Dienstag, 26. April 2011

Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe

Der römische Komödiendichter Micio, der von 195 – 159 vor unserer Zeitrechnung lebte, hatte dies schon erkannt: „Duo cum faciunt idem, non est idem“ oder auf gut deutsch: Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe.
Wie? Was? Beispiel:
Ich gehe mit dem Hund von meinem Schwiegersohn durch Wald und Flur spazieren, was ihn – den Hund – gewaltig freut. Noch erfreuter ist er aber, wenn wir wieder heimkommen und er sein Herrchen wieder sieht. Dann springt er an ihm rauf, fängt an wie wild mit dem Schwanz zu wedeln und ist kaum abzuhalten, ihm das Gesicht abzuschlecken. Wenn ich das jetzt tun würde?
Na also, jetzt ist es doch jedem klar was das Zitat uns sagen will.

Aber auch beim Geocachen gibt es dafür Beispiele.
Mein Freund F-U-Z-Y ist ein Geocacher mit Leib und Seele. Über 3.300 finds in den knapp fünf Jahren seit er Geocaching als sein Hobby entdeckt hat und mit 121 Teilnahmen an Events ist er omnipräsent. Und F-U-Z-Y war auch ein so fleißiger Dosenausleger, dass die Gegend um seine homezone bei uns allen nur als FUZY-Land bekannt ist.
Aber warum „war“?
Es ist schon mehr als zwei Jahre her, da hat sich F-U-Z-Y ein großes Projekt vorgenommen und wollte einen ganzen Wald bedosen. Mühsam hat er die Filmdöschen und die Logbücher vorbereitet, den Wald abgesucht und nahe an den Wegen die entsprechenden Bäume, Wurzeln und andere Verstecke gesucht, dabei die Abstandsregeln penibel eingehalten und dann 50 Listings vorbereitet und zum Review eingereicht. Einen ganzen Monat hat er für diese Aktion investiert. Dann wurden sie veröffentlicht und der Owner freute sich auf viele schöne Logs.
Aber daraus wurde nichts. Irgendwer im Forum hat angefangen, sich über die vielen Caches und die Cachedichte zu erregen und schnell fanden sich andere, die sich ebenfalls vehement gegen diese Runde aussprachen. Der Reviewer – geschlechtsneutral – der die Caches freigeschalten hatte, wurde anscheinend unruhig und obwohl keine GC Richtlinien verletzt wurden hat er/sie alle Caches nach den Protesten so archiviert, dass sie nicht einmal mehr im Profil Spuren hinterlassen haben. F-U-Z-Y sah rot und kochte bis zur Weißglut und wenn man die alten Beiträge im Forum noch lesen kann …. unentschuldbar weit über Weißglut hinaus.
Ich habe keine vernünftigen Gründe für diese Archivierung gesehen. Schon damals gab es ja auch die 2006 ausgelegte 50er Runde von fianna in der Nähe von Melsungen, deren Ziel es ja sogar explizit war, das Loggen von 50 find an einem Tag zu ermöglichen. Dagegen hat damals keiner protestiert und die Runde gibt es heute noch.
Warum ich heute an F-U-Z-Y und seine 50 Caches im „Lohwald und Aspenloch“ denke?
Ich bin soeben auf eine Cacheserie „In der Feldmark“ südwestlich von Flensburg in Schleswig-Holstein gestoßen, die vom 10. – 12. April 2011 von Watcher ausgelegt wurde. 73 Döschen als Cache-Cluster auf engstem Raum für eine Fahrrad- oder Wandertour. Die Runde wird auch fleißig gesucht und gefunden. Über 100 Logs pro Cache in zwei Wochen sprechen schon eine deutliche Sprache und es werden noch viel mehr werden. Da kann einem im wilden Süden der Republik fast der Neid überkommen ob so eines gewaltigen Powertrails.
Was mich aber auch etwas irritiert: Watcher hat sich am 10.04. bei Geocaching angemeldet, dann 76 Dosen ausgelegt aber selbst gefunden hat er noch keinen einzigen Cache.
Vielleicht handelt es sich aber auch um ein Zweitaccount von jemanden der inkognito bleiben möchte. Ausschließen will ich, dass es sich dabei um F-U-Z-Y handeln könnte.
Der hat vorerst genug und hat von seinen 142 ausgelegten Regular, Multies und Mysteries in den letzten Monaten bis auf 27 alle archiviert.

Kommentare:

  1. Ich hab auch so einen Zweitaccount. Genau genommen ist er fürs Team, alle Caches die vom Team zu dieser Serie gelegt werden. Irgendwie hats noch keiner nötig gefunden Founds mit dem Konto zu loggen.Und denn bleibt die linke Seite wohl auch leer ;-)

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  2. Wenn ich mich recht erinnere ist das alles nicht nur 2 Jahre her sonder 4 und damit Geschichte. Der Autobahn-Powertrail den tandt alias 2 damals selbst gelegt hatte ist Geschichte, die Diskussionen über Wünsche an die Reviewer sind Geschichte, die hilflosen Erklärungen der Reviewer-wannabees, was den nun ein Powertrail ist, sind Geschichte, selbst die aus der "Powertrailregel" entstanden Keimzellen sind zwischenzeitlich schon fast wieder Geschichte....

    Geblieben sind die neuen Foren wie schwabencaching.de. Leider ist aber auch die unbedingte Treue zu dieser einen Plattform bei der großen Mehrheit der Geocacher geblieben. Damit haben die Reviewer immer noch einen viel zu großen Einfluss auf die Entwicklung des Spiels indem sie Regeln erfinden oder bestehende Regeln konsequent ignorieren... Geblieben ist auch ein tiefer Graben zwischen den Reviewern und den Geocachern. Diese bestand schon vorher und wurde nicht nur durch diese Geschichte immer breiter und tiefer. Inzwischen haben sich die Reviewer aber komplett in ihr Reviewerforum verzogen und Kommunikation mit den Geocachern findet nicht mehr statt. Stattdessen hetzen und lästern sie lieber per twitter und sorgen dafür, dass unbequeme Geocacher aus der community verstoßen werden...

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  3. Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht das selber! Aber ich glaube davon kann sich keiner frei sprechen :-( Wenn meine Freundin etwas zu schnell unsere Straße runter fährt (ist eben passiert), dann war sie wohl gerade in Gedanken. Der neue Freund unsere Nachbarin ist aber wohl sicher ein Verkehrsrowdy.
    Liebe Grüße
    Astrid

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