diese Coin.
Erfreulicher Weise hat man sich bei der Größe der Coin aber nicht an den Proportionen der bis zu 30 m hohen Totempfähle gehalten. Das hätte dann schon zu Problemen bei der Aufbewahrung geführt.


Beim GeoWoodstock IX in Warren, Pennsylvania, das am 2. Juli 2011 stattfand, ist man wieder zur Form einer traditionellen runden Coin zurückgekehrt. Eine Neuerung gab es auch: Die T-Shirt, meist in etwas gewöhnungsbedürftigen Farben, die am Rücken mit den Namen und Logos aller Sponsoren geschückt sind - man kommt sich vor wie eine Litfass-Säule - sind jetzt auch mit einer Trackingnummer versehen und bei Geocaching.com als Travelbug logbar.

Nur die wenigsten dieser Coins werden jemals auf Reisen geschickt. Die meisten bleiben - aktiviert oder nicht aktiviert - als für den Besitzer wertvolle Erinnerungsstücke in der eigenen Sammlung, die man nicht nur an trüben Novembertagen herausholt, um sich mit den damit verbundenen Erinnerungen sein Gemüt zu erwärmen.

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