Mittwoch, 20. Juli 2011

Es geht ein Proxy auf Reisen

Jeder der sich mit Geocoins beschäftigt kennt den Konflikt:
Da hat man über einen Coinhersteller oder Coinhändler eine besonders ansprechende Coin erworben, hat eine unaktivierte eingetauscht oder eine geschenkt bekommen … und was nun?
Soll man sie wie einen Travelbug auf Reisen schicken mit dem leider sehr realen Risiko, dass sie nach ein paar Stationen verschwunden ist und nie mehr auftaucht oder soll man sie in der privaten Sammlung verstecken, um das dicke und schwere Album ab und zu auf ein Event mitzunehmen, um dort seine Schätze zu zeigen?
Manche Geocoins sind wie Anker, die einem an bestimmte Situationen, Ereignisse und Erlebnisse erinnern und sie wieder lebendig werden lassen. Coins von den besuchten Mega-Events oder Coins von Ländern, in denen man gecacht habe, werden wohl eher in einer privaten Sammlung bleiben und nicht auf den Weg geschickt.
Ein anderes Beispiel einer für mich besonderen Coin ist die „Georgia 2006 Peach Geocoin“. Von diesem seltenen Stück wurden Ende 2005 nur 300 geprägt und nach dem Windhundprinzip abgegeben. Genau um 18:00 h MEZ war weltweit die Bestellseite geöffnet. Ich hatte mich vorbereitet und saß gespannt am PC. Um 18:02 h ging meine Bestellung raus und ich hatte Glück, denn drei Minuten später waren die Coins ausverkauft. Soll man so eine Coin auf Reisen schicken?
Um sich vor dem Verlust von solchen „Wertstücken“ zu schützen und sie dennoch auf die Reise zu schicken findet man einige Varianten.
In manchem Cache – meist bei einem Bonuscache einer Serie – findet man im Logbuch auch schon mal die Trackingnummer einer Coin. Zwar hat man sie selbst nie gesehen oder in Händen gehalten, aber man kann sie als gefunden loggen und so seinem Profil bei den Trackables ein weiteres Icon spendieren.
Bei einer Fotokopie oder einem Foto der Coin auf Papier kann man das gute Stück wenigstens sehen, solange das Papier nicht feucht, schmutzig und vergammelt ist. Es gibt auch Owner, die Vorder- und Rückseite farbig kopieren und das ganze dann laminieren.
Mitunter ist das laminierte Blatt ergänzt um Beschreibung und Ziel der Coin evtl. auch mit einer Hintergrundstory. Da gibt sich mancher Owner ziemliche Mühe.
All das sind Versuche die Coin auf Reisen zu bringen und sie trotzdem nicht zu verlieren.
Eine neue Variante Diebstahl oder Verlust vorzubeugen sind die Proxys.
Damit meine ich nicht die als Vermittler aktiven Kommunikationsschnittstellen in einem Netzwerk oder an die indirekten Anzeiger, wie z.B. die Breite der Baumringe als indirekte Klimaanzeiger bzw. Klimaproxys.
Die Geocoin-Proxies sind echte Stellvertreter von Geocoins, die mitunter auch wie die Coin selbst gestaltet sind und die eine identische Trackingnummer wie die Originalcoin haben. Beim GeoWoodstock IX in Warren gab es zu jeder Eventcoin von GXPPROXY die in diesem Bereich aktiv sind einen solchen Stellvertreter. Optisch voll identisch und austauschbar sind Proxy und Coin - wie man sieht - zwar nicht, aber man hat ein Exemplar, das man auf Reisen schicken kann, während das andere in der eigenen Sammlung ruht.
Und so wird sich mein GW IX Proxy in Kürze auf die Tour durch Deutschland machen, Voraussetzung ist natürlich, dass ich bei all den Petlingen, Filmdosen und Nanos auch mal einen Regular finde, der überhaupt ausreichend Platz für eine Coin bietet.

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