Mittwoch, 26. September 2012

Nur einen Sommer lang


Wenn man für eine spätere Tour das Roadbook für eine längere Wander- oder Cachingrunde daheim am PC vorbereitet, dann kann man mitunter schon Enttäuschungen erleben. Bei der Aktualisierung ein paar Tage vor Beginn ist dort, wo auf der Karte noch vor ein paar Wochen grüne Döschen, gelbe Multis oder blaue Fragezeichen in runden Kreisen oder rechteckigen Kästchen lockten, plötzlich nur noch gähnende Leere. Alle Caches sind in der Zwischenzeit archiviert worden.
Das betrifft den mit 5 Caches bestückten Spaziergang entlang einer Trimm-Dich-Runde genauso, wie den mit 100 Dosen aufgerüsteten Powertrail für eine längere Fahrradtour im Wald oder entlang eines Radweges an einem Fluß.
Meist ist dem Owner die Pflege und Wartung der Dosen, das häufig notwendige Austauschen von vollen Logbüchern oder der Ersatz von abhanden gekommenen Petlingen oder Filmdöschen zu viel geworden. Nicht immer sind solche archivierten Trails ein echter Verlust. Aber wenn man sie für seine Tour teilweise oder gesamt vorbereitet hat, dann heißt es halt kurzfristig umplanen.

Foto von Clyde Barrow
 Anders bei der von minelu bei Ottersberg in Niedersachsen östlich von Bremen ausgelegten Serie „Nur für einen Sommer“
Der Name ist Programm und als die 58 Caches der Runde Mitte Mai 2012 freigeschaltet wurden, da stand – wie bereits in der Cachebeschreibung zu lesen – von vornherein fest, dass die Caches nach einem Sommer Ende Oktober 2012 archiviert werden.
Eigentlich schade, denn die Runde ist – nicht unbedingt von den Dosen und Verstecken her – reizvoll und führt auf 30 Kilometer auf meist abgelegenen Wirtschaftswegen fast ohne störenden Autoverkehr durch eine interessante flache aber abwechslungsreiche Landschaft.
So haben es auch die über 450 Cacher empfunden, die diese Tour bisher mit MTB, Touren- oder Klapprad, Drahtesel und Alupony in 4 bis 6 Stunden abgeradelt sind. Mit dem Auto war nach den Logs zu urteilen keiner unterwegs. Blue Rabbit war ein paar Tage nach dem Auslegen im Mai der erste, der die Runde in 11:15 h sogar abgewandert ist.

An einem strahlenden kühlen Tag, machte ich mich auf meine Tour. Man kann den Herbst förmlich riechen. Bis auf den Ort Ottersberg selbst habe ich den ganzen Tag weniger Autos gesehen, als am Vortag in zwei Minuten auf der Hoppers-Line.
Bei einem durchschnittlichen Cacheabstand von 500 m hat man auch mal längere Strecken in einem Stück und nicht den Stop-and-Go Rhythmus eines Powertrails, bei dem gerade mal die Mindestabstände eingehalten wurden.

Foto von Clyde Barrow
Meine Erwartungen bzw. Befürchtungen, dass bei so einem Trail einige Caches fehlen und die Logstreifen schmuddelig und feucht wären, haben sich nicht erfüllt. Gepflegt ist die Runde und schon mehrfach wurden alle Caches vom Owner mit neuen Logbüchern bestückt. Das ist bei so einem umfangreichen Trail auch nicht selbstverständlich. Dank der aussagekräftigen Hints hat man fast eine 100 % Fundgarantie, was ja bei manchem auch zum Wohlbefinden beiträgt.
Was nicht überall selbstverständlich ist: Man ist als Cacher hier willkommen und die Bewohner der Höfe und Dörfer am Weg helfen auch mal, wenn der Reifen Luft verliert. Da wird nicht nur im Schuppen nach Flickzeug gesucht, sondern auch das Fahrrad aufgesattelt und mit dem Cacher zur nächsten Werkstatt gefahren. Im Gegenzug kommt es aber auch vor, dass eine dem Altersheim entfleuchte Oma, die sich verlaufen hat, vom Cacher wieder auf den rechten Weg geleitet. So nachzulesen in mehr als einem Log.

„Als Fahrradrunde absolut empfehlenswert“. Dieser häufigen Bewertung kann ich mich ohne Einschränkung nur voll anschließen. Eigentlich schade, dass diese Runde archiviert wird, aber bis Ende Oktober sind es ja noch ein paar Tage.

Samstag, 15. September 2012

Geocaching ist auf den Hund gekommen !


Mancher ist erst durch seinen Hund zu Geocaching gekommen und hat jetzt bei den Spaziergängen mit seinem besten Freund durch die gleichzeitige Suche nach den versteckten Döschen mehr Spaß und Freude.  Frauchen oder Herrchen und Hund gehen häufig gemeinsam auf Cachingtour, wobei der Vierbeiner bisher immer der passive Mitläufer war. Das soll sich jetzt ändern, denn Geocaching ist auf den Hund gekommen!

Beim „Geodogging“ werden in Zukunft Mensch und Hund als echtes Team zusammenarbeiten. Der Mensch führt den Hund nahe an die Koordinaten des Verstecks heran und der treue Vierbeiner sorgt mit seinem feinen Geruchssinn für den Rest, d.h. das Aufsuchen der Dose, was er dann statt mit einem freudigen „Gefunden!“ wohl mit einem aufgeregten Bellen kund tut.
Das Eintragen ins Logbuch ist dann wieder Sache des menschlichen Partners. Ob der Hund sein eigenes Account bekommt, ist wohl eine Entscheidung, die noch überdacht werden muss, was übrigens auch für das Anmelden eines Premium-Accounts gilt.
Bei Multis muss bei Rechen- und Kombinationsaufgaben wohl auch der menschliche Partner helfend eingreifen, aber so ist es halt bei Teamarbeit, wo jeder die Aufgaben lösen sollte, die seinen Veranlagungen und Fähigkeiten am ehesten entsprechen.

Voraussetzung für den Erfolg dieser Teamarbeit ist, dass der Cache einen Geruchsstoff enthält, auf den der Hund konditioniert wird. Beim Konditionieren wird der Hund mit dem Kommando „Such Cache“ auf die Geruchsprobe konditioniert und bei Erfolg entsprechend belohnt. Schon nach einer Woche Training soll der Hund dann in der Lage sein, einen echten Cache zu finden.
Dazu muss der Cache allerdings zuerst mit dem Geruchsstoff bestückt sein, der praktischer  Weise im Geodogging-Shop erhältlich ist. „Es kann nur einen geben“ – einen Geruchsstoff, denn nur auf diesen ist der tierische Partner konditioniert und bei anderen Gerüchen würde er wohl versagen. Auch sollte man nach meiner Meinung den Geruchsstoff nicht in die Tupperdose selbst einbringen, da Gerüche aus den dichten Dosen wohl kaum nach außen verströmen. Nach ca. 3-4 Monaten riecht die Probe nicht mehr intensiv genug und muss ausgetauscht werden – aber dazu gibt es ja den Geodogging-Shop.

Wenn es sich um einen Cache handelt, der noch kein „Dogcache“ ist, dann empfiehlt Geodogging, diesen erst ohne tierische Hilfe zu suchen. Anschließend sollte die Geruchsprobe platziert werden und dann darf der Hund erneut suchen. „Der nächste Geodogger wird es Ihnen danken“.
Damit der Hund nicht seine Freude an der Suche verliert, darf nach erfolgreichem Fund die Belohnung nicht vergessen werden.

Geodogging hilft mit wertvollen Hinweisen für das Verstecken von eigenen Caches: Möglichst im Wald oder in freier Natur soll der Cache liegen und die Größe der Hunde soll beachtet werden. Einen Cache in 4 m Höhe kann der Hund nicht finden! Viele Cacher allerdings auch nicht.
Als weiteren Anreiz gibt es mit „TRAVELDOGS“ dann auch noch Trackables, die von einem Geodog gefunden werden können. Wie hier die Geruchsprobe angebracht wird, entzieht sich meiner Vorstellung.

Wer jetzt vielleicht denkt, dass dies wohl eine am 1. April zu bloggende Idee ist, der irrt! Bei  Geodogging wird ernsthaft und ausführlich beschrieben, wie das Ganze funktioniert.

Im Raum Krefeld gibt es bereits eine Handvoll spezielle „Dog-Caches“ – sogar mit einem Bonus-Cache für die Serie - und auch einige Standard-Caches sind bereits mit Geruchsstoffen ausgestattet.
Der am 26.08.2012 veröffentlichte Dog-Cache Nr. 9 wurde bereits mehrfach gefunden – mit und ohne Hund. Und der kleine und gemeine Micro "Ja wo ist er denn" kommt schon auf über 150 Funde - meist wohl ohne Hund. Der wurde allerdings vor kurzem gemuggelt. In seinem Log schreibt ein Cacher: „Glück im Unglück. Die Büx und das Logbuch lagen zwar offen herum, aber dank der guten Witterung ist alles soweit in Ordnung. Habe den Cache hoffentlich wieder korrekt platziert“. Ob Benbulbin selbst, oder ein tierischer Begleiter die gute Witterung hatten, ist aus dem Log nicht ersichtlich.

Man wird jetzt wohl des öfteren statt eines euphorischen „Gefunden!“ ein begeistertes „Wau Wau“ in Feld, Wald und Flur hören können. 

Sonntag, 2. September 2012

Hoch, Höher, am Höchsten


Auf der Rückreise von einer Nordland-Tour habe ich ihn bestiegen: 
Ejer Bavnehoj, den höchsten Berg Dänemarks!
Eine hochalpine Leistung war das allerdings nicht, denn dieser „Berg“ ist gerade mal 170,35 m hoch. Neue amtliche Messungen haben vor einiger Zeit dann auch noch ergeben, dass der Mollehoj in der Nähe von Skanderborg bei Arhus mit 170,86 m noch höher ist und es auch noch der Yding Skovhoj mit 170,77 m  zu einer um exakt 37 cm größeren Höhe als Ejer Bavnehoj bringt.

Ein paar Höhenmeter kamen beim Ejer Bavnehoj für mich dann allerdings doch noch dazu, als ich den Aussichtsturm bestieg, um mit den Earth Cache  Ejer Bavnehoj zumindest den höchst gelegenen Cache Dänemarks zu loggen, wenn der Berg selbst schon den Titel als „Top of Denmark“ verloren hat. In der Schweiz gibt es auf dieser Höhe überhaupt keinen Cache, denn der tiefste Punkt der Schweiz liegt am Lago Maggiore immer noch rund 23 Meter über der höchsten natürlichen Erhebung Dänemarks.

Photo by Vesuitus2001 - Creative Common Licence


Auf der Suche nach dem höchstgelegsten Cache Europas sucht man wohl zuerst im Mont Blanc Gebiet, denn der Gipfel des Mont Blanc ist mit 4.810 m die höchste Erhebung Europas. Aber wie in Dänemark ist auch das überholt. Wenn man die Wasserscheide des Hauptkamms des Kaukasus als Grenze zwischen Europa und Asien sieht, dann – und das ist heute die geologisch akzeptierte Auffassung – ist nicht der Mont Blanc, sondern der Elbrus mit 5.642 m der höchste europäische Berg.
canei hat vor genau 2 Jahren, am 1. September 2010 auf 5.577 m Meereshöhe seinen Cache Elbruausgelegt. Als weltweit eine der höchstgelegenen plazierten Dosen wurde der Cache erstmals am 12. Juli 2012 von drevorubac und yogibeast gefunden. Ihren Namen wird man allerdings vergebens im Logbuch suchen, denn der Cache war inzwischen mit der Umgebung zu einem soliden Eisblock gefroren. So blieb es für den FTF bei einem Fotolog.

 Foto Elbrus Cache by yogibeast

wartet immer noch auf den 1. Fund. Von einem Team aus Estland am 20. Juli 2002 auf 4.074 m Höhe ausgelegt, wurde der Cache auch nach 10 Jahren noch kein einziges Mal gefunden.

Auf der Normalroute zum Gipfel des Mont Blanc liegt seit dem 16. Juli 2010 der Cache  Near the Top of Europe von pp34, einem Cacher und Bergführer aus Montpellier. In der 1. Saison wurde er ein paar Mal gefunden, dann kamen die DNFs und Notes. Der Belgier Cacher „Smell the Roses“ bedauerte in seiner Note, dass er gleich 2 x an der Location vorbei ging. „Während des Aufstiegs: Keine Zeit, zu kalt, zu dunkel. Während des Abstiegs: Zu müde“.  Nach einigen DNFs wurde er von einem Reviewer temporarily disabled. Was allerdings einen Cacher aus der norddeutschen Flachland dazu bewogen hat. am 22.08.2012 ein „Needs Achrived“ zu loggen, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

The Highest Cache of Europe – 4362 mwas ja, wie wir wissen, heute nicht mehr stimmt, stammt von GPSearching, einem Holländer.
Nach dem Listing wurde dieser Cache am 12.12.2004 ausgelegt. Gefunden wurde er allerdings bereits am 8. September 2004, rund drei Monate vorher. Bei großen Höhen soll es ja, wenn man Reinhold Messner Glauben schenkt, durch Sauerstoffmangel schon mal geistige Aussetzer und Halluzinationen geben. Hier würde ich aber eher auf einen Fehler beim Plazierungsdatum tippen, denn im Dezember wird wohl kaum jemand den Mont Blanc besteigen, um auf 4.362 m eine Dose auszulegen. Nach einem einzigen Fund wurde der Cache – in Abstimmung mit dem Owner – archiviert, um die Location für STX Extreme frei zu machen. In der Nähe der Schutzhütte Vallot Refuge hat der Norweger  Snuta im Juni 2007 seinen Cache ausgelegt, der bisher 22 x gefunden wurde. Elf Mal war die Suche allerdings auch erfolglos. Mit 4.361 m, einem Meter weniger als der Vorgänger, ist dieser Cache der höchstgelegene aktive Cache in den Alpen.

All diese Caches werden für mich wohl unerreichbar bleiben. Aber auch ich bin noch steigerungsfähig und nach dem Ejer Bavnehoj in Dänemark konnte ich mich immerhin in das Logbuch vom Fuschertörl am Großglockner auf eine Höhe von 2.407 m eintragen.. Da fuhr ich allerdings auf der Glockner-Hochalpenstraße bequem nach oben und musste mich nicht jeden Schritt wie andere am Mont Blanc hochquälen. Und mein persönlicher Höhenrekord in Europa ist noch ausbaufähig, denn zum Earth-Cache Zugspitze (2962 m) – Top of Germany kann man mit der Zugspitzbahn und einer Seilbahn als Aufstiegshilfe relativ bequem nach oben. Schau ma mal!

Montag, 27. August 2012

Wir basteln einen "LOGomat"


Wenn man sich nicht nur die Cache-Listings, sondern auch mal die Logs anschaut, dann fällt mir auf, dass manche Cacher anscheinend Schwierigkeiten haben, ihren Fundlog schriftlich zu formulieren. Wie oft trifft man auf ein „Gefunden“, ein einfaches „TFTC“ oder einen Smiley. 
Ja, ich habe sogar ein: „  - da war nichts zwischen dan Anführungszeichen - „ gefunden.
Da nicht jeder ein Meister wohlklingender Sätze und aussagefähriger Formulierungen ist, andererseits die Owner sich über einen etwas längeren, individuellen Log freuen, habe ich mir Gedanken gemacht, wie man solchen Geocachern helfen könnte.

Das Ergebnis nächtelanger Grübelei ist der von mir entwickelte „LOGomat“.

 Wer im Matheunterricht aufgepasst hat oder über ein Minimum von räumlichen Vorstellungsvermögen verfügt, wird bei der abgebildeten Grundform unschwer einen Würfel als Endprodukt erkennen.
Diese vorgegebene Form gilt es auf einen Karton zu kleben, auszuschneiden und durch leichtes Anritzen der Biegekanten zu eben diesen Würfel zu formen und zu verkleben. Die Felder des LOGomat A sind bereits mit einigen der üblichen Log-Texte versehen oder können bei entsprechender Eigenkreativität auch mit anderen Wörtern gefüllt werden.

Der für alle Logs gültige Basissatz lautet:

Den  xxx   Cache habe ich  trotz    yyy    zzzz   gefunden.

Der Text für einen der drei LOGomat Würfel (LOGomat A) und das xxx ist in der Vorlage ja schon vorgegeben.
Der Text für die Würfel des LOGomat B und C kann selbst frei gestaltet werden. Der yyy Würfel könnte zum Beispiel folgende Möglichkeiten enthalten: „Muggles“, „Regenwetter“, „Rückenschmerzen“, „unappetitlicher Umgebung“, „einsetzenden Harndrang“ etc.
Für den zzz Würfel empfehlen sich Feldbelegungen wie „schnell“, „ohne Probleme“, „nur mit Hilfe“ oder ähnlichem.

Mit einem einfachen Wurf der drei LOGomat Würfel A, B und C hat man sich einen individuellen Log gezaubert, der die eigenen Formulierungs-Fähigkeiten radikal erweitert und der jeden Owner befriedigt. 216 verschiedene Varianten stehen so zur Verfügung.

Wer als Grobmotoriker Probleme hat den LOGomat selbst zu basteln, der kann sich mit drei handelsüblichen Würfeln und einer handgeschriebenen Liste mit Zuordnung der Nummern zu den bekannten Feldbelegungen behelfen, was allerdings eine schöpferische Leistung einer richtigen Zuordnung der Zahl zu der Feldbelegung voraussetzt.

Neben der vorgestellten Volksausgabe kann man in der De-Luxe Version Würfel mit 10 oder 12 Seiten erwerben und einsetzen, um damit die Anzahl der Varianten auf 1.000 oder unvorstellbare 1.728 individuelle Logs zu erhöhen. Nicht vergessen, dass dann auch die Liste mehr Varianten enthalten muss.

Wichtig erscheint mir auch der Hinweis auf die richtige Reihenfolge. Ein durch Verwechslung der Würfel entstandener Log wie „Den schnellen Cache habe ich trotz Klasse einsetzenden Harndrang gefunden“ würde beim Owner und jeden Leser wohl auf Unverständnis stoßen. Hier kann eine farbliche Differenzierung der LOGomat Würfel mit gleich farbiger Variantenliste hilfreich sein.

Ideal ist der Einsatz des LOGomat auch im fremdsprachlichen Ausland. Wer mit einem Standardsatz in französisch, dänisch, polnisch oder bairisch und entsprechenden Feldbelegungen mit dem LOGomat loggt, nachdem er mit Hilfe von Freunden einmalig den Satz und die Listen erarbeitet hat, wird Dank und Anerkennung ernten.

Geocacher helfen sich untereinander!
Daher will ich diese zukunftsweisende Erfindung auch nicht kommerzialisieren oder in ein, mit einem einzigen Knopfdruck, bedienbares Smartphone-App umwandeln um damit im App-Store gebührenpflichtige Downloads zu schaffen. Nein! Ich stelle den LOGomat unter Common Licence Lizenz by-nc mit Verweis auf meinen Blog bei jedem LOGomat-Log gerne kostenlos der Community als schöpferisches Gemeingut zur Verfügung.

Logs mit simplen „TFTC“ oder ähnlichen Kurzformen werden in Zukunft beim Einsatz des LOGomat wohl der Vergangenheit angehören.

Sonntag, 19. August 2012

„Beifang“ ist kein gutes Wort


Wer eine größere Runde für eine Cachingtour vorbereitet, der lädt bei einem Powertrail meist nicht nur die Koordinaten der zur jeweiligen Runde gehörenden Caches auf sein GPS herunter. Über die große Karte in der Cachebeschreibung, über Google Maps oder als PQ mit definiertem Umkreis, Rechteck oder entlang einer Route wird geprüft, ob andere Caches nahe der geplanten Route ausgelegt wurden, die man dann in seine geplante Runde integrieren kann.

Gerade bei Wanderrunden gibt es oft eine Reihe von interessanten zusätzlichen Verstecken zu finden, da zeitlich früher gelegte ältere Caches auf dem Weg liegen und wegen der Abstandsregel dem Ausleger einer Runde manche geplante und vorgesehene Position blockieren.

In manchen Beschreibungen habe ich schon gelesen, dass man bei der Runde auf solchen „Beifang“ achten soll und manche Cacher – so auch ich – verwenden dieses Wort dann auch unreflektiert in ihren Logs. „Gefunden x Caches der Runde und y Caches als Beifang“. Das klingt ja ziemlich cool, wird aber den Ownern dieser „Beifangcaches“ kaum gerecht.

Die haben sich die Mühe gemacht, eine interessante Location zu finden, häufig eine nette und originelle Dose oder ein sonstiges Versteck gebastelt und dann einen Cache ausgelegt, der oft origineller und „werthaltiger“ ist, als die später von einem oder mehreren anderen Cachern platzierten Petlinge oder Filmdosen.

Nach Veröffentlich folgt meist ein Ansturm auf die Powerrunde und damit auch auf den früher ausgelegten Einzelcache. Dass der Owner jetzt häufiger das Logbuch wechseln muss und der Weg zum gut versteckten Cache durch den schnell entstandenen Cachertrail auch ohne GPS bald deutlich erkennbar wird mag er ja noch verschmerzen. Den Cache aber in den Logs als „Beifang“ zur xy-Runde bezeichnet zu finden, das würde mir als Owner weh tun. Besonders dann, wenn der Log für diesen Cache nur aus dem x-ten Copy & Paste Log der Runde besteht, mit der dieser Cache ja nun wirklich nichts zu tun hat.

„Beifang“ mag für manchen ein cooles Wort sein. Nur geht es komplett an der Sache vorbei, wenn man damit einen im Rahmen einer anderen Runde gesuchten Cache meint.

In der Fischerei, woher dieses Wort ja stammt,  wird als Beifang der Teil der Fische und anderer Meerestiere bezeichnet, die beim Fischen mit Massenfanggeräten nicht das Fangziel sind, sondern ungewollt im Netz hängen bleiben und meist als Abfall tot oder sterbend wieder zurück ins Meer geworfen werden. Manchmal gehören sogar Meeresschildkröten, Seevögel und sogar Delfine zu diesem Beifang.

Diese außerhalb der Runde existierenden und gefundenen Caches sind aber durchaus ein „Fangziel“, ungewollt werden sie ja nicht gefunden und als Abfall würde sie wohl auch niemand bezeichnen.

Nicht nur mit der Bezeichnung liegt man völlig daneben.  Es ist auch ein Gebot der Höflichkeit diesen Cache-Ownern gegenüber, die falsche Bezeichnung „Beifang“ zu vermeiden und seinem Cache durch einen vernünftigen individuellen Log gerecht zu werden.
Ich jedenfalls gelobe Besserung und habe das „Beifang“ aus meinem Wortschatz gestrichen.

Montag, 13. August 2012

Kann die Entfernung einer Dose Diebstahl sein?


Caches bei Brücken zu finden ist meist keine besonders große Herausforderung.
Das geschulte Cacherauge sucht die Verstecke bietenden T-Träger und die sonstigen eckigen und kantigen Metallteile ab oder forscht nach Plastikschnüren, die unauffällig an der Brüstung befestigt sind und an deren Ende meist das Döschen im Wind baumelt. Wenn das Döschen oben versteckt ist, dann wird man Brücken so schnell fündig.

Bei einigen wenigen Brücken wird man aber lange suchen müssen, denn an deren Geländer ist mitunter nicht nur ein Cache versteckt. Diese Brücken sind mit Hunderten und Tausenden von „Liebesschlössern“ verziert und ein kleiner Petling oder ein weiteres Schloss mit eingravierten Koordinaten für die nächste Stage eines Multis fällt nicht auf und geht voll unter. Es wäre aber auch ein zeitraubendes Unterfangen unter all den Schlössern gerade das eine gesuchte Cache-Schloss oder das Döschen zu finden.

Wer sein Vorhängeschloss mit eingraviertem Namen oder Initialen und Datum als Zeichen ewiger Liebe an der Brücke fest verankert und den Schlüssel symbolisch in den Fluss geworfen hat, der wird sich auch schwer tun, das Schloss unter all den anderen zu finden und zu entfernen - sollte die Liebe einmal erkalten.

An der bekanntesten deutschen Liebesbrückeder Hohenzollernbrücke in Köln, sollen an die 40.000 Schlösser entlang des Brückenzauns hängen. Bei dieser Zahl das eigene Schloss zu finden wäre schon schwierig genug. Zum Entfernen braucht man dann – mangels versenktem Schlüssel – wohl auch einen Bolzenschneider.

Den hatte vor kurzem ein mehrfach vorbestrafter 41-jähriger dabei, um die Treuebeweise abzuknipsen und die Schlösser für EUR 3,20 pro Kilo bei einem Schrotthändler gewinnbringend abzuliefern. 52 hatte er auf diese Weise schon entfernt, als ein zufällig vorbeikommender Polizist ihn und seinen jüngeren Mitknipser beim bösen Tun erwischte.
Über das Verfahren wegen Diebstahls und Sachbeschädigung haben nicht nur die Lokalzeitungen, sondern auch die BILD und selbst das Handelsblatt berichtet. Der ältere wurde wegen seiner Vorstrafen vom Kölner Amtsgericht zu drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, der jüngere von den beiden kam mit einem Strafbefehl über 900 Euro davon.

Wenn man den Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger vom 10.08.2012 liest, dann ist dabei vor allem die Urteilsbegründung durch den Amtsrichter interessant.
Wem gehören die Liebesschlösser, die an der Brücke befestigt sind? Nach Ansicht des Richters sind die frei zugänglichen Schlösser  nicht „herrenlos“, sondern bleiben im Eigentum der Käufer. Der hat zwar durch das Anbringen – bzw. Auslegen – den Besitz aufgegeben, ist aber immer noch Eigentümer der Sache.
Die Einzigen, die die  Schlösser an der Brücke entfernen dürfen, sind die Grundstückseigentümer. In Köln wären das die Stadt Köln oder die Deutsche Bahn. Weil die Brücke aber inzwischen Touristenattraktion geworden ist, werden sie nicht nur geduldet, sondern gehören „mittlerweise zum Brauchtum“.

Cachebehälter sind zwar keine Liebesbeweise und unter „Brauchtum“ würde ich sie auch noch nicht einordnen. Aber, was für die Liebesschlösser gilt, das sollte eigentlich analog auch für andere herrenlosen Dinge gelten, die an frei zugänglichen Stellen ausgelegt sind.

Caches wurden an bestimmten Stellen deponiert und so der Besitz aufgegeben. Nicht aufgegeben wurde allerdings das Eigentum an den Dosen, ähnlich wie bei TBs oder Geocoins, die man auf Reisen schickt.
In München, der „Hauptstadt mit Herz“,  werden die Liebesbeweise an Brücken regelmäßig von städtischen Beauftragten, entfernt. Aber auch dort müssen gewisse Vorschriften eingehalten und die Schlösser  aufbewahrt werden, falls die Besitzer sie zurückhaben wollen.

Und das würde ja wiederum auch auf unerwünschte und vom Grundstückeigentümer eigenmächtig entfernte Caches zutreffen, die dann zur Abholung durch den Eigentümer aufbewahrt werden müssten.
Bei einem einfachen Entfernen würde sich, analog zu den Liebesschlössern, derjenige, der das Döschen entfernt,  auch des Diebstahls schuldig machen. Wenn er nicht vorbestraft ist, dann könnte es einen Strafbefehl geben.

Ob meine Argumentation schlüssig ist und juristisch Bestand haben würde?
Auf einen Versuch würde ich es nicht ankommen lassen und bei einer Platzierung von Caches auf Privatgrundstücken, so wie es die Richtlinien vorgeben, dann doch besser vorher die Zustimmung des Grundstückbesitzers einholen.

Mittwoch, 8. August 2012

Nichts geht mehr am Tongariro



National Geographic zählt die Tongariro Crossing im Tongariro Nationalpark auf der Nordinsel Neuseelands zu den weltweit 10 schönsten Tageswanderungen. Mehrere aktive Vulkane haben vor etwa 3000 Jahren eine Kraterlandschaft mit öden Steinwüsten und rauchenden Schlünden, gelb umrandet und intensiv nach Schwefel riechend und von einer beeindruckender Schönheit geschaffen.


Hier ist Mordor mit dem Schicksalsberg, wo Sauron einst den Ring geschmiedet hat und wo der gute Sam den erschöpften Frodo hochschleppte, als der nicht mehr konnte. Hier wurden die Szenen für „Herr der Ringe“ gedreht.
Auch ich wäre bei meiner Tongarito Crossing für einen solchen Sam dankbar gewesen, denn die Tongariro Crossing geht an die Substanz. Aber mein Sam, der Florian heißt, hatte mit sich selber zu kämpfen.

19,5 Kilometer lang, 914 m Aufstieg und 1.209 m Abstieg, das sind in kurzen Fakten die Tongariro Crossing. 
Mit Tourbussen wird man morgens am Parkplatz von Mangatepopo Roadend gebracht, abgeladen und dann sich selbst überlassen. Entlang eines alten Lavaflusses wandert man auf Pfaden, die diesen Namen kaum verdienen, über scharfkantiges Lavagestein himmelwärts. Auf dem steilen schweißtreibenden Anstieg zum Sattel kein Schatten weit und breit. So wird es die nächsten Stunden auch bleiben. Schon hier trennt sich die Spreu vom Weizen und die Schlange der Wanderer wird länger und verläuft sich. Wir gehörten eher zur Spreu als zum Weizen.

Entlang dem Südkrater kommt man dann zu den drei Seen mit den durch die vom heißen Wasser gelösten Mineralien und den schrillen intensiv grünen Farben. Spätestens hier ist Pause angesagt und das mitgebrachte Wasser rinnt nur so die Kehle herunter. 7 – 8 Stunden dauert die Durchquerung und am Ende trifft man sich wieder auf einer Bergwiese bei Ketetahi, wo man erschöpft aber zufrieden am späten Nachmittag die Beine ausstreckt und auf die Busabholung wartet.



Erstmals seit 1897 ist der Vulkan wieder aktiv geworden und hat Asche und Gesteine ausgespuckt. Straßen sind gesperrt und selbst Flüge mussten umgeleitet werden. Eine Wanderhütte – wie auf diesem Bild – wurde durch Steinschlag zerstört.



Die Tongariro Crossing wurde  von den Behörden geschlossen.
Damit hat es sich vorerst auch ausgecacht auf der Tongariro Crossing. Die wenigen Tradis werden wohl unter einen Ascheschicht begraben sein und der Earthcache Red Crater, Tongariro und drei weitere ECs sind aktuell nicht mehr zu erreichen.
Der Earthcache The Emerald Lakes war 2010 bei Latitude 47, dem Blog von Geocaching.com sogar ein „Geocache der Woche“.
Schade, aber bei der wirtschaftlichen Bedeutung für den Tourismus wird der Nationalpark wohl bald wieder zugänglich gemacht werden und dann geht es wieder hoch auf den Schicksalsberg – nicht um einen Ring in den Krater zu werfen, sondern um die interessanten Earthcaches zu besuchen.